Test Monitor BenQ EW2430
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Interpolation

Für die Darstellung der unterschiedlichen Bildformate bietet der EW2430 die beiden Optionen „Voll“ und „Seitenverhältnis“ an. In beiden Fällen wird das Bild auf die volle Schirmhöhe gestreckt, eine pixelgenaue Darstellung (1:1) ist nicht möglich. Zwar kann die vollformatige Anzeige damit immerhin seitentreu sein, dennoch werden selbst minimal abweichende Bildauflösungen wie z.B. mit 1050 oder 1024 Pixel Höhe zwangsweise auf 1080 Pixel extrapoliert, wodurch ein unnötig hoher Schärfeverlust entsteht.

Benq Ew2430 Monitor Gitter Nativ
Benq Ew2430 Monitor Gitter 720
Testgrafik, links: nativ; rechts: 1.280 x 720 Vollbild

Der Schärferegler ist auch im Digitalbetrieb aktiv und zeigt eine moderate, aber doch erkennbare Wirkung. Die Standardvorgabe 5 ist bereits optimal gewählt, ohne dass Farbsäume oder Artefakte entstehen.

Bei nativer Darstellung ist der Schärfeeindruck nahezu perfekt, doch leider fallen zulaufende Konturen bei den fetten Schriften auf. Mit dem Schärferegler auf Stufe 6 wird es ein wenig besser, doch schon bei Stufe 7 werden einpixelige weiße Halos erkennbar.

Benq Ew2430 Monitor Text Nativ
Benq Ew2430 Monitor Text 720
Textwiedergabe, links: nativ; rechts: 1.280 x 720 Vollbild

Die Interpolationen von Grafik und Schrift gelingen ein wenig klobig, aber ebenfalls ohne Farbsäume oder Artefakte. Die Lesbarkeit von Texten bleibt in allen interpolierten Auflösungen gut bis sehr gut. Am besten gelingt erwartungsgemäß die kleine 720er HD-Auflösung.

Reaktionsverhalten

Den EW2430 haben wir in nativer Auflösung bei 60 Hz am DVI-Anschluss vermessen. Der Monitor wurde für die Messung auf die Werkseinstellung zurückgesetzt.

Bildaufbauzeit und Beschleunigungsverhalten

Die Bildaufbauzeit ermitteln wir für den Schwarz-Weiß-Wechsel und den besten Grau-zu-Grau-Wechsel. Zusätzlich nennen wir den Durchschnittswert für unsere 15 Messpunkte.

Das Datenblatt nennt für den EW2430 eine Reaktionszeit von 8 Millisekunden (GtG). Ohne aktivierte Beschleunigung (AMA aus) ermitteln wir den schnellsten Grauwechsel mit 25,2 Millisekunden. Die über alles gemittelte Bildaufbauzeit (hin und zurück) für unsere 15 Messpunkte fällt dabei mit 42,9 Millisekunden wie immer noch deutlich länger aus. Während die Anstiegszeiten (rise) bei den helleren Messpunkten noch ganz zeitgemäß sind, nehmen sie bei den dunkleren Punkten extrem zu.

Benq Ew2430 Monitor Reaktion Off
Benq Ew2430 Monitor Over Off
AMA aus: sehr lange Schaltzeiten ohne Overdrive

Mit der stärksten Beschleunigungsoption (AMA hoch) verkürzen sich die Schaltzeiten deutlich: der schnellste Grauwechsel liegt jetzt mit 11,1 Millisekunden viel näher an der Herstellerangabe. Die Abfallzeiten sinken etwas und werden recht gleichmäßig. Die Anstiegszeiten dagegen verkürzen sich nur bei den hellen Messpunkten sehr stark, während sich bei den dunkleren nicht viel ändert. Deshalb fällt der Mittelwert für alle 15 Messpunkte mit 31,1 Millisekunden dann doch noch länger aus als man erwartet hätte.

Benq Ew2430 Monitor Reaktion On
Benq Ew2430 Monitor Over On
AMA hoch: verkürzte Schaltzeiten, zurückhaltende Beschleunigung

Der gemessene Helligkeitsverlauf zeigt eine sehr zurückhaltende Beschleunigung. Nur bei den sehr hellen Messpunkten gibt es kleine Überschwinger nach oben, bei den sehr dunklen in derselben Weise nach unten. Der Helligkeitswechsel ist in den meisten Fällen dennoch erst nach zwei Frames abgeschlossen.

Es gibt noch die dritte AMA-Option Premium, die sich bei den Messungen als ein Mittelweg zwischen den Optionen Aus und Hoch herausstellte.

Latenzzeit

Die Latenz ermitteln wir als Summe der Signalverzögerungszeit und der halben mittleren Bildwechselzeit. Beim EW2430 messen wir eine sehr kurze Signalverzögerung von nur 1,7 Millisekunden, was für Gamer der wichtigere Wert ist. Bis zur Soll-Helligkeit vergehen auch mit AMA hoch im Durchschnitt immer noch weitere 15,6 Millisekunden, die mittlere Gesamtlatenz ist daher mit insgesamt 17,3 Millisekunden schon recht lang.

Subjektive Beurteilung

Ohne aktivierte AMA-Option machen bewegte Bildinhalte auf dem EQW2430 nicht viel Spaß. Bildschirmfenster, die schnell verschoben werden, ziehen bereits Schweife hinter sich her. Schwarze Fenster mit weißer Schrift schillern beim Verschieben aber nicht in Grüntönen, wie wir das bei anderen A-MVA Panels schon beobachten konnten.

Mit der voreingestellten AMA-Option Premium bessern sich diese Effekte deutlich, mit AMA hoch verschwinden sie dann in vielen Fällen. Negative Auswirkungen des Overdrive waren weder bei Spielen noch bei Videos zu beobachten, daher empfiehlt sich zumindest der Wert Premium als dauerhafte Einstellung.

Sound

Audiosignale nimmt der EW2430 an den beiden HDMI-Eingängen oder auch über eine Klinkenbuchse entgegen. Ausgeben kann er den Ton über die im Panelrahmen untergebrachten Lautsprecher, oder über zwei Klinkenbuchsen für Line-Out und Kopfhörer.

Benq Ew2430 Monitor Sound
Die Lautsprecher sind im Panelrahmen eingebaut

Von den verbauten Lautsprechern kann man wegen ihrer winzigen Abmessungen natürlich nicht viel erwarten. Die Klangqualität reicht aber für Systemklänge oder andere unkritische Anwendungen aus.

DVD und Video

Aufgrund der beiden HDMI-Eingänge und des zusätzlichen DVI-Eingangs können zwei HD-Zuspieler wie Blu-Ray-Player, HDTV-Empfänger oder Spielekonsolen und auch der PC gleichzeitig am EW2430 angeschlossen bleiben. Über besondere Multimedia-Funktionen wie TV-Tuner, Bild-in-Bild oder 3D-Ausgabe verfügt der Monitor nicht.

Benq Ew2430 Monitor Dvd
Test der Videoeigenschaften

Beim BluRay-Test wirken die Farben kräftig und natürlich. Das Kontrastverhältnis ist wegen des sehr niedrigen Schwarzwertes hervorragend, vor allem wenn der Raum entsprechend abgedunkelt ist. Die Detailzeichnung in hellen und dunklen Szenen ist sehr gut. Beim gemeinsamen Filmabend fällt auch der große nutzbare Blickwinkel sehr angenehm auf.

Ein wenig Handarbeit tut dem Bild allerdings sichtlich gut. So lässt sich die kühle Werkseinstellung mildern, wenn man den Blau-Regler um ein paar Punkte zurücknimmt. Die Gamma-Option 1 verbessert die Durchzeichnung in dunklen Szenen. Mit der AMA-Option „hoch“ geraten schnelle Kameraschwenks besonders bei Sportübertragungen weniger matschig, hier machen sich die langen Schaltzeiten des Panels bemerkbar.

Die Wirkung des dynamischen Kontrasts hat uns nicht überzeugt. Zum einen ist der Schwarzwert ohnehin schon sehr gut, zum anderen kann die automatische Helligkeitsabsenkung in dunklen Szenen je nach Film schon einmal unangenehm auffallen.

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