Test Monitor BenQ MK2442
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OSD – Teil 2

Erläuterungen zu diesen Werten gibt BenQ nicht. Eine vernünftige Farbeinstellung ohne Messgerät gerät daher zu einem Verwirrspiel aus Raten und Ausprobieren. Welche Kelvin-Werte mit warmer, kalter oder normaler Farbtemperatur gemeint sein könnten, wird nicht erwähnt. Zum Farbton schreibt das Handbuch „stellt den Unterschied zwischen grünen und roten Bereichen im Bild ein“ – wie das mit der gewählten Farbtemperatur zusammenhängt bleibt offen. Hinzu kommt noch eine Einstellung namens „Skin Tone“, die ebenfalls Farbveränderungen herbeiführt. Das Handbuch schreibt hierzu nur kurz „Hautfarbe anpassen (0-10)“.

Ähnliches gilt für Kontrast und Helligkeit. Welche Auswirkungen die dynamische Kontrastregelung hat, wäre auszuprobieren. Warum es neben der Helligkeitseinstellung (nur ohne DCR) noch eine sechsstufige Einstellung für die Hintergrundbeleuchtung gibt? Vielleicht, um den Monitor im TV-Betrieb einfach an eine veränderte Umgebungshelligkeit anzupassen? Messen kann man jedenfalls, dass sich die Leistungsaufnahme des Monitors nur mit der Einstellung „Hintergrundbeleuchtung“ ändert, und zwar in 6 Stufen zwischen 29 und 43 Watt. Veränderungen des Reglers für die Bildhelligkeit wirken sich nur auf die Helligkeit, nicht aber auf die Leistungsaufnahme aus.

Im Zusammenhang mit einer SensEye genannten Technik gibt es noch die Einstellungen ACE (Advanced Contrast Enhancement / fortgeschrittene Kontrastverbesserung) und Rauschreduktion. Sicherlich wird es Quellen geben, die darüber Informationen liefern könnten. Das Handbuch jedenfalls schweigt sich über detaillierte Auswirkungen dieser Menüpunkte auf das angezeigte Bild aus.

Insgesamt erzeugen die Möglichkeiten zur Bildeinstellung ein unschönes Gefühl von Ratlosigkeit und an einige Grundeinstellungen kommt man erst heran, wenn in anderen Menüs Einstellungen verändert wurden. Presets für bestimmte Inhalte (Foto, Kino, Internet etc.) werden nicht geboten. Auch das Overdrive-Verhalten kann nicht beeinflusst werden. Dafür gibt es einen Haufen von scheinbaren Bildverbesserungsmöglichkeiten, deren Auswirkungen aber nicht erläutert werden. Im TV-Betrieb könnten sich diese Einstellmöglichkeiten vielleicht als sinnvoll herausstellen. Will man aber den MK2442 in einem definierten Arbeitspunkt z.B. für Bildbearbeitung am PC betreiben, wird man all diese Optionen letztlich einfach abschalten müssen. Ob es dadurch wirklich zu einem brauchbaren Bild kommt, wird der Abschnitt Ausmessung und Kalibration noch zeigen.

Benq Mk2442 Monitor Benq Mk2442 Osd Audio
Menü „Audio“.

Das Audio-Menü ermöglicht die Einstellung der eingebauten Lautsprecher. Die Lautstärkeeinstellung erfolgt direkt über 2 Tasten am Monitor bzw. an der Fernbedienung. Die Funktion AVC (Automatic Volume Control) wird im Handbuch schlicht mit „automatische Lautstärkeregelung“ erklärt – wie dies genau funktioniert, wäre wieder auszuprobieren.

Bildqualität

Im BenQ MK2442 kommt ein preiswertes TN-Panel mit 0,271 mm Pixelgröße und Antireflex-Beschichtung zum Einsatz. Subjektiv wirkt die unkalibrierte Bildqualität in der Werkseinstellung für diesen Paneltyp gut. Farben erscheinen kräftig bei gutem Kontrast. Der horizontale Blickwinkel ist erfreulich groß.

Natürlich erreicht der Farbeindruck, vor allem bei seitlichem Einblick, nicht die Qualität eines Panels mit VA- oder IPS-Technologie. Auffällig sind auch Lichthöfe an den Rändern des Displays, die bei einem überwiegend schwarzen Bild auch in einem nicht völlig abgedunkelten Raum schon beim ersten Hinsehen erkennbar werden.

Technologiebedingt erreichen TN-Panels nur sechs Bit Farbtiefe, weshalb die nicht unterstützten Farben durch Dithering simuliert werden müssen. So können bei guter Umsetzung trotz der beschränkten Farbtiefe mehr oder weniger gleichmäßige Farbverläufe erzielt werden. Gelingt das Dithering eher schlecht, werden Muster im Bild oder Farbflimmern erkennbar.

Für die weitere Beurteilung bei Werkseinstellung wurden alle Bildeinstellungen, die nicht näher dokumentiert sind, auf Werte wie Normal, Standard oder Benutzer umgestellt, alle erkennbaren Automatismen wurden ausgeschaltet.

Auflösung

Die Auflösung des MK2442 erreicht mit 1.920 x 1.080 Punkten den aktuellen Standardwert für Panels mit 24 Zoll im Bereich der PC-Monitore. Viele TV-Monitore dieser Größe und Preisklasse bieten allerdings noch immer nur eine Auflösung von 1.366 x 768 Pixeln (meist irreführend als „HD ready“ bezeichnet). Hier punktet der MK2442 mit Full HD. Damit bietet er sich auch als Display für HD-Zuspieler wie BluRay-Player und HDTV Sat-Receiver an. Der interne TV-Tuner empfängt allerdings nur analoge Signale (PAL / NTSC), die niedrigen TV-Auflösungen werden auf Vollbilddarstellung hochskaliert.

Graustufen

Bei Grauverläufen zeigt der MK2442 ein leichtes Banding in dunklen Bildbereichen. Für ein preiswertes TN-Panel ist das Banding allerdings eher gering ausgeprägt.

Benq Mk2442 Monitor Benq Mk2442 Grau Banding
Leichtes Banding in dunklen Bereichen.

Bei der Graustufendarstellung schneidet der MK2442 nicht allzu gut ab: die vier dunkelsten und die vier hellsten Werte werden verschluckt. Vor allem bei den dunklen Werten ist dieses Ergebnis sehr stark vom vertikalen Blickwinkel abhängig: schon bei kleinen Winkeln unterhalb der Horizontalen verschwinden die 10 dunkelsten Werte, während es bei 10 Grad über der Horizontalen nur noch 3 sind. Der Bildeindruck bei großem Tonumfang wird also von der relativen Kopfposition stark beeinflusst.

Benq Mk2442 Monitor Benq Mk2442 Bildquali Sw
Benq Mk2442 Monitor Benq Mk2442 Bildquali Ws
Die Differenzierung von hellen und dunklen Graustufen gelingt nur mäßig.

Die Regler für Helligkeit und Kontrast beeinflussen die Graustufendarstellung eher im negativen Sinne: Werte oberhalb der Werkseinstellung 50 Prozent lassen dunkle und/oder helle Graustufen schnell verschwinden und sind somit nicht zu empfehlen.

Nach unten hin ergeben Kontrasteinstellungen unter 25 Prozent einen zunehmend flauen Bildeindruck. Der Helligkeitsregler zeigt dagegen weniger Wirkung als erwartet, selbst in Null-Stellung und sogar in der Kombination mit dem Regler für die Hintergrundbeleuchtung auf Null, bleibt das Bild noch ziemlich hell. Als nutzbarer Regelbereich verbleiben für den Kontrastregler nur die Werte von 25 bis 50 Prozent und für den Helligkeitsregler von 0 bis 40 Prozent.

Dunkle Film- und Spielszenen wird dieses Gesamtverhalten noch nicht sehr beeinträchtigen, für die digitale Fotobearbeitung ist es dagegen ein ernstes Handicap. Vorteilhaft ist dagegen, dass die Kontrast- und Helligkeitseinstellungen keinen sichtbar negativen Einfluss auf das Banding haben.

Die Ausleuchtung des Displays kann beim MK2442 nicht überzeugen. An allen vier Bildrändern zeigen sich deutliche Lichthöfe, die am oberen und unteren Rand noch stärker auffallen, wenn man den Monitor nur ganz leicht von oben betrachtet. Zudem ist die Ausleuchtung ungleichmäßig und lässt den schwarzen Bildschirm wolkig erscheinen.

Benq Mk2442 Monitor Benq Mk2442 Ausleuchtung
Die Ausleuchtung des MK2442 ist ungleichmäßig.

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