Test Monitor BenQ MK2442
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Profilgenauigkeit sRGB

Nach dem Kalibrieren auf sRGB überprüfen wir zunächst die Profilgenauigkeit im kalibrierten Zustand. Geringe Abweichungen lassen, sofern das Messgerät exakt arbeitet, darauf schließen, dass die Monitorcharakteristik korrekt erfasst wurde und stabil bleibt. Das CMM (Color Management Module) farbmanagementfähiger Software kann damit möglichst (die Grenze setzt spätestens der Monitorfarbraum) ideal in Monitor-RGB transformieren. Steigen die Abweichungen zu einem späteren Zeitpunkt spürbar an, ist es Zeit für eine neue Kalibrierung und anschließende Profilierung.

Von den im Zug der Kalibrierung durchgeführten Änderungen an Bildschirmeinstellungen und Grafikkarten-LUT (bzw. in diesem Fall Monitor-LUT), die zu einer neutralen Grauachse, gewünschter Gradation und Weißpunkt führen sollen, profitiert man auch in ungemanagten Umgebungen.

Benq Mk2442 Monitor Benq Mk2442 Profilgenau
 

Das in iColor erstellte Profil weicht erheblich vom gewünschten Idealverlauf ab. Die Graustufengenauigkeit ist gerade noch akzeptabel, aber alle Farben zeigen große Wertabweichungen, die auch für TN-Panels heute eher ungewöhnlich sind.

Vergleich des kalibrierten Farbprofils mit dem sRGB-Standard

Kalibriert Ziel Erreicht
6500 6527
140 137
0,00 0,18
Nativ 760
sRGB (~2,2) 2,17
Benq Mk2442 Monitor Benq Mk2442 Kalibriert Srgb
 

Um einen ersten Eindruck von den tatsächlichen Abweichungen in farbmanagementfähiger Software zu geben, haben wir in Adobe Photoshop entsprechende Testpattern erzeugt, mit dem jeweiligen Profil des Arbeitsfarbraumes – im Falle des BenQ MK2442 dem sRGB Profil – versehen und ausgemessen. Als CMM kam Adobe (ACE) zum Einsatz.

Durch die Kalibrierung wurde die Graustufenwiedergabe erheblich verbessert. Bei den Farben sieht das Ergebnis wenig überzeugend aus, vor allem Grün zeigt sich schwach. Weißpunkt, Helligkeit und Schwarzpunkt liegen dagegen nahe am Optimum. Das Gamma sinkt besonders in den dunkleren Graustufen etwas zu stark. Der Kontrast ist auf 760 zurückgegangen, was aber für 140 cd/m² durchaus noch ein guter Wert ist.

Die Kalibrierung des BenQ MK2442 gestaltet sich insgesamt sehr schwierig. Erst nach 3 Stunden Aufwärmzeit lieferte der MK2442 einigermaßen reproduzierbare Ergebnisse. In der Werkseinstellung stieg die Farbtemperatur in dieser Zeit um 340 Kelvin an, die Leuchtdichte sank um 9 cd/m² und der Schwarzpunkt verbesserte sich von 0,32 auf 0,24 cd/m², was sich vor allem positiv auf den statischen Kontrast auswirkt.

Nach der Kalibrierung sind die Abweichungen vom Sollwert hoch. Nicht nur bei den dunklen Graustufen, sondern vor allem auch bei den Primär- und Sekundärfarben werden sehr große deltaE-Abweichungen erkennbar. Auch die Zeitstabilität lässt zu wünschen übrig: bei einem Kurztest nach weiteren 3 Stunden haben sich die Gamma- und deltaE-Werte – vor allem für die dunkleren Graustufen – schon wieder verändert, auch die Farbtemperatur ist wieder angestiegen. Für die Bearbeitung von Fotos ist der MK2442 daher nicht geeignet.

Benq Mk2442 Monitor Benq Mk2442 Korrekturkurve
Darstellung der RGB-Korrekturkurve der Grafikkarte nach der sRGB-Kalibrierung. Je näher die drei Farblinien an der 45°-Achse liegen, umso weniger Farben müssen zur korrekten Kalibrierung von der Grafikkarte verworfen werden und umso lückenloser bleiben Farbverläufe.

Wie die Korrekturkurve zeigt, müssen die Tonwertkurven erheblich angepasst werden. Das geht in der Praxis mit dem Verlust von Farbabstufungen einher. Für die Kalibrierung auf den sRGB-Standard mit 140 cd/m² mussten wir die Farbeinstellungen im OSD erheblich korrigieren, um einen akzeptablen Weißpunkt zu erzielen. Folgende Einstellungen haben wir gegenüber den Werksvorgaben verändert: Helligkeit 34, Hintergrundbeleuchtung 2, R=50, G=47, B=46.

UGRA-Test

Um die Tauglichkeit des BenQ MK2442 für die digitale Druckvorstufe zu prüfen, haben wir ihn auf die Vorgaben der UGRA kalibriert (5800 Kelvin, Gamma 1,8 und 120 cd/m²). Erwartungsgemäß schafft der MK2442 die Zertifizierung nicht. Während aber die meisten der aktuellen TN-Panels nur beim Grauwert-Kriterium durchfallen, kann der MK2442 mit Ausnahme des Weißwertes keines der vier Testkriterien erfüllen.

Benq Mk2442 Monitor Benq Mk2442 Ugra
Der ausführliche UGRA-UDACT-Report kann als PDF Datei heruntergeladen werden.

Sound

Im BenQ MK2442 sind zwei winzige Stereo-Lautsprecher im unteren Teil des Panelrahmens eingebaut, sie strahlen durch einen Lochgrill nach vorne ab. Zusätzlich befindet sich auf der Rückseite des Displays noch ein geregelter Kopfhörerausgang für einen 3,5 mm Klinkenstecker.

Benq Mk2442 Monitor Benq Mk2442 Speaker
Die Frontlautsprecher des MK2442 sind so gut wie unsichtbar.

Interpolation

Im OSD des BenQ MK2442 stehen insgesamt sieben Bildformate zur Auswahl: Full, Zoom1 und 2, Panorama, Auto, 4:3 und Underscan.

Die verfügbaren Optionen sind zumindest im HDMI-Betrieb auch von der angelegten Bildauflösung abhängig. Meist sind nur Full bzw. 4:3 verfügbar. Bei manchen Auflösungen, z.B. 1.280 x 720, sind es dagegen Zoom 1/2, 4:3 und Underscan. Obwohl 1.280 x 720 ein 16:9-Format ist, wird es weder als Vollbild noch pixelgenau dargestellt, sondern in einer Zwischengröße.

Manche Auflösungen werden falsch erkannt: 1.280 x 800 und 1.360 x 768 sind im Handbuch nicht als darstellbar erwähnt, werden vom Monitor aber als 1.440 x 900 akzeptiert. Vorteilhafterweise synchronisiert der MK2442 auch noch mit 800 x 600 und 640 x 480, die Anzeige von Bootvorgängen, BIOS Menüs etc. macht daher keine Probleme.

Eine unverzerrte Darstellung ist demnach nur mit den 16:9-Formaten 1.920 x 1.080 und 1.280 x 720 sowie allen gängigen 4:3-Formaten möglich. Jedoch wird außer bei 1.920 x 1.080 immer hochskaliert.

Am schärfsten wird natürlich die native Auflösung von 1.920 x 1.080 Pixel dargestellt, da jedem Bildpunkt genau ein Pixel zugeordnet wird. Leider ist dies mit keiner anderen Auflösung erreichbar. Dies gilt auch (falls verfügbar) für die Einstellung Underscan, die das Bild zwar etwas verkleinert, aber dennoch nicht 1 Pixel je Bildpunkt darstellt.

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