Test Monitor BenQ MK2442
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3D-Farbraumvergleich

Wie gut der BenQ MK2442 diese beiden wichtigsten Farbräume abdeckt, zeigt die nachstehende dreidimensionale Analyse.

Erläuterung der 3D Ansichten: Das schwarze Gitter stellt den jeweiligen Standard-Farbraum dar, das weiße den Monitorfarbraum; der bunte Würfel kennzeichnet ihre Schnittmenge. Der Monitorfarbraum kann den tatsächlichen Farbraum dann nicht mehr darstellen, wenn das schwarze Gitter aus dem Würfel herausragt. Wenn der Monitorfarbraum größer ist als der jeweilige Standardfarbraum, so ragt das weiße Gitter aus dem Würfel heraus.

ISOcoated: 93 % Abdeckung

Benq Mk2442 Monitor Benq Mk2442 Farbraum Isocoated Lplus
Benq Mk2442 Monitor Benq Mk2442 Farbraum Isocoated Lminus
sRGB: 94 % Abdeckung
Benq Mk2442 Monitor Benq Mk2442 Farbraum Srgb Lplus
Benq Mk2442 Monitor Benq Mk2442 Farbraum Srgb Lminus
 

Das Resultat des BenQ MK2442 in dieser Disziplin fällt erwartungsgemäß eher nüchtern aus. 93 Prozent Farbraumabdeckung im ISOcoated V2 (FOGRA39) und 94 Prozent im sRGB-Farbraum sind als befriedigend anzusehen. Die Bilder zeigen, dass beim sRGB-Farbraum die roten und grünen Enden nicht abgedeckt werden, während Blau deutlich über die Norm hinausreicht. An das tiefe Blau des ISOcoated-Farbraums reicht es jedoch bei weitem nicht heran.

deltaE-Abweichung

Erläuterung der Abweichung deltaE: Die Abweichung der Farbwerte wird in deltaE 94 (dE) angegeben. Gemessen werden mehrere Grauabstufungen, die primären (RGB) und die sekundären (CMY) Grundfarben. Ein deltaE-Wert von eins entspricht dem kleinsten Farbunterschied, den das menschliche Auge üblicherweise wahrnehmen kann.

Bei den Farben erkennen die meisten Menschen Unterschiede ab einem Wert von drei. Unsere Augen sind allerdings für Grüntöne besonders empfindlich, sodass bei diesen bereits kleinere Unterschiede wahrgenommen werden. Die durchschnittliche Abweichung sollte unter drei dE liegen, das Maximum unter zehn dE, besser unter sechs dE. Bis zehn deltaE haben zwei Farben jedoch noch genügend Ähnlichkeit zueinander.

Der MK2442 bietet drei voreingestellte Farbmodi, die mit Warm, Kalt und Normal bezeichnet sind. Nach der Kurzanalyse der unkalibrierten Farbtemperatur war eigentlich zu vermuten, dass der Farbmodus „Warm“ die größere Ähnlichkeit zum sRGB-Standard hat. Dennoch haben wir zum Vergleich die Werkseinstellung „Farbe normal“ verwendet, weil diese Bezeichnung vielen Benutzern nahe legen dürfte, dass sie am noch ehesten zum sRGB-Standard passt.

Vergleich der Werkseinstellung „Farbe normal“ mit dem sRGB-Standard

Werkseinstellung sRGB-Standard Erreicht
6500 7534
140 212
0,00 0,23
Nativ 921
sRGB (~2,2) 2,13
Benq Mk2442 Monitor Benq Mk2442 Normal Srgb
 

Die typischen Nachteile vieler Werkseinstellungen zeigt auch der BenQ MK2442. Die Leuchtdichte ist viel zu hoch eingestellt, die Farbtemperatur liegt sehr hoch und das Gamma ist instabil. Die Abweichungen vom sRGB-Standard sind nicht zu übersehen. Vor allem der Weißpunkt fällt gut 1000 Kelvin zu kühl aus. Die deltaE-Abweichungen der Grau- und Farbwerte sind mit einem Durchschnitt von 4,2 deltaE schon recht groß. Vor allem Grün und auch Blau heben sich mit einer Abweichung von 9,1 bzw. 6,4 deltaE hervor. Der Kontrast erreicht mit 921 nahezu die Herstellerangabe 1000.

Da die Werkseinstellung als Ausgangspunkt für die meisten Benutzer sehr wichtig ist, haben wir mit Hilfe von HCFR eine noch genauere Darstellung des Weißpunktes (D65) aufbereitet. Auffällig ist der zu geringe Rot-Anteil in allen Voreinstellungen, die der Monitor anbietet. Auch in der Farbeinstellung Normal wirkt das Bild kühl. Die Messung mit dem Colorimeter ergab hierfür dann auch eine Verteilung R:G:B von 84:103:114 Prozent bei 140 cd/m² (Helligkeit 35, Hintergrundbeleuchtung Stufe 1). Die mittlere Farbtemperatur liegt bei rund 8200 Kelvin.

Benq Mk2442 Monitor Benq Mk2442 Farbtempnormal
Farbtemperaturverlauf (unkalibriert) mit 140 cd/m² und Farbeinstellung normal.

Eine zufriedenstellende Gleichverteilung der Farbanteile (ohne Kalibrierung) konnte erst bei der Einstellung R:G:B auf 50:47:46 erreicht werden. Um die Leuchtdichte von 140 cd/m² beizubehalten, musste der Helligkeitsregler auf 34 abgesenkt und die Hintergrundbeleuchtung auf Stufe 2 erhöht werden. Das resultierende Bild wirkt deutlich wärmer und farbneutraler als in der Werkseinstellung. Der Messplot zeigt die positiven Auswirkungen auf die Farbtemperatur: Weiß hat jetzt rund 6600 Kelvin, mit sinkendem Grauwert steigt die Farbtemperatur jetzt allerdings deutlich an. Dieses Ergebnis ist zwar insgesamt schon besser, aber noch nicht wirklich gut.

Benq Mk2442 Monitor Benq Mk2442 Farbtemp504746
Farbtemperatur (unkalibriert) mit 140 cd/m² und R:G:B = 50:47:46.

Bei den Einstellmöglichkeiten für die Farbtemperatur hat der Benutzer ohne teure Messausrüstung kaum eine Chance, zu einer natürlichen Weißdarstellung zu gelangen. Keine der angebotenen Voreinstellungen für die Farbtemperatur (normal 48:48:50 / warm 50:48:49 / kalt 44:45:50) kommt auch nur in die Nähe einer neutralen Weißarstellung, zudem ist die Farbtemperatur stark abhängig vom Grauwert.

Der Weißpunkt ist in der Werkseinstellung mit 8200K ziemlich kühl und wird in den meisten Umgebungen unpassend sein. Der Weißwert D65 (6500K) stellt zwar nur eine Empfehlung dar, die aber insbesondere im Monitorbereich häufig Anwendung findet.

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