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Test Monitor BenQ XL2420T 144Hz
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Ausleuchtung

Das linke Foto zeigt ein komplett schwarzes Bild ungefähr so wie man es mit bloßem Auge sieht, hier werden die auffälligen Schwächen sichtbar. Das rechte Foto mit längerer Belichtungszeit hebt dagegen die Problemzonen hervor und dient nur der deutlicheren Darstellung.

Benq Xl2420t 144hz Monitor Schwarz
Benq Xl2420t 144hz Monitor Schwarz 1
Ausleuchtung bei normaler und verlängerter Belichtung.
Benq Xl2420t 144hz Monitor Glow All
Glow des BenQ XL2420T aus verschiedenen Blickwinkeln

Helligkeit, Schwarzwert und Kontrast

Die Messungen werden nach einer Kalibration auf D65 als Weißpunkt durchgeführt. Sofern möglich, werden alle dynamischen Regelungen deaktiviert. Aufgrund der notwendigen Anpassungen fallen die Ergebnisse geringer aus als bei Durchführung der Testreihe mit nativem Weißpunkt.

Das Messfenster wird nicht von einem schwarzen Rand umgeben. Die Werte können daher eher mit dem ANSI-Kontrast verglichen werden und geben Realweltsituationen deutlich besser wieder als Messungen von flächigem Weiß- und Schwarzbild.

Benq Xl2420t 144hz Monitor Kontrastverlauf
Helligkeits- und Kontrastverlauf des BenQ XL2420T

Mit nativem Weißpunkt erreichen wir im Maximum knapp 400 cd/m². Das liegt ein gutes Stück über der Werksangabe von 350 cd/m² und ist für alle Einsatzbereiche mehr als ausreichend.

Leuchtdichte Weiß (Standard-Bildmodus):

Helligkeit Nativ D65 5800K D50
100% 398,1 cd/m² 367,0 cd/m² 332,4 cd/m² 293,0 cd/m²
50% 221,8 cd/m²
0% 51,5 cd/m²

Leuchtdichte Schwarz (Standard-Bildmodus):

Helligkeit
100% 0,42 cd/m²
50% 0,25 cd/m²
0% 0,06 cd/m²

Das Kontrastverhältnis liegt im Durchschnitt bei rund 870:1 (950:1 mit nativem Weißpunkt). Für ein TN-Panel ist das ein ordentliches Ergebnis. Die Leuchtdichte wird ausschließlich über die Intensität der Hintergrundbeleuchtung variiert. Kontrasteinbußen bleiben somit über den kompletten Einstellbereich aus.

Bildhomogenität

Benq Xl2420t 144hz Monitor Homogenitaet1
Benq Xl2420t 144hz Monitor Homogenitaet2
An 15 Messpunkten wurden Helligkeitsverteilung in Prozent (linkes Bild) und Farbreinheit in DeltaC (rechtes Bild) überprüft

Die Flächenhomogenität überzeugt nicht vollständig. Helligkeitsabweichungen bis knapp 30 Prozent sind auch für einen Bildschirm, der nicht auf anspruchsvolle Bildretusche und Farbabmusterungen abzielt, etwas zu viel. Der Farbdrift fällt dagegen erfreulich gering aus. Hier verfehlt unser Testgerät eine gute Bewertung nur sehr knapp.

Coating

Die Oberflächenbeschichtung des Panels (Coating) hat auf die visuelle Beurteilung von Bildschärfe, Kontrast und Fremdlichtempfindlichkeit einen großen Einfluss. Wir untersuchen das Coating mit dem Mikroskop und zeigen die Oberfläche des Panels (vorderste Folie) in extremer Vergrößerung.

Benq Xl2420t 144hz Monitor Coating
Benq Xl2420t 144hz Monitor Refcoat
Das Coating des BenQ XL2420T ist stumpf-matt

Mikroskopischer Blick auf die Subpixel, mit Fokus auf die Bildschirmoberfläche: Der BenQ XL2420T besitzt eine stumpf-matte Oberfläche mit sichtbaren Vertiefungen zur Diffusion.

Blickwinkel

Das Foto zeigt den Bildschirm des BenQ XL2420T bei horizontalen Blickwinkeln von +/- 75 Grad und vertikalen von +60 und -45 Grad. Die Fotos im oberen Testbild wurden mit festen Belichtungseinstellungen gemacht, damit der Helligkeitsverlust unter den genannten Blickwinkeln klar vorgeführt werden kann.

Benq Xl2420t 144hz Monitor Blickwinkel
Horizontale und vertikale Blickwinkel

Wie unter „Bildqualität“ erwähnt ist die Blickwinkelstabilität zu bemängeln. Wie im Testbild klar zu sehen ist, setzt die gelbliche Trübung und Helligkeitsabnahme sehr früh ein und bei Betrachtung aus tiefer Position werden dunkle Bildinhalte regelrecht verschluckt. Dennoch sollte man sich klar machen, dass es sich hierbei nur um ein TN-Panel handelt, welches im Gegenzug viele andere Gaming-relevante Vorteile bringt.

Farbwiedergabe

Bei Monitoren für den Consumer- und Office-Bereich testen wir zunächst die Farbwiedergabe in der Werkseinstellung nach dem Reset sowie – falls vorhanden – in einem sRGB-Modus. Anschließend wird der Monitor mit Quato iColor Display kalibriert.

Für die Messungen verwenden wir eine eigene Software, als Messgeräte werden ein X-rite i1 DisplayPro Colorimeter und ein X-rite i1 Pro Spektrofotometer eingesetzt.

Farbraumabdeckung

Die folgenden Darstellungen basieren auf den farbmetrischen Daten nach einer Kalibration auf D65 als Weißpunkt. Das Bezugsweiß für die Aufbereitung in Lab ist D50 (adaptiert mit Bradford).

Weißes Volumen: Bildschirmfarbraum
Schwarzes Volumen: Referenzfarbraum
Buntes Volumen: Schnittmenge
Vergleichsziele: sRGB, ISO Coated v2 (ECI)

Benq Xl2420t 144hz Monitor Iso1
Benq Xl2420t 144hz Monitor Iso2
Abdeckung ISO Coated v2
Benq Xl2420t 144hz Monitor SRGB1
Benq Xl2420t 144hz Monitor SRGB2
Abdeckung sRGB

Farbraum Abdeckung
ISO coated V2 84,3 %
sRGB 86,7 %

Der Farbumfang ist eingeschränkt, fällt aber im Vergleich zu den meisten anderen Bildschirmen mit TN-Panel und W-LED-Hintergrundbeleuchtung auch nicht weiter ab. Nach Kalibration und Profilierung sind gelegentliche Arbeiten im sRGB-Arbeitsfarbraum durchaus möglich. Ambitioniertere Anwender sollten aber grundsätzlich auf einen Bildschirm mit anderer Paneltechnologie zurückgreifen.

Werkseinstellung (Picture Mode: Standard) im Vergleich mit sRGB

Der Monitor wird nach einem Reset auf den Modus Standard eingestellt, der bei der kleinsten Veränderung direkt auf den Usermodus umspringt, Anpassungen innerhalb eines Modus sind daher nicht direkt möglich.

Benq Xl2420t 144hz Monitor Werkseinstellung
Farbwiedergabe in der Werkseinstellung

Die Werkseinstellung weist einige Defizite auf. Problematisch ist insbesondere die schlechte Graubalance. Hellere Neutraltöne weichen stark vom erreichten Weißpunkt ab. Die Tonwertkurve (hier: Gamma 3) führt bei üblichem sRGB-Material zu einem Zulaufen der Tiefen. Abhilfe ist zwar möglich, allerdings wurden die Einstellungen wenig intuitiv beschriftet (Gamma 1 – Gamma 5).

Die Abweichungen in den bunten Farben spielen für diese Bewertung keine Rolle und werden erst im sRGB-Modus berücksichtigt. Er unterscheidet sich aus farbmetrischer Sicht leider nicht von der vorliegenden Einstellung und deshalb verzichten wir auf eine separate Auflistung. Eine zielgerichtete Farbraumtransformation findet nicht statt. Der Benutzer muss daher auf eine präzise Darstellung in nicht farbmanagementfähigen Anwendungen verzichten.

Die ausführlichen Testergebnisse können als PDF Datei heruntergeladen werden.

Nachfolgend haben wir die Gradation für die Einstellungen Gamma 1 und Gamma 2 aufbereitet. Von allen anderen Einstellungen sollte abgesehen werden.

Benq Xl2420t 144hz Monitor Gamma1
Benq Xl2420t 144hz Monitor Gamma2
Bildmodus Standard (angepasst) im Vergleich mit sRGB

Bildmodus Standard (angepasst) im Vergleich mit sRGB

Benq Xl2420t 144hz Monitor Modus Standard
Farbwiedergabe im Bildmodus Standard

Mit leicht angepasster Werkseinstellung (Color Temperature: Warm, Gamma: Gamma 1) verbessern sich die Reproduktionseigenschaften. Die Tonwertkurve nähert sich nun der sRGB-Charakteristik an. Details bleiben so insbesondere in den Tiefen erhalten.

Die zuvor bemängelten Farbstiche in den Neutraltönen sind reduziert. Zwei Ausreißer in den Tiefen und Lichtern – auch visuell sind keine weiteren Unstimmigkeiten auszumachen – führen dennoch zu einer negativen Bewertung. Sie stellt für das angepeilte Einsatzgebiet aber keine wesentliche Einschränkung dar.

Die ausführlichen Testergebnisse können als PDF Datei heruntergeladen werden.

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