Test Monitor Chimei CMV 222H
4/6

0
3236

Ausmessung und Kalibration

Mit dem Colorimeter EyeOne Display 2 von Gretag MacBeth und der iColor Kalibrierungssoftware von Quatographic haben wir den Chimei CMV 222H farblich kalibriert. Anschließend wurden der anzeigbare Farbraum sowie die Farbausgabequalität gemessen.

Kalibrierung:

Ziel Erreicht
2.2 2.2
6500 6482
140 140
Chimei Cmv 222h Monitor 36 Chimei
Chimei Cmv 222h Monitor 37 Chimei
Messdiagramme: Zur Vergrößerung und Erläuterung die Grafiken anklicken

Wie schon bei den anderen von uns getesteten 22-Zöllern mit TN-Panel, kann auch der CMV 222H den sRGB-Arbeitsfarbraum größtenteils abdecken. Für weniger farbkritische grafische Anwendungen ist also auch der Chimei gerade noch nutzbar.

Für die professionelle Bildbearbeitung sind Monitore mit TN-Panel generell nicht zu empfehlen. Der CMV 222H macht hier keine Ausnahme, obwohl er sich aufgrund der bereits erwähnten homogenen Farbdarstellung bei normaler Sicht von vorne hier noch besser eignet als so manches 22 Zoll Konkurrenzmodell.

Chimei Cmv 222h Monitor 38 Chimei
Der darstellbare Farbraum als volumetrische 3D-Ansicht.
Chimei Cmv 222h Monitor 39 Chimei
Chimei Cmv 222h Monitor 40 Chimei
Linkes Bild: Der Farbraum des CMV 222H (farbige Linie) im Vergleich zum sRGB-Arbeitsfarbraum (grau/weiße Linie). Rechts der Vergleich zum Adobe-Farbraum.

Was die subjektive Bildqualität angeht, hinterlässt der CMV 222H insgesamt einen sehr guten Eindruck. Das Gerät kann hier locker mit den anderen Modellen der 22-Zoll Klasse ohne Glarebeschichtung mithalten. Wer im Bereich der TN-TFTs mehr Farbbrillanz wünscht, dem bleibt nur der Griff zu einem Monitor mit Glossy-Panel.

Mit dem UGRA Display Analysis and Certification Tool (UDACT) prüfen wir den Chimei CMV 222H auf seine Prooftauglichkeit in der professionellen farbverbindlichen Bild- und Grafikbearbeitung. Bei dem UDACT handelt es sich um ein von der UGRA herausgebrachtes Prüfmittel zur verbindlichen Zertifizierung von Grafikermonitoren.

Nur ein TFT, der sämtliche UGRA-Kriterien erfüllen kann, wird als geeignet für den Einsatz im Print-Bereich angesehen und entsprechend auch positiv für ISO-Drucknormen wie ISOcoated, ISOuncoated oder ISOnewspaper zertifiziert.

Bislang fiel die UDACT-Zertifizierung bei den meisten von PRAD getesteten Widescreen-TFTs mit TN-Panel dürftig aus. Nur wenige Modelle konnten den Test überhaupt bestehen.

Chimei Cmv 222h Monitor 41 Chimei
Das UGRA-Zertifizierungsprotokoll (Kurzfassung). Der ausführliche Report des UDACT als PDF Datei.

Die Ergebnisse des UDACT sind in erster Linie für professionelle Grafiker interessant, die ihren TFT Monitor zum Softproofen in der Druckvorstufe einsetzen wollen. Ein Grafikmonitor sollte unter anderem eine Helligkeit von mindestens 150 cd/m² aufweisen. Mit seiner maximalen Helligkeit von 289 cd/m² schafft der Chimei zumindest in diesem Punkt die Anforderungen der UGRA problemlos. Wir testen den Monitor nach der Kalibrierung auf sRGB.

Überraschend für ein Gerät mit TN-Panel ist das ingesamt gute Abschneiden bei Weißpunkt, Graubalance und Softproof Quality. Lediglich bei der Profil Quality muss der Chimei CMV 222H knapp passen. Bei der Profilgenauigkeit toleriert das UDACT ein maximales DeltaE von nur 6 und im Mittel lediglich DeltaE 3. In jedem Fall hat der Chimei gegenüber dem HP w2207 auch hier die Nase vorn.

Wir haben die Messwerte für Helligkeit, Monitorgamma und Farbtemperatur in allen vordefinierten Farbmodi (Presets) des Chimei CMV 222H ermittelt. Unsere Messungen zeigen, dass die voreingestellten Modi des CMV 222H bei der Farbtemperatur recht weit neben den angegebenen Werten liegen.

Werksseitige Farbmodi (Helligkeit: 50%)
6500K Modus 7500K Modus 9300K Modus
Gamma 2.1 2.1 2.1
Kelvin 6409 9088 11759
cd/m² 164 125 107

Zumindest der werksseitig vorkalibrierte 6500K-Modus ist einigermaßen brauchbar. In den Farbmodi für 7500K und 9300K liegen die von uns gemessenen tatsächlichen Werte deutlich daneben. Bei den drei zusätzlich wählbaren Anzeigemodi Bild, Text und Eco (Sparmodus) ändert sich lediglich die Helligkeitseinstellung des Monitors.

Im Modus Bild steht die Helligkeit im OSD bei 100 Prozent, im Modus Text bei 40 Prozent und im Sparmodus bei 10 Prozent. Andere Bildeinstellungen wie Farbe und Kontrast bleiben in diesen Anzeigemodi unverändert.

Nach unserer sRGB-Kalibration per Colorimeter standen die OSD-Werte bei unserem Testgerät bei 56 % Helligkeit, 50 % Kontrast, 46 % Rot, 44 % Grün und 44 % Blau.

Abschließend bleibt anzumerken, dass wohl auch in absehbarer Zeit die TN-Paneltechnologie für den professionellen Grafikeinsatz nicht in Betracht kommt. Für die hobbymäßige Bildbearbeitung eignen sich die Modelle mit TN-Panel allerdings schon heute. Zudem kann der Chimei mit einer homogenen Farb- und Helligkeitswiedergabe bei direkter Sicht von vorne überzeugen. Eine gleichwertige Alternative zu einem TFT mit VA- oder IPS-Panel stellt der Chimei CMV 222H aber nicht dar.

Reaktionsverhalten

Chimei nennt für das im CMV 222H arbeitende reaktionsschnelle TN-Panel eine Schaltzeit von nur 5 ms. Anhand mehrerer Spiele haben wir das Reaktionsverhalten getestet. Weder bei den von uns standardmäßig zum Test herangezogenen Ego-Shootern, noch bei rasanten Autorennspielen, können wir eine Schlierenbildung am CMV 222H verzeichnen. Auch bei unseren speziellen PRAD-Schlierentests kann der Chimei mit tadelloser, schlierenfreier Darstellung überzeugen.

Um den Monitor auf den von vielen Gamern gefürchteten Inputlag hin zu prüfen, führen wir mehrere Testreihen zur exakten Messung der Darstellungslatenz durch.

Chimei Cmv 222h Monitor 42 Chimei
Keine Latenz im Klonbetrieb mit einem CRT.

Wir betreiben den CMV 222H im Klon-Modus mit einem Röhrenmonitor und lassen eine virtuelle Stoppuhr laufen. Mit einer geeigneten Kamera schießen wir dabei Photostrecken von mehreren hundert Bildern. Die Auswertung ergibt, dass bei der Mehrzahl der Photos die Uhrwerke völlig synchron laufen. Lediglich vereinzelt sind geringe Abweichungen feststellbar, analog der bisher von uns getesteten 22 Zoll Konkurrenz.

Um die genaue Verzögerungszeit der gelegentlichen Abweichungen zu messen, wiederholen wir den Latenztest mit dem besonders exakt arbeitenden und speziell für PRAD entwickelten Pixel-Persistence-Analyzer-V2 Latenzmessverfahren. Bei dieser Methode werden die Schaltflanken direkt abgelichtet. Außerdem werden wichtige Faktoren wie ein eventuell vorhandenes Framedropping mit berücksichtigt.

Die Messung mit PixPerAn-V2 zeigt vereinzelte Latenzen auf, die sich allerdings stets unterhalb 8 ms bewegen, was weniger als einem halben Frame entspricht. Bei der menschlichen Wahrnehmung spielt eine derart geringe Ausgabelatenz keine Rolle.

Chimei Cmv 222h Monitor 43 Chimei
Der präzise PixPerAn Latenztest zeigt auch geringste Lags exakt an.

Das Reaktionsverhalten des CMV 222H kann insgesamt als sehr gut gewertet werden. Wir können den Chimei sowohl für Gelegenheitsspieler als auch für ambitionierte Hardcoregamer uneingeschränkt empfehlen.

Sicherlich ist auch bei diesem Gerät die typische leichte Bewegungsunschärfe vorhanden. Technisch lässt sich dies auch kaum vermeiden. Da jeder TFT-Monitor nach dem Prinzip der sogenannten Erhaltungsdarstellung (Hold-Type-Prinzip) arbeitet, weist auch jeder TFT-Monitor leichte Unschärfe bei Bewegtbildern auf.

Diskussion: Neuen Beitrag verfassen