Test Monitor Dell S2740L
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Reaktionsverhalten

Den Dell S2740L haben wir in nativer Auflösung bei 60 Hz am DVI-Eingang ausgemessen. Der Monitor wurde für die Messung auf die Werkseinstellung zurückgesetzt.

Bildaufbauzeit und Beschleunigungsverhalten

Die Bildaufbauzeit ermitteln wir für den Schwarz-Weiß-Wechsel und den besten Grau-zu-Grau-Wechsel. Zusätzlich nennen wir den Durchschnittswert für unsere 15 Messpunkte.

Das Datenblatt nennt zwei Reaktionszeiten: 14 Millisekunden (typisch) und 7 Millisekunden mit aktiviertem Overdrive. Zunächst vermessen wir den Monitor in der Werkseinstellung (Bildmodus Standard), damit erhalten wir 13,2 Millisekunden für Schwarz-Weiß sowie 8,2 Millisekunden für den schnellsten Grauwechsel. Der Durchschnittswert für unsere 15 Messpunkte beträgt 11,2 Millisekunden.

Dell S2740l Monitor Reaktion Std
Dell S2740l Monitor Over Std
Standard-Modus: Kurze Schaltzeiten für IPS, deutliche Überschwinger

Derart kurze Schaltzeiten erreicht ein IPS-Panel erst mit einem sehr aktiven Overdrive, der im Helligkeitsverlauf zwangsläufig deutliche Überschwinger verursacht. Die Schaltzeiten sind gleichmäßig kurz im gesamten Helligkeitsbereich.

Anders als beim AMVA-Panel des S2440L muss der Overdrive bei den dunklen Messpunkten nicht ganz so drastisch herangehen, daher fallen die Überschwinger beim 27er deutlich moderater aus. Auch die unterschiedlich starke Beschleunigung der drei Grundfarben RGB zeigt das IPS-Panel nicht, Farbschillern ist nicht zu sehen.

Dell S2740l Monitor Reaktion Gam
Dell S2740l Monitor Over Gam
Spiele-Modus: geringfügig kürzere Schaltzeiten, dieselben Überschwinger

Auch hier finden wir im OSD keine Overdrive-Option, obwohl Dell eine separate Reaktionszeit dafür nennt. Wie schon beim S2440L macht der Bildmodus den Unterschied: bei Multimedia, Film, Spiel sowie warm und kühl sind die Schaltzeiten geringfügig kürzer als bei Standard, Text und Benutzer. Nennenswerte Unterschiede fanden wir allerdings nur bei den beiden hellsten Messpunkten, der Mittelwert über alle Messpunkte ist in allen Bildeinstellungen praktisch gleich.

Auch hier erkennen wir den Sinn dieser zusätzlichen Charakteristik nicht. Auffällig war zudem, dass auch andere Bildparameter von Bildmodus zu Bildmodus verändert werden. So ändern sich beim Spiele-Modus nicht nur die Helligkeit und die Beschleunigung, auch die Bildschärfe wird durch die automatische Aktivierung des ImageEnhancer offensichtlich viel zu stark erhöht.

Spieler sollten daher den Multimedia-Modus ausprobieren – oder gleich beim Standard-Modus bleiben, den wir für alle Anwendungen empfehlen können. Wer das Bild gezielt beeinflussen will, ist letztlich mit dem Benutzer-Modus und frei einstellbaren Reglern für Helligkeit, Bildschärfe und Farbe am besten bedient.

Latenzzeit

Die Latenz ist ein wichtiger Wert für Spieler, wir ermitteln sie als Summe der Signalverzögerungszeit und der halben mittleren Bildwechselzeit. Beim S2740L messen wir eine extrem kurze Signalverzögerung von nur 0,8 Millisekunden. Weitere 5,3 Millisekunden braucht es bis zur Soll-Helligkeit, daraus ergibt sich eine sehr kurze mittlere Gesamtlatenz von nur 6,1 Millisekunden (Spiele- oder Multimedia-Modus). Für ein IPS-Panel ist das ein hervorragend kurzer Wert, selbst ausgesprochene Gamer-Modelle mit TN-Technik unterbieten dies nur selten.

Backlight

Die Hintergrundbeleuchtung des S2740L verwendet die aktuellen White LED. Anders als bei den (bislang noch) allermeisten Geräten wird hier aber nicht die verbreitete PWM-Technik für die Helligkeitsregelung verwendet.

Der gemessene Helligkeitsverlauf zeigt, dass das Backlight bei voller Helligkeit kontinuierlich leuchtet. Abgeregelt auf 140 cd/m² am Arbeitsplatz verschiebt sich die gelbe Kurve gleichmäßig nach unten, wir sehen keinerlei Schaltsignal. Störendes Backlight-Flimmern ist beim S2740L also ausgeschlossen.

Dell S2740l Monitor Back
Kontinuierlich gesteuertes LED-Backlight

Subjektive Beurteilung

Im Praxistest waren bei Spielen und Videos keine Nachzieheffekte oder Bewegungsunschärfen zu sehen. Hier bewegt sich der S2740L absolut auf der Höhe der Zeit.

Sound

Tonsignale verarbeitet der Dell nur am HDMI-Eingang. Die Wiedergabe erfolgt analog als Stereo-Downmix am Audioausgang. Die 3,5 mm Klinkenbuchse ist allerdings nicht für Kopfhörer geeignet, da der Ausgangspegel am Gerät nicht eingestellt werden kann. Lautsprecher sind keine eingebaut.

DVD und Video

HD-Zuspieler wie Blu-Ray-Player, HDTV-Empfänger und Spielekonsolen können direkt an die HDMI-Buchse des S2740L angeschlossen werden, der Ton wird an den Audioausgang weitergeleitet. Beim Anschluss eines PC über DVI oder VGA bleibt der Ton dagegen außen vor, denn separate Audioeingänge sind nicht vorhanden.

Dell S2740l Monitor Dvd
Test der Videoeigenschaften

In der Auswahl der Farbpresets wählen wir den Modus „Film“. Dadurch wird im Vergleich zum Standard-Modus die Farbtemperatur kühler (zu kalt) und die Option „Image Enhance“ ist aktiviert. Dies führt zu einem stark nachgeschärften Bild, was bei statischen Bildern wirklich gut aussieht, bei Videos aber als feines Rauschen wahrgenommen wird.

Wir empfehlen die Voreinstellung „Multimedia“, hier ist die Farbtemperatur etwas wärmer abgestimmt, dadurch werden Hauttöne sehr natürlich dargestellt. Durch zusätzliches aktivierten des „Image Enhance“ Funktion kann die Detailtreue von Fall zu Fall nochmals angehoben werden.

In dieser Konfiguration und der Helligkeitseinstellung 100 haben wir ein HD-Video via Blue-Ray betrachtet. Der S2740L zeigt dabei ein sehr scharfes Bild mit kräftigen und natürlich wirkenden Farben, auch Hauttöne werden gut dargestellt. Der Kontrast ist gut, der Schwarzwert ist in den Ecken jedoch sichtbar schlechter als zur Bildmitte hin. In dunklen wie in hellen Szenen ist die Detailzeichnung knackig gut. Nachzieheffekte bei schnellen Szenen und Schwenks waren nicht zu sehen.

Wenn das Display in der Vertikalen ordentlich auf das Publikum ausgerichtet ist, fällt die Blickwinkelabhängigkeit des Schwarzwerts kaum negativ auf.

Skalierung und Deinterlacing

Die HD-Auflösungen 720p und 1080p vom BluRay-Player skaliert unser Testkandidat erwartungsgemäß als einwandfreies Vollbild. Signale im klassischen 4:3-Format werden nur im Oversan dargestellt, entweder original oder auf 16:9 hochgerechnet.

Als VESA-Auflösungen werden diverse 4:3 und 5:4 Formate sowie das passende 16:9 Format mit 1.920×1.080 unterstützt, die kleinen HD-Auflösungen müssen leider draußen bleiben.

Halbbildmaterial wird laut Handbuch gar nicht unterstützt. 1080i wurde dennoch ohne störendes Flimmern angezeigt. Bei 576i zitterte das Bild dagegen so stark, dass wir kein Video damit anschauen mochten.

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