Test Monitor Dell U2311H
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Overdrive

Jeder Helligkeitsstufe eines Bildpunktes ist eine bestimmte Steuerspannung zugeordnet, mit der die Zielhelligkeit exakt erreicht wird. Die Umschaltgeschwindigkeit der Bildpunkte kann daher erhöht werden, indem man beim Bildwechsel zunächst eine höhere (oder niedrigere) Steuerspannung anlegt als es der Zielhelligkeit eigentlich entsprechen würde. Bei den nachfolgenden Bildern wird die tatsächliche Helligkeit dann mehr oder weniger zügig auf den Zielwert korrigiert. Dieses Verfahren wird als Overdrive bezeichnet.

Dell U2311h Monitor Overdrive
Exzessiver Overdrive bei Bildern mit 70 Prozent Weiß.

Bei Graubildern zwischen 20 und 80 Prozent förderte die Untersuchung ein starkes Overdrive-Verhalten zutage. Das Foto zeigt eine Folge von vier Graubildern (70 IRE) und einem Schwarzbild (0 IRE). Deutlich erkennbar ist die Helligkeitsüberhöhung beim ersten Bild, das fast 50 Prozent heller dargestellt wird als es sollte. Zum Ende des zweiten Bildes ist die Zielhelligkeit praktisch erreicht, aber auch beim dritten und vierten Bild wird noch ein wenig nachgeregelt.

Ein derart starkes Overdrive verbessert die Schaltzeiten bei Graubildern erheblich. Gleichzeitig entstehen aber auch starke Kontrastverfälschungen bei sehr dynamischen Bildinhalten, die bei Videos und Spielen durchaus auffällig werden können.

Latenzzeit

Neben kurzen Schaltzeiten, die für den schnellen Bildaufbau notwendig sind, ist vor allem die Latenzzeit (Verzögerung) eines Monitors von Bedeutung für das Reaktionsempfinden. Dies gilt besonders für Spiele mit schnellen Bewegungen, wie sie bei Rennsimulationen oder Shootern vorkommen. Wenn zwischen der Eingabe und der Bildausgabe zu viel Zeit vergeht, wird die Steuerung zu indirekt und der Spielspaß wird beeinträchtigt. Dieser Effekt wird als Inputlag bezeichnet.

Eine Normvorgabe für die Bestimmung der Latenzzeit bei Monitoren gibt es nicht (siehe hierzu auch unser Special „Untersuchung des Input Lag Testverfahrens“). Wir ermitteln die Gesamtlatenz daher, indem wir zunächst die Verzögerungszeit bis zum eindeutigen Beginn des Aufleuchtens (10 Prozent der Endhelligkeit) messen. Da der Bildpunkt dann erst noch seine Endhelligkeit erreichen muss, addieren wir zu diesem Wert noch die Hälfte der mittleren Bildaufbauzeit (hin und zurück) hinzu.

Erläuterung der Darstellung: Die rote Kurve zeigt die Helligkeit eines LCD-Pixels über der Zeit, während der Bildschirm mit einer definierten Folge von Bildern mit abnehmender Helligkeit angesteuert wird. Die grüne Linie zeigt das dazugehörige Steuersignal, wie man es z.B. auf einem verzögerungsfreien Röhrenmonitor sehen würde. Die Verzögerungszeit des LCD ergibt sich, indem man die Zeitdifferenz zwischen dem Steuersignal und dem Aufleuchten des Pixels ausmisst. Verzögerungen von mehr als 1 Frame werden durch die unterschiedlich hohen Signale erkennbar.

Dell U2311h Monitor Latenz
Der U2311H hat keine Verzögerungszeit.

Die Untersuchung zeigt zunächst, dass dieser LCD-Monitor ohne messbare Verzögerungszeit arbeitet. Zur Verzögerungszeit von 0,0 Millisekunden kommt allerdings die halbe mittlere Bildaufbauzeit von relativ langen 8,2 Millisekunden hinzu. Die mittlere Gesamtlatenz des U2311H beträgt somit 8,2 Millisekunden.

Subjektive Bewertung:

Während bewegter Bilder, seien dies Film oder Spiel, sind nahezu keine störenden Nebenerscheinungen des Overdrive sichtbar. Lediglich eine leichte Korona sowie etwas Schlierenbildung sind zu erkennen. Schon bei der ersten bewegten Szene merkt man aber, dass sich diese Schlierenbildung nicht wesentlich störend auf das Bilderlebnis auswirkt. Für ein IPS-Panel ist das ein gutes Ergebnis. Insbesondere ist das Ergebnis bedeutend besser als beim eIPS-Monitor NEC EA231WMi, der ohne Overdrive verkauft wird.

DVD und Video

In diesem Abschnitt geht es allein um den Rechner als Zuspieler. Auf externe Videoquellen werden wir im folgenden Abschnitt noch ausführlich eingehen.

Filme auf DVD werden dank HDCP-Unterstützung am digitalen DVI-D-Anschluss sowie am HDMI-Anschluss des U2311H problemlos wiedergegeben.

Mit der nativen Auflösung von 1.920 x 1.080 zeigt der U2311H Full-HD Bildmaterial ohne schwarze Balken an, sofern es sich dabei nicht um Bildmaterial im 2,35:1 (21:9) Kinoformat handelt.

Dell U2311h Monitor Dvd
Szene aus „The Fast and the Furious“.

Bei Filmen fällt die geringe Schlierenbildung nicht weiter auf. Selbst bei Sport-Sendungen wie Eishockey konnten wir keine nennenswerten Effekte erkennen. Der Dell U2311H liefert hier eine gute Leistung ab.

Videosignalverarbeitung

In den abschließenden Tests haben wir die Elektronik des Dell U2311H noch einmal im Detail auf die Verarbeitung von Videosignalen hin getestet.

Für die Wiedergabe von Filmmaterial steht neben dem DVI-D-Anschluss leider kein HDMI-Anschluss zur Verfügung. Hier bleibt kann man nur auf den Display-Port-Anschluss oder eben den DVI-Anschluss per Adapter zurückgreifen. Zumindest der HDCP-Support für kopiergeschütztes Bildmaterial ist gegeben.

Unterstützte Refreshraten

Im Folgenden haben wir geprüft, welche Frequenzen der U2311H unterstützt. Frequenzen von 50 Hertz oder ein Vielfaches von 24 helfen besonders, eine judderfreie Darstellung von Videos und Filmen zu ermöglichen. Um zu überprüfen, ob der Monitor auch intern mit diesen Frequenzen schaltet, haben wir einen Juddertest durchgeführt.

Dell U2311h Monitor Judder
Juddertest mit dem Dell U2311H.

Der U2311H unterstützt laut Hersteller Bildfrequenzen von 56 bis 75 Hertz. Bei keiner getesteten Bildfrequenzen 56/ 60/ 75 Hertz kam es zu Bildrucklern. Bei der Wiedergabe von DVDs bemerkten wir diese ebenfalls nicht.

Full-HD Material wird mit 60 Hertz wiedergegeben. Hierbei treten ebenfalls keine erkennbaren Ruckler auf.

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