Test Monitor Dell U2312HM
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Bedienung und OSD

Die „echten“ Druckknöpfe machen einen Dell-typisch guten Eindruck und ermöglichen eine flüssige und zuverlässige Navigation im OSD. Der Druckpunkt ist deutlich ausgeprägt, was ein gutes Druckgefühl trotz des geringen Tastenhubs ermöglicht. Die Bedienung der Tasten kann mit nur einer Hand erfolgen. Das Display steht ausreichend stabil, sodass ein Gegenhalten nicht nötig ist. Die Tastenbeschriftungen erscheinen nach dem Betätigen eines der Knöpfe auf der Bildschirmfläche.

Dell U2312hm Monitor Osd Beschriftung
Die Tastenbelegung wird auf der Bildschirmfläche angezeigt
Dell U2312hm Monitor Osd Hauptmenue
Das Hauptmenü des Ultrasharp U2312HM

Ansonsten ist das OSD des U2412M sehr ähnlich zu dem des kürzlich von uns getesteten Dell ST2220T. Erwähnenswert ist der Gammaregler, den der U2312HM im Gegensatz zum ST2220T besitzt. Etwas unglücklich sind hierbei die Bezeichnungen für die möglichen Einstellungen gewählt: Wählen kann man zwischen den Einstellungen „PC“ und „MAC“.

Da der Gamma-Wert prinzipiell betriebssystemunabhängig ist, sind diese Bezeichnungen nicht ganz korrekt gewählt. Immerhin sind die resultierenden Gammakurven deutlich näher an dem erwarteten Wert von 2,2 (PC) bzw. 1,8 (MAC) als das beim U2412M der Fall war.

Dell U2312hm Monitor Osd Gamma
Der Menüpunkt „Farbeinstellungen“ mit dem Gamma-Regler

Bildqualität

Paneleigenschaften

IPS-Panels haben im Allgemeinen bezüglich der Bildqualität einen besseren Ruf als zum Beispiel die TN-Kollegen. Gründe dafür sind die bessere Blickwinkelstabilität und die 8-Bit-Farbansteuerung. Eine genauere Recherche zeigt aber, dass zumindest der zweite Punkt auf das Panel des U2312HM nicht zutrifft: Das hier verbaute eIPS-Panel ist kein natives 8-Bit-Panel, sondern arbeitet intern nur mit 6 Bit. Um dennoch Farbverläufe lückenlos auf den Schirm zu bringen, kommt eine panelinterne A-FRC-Schaltung (Advanced Frame Rate Control) zu Einsatz. Diese führt grob gesagt ein Dithering mit temporaler Komponente durch, um Zwischentöne aus den benachbarten Farbstufen zu „mischen“.

Dies hat theoretische Vor- und Nachteile. Positiv sind die deutlich kürzeren Reaktionszeiten, die durch 6-Bit-Ansteuerung ermöglicht werden (siehe Abschnitt „Reaktionszeit“). Bei schlampiger Umsetzung (i.e. schwache Elektronik) können aber zum Beispiel in Farbverläufen deutliche Bandingmuster auftreten.

Diese Sorge ist jedoch beim U2312HM unbegründet: Farbverläufe werden sauber abgestuft und ohne sichtbares Banding auf den Schirm gebracht. In dunklen Farbabstufungen kann man teilweise bei ganz genauem Hinsehen aus nächster Nähe ein leichtes Grieseln als Folge der FRC-Schaltung erkennen, ansonsten macht es sich nicht bemerkbar. Für die meisten Nutzer dürfte im Bereich der Bildqualität der Unterschied zwischen nativer 8-Bit-Ansteuerung und 6-Bit-Ansteuerung+FRC (sofern diese gut umgesetzt ist) nicht von Relevanz sein.

Backlight

Beim U2312HM kommt das immer gebräuchlichere (White-)LED-Backlight zum Einsatz. Auf den Gebieten der Langlebigkeit und des Stromverbrauchs mag diese Technik klare Vorteile haben, bei der Bildqualität besteht hingegen noch Aufholbedarf im Vergleich zu den bewährten CCFL-Röhren. Insbesondere bei der Farbraumabdeckung und der Bildhomogenität leisten sich LED-beleuchtete Displays gerne den einen oder anderen Schnitzer. Wie der U2312HM hier abschneidet werden die Messungen zeigen.

Graustufendarstellung

Leistete sicher der große Bruder in dieser Disziplin noch einen kleinen Schnitzer, so konnte uns der U2312HM bei der Darstellung hellster und dunkelster Graustufen überzeugen. Nur der jeweils letzte Wert wird vom Monitor verschluckt und ist von komplettem Schwarz beziehungsweise von komplettem Weiß nicht mehr zu unterscheiden.

Bildhomogenität

Die Homogenität eines Bildschirms untersuchen wir zunächst subjektiv anhand eines Fotos des eingeschalteten Monitors, auf dem ein komplett weißes Bild dargestellt wird. Die Belichtungszeit wird dabei so kurz gewählt, dass die Kamera verwertbare Helligkeitsinformationen aufzeichnet. Anschließend wird das entstehende Bild nachbearbeitet, sodass die Helligkeitsabweichungen eindeutig erkennbar werden. Eine quantitative Aussage über die Homogenität lässt sich so natürlich nicht treffen, wohl aber eine qualitative. Auf diese Weise werden vor allem Lichthöfe und Randaufhellungen sichtbar, die durch das Raster der anschließenden genauen Messung fallen.

Dell U2312hm Monitor Homogenitaet
Foto des komplett weißen Monitors mit verstärkten Kontrasten

Hier kann man bereits erste Tendenzen erkennen: Ein Bereich etwas oberhalb der Mitte erscheint am hellsten, während die beiden oberen Ecken etwas abfallen. Wie schon beim U2412M zieht sich ein dunkler Streifen am unteren Rand entlang.

Im Anschluss vermessen wir den Monitor (bei wiederum vollständig weißem Bild) an 15 Punkten und setzen alle Messwerte in Bezug zum zentralen Wert. Daraus erhalten wir die Helligkeitsabweichungen in Prozent sowie die Farbabweichungen in DeltaC/DeltaE in Bezug auf die Mitte des Bildschirms.

Dell U2312hm Monitor Homogenitaet Prozent
Dell U2312hm Monitor Homogenitaet Deltac
Links die Helligkeitsabweichungen in Prozent, rechts die Farbabweichungen in DeltaC

Die Helligkeitsabweichungen fallen für ein LED-Gerät annehmbar aus und sind für den normalen Benutzer alltagstauglich. Bei den Farbabweichungen zeigen sich ein paar Ausreißer, die mit über 5 DeltaC in der linken oberen Ecke nicht zu vernachlässigen sind.

Insgesamt ist die Homogenität des U2312HM in Ordnung, für die professionelle Grafikbearbeitung ist das Gerät ohnehin nicht vorgesehen.

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