Test Monitor Dell U2312HM
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UGRA-Test

Abschließend haben wir den U2312HM auf die Empfehlungen der UGRA kalibriert (5800K, Gamma 1,8 und Helligkeit, sofern mit Bordmitteln erreichbar: 140 cd/m²), um seine Tauglichkeit für die digitale Druckvorstufe/Softproof zu bestimmen. Die Zertifizierung kann aber natürlich auch mit anderen Parametern erreicht werden. Falls der Monitor keinen Gamma-Regler besitzt, wird durch die Kalibrierung der Tonwertumfang im Regelfall zu stark eingeschränkt, um den Test mit den vorgegebenen Parametern zu bestehen.

Dell U2312hm Monitor Ugra
Der ausführliche UGRA UDACT Report für die Softwarekalibrierung kann als PDF Datei heruntergeladen werden.

Der U2312HM besteht den UGRA-Test – zwar in manchen Bereichen knapp, aber immerhin. Durch den Gammaregler, der sich deutlich praxistauglicher verhält als der des U2412M, ist es möglich, das von der UGRA empfohlene Gamma von 1,8 ohne extreme Eingriffe in die Grafikkarten-LUT zu erreichen. Somit können die geforderten Grenzwerte in allen Bereichen unterschritten werden.

Helligkeit und Kontrast

Folgendes Diagramm zeigt die erzielte Leuchtdichte in cd/m² (weiße Kurve) für die im OSD eingestellten Helligkeitswerte in Prozent. Die schwarze Kurve stellt den Kontrast dar, der bei der jeweiligen Helligkeit erzielt wurde.

Die Messungen werden ohne Eingriffe in die RGB-Kanäle durchgeführt. Durch eine Kalibrierung verringern sich maximale Helligkeit und Kontrast noch ein wenig.

Dell U2312hm Monitor Kontrast
 

Die bei gleichmäßigem Kontrastverhältnis stetig ansteigende Helligkeitskurve zeigt, dass die Helligkeit direkt und ausschließlich über das Backlight eingestellt wird, also genau so wie es sein sollte. Oberhalb von ca. 70 Prozent weist die Helligkeitskurve einen deutlich stärkeren Anstieg auf als im niedrigen Helligkeitsbereich.

Der Leuchtdichtebereich reicht von ca. 110 cd/m² bis etwa 340 cd/m². Für helle Räume sind somit genügend Reserven nach oben vorhanden. Die minimal erreichbare Helligkeit von etwas mehr als 110 cd/m² ist jedoch deutlich zu viel zum Arbeiten in abgedunkelten Räumen. Auch beim nächtlichen Arbeiten bei normaler Zimmerbeleuchtung ist dieser Wert noch zu hoch und kann zu einer Überanstrengung der Augen bis hin zu Kopfschmerzen führen. Wer auch abends oder nachts am PC ohne Umgebungsbeleuchtung sitzt, wird die zu spüren bekommen. Um diesen Umstand zu beheben ist stets auf eine ausreichende Umgebungshelligkeit zu achten.

Der Kontrast ist durchweg auf einem guten Niveau von ca. 900:1 und verfehlt somit die Herstellerangabe von 1.000:1 leicht. Dennoch ist dies ein guter Wert, ganz besonders für ein IPS-Panel.

Dynamischer Kontrast

Der U2312HM ist mit einer dynamischen Kontrastschaltung ausgestattet. Diese ist sinnvollerweise standardmäßig deaktiviert, da die Helligkeitsänderungen beim normalen Arbeiten meist eher stören.

Im Video-Preset ist die Schaltung jedoch standardmäßig aktiv und macht hier einen ungewohnt guten Eindruck: Das LED-Backlight kann im Gegensatz zu CCFL-Röhren schnell auf eine neue Zielhelligkeit umschalten, was rasche und subtile Helligkeitswechsel ermöglicht. Vor allem bei Filmen mit sehr dunklen Szenen kann eine dynamische Kontrastschaltung durchaus Vorteile bringen – vorausgesetzt sie ist gut umgesetzt. Der U2312HM ist eine der seltenen Ausnahmen, in denen diese Bedingung tatsächlich erfüllt ist.

Reaktionsverhalten

Den U2312HM haben wir in nativer Auflösung bei 60 Hz am DVI-Anschluss vermessen. Der Monitor wurde für die Messung auf die Werkseinstellung zurückgesetzt.

Bildaufbauzeit und Beschleunigungsverhalten

Die Bildaufbauzeit ermitteln wir für den Schwarz-Weiß-Wechsel und den besten Grau-zu-Grau-Wechsel. Zusätzlich nennen wir den Durchschnittswert für unsere 15 Messpunkte.

Das Datenblatt des U2312MH nennt eine Reaktionszeit von 8 Millisekunden (GtG). Mit 12,3 Millisekunden liefern unsere Messungen einen deutlich größeren Wert. Die über alles gemittelte Bildaufbauzeit (hin und zurück) für alle 15 Messpunkte ist mit 16,5 Millisekunden noch etwas länger.

Dell U2312hm Monitor Reaktion
Dell U2312hm Monitor Over
Kurze Schaltzeiten für ein IPS-Panel.

Eine Overdrive-Option gibt es nicht. Der Helligkeitsverlauf zeigt an den meisten Messpunkten eine deutliche Beschleunigung, die aber nur wenige Überschwinger mit sich bringt.

Latenzzeit

Die Latenz ermitteln wir als Summe der Signalverzögerungszeit und der halben mittleren Bildwechselzeit. Die für Gamer wichtige Signalverzögerung messen wir beim U2312MH mit äußerst kurzen 1,1 Millisekunden. Zuzüglich der halben mittleren Bildwechselzeit von 8,2 Millisekunden ergibt sich die durchschnittliche Gesamtlatenz zu 9,3 Millisekunden, was für ein IPS-Panel immer noch recht kurz ist.

Subjektive Beurteilung

Das IPS-Panel des U2312HM wurde auf kurze Schaltzeiten getrimmt; die 6-Bit-Farbansteuerung, wie sie sonst fast ausschließlich bei TN-Panels gebräuchlich ist, verhilft dem Display zu für IPS-Verhältnisse recht flotten Schaltzeiten; die Overdrive-Schaltung tut ihr Übriges, ist aber dabei so dosiert, dass störende Artefakte nur noch in synthetischen Tests in geringem Maße feststellbar sind.

Das Spielen auch von sehr flotten Spielen ist auf dem U2312HM möglich. Bemerkenswert ist die Tatsache, dass sich der Overdrive trotz schneller Reaktionszeiten subjektiv kaum negativ bemerkbar macht. Bei den schnellsten TN-Panels, die hier noch ein paar Millisekunden mehr herausholen, kann man dies nicht mehr behaupten.

Im Vergleich zum U2412M schneidet der 23-Zöller etwas schlechter ab, ist aber immer noch gut spieletauglich.

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