Test Monitor Dell U2515H
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Interpolation

Kleinere als die native Auflösung mit 2.560 x 1.440 Pixeln lassen sich nach drei Methoden darstellen. Entweder als Vollbild im 16:9-Format oder seitengerecht vergrößert als 4:3- oder 5:4-Format. Alle anderen Auflösungen, mit zum Beispiel einem Seitenverhältnis von 16:10, können entsprechend nicht unverzerrt dargestellt werden. Bei diesen Auflösungen sollte der Job entsprechend vom Grafikkartentreiber übernommen und nicht dem Monitor überlassen werden.

Es gab noch eine weitere Besonderheit, und zwar bot Windows bei dem Monitor auch die Auflösung von 3.200 x 1.800 Pixeln an. Wir konnten das Gerät damit auch problemlos betreiben. Das Bild besaß eine deutliche Unschärfe. Beim Spielen ist dieser Effekt auch als Downsampling bekannt. Beim Downsampling handelt es sich um Berechnungen am Ende der Bilderzeugung, während derer die Grafikinformationen auf das Ausgabeformat beziehungsweise die Ausgabeauflösung reduziert („downsampled“) werden. Im „Normalbetrieb“ macht das aber keinen Sinn.

Bildlich gegenübergestellt haben wir wie üblich die beiden kleineren 16:9-Auflösungen mit 1.920 x 1.080 und 1.280 x 720 Pixeln. Beide Einstellungen lieferten gute Ergebnisse mit nur leichten Unschärfen. Mit beiden konnte entsprechend auch längere Zeit gearbeitet werden, ohne dass ein Unwohlsein auftrat, was bei schlecht interpolierenden Geräten passieren kann. Aufgrund der leichten Abstriche bei der Darstellung und der Einstellmöglichkeiten vergeben wir in diesem Bereich insgesamt eine gute Note.

Dell U2515h Monitor Gitter1440
Dell U2515h Monitor Gitter1080
Dell U2515h Monitor Gitter720
Testgrafik; links: nativ; mittig: 1.920 x 1.080; rechts 1.280 x 720.
Dell U2515h Monitor Text1440
 
Dell U2515h Monitor Text1080
 
Dell U2515h Monitor Text720
Textwiedergabe; oben: nativ; mittig: 1.920 x 1.080; rechts 1.280 x 720.

Reaktionsverhalten

Den Dell U2515H haben wir in der nativen Auflösung bei 60 Hz am DisplayPort-Anschluss untersucht. Der Monitor wurde für die Messung auf die Werkseinstellung zurückgesetzt.

Bildaufbauzeit und Beschleunigungsverhalten

Die Bildaufbauzeit ermitteln wir für den Schwarz-Weiß-Wechsel und den besten Grau-zu-Grau-Wechsel. Zusätzlich nennen wir den Durchschnittswert für unsere 15 Messpunkte.

Im Datenblatt wird die Reaktionszeit mit 8 Millisekunden (GtG) für die Overdrive-Funktion „Normal“ und mit 6 Millisekunden (GtG) für die Overdrive-Funktion „Schnell“ angeben. Eine Abschaltung der Overdrive-Funktion ist nicht möglich.

Der Messwert Color-to-Color (CtC) geht über die herkömmlichen Messungen von reinen monochromatischen Helligkeitssprüngen hinaus, schließlich sieht man am Bildschirm auch in aller Regel ein farbiges Bild. Bei dieser Messung wird deshalb die längste Zeitspanne gemessen, die der Monitor benötigt, um von einer Mischfarbe auf die andere zu wechseln und seine Helligkeit zu stabilisieren.

Verwendet werden die Mischfarben Cyan, Magenta und Gelb – jeweils mit 50 % Signalhelligkeit. Beim CtC-Farbwechsel schalten also nicht alle drei Subpixel eines Bildpunktes gleich, sondern es werden unterschiedliche Anstiegs- und Ausschwingzeiten miteinander kombiniert.

Overdrive „Normal“

Wir ermitteln den Schwarz-Weiß-Wechsel mit 16,2 Millisekunden und den schnellsten Grauwechsel mit 11,5 Millisekunden. Der Durchschnittswert für alle unsere 15 Messpunkte beträgt 16,5 Millisekunden. Der CtC-Wert ist mit 10,6 Millisekunden ebenfalls noch nicht als schnell zu bezeichnen.

Überschwinger sind in diesem Modus dagegen so gut wie nicht erkennbar, so dass es keinen Nachteil darstellt, dass die Overdrive-Funktion nicht vollständig abgeschaltet werden kann.

Dell U2515h Monitor 60Hz Schaltzeiten Normal
Dell U2515h Monitor 60Hz Gtg Normal
Etwas längere Schaltzeiten fast ohne Überschwinger.

Overdrive „Schnell“

Auf dieser Stufe werden die Schaltzeiten spürbar beschleunigt, was sich vor allem beim Grauwechsel zeigt, der mit nur 3,6 Millisekunden deutlich unter den Herstellerangaben liegt. Der Durchschnittswert kann mit 9,5 Millisekunden ebenfalls fast halbiert werden, und auch der CtC-Wert fällt mit 6,8 Millisekunden positiv auf.

Erkauft wird diese Geschwindigkeit leider mit starken Überschwingern, die Artefakte und Doppelkonturen produzieren. Wir hätten uns daher noch eine mittlere Stufe mit weniger Überschwingern gewünscht, die der Hersteller aber nicht anbietet. Das Gerät sollte daher auf dem Modus „Normal“ betrieben und nur bei Spielen, wo es besonders auf die Reaktionszeit ankommt, auf „Schnell“ umgestellt werden.

Dell U2515h Monitor 60Hz Schaltzeiten Schnell
Dell U2515h Monitor 60Hz Gtg Schnell
Beschleunigte Schaltzeiten und starke Überschwinger.

Netzdiagramme

In den folgenden Netzdiagrammen sehen Sie alle Messwerte zu den unterschiedlichen Helligkeitssprüngen unserer Messungen im Überblick. Im Idealfall würden sich die grünen und die roten Linien eng am Zentrum befinden. Jede Achse repräsentiert einen im Pegel und der Dynamik definierten Helligkeitssprung des Monitors, gemessen über Lichtsensor und Oszilloskop.

Dell U2515h Monitor 60Hz Netz Normal
Dell U2515h Monitor 60Hz Netz Schnell
Reaktionszeiten Overdrive „Normal“ (links) und „Schnell“ (rechts).

11 KOMMENTARE

  1. Ich habe den Monitor seit einigen Tagen und bin zufrieden. Gestern mit Spyder 5Pro kalibiert. SIst die Angabe, die von der Software über den Umfang des sRGB-Farbraums angegeben wird denn soweit richtig/glaubhaft?
    Bei mir sind es nach Angabe der Spyder Software nach Kalibrierung 100% sRGB und 82% adobeRGB.

    Mein altes Notebook kommt auf 70% sRGB 😉

  2. @Leckofunny

    Für meine Firma beschaffte ich mehrere dieser Monitore. Die lichttechnischen Eigenschaften liegen im Rahmen einer geringen Streuung bei den Prospektwerten, der Gebrauchswert ist sehr gut. Meine Sachbearbeiter sind allerdings nicht mit Spielen beschäftigt sondern mit Bürotätigkeiten.

    Die Unterstellung einer Vordelektion … reichlich gewagt.

    Und „In keinsterweise “ tut weh, grr. sowas kann man wirklich nicht ernst nehmen.
    Gruß Victor

  3. Bei diesem Test wurde offensichtlich wieder ein Sahnetestmuster vorselektiert. Ich habe gestern zwei Modelle für meinen Arbeitsplatz gekauft. Da ich mich schon bei dem russischen Roulette eines Gamingmonitors geärgert habe, wollte ich bei diesen Modellen auch mal gucken, wie extrem das Backlight Bleeding ist.

    Tja, es ist bei beiden Modellen enorm. In keinsterweise kann man die Ausleuchtung dieses Testberichtes nicht ernst nehmen. Wer meint ein solch makelloses Panel zu bekommen, wird sich schneiden.

  4. Touché, ihr habt als letzte Station meiner unregelmäßig stattfindenen Suche nach unbeantworteten Kommentaren als seriösester Rezipient wohl meinen Unmut abbekommen. Nächstes Mal gerne per E-Mail und danke für denn ansonsten durchaus ausführlichen Testbericht!

  5. Danke für den nochmaligen Hinweis. Dein Kommentar könnte aber ebenfalls ein Hauch von Freundlichkeit vertragen. Auch uns kann mal ein Kommentar entgehen. Der direkte Weg per Mail ist in diesem Fall immer der beste. Das Foto wurde ausgetauscht.

  6. Da ihr dann scheinbar doch nicht professionell genug seid, eurer obligatorischen Facebookseite auch nur einen Hauch von Aufmerksamkeit zu schenken, hier mein Kommentar von April, der sich auf ein falsch verlinktes Bild bezieht, was bis heute unbemerkt geblieben ist – trotz meines Hinweises!

    Ihr habt bei eurem Test vom Dell UltraSharp U2515H beim Testen der Interpolation ein falsches Testbild verlinkt. Auf folgender Seite sollen die native Auflösung, 1920×1080 und 1280×720 zu sehen sein. Die Bilder rechts und in der Mitte sind jedoch das identische gitter1080.jpg.

  7. Kann ich so nicht erkennen. Sollen massive Probleme auftauchen, müsste das anhand der Kundenbewertungen eigentlich nachvollziehbar sein.

  8. Gibt es mit dem Monitor Problem? Bei Amazon steht:
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