Test Monitor Dell U2711
8/11

0
23304

Anwendungen

„16:9 oder 16:10, das ist hier die Frage“ – der Trend hin zum „TV-Format“ ist für Computer-LCDs durchaus umstritten. Im Vergleich von Bildschirmen mit gleicher Diagonale verliert man etwas Fläche und bislang auch meist etwas Auflösung – immerhin 120 Pixel, wenn wir die bislang in dem Größenbereich üblichen WUXGA-Panels mit 1.920 x 1.200 Pixeln betrachten. Zumindest das ist beim DELL U2711 kein Argument mehr. Mit 1440 Zeilen verbucht man in der Vertikalen sogar einen deutlichen Zugewinn. Das quadratische Pixelseitenverhältnis führt entsprechend zu 2.560 Pixeln in der Horizontalen.

Die Pixelgröße liegt bei 0,233 mm und die Pixeldichte bei knapp 109 ppi. Im Bereich der Computer-LCDs wird das nur durch die inzwischen nicht mehr von IBM und Viewsonic vertriebenen, 22-Zoll kleinen Bildschirme mit WQUXGA-Panel deutlich getoppt (Bildschirme für Spezialanwendungen klammern wir an dieser Stelle einmal aus). Ein leichtes Plus an Auflösung bieten aktuell also nur 30-Zoll Bildschirme, die den Desktop in der Vertikalen noch einmal um 160 Pixel erweitern.

Die nachfolgende Tabelle macht auch deutlich, dass das das 27″-Panel des DELL U2711 kein in der Höhe beschnittenes 30-Zoll Panel ist. Tatsächlich ist es etwas kleiner.

Pixelgröße Pixeldichte
0,233 mm ~109 ppi
0,252 mm ~100 ppi
0,269 mm ~94 ppi
0,303 mm ~84 ppi

Damit fällt auch die Darstellung vergleichsweise klein aus, ist aus unserer Sicht aber selbst unter schlecht skalierenden Betriebssystemen, wie Windows XP, für die meisten Benutzer vermutlich unproblematisch. Auflösung und Bildwiederholfrequenz erfordern bei Verbindung per DVI eine Grafikkarte mit DualLink-DVI-Anschluss, was inzwischen kein größeres Hindernis für alle auch nur halbwegs aktuellen Karten darstellt.

Dell U2711 Monitor Acrobat
Zwei Din-A4-Seiten können in Orginalgröße nebeneinander angezeigt werden.

Zwei Din-A4 Dokumente können mit reichlich freiem Platz in Orginalgröße dargestellt werden. Für ein drittes Dokument dieser Größe reicht die Fläche nicht mehr ganz. Auch mehrere geöffnete Fenster werden in ansprechender Größe parallel angezeigt.

Reaktionsverhalten

Für das H-IPS Panel des U2711 gibt DELL eine Reaktionszeit von 6 ms für einen Grau-zu-Grau-Wechsel an. Damit liegt er auf dem Papier gleichauf mit dem kürzlich getesteten HP LP2480zx, der auch ein H-IPS Panel verbaut.

Dell U2711 Monitor Spiel1
Bild aus dem Spiel „Counter Strike Source“ mit Auflösung 2.560 x 1.440.

Eine Steuerung der Overdrive-Implementierung ist nicht vorgesehen – leider. Die Umsetzung ist DELL nämlich etwas zu aggressiv geraten. Corona-/ bzw. Ghosting-Effekte sind die Folge. Sie können zwar das gute Gesamtbild nicht ernsthaft gefährden, sind aber aufgrund ihrer Ausprägung auch nicht wegzudiskutieren.

Wenn wir für den Vergleich der Bewegtbilddarstellung kürzlich getestete Bildschirme mit gleichem Paneltyp heranziehen, positioniert sich der DELL U2711 zwischen dem HP LP2480zx und Eizo CG243W, der ganz ohne Overdrive-Artefakte eine beeindruckende Leistung zeigte. Der synthetische Test mit dem PixPerAn-Lesbarkeitstest unterstützt diese subjektive Einschätzung.

Dell U2711 Monitor Spiel2
Bild aus dem Spiel “ Civilization IV – Beyond the Sword“ mit Auflösung 2.560 x 1.440.

Abgesehen von den in bestimmten Situationen ins Auge fallenden Overdrive-Artefakten, ist die subjektive Bildqualität in Spielen gelungen. Der sRGB-Modus verhindert eine in vielen Spielen als störend empfundene, allzu bunte Darstellung. Trotz der gegenüber der Werkseinstellung etwas schlechteren Auflösung in Bezug auf dunkle Tonwerte, überzeugt die Detaildarstellung auch in Schattenbereichen. Das leicht geringere Bildschirmgamma trägt seinen Teil dazu bei, ohne zu viel Atmosphäre zu vernichten. Weiteren Anteil haben natürlich der gute Schwarzwert und die homogene Darstellung.

Dell U2711 Monitor Spiel3
Bild aus dem Spiel „Crysis“ mit Auflösung 2.560 x 1.440. Auch dunkle Passagen werden einwandfrei dargestellt.

Input-Lag

Neben der Reaktionszeit ist vor allem der vielzitierte Input-Lag für die Spieletauglichkeit entscheidend. Vergeht zwischen Eingabe und optischer Rückmeldung zu viel Zeit, wird insbesondere der Fraktion der „Hardcore-Spieler“ die Steuerung zu indirekt.

Mit dem neuen Tool SMTT, das eine genauere Erfassung des Input-Lags erlaubt, messen wir, im Vergleich mit einem CRT, eine sehr gleichmäßige Verzögerung, die über die gesamte Messreihe um +/- 3 ms (ausgehend vom Durchschnittswert) variiert und im Durchschnitt bei rund 24 ms liegt. Damit kann man den DELL U2711 in die Kategorie der Geräte mit einer Darstellungslatenz von einem bis zwei Bildern einordnen.

Bei der Zuspielung von Videosignalen per HDMI variiert der Input-Lag abhängig vom Signal. Für die Zuspielung in 1080i haben wir eine durchschnittliche Verzögerung von 41 ms gemessen, die über die Messreihe um +/- 2ms variiert. In diesem Fall kann man den DELL U2711 also in die Kategorie der Geräte mit einer Darstellungslatenz von zwei bis drei Bildern einordnen. Während wir die erste Verzögerung auf dem Desktop kaum wahrgenommen haben, tritt nun ein gewisser „Kaugummieffekt“ auf. Eine Zuspielung in 1080p war diesbezüglich unauffällig, während der Effekt in 576p vergleichbar war.

Dell U2711 Monitor Lag
Mit SMTT wurde in zahlreichen Messungen der Input-Lag ermittelt.

Diskussion: Neuen Beitrag verfassen