Test Monitor Eizo CG303W
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Bildqualität – Teil 2

Die nun auf gut 92 cd/m² abgesunkene Helligkeit zeigt, dass die Regelung vollständig über die Hintergrundbeleuchtung erfolgt – der Weißpegel bleibt unverändert. Der Eizo CG303W liegt damit etwa auf dem Niveau des NEC PA271W mit höchster ColorComp-Einstellung. Die kleineren Modelle CG243W und CG245W erreichen mit ihrem H-IPS Panel eine noch geringere Maximalhelligkeit bei vergleichbaren Kontrastwerten.

Eizo gibt für den CG303W eine Maximalhelligkeit von 260 cd/m² an. Mit nativem Weißpunkt messen wir mit knapp 240 cd/m² einen etwas geringeren Wert. D65 als Weißpunkt führen zu einer Absenkung auf gut 193 cd/m². Bei D50 bleiben noch etwa 174 cd/m² übrig. Ohne den „DUE“ (Digital Uniformity Equalizer, Eizos Kompensationsschaltung zur Verbesserung der Bildhomogenität) würden die Werte, und damit auch das Kontrastverhältnis, noch etwas höher liegen. Der „DUE“ führt, vergleichbar mit ColorComp von NEC, zu einer Absenkung des Weißpegels.

Die Werksangabe von 850:1 erreichen wir in der vorliegenden Konfiguration auch mit nativem Weißpunkt nicht. Das Kontrastverhältnis beträgt maximal knapp 700:1. Im Falle der Kalibration mit D65 als Weißpunkt messen wir einen Kontrast von etwa 560:1, während es mit D50 als Weißpunkt gut 520:1 sind. Das ist völlig normal: Nur bei einer RGB-LED Hintergrundbeleuchtung kann der Weißpunkt direkt über die Hintergrundbeleuchtung angepasst werden. In allen anderen Fällen ist eine Variation nur auf Panelbasis möglich. Das senkt den Weißpegel und damit den Kontrast.

Eizo Cg303w Monitor Kontrastverlauf
Helligkeits- und Kontrastverlauf des Eizo CG303W.

Helligkeitsverteilung und Bildhomogenität

Wir untersuchen Helligkeitsverteilung und Bildhomogenität an einem weißen Testbild, das wir an 15 Punkten vermessen. Daraus resultieren die Helligkeitsabweichung in Prozent und das DeltaC (d.h. die Buntheitsdifferenz) in Bezug auf den zentral gemessenen Wert.

Die Helligkeitsverteilung des Eizo CG303W ist sehr gut. Auch im Maximum bleiben die Abweichungen stets unter 5 Prozent. Etwas stärker sind die farblichen Unterschiede. Sie liegen nach unseren strengen Vorgaben auf befriedigendem Niveau, bleiben aber in jedem Fall unter einem DeltaC von 3. Angesichts der Größe des Panels ist das ein gutes Gesamtergebnis.

Eizo Cg303w Monitor Ausleuchtung3
Eizo Cg303w Monitor Homogenitaet1
An 15 Messpunkten wurde die Helligkeitsverteilung (linkes Bild) und Bildhomogenität (rechtes Bild) überprüft.

Blickwinkel

Die Werksangabe für den maximalen Blickwinkel liegt bei 178 Grad in der Horizontalen und Vertikalen. Die Angaben beruhen auf einem Restkontrast von 10:1. Das sind die für moderne IPS- und VA-Panels typischen Werte. Allerdings fließen farbmetrische Veränderungen höchstens unzureichend in die Angabe ein.

Wichtiger als die Blickwinkelangabe unter Einbeziehung des Restkontrastes ist daher die tatsächliche, subjektive Blickwinkelstabilität ohne sichtbare Farbverfälschungen, Negativeffekte oder Veränderung anderer Bildparameter.

Eizo Cg303w Monitor Blickwinkel
Blickwinkel des Eizo CG303W.

Das H-IPS Panel sorgt im Eizo CG303W erwartungsgemäß für eine sehr hohe Blickwinkelstabilität. Bis auf eine Kontrastabnahme bleiben farbmetrische Veränderungen auch bei größeren Winkeln auf niedrigem Niveau.

Natürlich kann auch Eizo nicht zaubern: Aufhellungen dunkler Tonwerte können wir auch beim CG303W beobachten. Ohne den A-TW Polarisator ist das bei den IPS-Panels von LG derzeit unvermeidlich. Die für Computermonitore große Bildschirmdiagonale ist wenig hilfreich: Schon bei frontaler Betrachtung sind die Aufhellungen sichtbar. Sie verschwinden erst bei einem allenfalls theoretisch denkbaren Arbeitsabstand von mehr als einem Meter.

Eine Alternative bietet nur das Vorgängermodell mit S-PVA Panel. Damit bleiben zwar die Aufhellungen aus, dafür kommt es als Blickwinkeleffekt aber zu leichten Farb- und stärkeren Gradationsveränderungen. Den im Internet teils hitzig geführten Diskussionen wollen wir an dieser Stelle keinen Vorschub leisten: Entscheiden kann hier nur jeder Benutzer individuell. Ein vernünftiges Arbeiten ist in beiden Fällen möglich, auch wenn optimalere Lösungen denkbar wären.

Ausmessung und Kalibration

Wir haben im Folgenden den Eizo CG303W vor und nach Kalibration und Profilierung umfangreich vermessen und die Ergebnisse ausgewertet. Die Ergebnisse sind insbesondere für die elektronische Bildverarbeitung interessant. Für den Office-Betrieb und Spiele ist zumindest eine ausreichende Neutralität des Bildschirms wichtig. Die Messungen werden in einer eigenen Software ausgewertet, was eine exakte und detaillierte Aussage zum vorliegenden Testgerät ermöglicht.

Farbraumvergleich in Lab (D50)

Zunächst haben wir ermittelt, wie gut der Eizo CG303W verschiedene Farbräume abdeckt. Als Referenz nutzen wir die Arbeitsfarbräume sRGB, AdobeRGB und ECI-RGB 2.0. Zusätzlich haben wir mit dem „ISOcoated_v2_eci.icc“-Profil verglichen. Es basiert auf den FOGRA39-Charakterisierungsdaten und repräsentiert die Standard-Druckbedingungen für den Offset-Druck auf bestimmten Papiertypen. Die exakten Bedingungen können als PDF-Dokument angesehen werden.

3D-Farbraumvergleich

Erläuterung der 3D Ansichten und Informationen zu ihrer Erstellung.

ISOcoated (FOGRA39): 99,8 % Abdeckung

Eizo Cg303w Monitor Iso1
Eizo Cg303w Monitor Iso2
sRGB: 100 % Abdeckung
Eizo Cg303w Monitor SRGB1
Eizo Cg303w Monitor SRGB2
AdobeRGB: 97,5 % Abdeckung
Eizo Cg303w Monitor ARGB1
Eizo Cg303w Monitor ARGB2
ECI-RGB 2.0: 88,4 % Abdeckung
Eizo Cg303w Monitor Eci1
Eizo Cg303w Monitor Eci2
 

Die Arbeitsfarbräume sRGB und AdobeRGB sowie der ISOcoated-Farbraum werden vollständig bzw. fast vollständig abgedeckt. Der Eizo CG303W erreicht hier die Werksangabe. In diesem Kontext kann man von einer exakten Darstellung in farbmanagementfähigen Anwendungen ausgehen. Das sollte auch für die im Rahmen der Farbraumemulation erzielten Ergebnisse gelten.

Die Abdeckungen entsprechen etwa den Werten, die wir auch bei anderen Bildschirmen mit H-IPS bzw. P-IPS Panel und WCG-CCFL Hintergrundbeleuchtung ermittelt haben. Das trifft auch auf die deutlich geringere Schnittmenge mit ECI-RGB 2.0 zu, die aber einen Workflow unter Einbeziehung dieses Arbeitsfarbraumes nicht ausschließt. Je nach Bildinhalt kann es jedoch zu Farbabrissen bzw. etwas größeren Farbabweichungen kommen (insbesondere im Rotbereich).

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