Test Monitor Eizo CG303W
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Interpolation

Der Eizo CG303W verfügt über eine ausgereifte Lösung zur Skalierung. Die geht qualitativ deutlich über einfaches Pointsampling hinaus, das immer noch von einigen Bildschirmen zur Skalierung, ungeachtet des Quellseitenverhältnisses, genutzt wird. Der Trend geht inzwischen aber klar zur Implementierung intelligenterer Lösungen. Bei Zuspielung durch den PC ist man also grundsätzlich nicht darauf angewiesen, die Skalierung von der Grafikkarte übernehmen zu lassen.

Die folgenden Bilder geben einen groben Eindruck über die Qualität der Skalierung wieder. Der Schärferegler stand auf Stufe 3. Dies entspricht der Werkseinstellung. Der Abstand der Kamera zum Bildschirm ist stets identisch und es wird immer seitengerecht auf Vollbild skaliert.

Eizo Cg303w Monitor Scaler1600
Eizo Cg303w Monitor Scaler1200
Links Auflösung 2.560 x 1.600 und rechts Auflösung 1.920 x 1.200.
Eizo Cg303w Monitor Scaler1050
Eizo Cg303w Monitor Scaler768
Links Auflösung 1.680 x 1.050 und rechts Auflösung 1.024 x 768.nn

Um die Skalierung in Spielen zu verdeutlichen, haben wir identische Auflösungen in „Civilization IV – Beyond the Sword“ genutzt.

Eizo Cg303w Monitor Game1600
Eizo Cg303w Monitor Game1200
Links Auflösung 2.560 x 1.600 und rechts Auflösung 1.920 x 1.200.nn
Eizo Cg303w Monitor Game1050
Eizo Cg303w Monitor Game768
Links Auflösung 1.680 x 1.050 und rechts Auflösung 1.024 x 768.nn

Bildschärfe

Der aus den neueren Eizo Modellen bekannte „Outline Enhancer“ steht beim Eizo CG303W nicht zur Verfügung. Man muss sich mit einer einfacheren Implementierung begnügen. Ihr Regelungsbereich umfasst fünf Stufen. Die Standardeinstellung liegt exakt in der Mitte (Stufe 3). Höhere Einstellungen führen zu sichtbaren Doppelkonturen, ohne das Bild zu verbessern.

Eizo Cg303w Monitor Schaerfe1
Eizo Cg303w Monitor Schaerfe2
Eizo Cg303w Monitor Schaerfe3
Links: Schärfe 1;Mitte: Schärfe 2; Rechts: Schärfe 3.nn
Eizo Cg303w Monitor Schaerfe4
Eizo Cg303w Monitor Schaerfe5
Links: Schärfe 4; Rechts: Schärfe 5.nn

Trotz des wenig idealen Schärfereglers ist die Qualität der Skalierung gut. Das gilt sowohl für grafische Inhalte als auch eine textlastige Darstellung.

Die seitengerechte Anzeige von Signalen mit quadratischem Pixelseitenverhältnis wurde korrekt umgesetzt, genau wie eine pixelgenaue Anzeige mit ggf. umlaufenden Rändern. Eine individuelle Konfiguration der Skalierung bleibt weiterhin bestimmten Modellen von NEC vorbehalten.

Reaktionsverhalten

Das Reaktionsverhalten eines Monitors wird im Wesentlichen von den Schaltzeiten, dem Overdrive-Verhalten und der Latenzzeit bestimmt. Diese Einflussgrößen ermitteln wir in einem aufwendigen Verfahren mit Fotosensoren und einem Oszilloskop. Den CG303W haben wir in nativer Auflösung bei 60 Hz am DVI-Anschluss vermessen. Mit der Reset-Funktion im OSD wurde der Monitor zunächst auf die Werkseinstellungen zurückgesetzt, dann wurde das Farbprofil sRGB mit der Helligkeit 100 Prozent eingestellt. Für andere Auflösungen, Bildfrequenzen oder Anschlüsse könnten sich aus technischen Gründen auch andere Messwerte ergeben.

Schaltzeiten

Nach der älteren Norm ISO 13406-2 wird der Monitor von Schwarz zu Weiß umgeschaltet und wieder zurück. Die dabei gemessenen Schaltzeiten, in denen die relative Pixelhelligkeit jeweils von 10 auf 90 Prozent angestiegen bzw. abgefallen ist, werden addiert und als Bildaufbauzeit bezeichnet. Die aktuelle Norm ISO 9241-305 beschreibt die Bildaufbauzeit dagegen als mittlere Übergangszeit zwischen fünf verschiedenen Grauwerten hin und zurück. Vielfach wird die Bildaufbauzeit auch als Reaktionszeit oder Response Time bezeichnet.

Eizo Cg303w Monitor Bildaufbauzeit
Die Schaltzeiten von Schwarz zu Weiß sind typisch für ein aktuelles IPS-Panel.nn

Gewöhnlich strahlt die Hintergrundbeleuchtung bei LCD-Monitoren in der hellsten Einstellung (100 Prozent) kontinuierlich mit voller Leistung, erst bei kleineren Helligkeitseinstellungen wird sie kurzzeitig dunkel geschaltet. Je größer der Anteil dieser (unmerklich) kurzen Dunkelphasen ist, umso niedriger erscheint dem Betrachter die Bildschirmhelligkeit. Im Oszillogramm zeigen sich diese Dunkelphasen in Form von spitzen Zähnen, die vom Abfall und Wiederanstieg der Helligkeit gebildet werden.

Wie uns Eizo auf Anfrage bestätigte, ist diese Form der Helligkeitsregelung beim CG303W selbst dann noch aktiv, wenn der Helligkeitsregler auf 100 Prozent steht. Nach unserer Messung werden die CCFL-Röhren mit 180 Hz (dreifache Bildfrequenz) synchron getaktet und maximal zu etwa 85 Prozent ausgelastet. Dies soll die Lebensdauer der Hintergrundbeleuchtung verlängern. Für die Abbildung haben wir das tatsächliche Zeitverhalten des Panels ohne den Einfluss der Hintergrundbeleuchtung als magentafarbene Kurve eingezeichnet.

Erläuterung der Darstellung: Die Schaltzeiten ermitteln wir in zwei Messreihen, die sich an beiden Normen orientieren. Die erste Messreihe beschreibt die Zeit für einen Schwarz-zu-Grau-Bildwechsel, bei dem das Bild abrupt von Schwarz (RGB 0) zu Grau umschaltet (Anstiegszeit, Rise Time) und wieder zurück (Abfallzeit, Fall Time). Der Grauwert variiert dabei von 30 % (RGB 77) bis 100 % (RGB 255 = Weiß), der 100 %-Wert entspricht also dem alten Normwert schwarz-zu-weiß. Diese Reihe trifft am ehesten auf Bildmaterial mit starken Kontrasten zu.

Die zweite Messreihe beschreibt die Zeit für einen Grau-zu-Grau-Bildwechsel, bei dem das Bild zwischen zwei Grauwerten umgeschaltet wird. Die beiden Grauwerte liegen jeweils nur um 30 Prozent auseinander (100 %: RGB 178 zu 255, 90 %: RGB 153 zu 230, 80 %: RGB 128 zu 205, usw.). Diese Reihe trifft eher auf Bildmaterial mit geringeren Kontrasten zu. Die so ermittelten Stichproben berücksichtigen nicht nur die günstigsten Werte aus dem gesamten Messfeld und liegen deshalb oft erheblich über den Herstellerangaben.

Das Datenblatt des CG303W gibt als Reaktionszeit 7 + 5 Millisekunden (rise + fall) für einen Wechsel von Schwarz zu Weiß an. Wir messen dagegen 12 + 7 Millisekunden für diesen Betriebspunkt. Die über alles gemittelte Bildaufbauzeit (hin und zurück) beträgt 21,2 Millisekunden.

Eizo Cg303w Monitor Schaltzeiten Sg
Eizo Cg303w Monitor Schaltzeiten Gg30
Links: Schaltzeiten schwarz-zu-grau; rechts: grau-zu-grau 30%

Die Untersuchung zeigt ein typisches Verhalten für ein H-IPS-Panel. Die Schaltzeiten sind erheblich länger als bei aktuellen TN-Panels, vor allem die unbeschleunigte Anstiegszeit ist bei den meisten Bildwechseln schon fast so lang wie ein Frame. Bei den Grau-zu-Grau-Wechseln sieht man das IPS-typische gegenläufige Verhalten von Anstiegs- und Abfallzeit. Die Summe der Schaltzeiten bleibt mit rund 21 Millisekunden auffällig konstant.

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