Test Monitor Eizo CG303W
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UGRA-Test (Hardwarekalibration)

Der Eizo CG303W erhält auch nach der Hardwarekalibrierung die Zertifizierung des UDACT, d.h. besteht den UGRA-Test mit unseren Parametern. Das gilt bereits für die Priorität „Contrast“ und ohne künstliche Erhöhung des Schwarzpegels.

Eizo Cg303w Monitor Ugra Hw
Der ausführliche UGRA UDACT Report für die Hardwarekalibrierung kann als PDF Datei heruntergeladen werden.

Verwendung des X-Rite DTP94

In den „Preferences“ verbirgt sich unter dem Punkt „Measurement Device“ die von Eizo in Color Navigator hinterlegte Korrektur für die unterstützten Colorimeter. Während NEC in SpectraView II auf die Verwendung eines „trainierten“ OEM EyeOne Display2 vertraut, erwarten wir uns hier brauchbare Ergebnisse mit unserem Colorimeter.

Eizo Cg303w Monitor Cn 6
Korrektur für Colorimeter in Color Navigator.

Wir haben im Folgenden eine Kalibration auf D65 als Weißpunkt, mit ohne ohne Kompensation („Color Management“), durchgeführt und die Ergebnisse durch Nachmessung mit dem EyeOne Pro verglichen.

EyeOne Pro DTP94* DTP94 (Korrektur)*
D65 (~6502K) 7136 6030
95.04 100.00 108.88 89.95 100.00 109.51 94.55 100.00 100.09
9,11 5,6
0,08 10,12 1,42

* Messung mit EyeOne Pro / ** CCT Bezug

Betrachtet man nur die CCT, fällt das Ergebnis relativ ernüchternd aus. Allerdings hat diese Angabe nur sehr eingeschränkte Aussagekraft. Ein Vergleich der farbmetrischen Daten fällt deutlich positiver aus: Das Ergebnis mit Korrektur kommt dem Soll-Ziel deutlich näher. Mit dem Eizo CG245W erreichten wir ähnliche Werte. Allerdings verbleibt eine recht große Lücke, selbst wenn wir berücksichtigen, dass das EyeOne Pro keine ganz ideale Referenz ist. Die generische Korrektur in iColor Display lieferte hier ein noch deutlich besseres Ergebnis.

Diesbezüglich können wir die Quintessenz aus dem Testbericht zum Eizo CG245W nur wiederholen: Es ist gut und wichtig, dass Eizo die Problematik erkannt und softwareseitig reagiert hat. Nun sollte die Korrektur noch besser auf die unterstützten Colorimeter und das Spektrum des konkreten Gerätes angepasst werden. Aufgrund seiner geringen Serienschwankungen scheint uns hier, ohne herstellerseitige Selektion, aber weiterhin nur das X-Rite DTP94 wirklich geeignet.

Farbraumemulation

Abschließend haben wir noch die Farbraumemulation aus Color Navigator heraus genutzt und sRGB, AdobeRGB und ECI-RGB 2.0 simulieren lassen. Die Priorität haben wir auf „Contrast“ belassen. Die Messungen gegen den jeweiligen Arbeitsfarbraum werden ohne Farbmanagement durchgeführt. Ein CMM kommt also nicht zum Einsatz.

Farbraumemulation sRGB

Parameter Ziel Erreicht
D65 (6502) 6563
95.04 100.00 108.88 95.20 100.00 110.11
0,80
– (0,08) 0,43
140,00 137,00
Nativ 0,23
Nativ 595
sRGB ~sRGB

* CCT-Bezug

Eizo Cg303w Monitor Farbraumemu SRGB Farbe
 
Eizo Cg303w Monitor Farbraumemu SRGB Grau
 
Eizo Cg303w Monitor Farbraumemu SRGB Gradation
 

Farbraumemulation AdobeRGB

Parameter Ziel Erreicht
D65 (6502) 6507
95.04 100.00 108.88 94.87 100.00 108.64
0,34
– (0,08) 0,29
140,00 138,10
Nativ 0,24
Nativ 575
Gamma 2,2 Gamma ~2,17 (avg.)

* CCT-Bezug

Eizo Cg303w Monitor Farbraumemu ARGB Farbe
 
Eizo Cg303w Monitor Farbraumemu ARGB Grau
 
Eizo Cg303w Monitor Farbraumemu ARGB Gradation
 

Farbraumemulation ECI-RGB 2.0

Parameter Ziel Erreicht
D50 (5002) 4990
96.42 100.00 82.51 96.46 100.00 82.33
0,17
– (0,07) 0,11
140,00 136,80
Nativ 0,26
Nativ 526
L* ~L*

* CCT-Bezug

Eizo Cg303w Monitor Farbraumemu EciRGB Farbe
 
Eizo Cg303w Monitor Farbraumemu EciRGB Grau
 
Eizo Cg303w Monitor Farbraumemu EciRGB Gradation
 

Die Farbraumemulation des Eizo CG303W arbeitet hervorragend. Mit der sRGB-Emulation erhält man exaktere Ergebnisse als die meisten Bildschirme ohne erweiterten Farbraum liefern würden. Sie decken sRGB fast nie passgenau ab und lassen auch selten die sRGB-Gradation per OSD-Eingriff erreichen. Da AdobeRGB fast vollständig abgedeckt wird, fallen auch hier die Farbabweichungen gering aus. Geht der simulierte Farbraum über den Monitorfarbraum hinaus, steigen die Abweichungen natürlich an. Anders als bei der neuen PA-Reihe von NEC kommt es zu keinem „Quasi-Gamut-Mapping“. Daher sind auch die Abweichungen der Tertiärfarben bei der Simulation ECI-RGB 2.0 relativ groß, obwohl sie farbmetrisch innerhalb des Monitorfarbraumes liegen.

Die Farbraumemulation erfolgt über die Eingabe von Normfarbwertanteilen (die Helligkeitskomponente ergibt sich bei unterstellter Linearität und bekanntem Weißpunkt implizit). Alternativ dient ein Matrix-ICC-Profil als Emulationsziel. So kann man auch eine Gradation abseits von L* erreichen, die nicht per Gamma-Zahlwert definierbar ist (z.B. sRGB). Nach Auswahl des Profils können die Normfarbwertanteile für Primärfarben und Weißpunkt trotzdem noch geändert werden.

Im Rahmen der Farbraumemulation muss der Weißpunkt unbedingt beachtet werden. sRGB und AdobeRGB sind in den normativen Dokumenten beispielsweise relativ zu D65 definiert. Möchte man einen davon abweichenden Weißpunkt erreichen, gibt aber diese Zielwerte für die Primärfarben ein, kommt es zu teils erheblichen Abweichungen. Hier muss der Nutzer selbst geeignet chromatisch adaptieren.

Da wohl die wenigsten Nutzer über ein Programm verfügen werden, das eine flexible chromatische Adaption erlaubt, haben wir für sRGB und AdobeRGB die nach Bradford adaptierten Normfarbwertanteile für einen Weißpunkt von D50 und 5800K, und zusätzlich auch die originären Werte relativ zu D65, angegeben. Gerade der Weißpunkt von 5800K liegt in einem Bereich, der für viele Benutzer sinnvoll ist.

sRGB D65 D50 (Bradford) 5800K (Bradford)
x: 0.313, y: 0.329 x: 0.346, y: 0.358 x: 0.326, y: 0.342
x: 0.640, y: 0.330 x: 0.648, y: 0.330 x: 0.644, y: 0.330
x: 0.300, y: 0.600 x: 0.321, y: 0.598 x: 0.308, y: 0.600
x: 0.150, y: 0.060 x: 0.156, y: 0.066 x: 0.152, y: 0.062
AdobeRGB D65 D50 (Bradford) 5800K (Bradford)
x: 0.313, y: 0.329 x: 0.346, y: 0.358 x: 0.326, y: 0.342
x: 0.640, y: 0.330 x: 0.648, y: 0.330 x: 0.644, y: 0.330
x: 0.210, y: 0.710 x: 0.230, y: 0.702 x: 0.218, y: 0.707
x: 0.150, y: 0.060 x: 0.156, y: 0.066 x: 0.152, y: 0.062

Farbraumemulation – Gamut Update –

Anders als noch im Testbericht zum Eizo CG245W vermutet, ist die „Gamut-Update“ Funktion nicht für den CG303W verfügbar. Das erklärt sich aus der älteren Basistechnologie. Farbmetrische Drifts können damit nicht automatisch kompensiert werden. Eine manuelle Lösung über die Eingabe leicht veränderter Normfarbwertanteile ist natürlich möglich, kann aber relativ viel Geduld erfordern.

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