Test Monitor LG Flatron IPS234V-PN
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Interpolation

LCD-Bildschirme haben eine fest vorgegebene physikalische Auflösung. Weicht das Eingangssignal von selbiger ab und soll trotzdem auf der gesamten Bildschirmfläche dargestellt werden, so muss zwangsläufig interpoliert werden. Auch wenn moderne Algorithmen in dieser Hinsicht recht fortgeschritten sind, kann die interpolierte Darstellung technisch bedingt niemals so scharf und klar sein wie bei nativer Zuspielung.

Der IPS234V leistet sich hier keinen Patzer und bringt von der Nativen abweichende Auflösungen im Rahmen des technisch Möglichen ordentlich auf den Schirm. Besonders leiden, wie üblich, Auflösungen, die nahe an der Nativen liegen, also z.B. 1.680 x 1.050.

Die Darstellung nicht nativer Auflösungen im richtigen Seitenverhältnis stellt den IPS234V solange vor kein Problem, wie über DVI zugespielt wird. Hier können über den OSD-Punkt „Breitbild“ in der Einstellung „Aus“ auch z.B. 4:3- oder 5:4-Auflösungen korrekt (mit schwarzen Rändern) dargestellt werden. Bei HDMI-Zuspielung hingegen ist diese Einstellung nicht verfügbar, der Monitor skaliert alle eingehenden Signale auf Vollbild.

Der IPS234V verfügt über einen Schärferegler, der sowohl bei analoger als auch bei digitaler Bildzuspielung verfügbar ist. Die Standardeinstellung (5) ist gleichzeitig die neutrale Stellung, höhere Werte bewirken Schärfung, niedrigere Unschärfe.

Lg Flatron Ips234v Pn Monitor Gitter Nativ
Lg Flatron Ips234v Pn Monitor Gitter 720
Testgrafik, links: nativ; rechts: 1.280 x 720 Vollbild.
Lg Flatron Ips234v Pn Monitor Text Nativ
 
Lg Flatron Ips234v Pn Monitor Text 720
Textwiedergabe, oben: nativ; unten: 1.280 x 720 Vollbild.

Die Interpolation arbeitet unauffällig, Buchstaben geraten gleichmäßig und bleiben gut leserlich, auch wenn sie deutlich unschärfer als bei nativer Zuspielung erscheinen. Alles in allem verhält sich das Testgerät hier unauffällig und lässt keinen Grund zur Beanstandung.

Reaktionsverhalten

Den IPS234V haben wir in nativer Auflösung bei 60 Hz am DVI-Anschluss vermessen. Der Monitor wurde für die Messung auf die Werkseinstellung zurückgesetzt.

Bildaufbauzeit und Beschleunigungsverhalten

Die Bildaufbauzeit ermitteln wir für den Schwarz-Weiß-Wechsel und den besten Grau-zu-Grau-Wechsel. Zusätzlich nennen wir den Durchschnittswert für unsere 15 Messpunkte.
Das Datenblatt nennt eine Reaktionszeit von 6 Millisekunden.

Eine Overdrive-Option im OSD gibt es nicht. Wir messen 12,4 Millisekunden für Schwarz-Weiß und 16,0 Millisekunden für den schnellsten Grauwechsel. Der Durchschnittswert für unsere 15 Messpunkte beträgt gemächliche 20,0 Millisekunden.

Lg Flatron Ips234v Pn Monitor Reaktion
Lg Flatron Ips234v Pn Monitor Over
Mittlere Schaltzeiten, gerade noch keine Überschwinger.

Bei den hellen Messpunkten zeigen sich schwache Andeutungen von Überschwingern, hier ist also schon ein wenig Beschleunigung im Spiel.

Freunde schneller Shooter werden sich wahrscheinlich kürzere Schaltzeiten wünschen, auch dass gerade die dunklen Bildwechsel mehr Zeit brauchen ist nicht ideal. Dennoch sind die gemessenen Werte für ein IPS-Panel auch nicht gerade langsam. Für den Videogenuss ist die neutrale Charakteristik ideal.

Latenzzeit

Die Latenz ist ein wichtiger Wert für Spieler, wir ermitteln sie als Summe der Signalverzögerungszeit und der halben mittleren Bildwechselzeit.

Beim IPS234V messen wir eine extrem kurze Signalverzögerung von nur 0,7 Millisekunden. Bis zur Soll-Helligkeit vergehen noch weitere 10,0 Millisekunden, daher zeigt sich dieser Monitor mit einer mittleren Gesamtlatenz von 10,7 Millisekunden doch erstaunlich spieletauglich.

Backlight

Die LED-Hintergrundbeleuchtung ist wie bei den allermeisten aktuellen Geräten PWM-gesteuert. Bei voller Helligkeit (Reglerstellung 100, rote Kurve im Chart) arbeitet das Backlight kontinuierlich.

Abgeregelt auf 140 cd/m² am Arbeitsplatz (gelbe Kurve) messen wir die Taktfrequenz mit 240 Hz, das Tastverhältnis liegt bei augenfreundlichen 52 Prozent. Bei diesen Werten werden nur sehr empfindliche Menschen ein Backlight-Flimmern wahrnehmen.

Lg Flatron Ips234v Pn Monitor Back
LED-Backlight mit PWM-Steuerung.

Subjektive Beurteilung

Das Reaktionsverhalten des LG IPS234V fiel im Test insofern positiv auf, als dass es eigentlich überhaupt nicht auffiel. Im Alltagsbetrieb zeigt das leicht beschleunigte IPS-Panel keine Schwäche und schaltet ausreichend schnell, um auffällige Schlieren zu vermeiden. Gleichzeitig ist der Overdrive so moderat gewählt, dass keinerlei Artefakte (Geisterbilder, Corona-Effekte) zu beobachten sind. Allenfalls bei schnellen Rennspielen oder Egoshootern fehlt vielleicht das letzte bisschen Bewegungsschärfe.

Sound

Der IPS234V kann am HDMI-Eingang Tonsignale z.B. eines BluRay-Players entgegennehmen und auf seinen 3,5mm-Klinke-Ausgang weiterleiten. In den Tiefen des OSD verbirgt sich auch ein Menü zur Lautstärkeregelung. Über interne Lautsprecher verfügt das Gerät nicht.

DVD und Video

Mit seinem HDMI-Eingang und der nativen FullHD-Auflösung bringt der IPS234V wichtige Voraussetzungen zur Multimediatauglichkeit mit.

Lg Flatron Ips234v Pn Monitor Dvd
Test der Videoeigenschaften.

Der LG IPS234V verfügt im AV-Modus (bei Zuspielung über HDMI) über einige Bildmodi (Cinema, Lebendig etc.), welche jedoch die Farbdarstellung stark verfälschen und daher nicht näher betrachtet werden sollen. Der Standardmodus („Anwender“) eignet sich besser für Filme.

Hhier konnte der Monitor beim Betrachten eines HD-Videos durchaus überzeugen. Das gute Kontrastverhältnis, die stabile und kräftige Farbdarstellung auch unter Winkeln sowie die relativ flinken Reaktionszeiten machen insgesamt einen runden Eindruck. Einzig die etwas inhomogene Schwarzdarstellung machte sich bei 2,35:1-Videos mit schwarzen Balken in Form von störenden Lichthöfen bemerkbar – kein Beinbruch, aber doch ein Schönheitsfehler.

Skalierung und Deinterlacing

Die korrekte Darstellung von 16:9-Material (720p und 1080p) stellt den IPS234V naturgemäß vor keine Probleme. Auch SD-Auflösungen (480p/576p) werden bei Zuspielung über HDMI immer im 16:9-Vollbild dargestellt; moderne DVD- und BluRay-Player sind jedoch auf dieses Verhalten eingerichtet, sodass auch die korrekte Darstellung älterer DVDs im 4:3-Format in den meisten Fällen kein Problem sein sollte.

1080i-Material nimmt das Gerät ohne Weiteres und ohne Bildstörungen an. Bei 576i hingegen wird zwar ein Bild angezeigt, das aber von der nicht ausblendbaren Meldung „Signal Out Of Range“ überlagert wird.

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