Test Philips 499P9H – 49 Zoll Curved-Monitor zeigt Topleistung
3/6

15
71 074

Bildhomogenität

Wir untersuchen die Bildhomogenität anhand von vier Testbildern (Weiß, Neutraltöne mit 75 %, 50 %, 25 % Helligkeit), die wir an 15 Punkten vermessen. Daraus resultieren die gemittelte Helligkeitsabweichung in % und das ebenfalls gemittelte Delta C (d. h. die Buntheitsdifferenz) in Bezug auf den jeweils zentral gemessenen Wert. Die Wahrnehmungsschwelle für Helligkeitsunterschiede liegt bei etwa 10 %.

Helligkeitsverteilung beim weißen Testbild
Helligkeitsverteilung beim weißen Testbild
Farbhomogenität beim weißen Testbild
Farbhomogenität beim weißen Testbild

Die Helligkeitsverteilung ist mit einem Durchschnittswert von 8,38 % und einem Maximalwert von 17,10 % zufriedenstellend. Die Farbhomogenität kann sogar mit einem guten Ergebnis überzeugen (Delta-C-Average: 1.09, Delta-C-Maximum: 2.02).

Auch subjektiv betrachtet ist die Ausleuchtung des Philips 499P9H bereits ab Werk gut gelungen. Mit dem etwas unglücklich unter „Bildmodi“ untergebrachten Modus „SmartUniformity“ sollte sich die Bildhomogenität eigentlich noch weiter verbessern lassen. Die RGB-Regler sind hier zwar nicht gesperrt, lassen sich aber auch nicht wirklich verändern. Damit ist diese Option für eine Software-Kalibrierung leider nicht zu gebrauchen.

Coating

Die Oberflächenbeschichtung des Panels (Coating) hat auf die visuelle Beurteilung von Bildschärfe, Kontrast und Fremdlichtempfindlichkeit einen großen Einfluss. Wir untersuchen das Coating mit dem Mikroskop und zeigen die Oberfläche des Panels (vorderste Folie) in extremer Vergrößerung.

Coating des Philips 499P9H
Coating des Philips 499P9H
Coating-Referenzbild
Coating-Referenzbild

Mikroskopischer Blick auf die Subpixel mit Fokus auf der Bildschirmoberfläche: Der Philips-Monitor besitzt eine abgestumpfte Oberfläche mit mikroskopisch sichtbaren Vertiefungen zur Diffusion.

Blickwinkel

MMD setzt im Philips 499P9H ein VA-Panel ein. Die Herstellerangabe für den maximalen Blickwinkel liegt bei 178 Grad in der Horizontalen und Vertikalen. Das sind die für moderne IPS- und VA-Panels typischen Werte, die zumindest bei IPS-Panels auch regelmäßig nachvollziehbar sind.

VA-Panels können diese Angaben in der Regel aber nicht annähernd erfüllen, und auch hier ist der Philips 499P9H keine Ausnahme. Bei extremeren Blickwinkeln verblassen die Farben deutlich, und der Kontrast wird flau.

Das Foto zeigt den Bildschirm des Philips 499P9H bei horizontalen Blickwinkeln von +/- 60 Grad und vertikalen von +45 und -30 Grad.

Horizontale und vertikale Blickwinkel des Philips 499P9H
Horizontale und vertikale Blickwinkel

Bei mittiger Sitzposition ist von dem Effekt trotz des riesigen Displays kaum etwas zu sehen. Weicht man ca. 20 bis 30° von der Mitte ab, wird das Verblassen der Farben relativ schlagartig sichtbar. Das ist insofern gut, weil man relativ eindeutig merkt, wann man das Bild aus einem ungünstigen Winkel anschaut.

Aufgrund der Flügelspannweite von knapp 1,20 m entstehen zwar auch bei mittiger Sitzposition schon recht flache Blickwinkel zu den seitlichen Bildrändern. Dank der Wölbung werden diese aber sehr gut abgemildert. Schaut man aus Schreibtisch-Abstand auf die extremen Randbereiche, sind dennoch bereits eine leichte Aufhellung und Reduktion der Farbsättigung sichtbar.

Daher beurteilen wir die Blickwinkelneutralität im Gesamtfazit als befriedigend, für das normale Arbeiten sogar als gut. Selbst in der EBV wird man farbkritische Arbeiten eher in der Bildmitte und nicht so weit außen durchführen. Für die Begutachtung eines Display-füllenden Panorama-Bildes geht man dagegen automatisch etwas auf Abstand.

Interpolation

Der Bildschärferegler wirkt auch an den digitalen Eingängen. Die Standardeinstellung 50 haben wir für den Test so belassen.

Die Schärfe bei nativer Auflösung ist erwartungsgemäß sehr gut. Bei 1280 x 720 sieht man, dass die notwendige Pixelvergrößerung hauptsächlich durch zusätzlich eingefügte graue Bildpunkte bewirkt wird. Dies führt zu etwas fetteren Konturen mit leichtem Unschärfe-Eindruck. Farbsäume treten nicht auf.

Testgrafik nativ, Vollbild
Testgrafik nativ, Vollbild
Testgrafik 1280 x 720, Vollbild
Testgrafik 1280 x 720, Vollbild
Textwiedergabe nativ, Vollbild
Textwiedergabe 1280 x 720, Vollbild
Textwiedergabe 1280 x 720, Vollbild

Zur Skalierung abweichender Formate hat das OSD die Optionen „Bildschirmfüllend“, „4:3“, „16:9“, „1:1“, „Movie 1“ und „Movie 2“ parat. Eine pixelgenaue 1:1-Darstellung ist also in jedem Fall möglich – und bei den wichtigsten Auflösungen auch eine verzerrungsfreie Streckung auf die maximale Bildgröße. Die Movie-Modi dürften bei Cinemascope-Filmen zum Entfernen der schwarzen Balken gedacht sein. Am PC via DP sind sie aber nicht verfügbar.

In allen interpolierten Auflösungen sind die Lesbarkeit von Texten und die Abbildung der Testgrafik – dem Skalierungsgrad entsprechend – gut bis sehr gut. Die unvermeidlichen Interpolationsartefakte fallen gering aus. Auch Texte mit fetten Buchstaben bleiben gut leserlich.

Farbwiedergabe

Bei Monitoren für den Grafikbereich testen wir zunächst die Farbwiedergabe in der Werkseinstellung nach dem Reset sowie – falls vorhanden – in einem sRGB- und Adobe-RGB-Modus. Anschließend wird der Monitor mit Quato iColor Display kalibriert. Sofern das Display eine vollwertige Hardware-Kalibration besitzt, wird stattdessen diese in Verbindung mit der Hersteller-Software verwendet.

Farbraumvergleich in CIELAB (D50)

Die folgenden Darstellungen basieren auf den farbmetrischen Daten nach einer Kalibration auf D65 als Weißpunkt. Das Bezugsweiß für die Aufbereitung in CIELAB ist D50 (adaptiert mit Bradford).

Weißes Volumen: Bildschirmfarbraum
Schwarzes Volumen: Referenzfarbraum
Buntes Volumen: Schnittmenge
Vergleichsziele: sRGB, DCI-P3

Die nachfolgenden Grafiken zeigen die Farbraumabdeckung nach der Software-Kalibration:

Abdeckung des sRGB-Farbraums, 3D-Schnitt 1
Abdeckung des sRGB-Farbraums, 3D-Schnitt 1
Abdeckung des sRGB-Farbraums, 3D-Schnitt 2
Abdeckung des sRGB-Farbraums, 3D-Schnitt 2

Der sRGB-Farbraum wird nahezu vollständig abgedeckt und, wie man sieht, sogar deutlich übertroffen.

Reichlich versteckt, kann der Philips 499P9H auch mit einem „echten“ sRGB-Modus aufwarten. In den nachfolgenden Grafiken kann man deutlich erkennen, dass hier auch der erweiterte Farbraum des Gerätes sehr gut auf den Zielfarbraum zusammengestutzt wird.

Abdeckung des sRGB-Farbraums, 3D-Schnitt 1
Abdeckung des sRGB-Farbraums, 3D-Schnitt 1
Abdeckung des sRGB-Farbraums, 3D-Schnitt 2
Abdeckung des sRGB-Farbraums, 3D-Schnitt 2

Zu guter Letzt haben wir einen Vergleich mit dem DCI-P3-Farbraum angestellt. Laut Hersteller soll er im Minimum zu 95 % abgedeckt werden. Nach unseren Messungen ist das nicht der Fall. Die Unterabdeckung ist in den nachfolgenden Grafiken deutlich zu sehen.

Abdeckung des DCI-P3-Farbraums, 3D-Schnitt 1
Abdeckung des DCI-P3-Farbraums, 3D-Schnitt 1
Abdeckung des DCI-P3-Farbraums, 3D-Schnitt 2
Abdeckung des DCI-P3-Farbraums, 3D-Schnitt 2

Die folgende Tabelle fasst die Ergebnisse jeweils für das Werks-Preset und nach Software-Kalibration zusammen:

Farbraum Abdeckung im Werks-Preset Abdeckung nach Kalibrierung
sRGB 95 % 99 %
Adobe RGB 80 %
ECI-RGB v2 72 %
DCI-P3-RGB 84 %
ISO Coated v2 (FOGRA39L) 94 %

15 KOMMENTARE

  1. Ich würde zum 498 oder 499 raten. Man bekommt fast 80% mehr Inhalt dargestellt als auf dem kleineren 43″ Modell, und preislich gibts kaum Unterschiede. Also wer den Platz hat, auf jeden Fall zum größeren Modell greifen.

  2. Hallo,

    der Monitor ist im Prinzip nicht schlecht, vor allem die integrierte Webcam mit Window Hello – Tauglichkeit hat mich zum Kauf überzeugt. Allerdings stimmen die Werbeaussagen von Philips auf keinster Weise.

    Der integrierte KVM-Switch ist wirklich unbrauchbar. Es ist nicht wie versprochen mit einem Click zwischen den Computern zu wechseln. Man kann nämlich nur eine Schnelltaste entweder mit dem Videoausgang oder mit dem Maus/Tastur-Wechsel belegen, d.h. um die andere Funktion zu nutzen, muss man sich wieder durch das komplizierte OSD-Menü hangeln. Als Lösung wollte ich eine Fernbedienung dazu erwerben, der Philips Support erklärte aber, diese gäbe es nur für die Internationale Version, nicht hier für den europäischen Markt. So lange Philips kein Firmware-Update herausbringt, rate ich jedem vom Kauf ab wenn er den integrierten KVM-Switch nutzen möchte.

    • Den Videoeingang wechselt man mit einer dedizierten Taste (fest vorgegeben) und den KVM kann im Menü ebenfalls auf eine dedizierte Taste legen (frei wählbar). Man muss also zwei „Klicks“ machen, das ist wirklich ein vertretbarer Aufwand. Ja, es geht einfacher – z. B. beim Dell, bei dem man einem Videoeingang einen der beiden Upstream-Ports zuweisen kann – aber dann man in irgendwelche Menüs abtauchen muss, stimmt so nicht.

  3. Guten Morgen, Sir,
    Ist es in Ihren Plänen, ihren neuen Bildschirm, den kleinen Bruder 439P9H, zu testen? Ich bin wirklich unentschlossen zwischen den beiden, aber ich kann keinen Test des 439P9H finden.
    Grüße

    • Ich würde zum 498 oder 499 raten. Man bekommt fast 80% mehr Inhalt dargestellt als auf dem kleineren 43″ Modell, und preislich gibts kaum Unterschiede. Also wer den Platz hat, auf jeden Fall zum größeren Modell greifen.

  4. hallo,
    extrem schwach nur, daß es kein vernünftig funktionierendes positionierungs- / einteilungs-tool gibt, mit dem man die fenster einfach in eine vorgebene aufteilung per maus schieben kann. smartcontrol kann das nur in einer SEHR alten version (tip vom philips customer-support) und portrait.com (hersteller des tools) haben die entwicklung mittlerweile eingestellt. problem bei der o. a. version ist, daß die tasks / fenster immer wieder ihre position „verlieren“ und komplett hochzoomen.
    weiß da jemand eine alternative – hab schon einiges angeschaut, aber nicht wirklich was passenden gefunden.
    danke
    georg

      • Habe die seit ein paar Tagen im Einsatz, sind wirklich top. Hatte davor mit DisplayFusion gearbeitet, leider nicht das stabilste Programm.

  5. Welche Grafikkarte schafft denn momentan die Auflösung für den Monitor?
    Die meisten GraKa kosten ja dann soviel wie der Monitor selber, oder sehe ich das falsch….
    Schranzel

  6. Also wir sind froh wenn wir ein Gerät getestet haben 😉 Zweimal testen wir nie. Serienstreuung kann bei einem so großen Panel schon eine Rolle spielen. Ich würde den Ergebnissen der c’t ebenfalls vertrauen, was tatsächlich für eine Serienstreuung spricht.

  7. Hi,

    ausführlicher Test der den Monitor auf meine Short-List zur Auswahl eines 32:9 Geräts gebracht hat.
    Vorgestern kam allerdings die neue c’t 9/19 raus, in der der 499P9H ebenfalls gestestet wurde. Dort wird u.a der Grauverlauf (abrupter Übergang zu schwarz), dunkle Grautöne mit starkem Rotstich, sowie eine sehr ungleichmäßge Leuchtdichteverteilung (20%-30% Abweichung) starkt bemängelt.
    Da die c’t ja normalerweise auch recht fundierte Tests durchführt, würde das Ganze auf eine grosse Serienstreuung bei Philips hindeuten.
    Konntet ihr bei prad die Ergebnisse schon auf einem zweiten Gerät verifizieren?

    //Markus

    • Wenn es wirklich eine so große Streuung gibt, dann bringen auch Tests von 10 Geräten nichts. Dann bleibt nur kaufen, prüfen und entweder behalten oder retournieren. Ich habe mir einen 498P9 als Rückläufer geholt zum vergünstigten Preis und bin sehr zufrieden, keine Pixelfehler, Helligkeitsverteilung passt, kein nennenswertes BLB und ab Werk schon sehr farbtreu.

Diskussion: Neuen Beitrag verfassen

* Sie müssen das Kästchen aktivieren, ansonsten können Sie keinen Kommentar erstellen. Sollten Sie dennoch versuchen Ihren Kommentar zu posten, ohne akzeptiert zu haben, wird eine neue Seite geöffnet und Sie erhalten einen Hinweis. Alle eingetragenen Daten, inklusive des Kommentars, gehen dabei verloren!