Test Philips 499P9H – 49 Zoll Curved-Monitor zeigt Topleistung
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Anschlüsse

Auch bei den Anschlüssen ist der Philips 499P9H üppig ausgestattet: einmal DisplayPort 1.4, zweimal HDMI 2.0b, einmal USB-C 3.1 Gen 2 (Upstream, Stromversorgung bis zu 65 W). Alle drei Signaleingangsmöglichkeiten unterstützen HDCP 2.2.

Anschlüsse des Philips 499P9H
Anschlüsse

Da der Philips 499P9H zudem über eine integrierte Dockingstation verfügt, kommen zu den Eingangssignalen ein RJ45-Anschluss für Ethernet-LAN (10/100/1000 Mbit/s), einmal USB 3.1 (Upstream), dreimal USB 3.1 (Downstream mit einmal Schnellaufladungs-BC 1.2) sowie ein Kopfhörer-Ausgang dazu. Externe Geräte können via USB-C mit bis zu 65 Watt mit Strom versorgt werden.

Dank des integrierten KVM-Switches ist ferner ein einfacher Wechsel zwischen verschiedenen Signalquellen möglich. Beim Umschalten werden dann auch der Netzwerkanschluss und die angeschlossenen USB-Geräte wie Maus und Tastatur zum jeweils anderen PC/Notebook mitgenommen.

Bedienung

Die Bedienung erfolgt über fünf Multifunktionstasten, die an der Rahmenunterseite versteckt sind. Sofern noch einigermaßen Restlicht im Raum vorhanden ist, lässt sich die von vorn sichtbare Beschriftung darüber gut erkennen.

Eine der Tasten dient als Soft-Power-off-Schalter. Dank der Erhöhung in der Mitte lässt er sich auch blind von den anderen Tasten unterscheiden. Die übrigen Tasten bieten Direktwahlmöglichkeiten oder dienen der Navigation im Hauptmenü. Alle Tasten haben einen klaren Druckpunkt und fühlen sich bei der Bedienung sehr wertig an.

Da die Tasten zimelich weit außen angebracht sind, kommt es bei der Betätigung allerdings trotz der sehr stabilen Standbein-Aufhängung zu leichtem Nachwackeln.

Tasten und Bedienung des Philips 499P9H
Tasten und Bedienung

OSD

Das OSD ist hochauflösend und ansonsten optisch eher nüchtern und funktional gehalten. Man findet sich auch ohne Handbuch intuitiv zurecht. Der Funktionsumfang ist zweifellos sehr groß. Ganze zehn Hauptmenü-Ebenen, die man erst durch vertikales Scrollen vollständig erreicht, hätte man dennoch nicht benötigt. Manche Funktionen wie „Picture“ und „Color“ hätte man auch unter Handhabungs-Gesichtspunkten besser zusammenfassen können.

OSD: Low-Blue-Modus (Screenshot Handbuch Philips)
OSD: Low-Blue-Modus (Screenshot Handbuch Philips)
OSD: OSD-Einstellungen (Screenshot Handbuch Philips)
OSD: OSD-Einstellungen (Screenshot Handbuch Philips)
OSD: PbP-Funktionalität (Screenshot Handbuch Philips)
OSD: PbP-Funktionalität (Screenshot Handbuch Philips)
OSD: USB-Einstellungen und KVM-Switch (Screenshot Handbuch Philips)
OSD: USB-Einstellungen und KVM-Switch (Screenshot Handbuch Philips)

Eine durchgängige Logik ist bei der Verteilung der OSD-Funktionen über die Hauptmenü-Punkte leider auch nicht überall zu erkennen. Beispielsweise ist die Option zur Verbesserung der Gleichförmigkeit als Bildmodus bei den SmartImage-Bildverbesserungen untergebracht.

Den sRGB-Modus finden wir dagegen unter „Color“, wo sonst eigentlich nur die Farbtemperatur angepasst wird. Tatsächlich handelt es sich hier aber um einen „echten“ sRGB-Modus, der auch den erweiterten Farbraum auf die Norm zuschneidet. Das auf den ersten Blick sehr nutzerfreundlich illustrierte Handbuch lässt bei wirklich erklärungsbedürftigen Funktionen dann entsprechende Detail-Erklärungen vermissen.

Sieht man davon ab, dass man deshalb gelegentlich Funktionen über Trial & Error erkunden muss, sind Bedienung und OSD in Summe trotzdem gut.

Bildqualität

Im Philips 499P9H wird anstelle der mittlerweile sehr gängigen IPS-Panels ein VA-Panel mit White-LED-Hintergrundbeleuchtung verwendet. Das Display ist mit einem Radius von 1,8 m gewölbt. Das entspricht der besten bzw. stärksten Wölbung, die aktuell verfügbar ist, und sorgt für eine natürlich wirkende Rundumsicht.

Sowohl der Panel-Rahmen als auch die Oberfläche des Panels sind matt und wirksam entspiegelt. Seitlich einfallendes Licht oder auch ein Betrachter mit heller Kleidung erzeugen nur schwache Reflexionen auf dem Bildschirm.

Beim Reset (Werkseinstellungen) stellt der Monitor folgende Werte ein:

Bildmodus: Aus
Helligkeit: 70
Kontrast: 50
Gamma: 2,2
Farbtemperatur: 6500 K
RGB: k. A.
Color-Gamut: k. A.
DUE Priority: Aus
Schärfe: 50
Reaktionszeit: Aus

Diese Werte wurden für die nachfolgende Beurteilung bei Werkseinstellung verwendet.

Graustufen

Die Graubalance ist bereits ab Werk ausgezeichnet. Die Graustufen und der Grauverlauf wirken völlig neutral. Die hellsten und die dunkelsten Stufen können annähernd vollständig unterschieden werden. Farbschimmer sind nicht zu beobachten.

Graustufendarstellung des Philips 499P9H
Graustufen

Ausleuchtung

Das linke Foto zeigt ein komplett schwarzes Bild ungefähr so, wie man es mit bloßem Auge bei komplett abgedunkeltem Raum sieht; hier werden die auffälligen Schwächen sichtbar. Das rechte Foto mit längerer Belichtungszeit hebt dagegen die Problemzonen hervor und dient nur der deutlicheren Darstellung.

Ausleuchtung des Displays bei normaler Belichtung
Ausleuchtung bei normaler Belichtung
Ausleuchtung des Displays bei verlängerter Belichtung
Ausleuchtung bei verlängerter Belichtung

VA-Panel zeigen üblicherweise eine große Stärke beim Schwarzwert und Kontrast – vor allem, wenn die Ausleuchtung gut gemacht ist. Der Philips 499P9H ist hier keine Ausnahme. Bei mittiger Sitzposition beeindruckt das Bild mit sattem Schwarz und wirkt auch sehr gleichmäßig. Beim Abweichen vom optimalen Blickwinkel hellt sich das Display zwar auch hier über die gesamte Fläche etwas auf. Diese Aufhellung fällt aber bei Weitem nicht so stark aus wie bei vielen IPS-Panels. Nicht blickwinkelbedingte Randeinstrahlungen sind bei unserem Testgerät praktisch überhaupt nicht zu beobachten. Trotz der Wölbung ist die blickwinkelbedingte Aufhellung allerdings auch bei optimaler Sitzposition zu den horizontalen Rändern hin schon sichtbar.

Helligkeit, Schwarzwert und Kontrast

Die Messungen werden nach einer Kalibration auf D65 als Weißpunkt durchgeführt. Sofern möglich, werden alle dynamischen Regelungen deaktiviert. Aufgrund der notwendigen Anpassungen fallen die Ergebnisse geringer aus, als bei Durchführung der Testreihe mit nativem Weißpunkt.

Das Messfenster wird nicht von einem schwarzen Rand umgeben. Die Werte können daher eher mit dem ANSI-Kontrast verglichen werden und geben Realweltsituationen deutlich besser wieder, als Messungen von flächigem Weiß- und Schwarzbild.

Helligkeits- und Kontrastverlauf des Philips 499P9H
Helligkeits- und Kontrastverlauf des Philips 499P9H

Mit nativem Weißpunkt erreichen wir im Maximum rund 454 cd/m². Das entspricht der Herstellerangabe von 450 cd/m². Herunterregeln lässt sich die Helligkeit nur auf ein Minimum von 108 cd/m².

Nach Kalibrierung steigt die Maximalhelligkeit sogar noch etwas und beträgt 464 cd/m². Das Gleiche gilt für die Minimalhelligkeit, die wir mit 111 cd/m² ermitteln. Die Minimalhelligkeit des Philips 499P9H liegt also ungewöhnlich hoch. Das Gerät ist damit für normale bis hellere Arbeitsumgebungen besser geeignet als für Dunkelräume.

Das Kontrastverhältnis des VA-Panels gibt der Hersteller mit 3000:1 an. Gemäß unseren Messungen liegt es nach der Kalibrierung im Durchschnitt bei 2061:1 – ein erstklassiger Wert.

15 KOMMENTARE

  1. Ich würde zum 498 oder 499 raten. Man bekommt fast 80% mehr Inhalt dargestellt als auf dem kleineren 43″ Modell, und preislich gibts kaum Unterschiede. Also wer den Platz hat, auf jeden Fall zum größeren Modell greifen.

  2. Hallo,

    der Monitor ist im Prinzip nicht schlecht, vor allem die integrierte Webcam mit Window Hello – Tauglichkeit hat mich zum Kauf überzeugt. Allerdings stimmen die Werbeaussagen von Philips auf keinster Weise.

    Der integrierte KVM-Switch ist wirklich unbrauchbar. Es ist nicht wie versprochen mit einem Click zwischen den Computern zu wechseln. Man kann nämlich nur eine Schnelltaste entweder mit dem Videoausgang oder mit dem Maus/Tastur-Wechsel belegen, d.h. um die andere Funktion zu nutzen, muss man sich wieder durch das komplizierte OSD-Menü hangeln. Als Lösung wollte ich eine Fernbedienung dazu erwerben, der Philips Support erklärte aber, diese gäbe es nur für die Internationale Version, nicht hier für den europäischen Markt. So lange Philips kein Firmware-Update herausbringt, rate ich jedem vom Kauf ab wenn er den integrierten KVM-Switch nutzen möchte.

    • Den Videoeingang wechselt man mit einer dedizierten Taste (fest vorgegeben) und den KVM kann im Menü ebenfalls auf eine dedizierte Taste legen (frei wählbar). Man muss also zwei „Klicks“ machen, das ist wirklich ein vertretbarer Aufwand. Ja, es geht einfacher – z. B. beim Dell, bei dem man einem Videoeingang einen der beiden Upstream-Ports zuweisen kann – aber dann man in irgendwelche Menüs abtauchen muss, stimmt so nicht.

  3. Guten Morgen, Sir,
    Ist es in Ihren Plänen, ihren neuen Bildschirm, den kleinen Bruder 439P9H, zu testen? Ich bin wirklich unentschlossen zwischen den beiden, aber ich kann keinen Test des 439P9H finden.
    Grüße

    • Ich würde zum 498 oder 499 raten. Man bekommt fast 80% mehr Inhalt dargestellt als auf dem kleineren 43″ Modell, und preislich gibts kaum Unterschiede. Also wer den Platz hat, auf jeden Fall zum größeren Modell greifen.

  4. hallo,
    extrem schwach nur, daß es kein vernünftig funktionierendes positionierungs- / einteilungs-tool gibt, mit dem man die fenster einfach in eine vorgebene aufteilung per maus schieben kann. smartcontrol kann das nur in einer SEHR alten version (tip vom philips customer-support) und portrait.com (hersteller des tools) haben die entwicklung mittlerweile eingestellt. problem bei der o. a. version ist, daß die tasks / fenster immer wieder ihre position „verlieren“ und komplett hochzoomen.
    weiß da jemand eine alternative – hab schon einiges angeschaut, aber nicht wirklich was passenden gefunden.
    danke
    georg

      • Habe die seit ein paar Tagen im Einsatz, sind wirklich top. Hatte davor mit DisplayFusion gearbeitet, leider nicht das stabilste Programm.

  5. Welche Grafikkarte schafft denn momentan die Auflösung für den Monitor?
    Die meisten GraKa kosten ja dann soviel wie der Monitor selber, oder sehe ich das falsch….
    Schranzel

  6. Also wir sind froh wenn wir ein Gerät getestet haben 😉 Zweimal testen wir nie. Serienstreuung kann bei einem so großen Panel schon eine Rolle spielen. Ich würde den Ergebnissen der c’t ebenfalls vertrauen, was tatsächlich für eine Serienstreuung spricht.

  7. Hi,

    ausführlicher Test der den Monitor auf meine Short-List zur Auswahl eines 32:9 Geräts gebracht hat.
    Vorgestern kam allerdings die neue c’t 9/19 raus, in der der 499P9H ebenfalls gestestet wurde. Dort wird u.a der Grauverlauf (abrupter Übergang zu schwarz), dunkle Grautöne mit starkem Rotstich, sowie eine sehr ungleichmäßge Leuchtdichteverteilung (20%-30% Abweichung) starkt bemängelt.
    Da die c’t ja normalerweise auch recht fundierte Tests durchführt, würde das Ganze auf eine grosse Serienstreuung bei Philips hindeuten.
    Konntet ihr bei prad die Ergebnisse schon auf einem zweiten Gerät verifizieren?

    //Markus

    • Wenn es wirklich eine so große Streuung gibt, dann bringen auch Tests von 10 Geräten nichts. Dann bleibt nur kaufen, prüfen und entweder behalten oder retournieren. Ich habe mir einen 498P9 als Rückläufer geholt zum vergünstigten Preis und bin sehr zufrieden, keine Pixelfehler, Helligkeitsverteilung passt, kein nennenswertes BLB und ab Werk schon sehr farbtreu.

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