Test Projektoren & Beamer ViewSonic PJD7382
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Farbwiedergabe

Für die Farbtrennung sorgt beim PJD7382 ein erweitertes Farbrad mit 6 Segmenten (RGBCYW): Cyan und Gelb verbessern die Farbwiedergabe, Weiß hebt die Bildhelligkeit an. Das Farbrad dreht sich mit 120 Hz (7200 rpm). Kaum einer unserer Testzuschauer hatte Probleme mit dem Regenbogeneffekt, doch dies kann von Person zu Person sehr verschieden sein.

Als nächstes untersuchen wir die Farbdarstellung in den vier Voreinstellungen. Auf den ersten Blick unterscheiden sich die Profile deutlich.

Das Profil „Maximale Helligkeit“ zeigt ein hohes nichtlineares Gamma mit steigendem Verlauf, und einen stark überbetonten Blauanteil. Die Farbabweichungen bei den Graustufen und den Testfarben sind durchweg sehr hoch und liegen teils außerhalb des Chartbereichs. Dafür ist dies die Einstellung mit dem höchsten Lichtstrom.

Viewsonic Pjd7382 Beamer Profil1
Bildmodus Maximale Helligkeit: Gamma, Farbanteile und Farbabweichungen.

Die Werkseinstellung „PC“ liefert zunächst einen erheblich besseren Gammaverlauf, der aber bei den helleren Graustufen plötzlich stark abfällt. Die Farbabweichungen sind sichtlich geringer, aber immer noch sehr hoch. Die Farbanteile sind wesentlich ausgewogener.

Viewsonic Pjd7382 Beamer Profil2
Bildmodus PC: Gamma, Farbanteile und Farbabweichungen.

Das Profil „ViewMatch“ weist einen extrem steilen Gammaverlauf auf, ist ansonsten aber dem PC-Profil recht ähnlich. Die Farbabweichungen sind sehr hoch, zudem ist die Lichtausbeute sehr gering.

Viewsonic Pjd7382 Beamer Profil3
Bildmodus ViewMatch: Gamma, Farbanteile und Farbabweichungen.

Nähme man den Namen des Profils „Kino“ ernst, so müsste man enttäuscht sein, denn er trifft die Vorgaben der Videonorm bei weitem nicht. Das Gamma liegt viel zu hoch, auch die Farbabweichungen sind sehr groß.

Viewsonic Pjd7382 Beamer Profil4
Bildmodus Kino: Gamma, Farbanteile und Farbabweichungen.

Wenn man nicht auf die letzte Helligkeitsreserve angewiesen ist, empfiehlt sich der PC-Modus als bester Kompromiss. Für die einigermaßen farbtreue Wiedergabe von Fotos oder Videos ist dieser Projektor in keinem Bildmodus geeignet.

Für den Klassenraum gibt es noch die Option „Bildschirmfarbe“: sie überlagert sich dem gewählten Bildprofil und soll die Farbmischung für die Projektion auf farbige Flächen verbessern. Zur Wahl stehen Schultafel sowie grün und weiß.

Reaktionsverhalten

Das Reaktionsverhalten eines Projektors wird wie beim Monitor durch die Schaltzeiten, das Beschleunigungsverhalten und die Latenzzeit bestimmt. Den PJD7382 haben wir in nativer Auflösung bei 60 Hz am HDMI-Anschluss vermessen.

Schaltzeiten und Overdrive

Bei DLP-Projektoren reagieren die Mikrospiegel auf dem Chip in weniger als 100 Mikrosekunden auf das Steuersignal. Eine derart kurze Schaltzeit spielt für das menschliche Auge keine Rolle. Ein Overdrive, der die zögerlichen Helligkeitswechsel von LCD- und LCoS-Chips durch Überspannung beschleunigen könnte, erübrigt sich.

Latenzzeit

Sicherlich wendet sich der 1610HD nicht an die Zielgruppe der Computerspieler. Dennoch ist er technisch gesehen auch für Videospiele durchaus geeignet, deshalb führen wir auch hier eine Latenzmessung durch.

Während kurze Schaltzeiten für den schnellen Bildaufbau nötig sind, bestimmt die Latenzzeit (Verzögerung) das Reaktionsempfinden. Dies gilt besonders für Spiele mit schnellen Bewegungen, wie sie bei Rennsimulationen oder Shootern vorkommen. Wenn zwischen der Eingabe des Spielers und der Reaktion im Bild zu viel Zeit vergeht, wird die Steuerung zu indirekt und der Spielspaß wird beeinträchtigt. Dieser Effekt wird als Inputlag bezeichnet.

Erläuterung der Darstellung: Die Verzögerungszeit des Projektors ergibt sich als die Zeitdifferenz zwischen dem Steuersignal (rot) und dem Aufleuchten des Pixels (grüne Kurve).

Viewsonic Pjd7382 Beamer Latenz
Das Bild wird um einen Frame verzögert.

Die Untersuchung zeigt eine Verzögerungszeit von 15,1 Millisekunden (~ 1 Frame). Dies ist für Hobbyspieler unproblematisch. Für Businessanwendungen hat diese Verzögerung keine praktische Bedeutung.

DVD und Video

Ohne einen digitalen Eingang kann der PJD7382 die höheren Auflösungen z.B. von BluRay Playern oder HDTV-Empfängern in der Regel nur als Komponentensignal verarbeiten, denn solche Geräte haben nur sehr selten einen VGA-Ausgang.

Am PC sollte er immer in seiner nativen Auflösung betrieben werden. Aktuelle Videosoftware kann nahezu jedes andere Bildformat automatisch skalieren und mit schwarzen Randstreifen auffüllen. Abweichende Bildformate aus anderen Quellen kann der Projektor eigenständig skalieren, allerdings mit sichtlichen Qualitätseinbußen.

Viewsonic Pjd7382 Beamer Dvd
Szene aus „Kill Bill 2“ (Buena Vista).

Technisch gesehen ist der PJD7382 auch für die Wiedergabe von Videos geeignet. Nach der Analyse im Kapitel „Farbwiedergabe“ haben wir die Einstellung „PC“ gewählt und dann einige DVDs betrachtet.

Das Bild wirkt hell und scharf bei befriedigendem Kontrast. Die Durchzeichnung in den Tiefen und Lichtern ist mäßig, die Kombination von geringer Auflösung und Skalierung verbessert dies auch nicht gerade. Die Farben wirken kräftig und zu bunt, Hauttöne zeigen meist etwas zuviel Sonnenbräune. Schlieren oder Bewegungsunschärfen sind auch bei schnellen Kamerafahrten oder bewegten Objekten nicht zu beobachten.

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