Test Projektoren & Beamer ViewSonic PJD7382
6/6

0
381

3D Video

Der PJD7382 kann in der 3D-Einstellung auch dreidimensionales Bildmaterial wiedergeben. Wie bei den meisten DLP-Projektoren kann nur das Frame-Sequential Verfahren (HQFS) genutzt werden, als Zuspieler kommen daher nur Computer infrage. Bei den 3D-Brillen kann der Projektor nur den DLP Link-Typ ansteuern.

Viewsonic Pjd7382 Beamer Brille
Shutterbrille für 3D DLP Link (Foto: ViewSonic).

Im OSD kann die 3D-Synchronisierung manuell aktiviert werden. Dies geschieht auch automatisch, sobald der Bildschirmtreiber auf 120 Hz eingestellt wird. Gleichzeitig wird damit der Bildmodus fest auf Kino eingestellt, die Helligkeit sinkt dadurch gegenüber dem PC-Modus sichtlich ab. Mit 120 Hz können nur die drei PC-Auflösungen 640 x 480, 800 x 600 und 1024 x 768 arbeiten.

Ein kurzer Test mit der ViewSonic PGD-150 Brille in der Auflösung 1.024 x 768 zeigt, dass die 3D-Projektion einwandfrei arbeitet und eine gute 3D Wirkung mit geringen Ghosting-Effekten erreicht wird.

Videosignalverarbeitung

Mit den Videoformaten 480i/p, 576i/p, 720p und 1080i verarbeitet der PJD7382 alle gängigen Kombinationen bis hin zu FullHD. Allerdings kann er alle diese Formate nur am Komponenten-Eingang entgegen nehmen. Zudem muss er sämtliche Formate umrechnen und an sein ungünstiges 4:3 Seitenverhältnis anpassen, man sollte daher keine zu hohen Ansprüche stellen.

Unterstütze Refreshsraten

Zunächst haben wir untersucht, ob die genannten Bildfrequenzen tatsächlich unterstützt werden. Beim Juddertest wurden auch Refreshraten von 50 Hz einwandfrei ohne Ruckeln wiedergegeben. 24p beherrscht der Projektor nicht.

Allerdings mussten wir die Auflösungen 640 x 480 und 800 x 600 mit 50 Hz erst noch manuell zum Treiber hinzufügen: das Handbuch führt sie auf, aber der Treiber meldet sie nicht an die Grafikkarte. 1080p50 oder 1080p60 nimmt der Projektor am VGA-Eingang nicht an.

Viewsonic Pjd7382 Beamer Judder
Der Juddertest mit 50 Hz verläuft einwandfrei.

Deinterlacing

Da der PJD7382 auch halbbildbasierte Auflösungen akzeptiert, muss er mit einem Deinterlacer ausgerüstet sein. Im Test funktionierten die Halbbildformate 480i und 576i mit passabler Qualität. Bei 1080i war das Bild dagegen sehr zittrig und nicht zu verwenden.

Viewsonic Pjd7382 Beamer Di22a Bad
Viewsonic Pjd7382 Beamer Di23a Bad
2:2 und 3:2 Signale werden hochskaliert.

Weder mit 2:2 noch mit 3:2 Kadenz werden die Signale korrekt erkannt, der Deinterlacer interpretiert beides als Videomaterial und skaliert hoch. Dies äußert sich in Kammartefakten und auffälligen Moiré-Effekten (im Foto zu sehen an der Tribüne).

Skalierung

Monitore und Projektoren arbeiten heute ausschließlich mit quadratischen Bildpunkten, die im Videobereich aber nur bei HD-Material vorliegen. Die niedriger auflösenden SD-Formate verwenden dagegen nicht-quadratische (anamorphe) Bildpunkte, die vom Wiedergabegerät mit dem korrekten Seitenverhältnis skaliert werden müssen. Für den Test verwenden wir ein anamorphes Video mit Kreisen, die nach der Skalierung absolut rund abgebildet werden müssen.

Der PJD7382 bietet die Formateinstellungen Auto, 4:3 und 16:9 an. Bei „Auto“ wird das Bild auf die native Bildbreite skaliert, die Höhe ergibt sich aus dem originalen Seitenverhältnis. Bei 4:3 und 16:9 wird ebenfalls die volle Bildbreite genutzt, die Höhe wird dagegen fest nach dem eingestellten Seitenverhältnis eingestellt.

Viewsonic Pjd7382 Beamer Skalierung 576
Korrekte Skalierung bei 576p, Einstellung „Auto“.

Unsere Testvideos mit SD-Auflösungen von 480 und 576 Bildpunkten konnte der Projektor korrekt skaliert wiedergeben.

Bewertung

Skalierung, Interpolation:
Helligkeitsverteilung:
Aufstellungsflexibilität:
Verarbeitung:
Bedienung:
Eignung für Präsentationen:
Eignung für Unterhaltung:
Eignung für Heimkino:
Preis [incl. MWSt. in Euro]: Keine Angaben
3.3

(BEFRIEDIGEND)

Fazit

Der ViewSonic PJD7382 ist ein solider Business-Projektor, der mit seiner Kurzdistanzoptik speziell für kleine Räume gebaut wurde. Zwei Meter Bilddiagonale erzeugt er aus einem Abstand von nur einem Meter. Mit bis zu 2100 gemessenen ANSI-Lumen liefert er genügend Bildhelligkeit, um auch in beleuchteten Besprechungsräumen brillante Bilder zu erzeugen.

Ein hochgeschätztes Feature für die schnelle Präsentation ist Off-to-Go: nach der Präsentation wird ausgeschaltet, ganz ohne lästige Abkühlzeiten. Die kostengünstigen Lampen mit hoher Lebensdauer senken die Betriebskosten. Dass der Projektor im LAN verwaltet werden kann, wird den Administrator freuen.

Wie so oft stört der Lärm: fast 38 dB(A) sind einfach zuviel, doch im Eco-Modus werden daraus – bei vermindertem Lichtstrom – akzeptable 33 dB(A). Die Bildfehler behebt man so einfach leider nicht: neben Schwächen bei der Schärfeverteilung und Konvergenz fällt vor allem die ungleichmäßige Helligkeitsverteilung ins Auge. Leider ist kein einziger Bildmodus geeignet, um Fotos und Videos einigermaßen farbtreu wiederzugeben, und der Stromverbrauch ist für die gebotene Lichtleistung zu hoch.

Einem Businessprojektor wird man diese Nachteile in vielen Fällen nachsehen, denn in der Praxis fallen sie vielleicht kaum auf. Erstaunlich ist aber, dass eine Neuvorstellung heute noch mit nur XGA-Auflösung und ohne digitale Bildeingänge herauskommt. Ob für ein solches Arbeitspferd der Preis von über 1.000 Euro noch marktgerecht ist, muss sich zeigen.

Technische Spezifikationen: ViewSonic PJD7382

Gefällt Ihnen dieser Beitrag ?

100%
gefällt es

Diskussion: Neuen Beitrag verfassen

* Sie müssen das Kästchen aktivieren, ansonsten können Sie keinen Kommentar erstellen. Sollten Sie dennoch versuchen Ihren Kommentar zu posten, ohne akzeptiert zu haben, wird eine neue Seite geöffnet und Sie erhalten einen Hinweis. Alle eingetragenen Daten, inklusive des Kommentars, gehen dabei verloren!