Test ViewSonic TD2455: Touchmonitor zum individuellen Einsatz

24 Zoll großes Touchdisplay für den Einsatz in Meeting-Räumen und als Rednerpult-Monitor in Konferenzsälen

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2027

Einleitung

Mit dem ViewSonic TD2455 haben wir diesmal ein ganz besonderes Gerät im Test, das sich vor allem für den Einsatz in Meeting-Räumen und als Rednerpult-Monitor in Konferenzsälen eignen soll.

Auf den ersten Blick handelt es sich um einen Standard-Büromonitor mit blickwinkelneutralem IPS-Panel und Full-HD-Auflösung (1920 x 1080 Pixel) im 16:9-Format. Was den ViewSonic TD2455 zu etwas Besonderem dabei macht, ist die In-Cell-Touchtechnologie. Damit lässt sich das Gerät nicht nur als Rednerpult-Bildschirm, sondern auch bei der Zusammenarbeit im Büro ganz intuitiv mit dem Finger bedienen – ganz so, wie man es auch von Smartphone und Tablet kennt.

Als Plug-&-Play-Lösung gedacht, verfügt der ViewSonic TD2455 auch über moderne Schnittstellen wie USB-C. Für ein effizientes Multitasking können dank „DisplayPort Multi-Stream-Transport“ (MST) per Daisy-Chain bis zu vier Bildschirme gleichzeitig mit einem Bildsignal versorgt werden.

Für die Touchbedienung wird zusätzlich ein Eingabestift mitgeliefert, um detaillierte Aufgaben auszuführen, die mehr Genauigkeit erfordern, als sie die Eingabe mit den Fingerspitzen bietet. Optional ist ferner eine Mini-PC-Halterung erhältlich, die aus dem ViewSonic TD2455 mit dem entsprechenden Equipment einen All-in-One-PC machen kann.

Detaillierte Informationen zu den Ausstattungsmerkmalen und den Spezifikationen finden Sie im Datenblatt des ViewSonic TD2455.

Lieferumfang

Neben dem obligatorischen Stromkabel finden wir nur die Kabel für DisplayPort und den USB-Hub (Typ B auf Typ A). Ein USB-C-Kabel gehört nicht zum Lieferumfang. Der in einer separaten Schachtel untergebrachte Eingabestift hat auch gleich eine Ersatzspitze mit dabei.

Handbuch, Standard-Farbprofil, Monitor-Treiber und Zusatz-Software findet man unkompliziert direkt über die Produktseite des Herstellers. Nach der Treiberinstallation wird der ViewSonic TD2455 im Gerätemanager namentlich richtig erkannt. Zwingend notwendig ist sie unter Windows 10 allerdings nicht. Auch die Touchfunktionalität stand bereits kurz nach dem Anschließen des USB-Hub-Kabels zur Verfügung. Voraussetzung ist vermutlich allerdings eine bestehende Internetverbindung.

Lieferumfang des ViewSonic TD2455
Lieferumfang

Für die Nutzung der Touchfunktionalität am Mac muss eine separate Software installiert werden, die über die Website von ViewSonic erhältlich ist. Laut der Produktseite des Herstellers wird die Touch-Unterstützung ferner für Android, Chrome, Linux und Raspberry Pi angeboten.

Kritikwürdig ist wie so oft das Handbuch. Ausführlicher wird es nur bei Themen, die ohnehin weitgehend selbsterklärend sind. Spätestens bei den OSD-Funktionen beschränkt es sich lediglich auf zahlreiche Screenshots ohne zusätzliche Informationen.

Optik und Mechanik

Die Montage des ViewSonic TD2455 ist denkbar einfach. Das Standbein besteht aus einem Stück und muss nur noch auf der Display-Rückseite eingeklinkt werden. Zur Wandmontage nach VESA 100 x 100 kann es per Knopfdruck auch jederzeit wieder gelöst werden.

Montage des Standbeins am Display
Montage des Standbeins

Das Design und die verwendeten Materialien entsprechen dem, was man bei ViewSonic auch in den höherpreisigen Geräten der VP-Klasse antrifft. Der Verarbeitung beim TD2455 ist grundsolide, macht aber stellenweise einen etwas kostenoptimierten Eindruck.

ViewSonic TD2455 Ansicht vorn in der höchsten Stellung
Ansicht vorn in der höchsten Stellung
ViewSonic TD2455 Ansicht hinten in der höchsten Stellung
Ansicht hinten in der höchsten Stellung
ViewSonic TD2455 Ansicht vorn in der niedrigsten Stellung
Ansicht vorn in der niedrigsten Stellung
ViewSonic TD2455 Ansicht hinten in der niedrigsten Stellung
Ansicht hinten in der niedrigsten Stellung

Auf den ersten Blick sieht der ViewSonic TD2455 wie ein gewöhnlicher Büromonitor aus. Auffällig sind nur das eigenwillig geformte Standbein und der extrem schmale Rahmen des Displays. Der Rahmen ist nur ca. 1 mm breit. Zusammen mit der im Betrieb nicht genutzten Display-Fläche macht das insgesamt lediglich 5 mm aus. Der Bildschirm sitzt dabei fast bündig im Rahmen, sodass auch Wischgesten von den äußersten Rändern gut funktionieren.

ViewSonic TD2455 Ansicht vorn in der höchsten Stellung
Ansicht vorn in der höchsten Stellung
ViewSonic TD2455 Ansicht vorn in der niedrigsten Stellung
Ansicht vorn in der niedrigsten Stellung

Das Standbein sieht dabei nicht nur schick aus, sondern wurde von ViewSonic auch ganz speziell im Hinblick auf die Touchbedienung konstruiert. Von der Seite her erinnert die Konstruktion im zusammengeklappten Zustand an ein Bügeleisen. Anstelle der sonst üblichen Höhenverstellung in der Vertikalen kann der obere Teil aber wie der Arm eines Krans nach oben gezogen werden.

Das ergibt zwar im herkömmlichen Sinn nur eine recht magere Höhenverstellung von ca. 8 cm, in Verbindung mit dem üppigen Neigungsgelenk an der Display-Aufhängung aber ganz andere Einstellmöglichkeiten. Die Neigung ist damit von -5 bis +60° möglich.

ViewSonic TD2455 Ansicht seitlich
Ansicht seitlich
Ansicht seitlich und Display mit maximalem Neigungswinkel nach hinten
Ansicht seitlich mit maximalem Neigungswinkel nach hinten

Absenken lässt sich das Display bis auf den Schreibtisch. Nutzt man einen starken Neigungswinkel, ist zusätzlicher Spielraum vorhanden. Es scheint einem dabei regelrecht etwas entgegenzukommen.

Die fehlende Drehfunktion mag man beim ViewSonic TD2455 leicht verschmerzen, da das Gerät noch relativ handlich ist und sich zur Not auch so drehen lässt. Die Pivot-Funktion für das Hochformat wäre gerade bei einem Touchdisplay für den einen oder anderen Nutzer aber vielleicht doch wünschenswert. Schließlich hat man so bei langen Texten problemlos eine DIN-A4-Seite in ansprechender Textgröße im Überblick.

Ansicht Pivot seitlich
Ansicht niedrigste Stellung seitlich

Unten in der Mitte hat das Display einen Gummistopper, um es beim Kontakt mit dem Schreibtisch zu schützen. In der Praxis verstellt man beide Gelenke gleichzeitig bei der Suche nach der jeweils optimalen Position. Erfreulicherweise ist die Mechanik dafür auch angenehm leichtgängig ausgelegt. Dadurch kann man jederzeit zwischen einem normalen Monitor und einem stark abgeflacht angebrachten Touchscreen wechseln.

Ausgefallene Standbeinkonstruktion des ViewSonic TD2455
Ausgefallene Standbeinkonstruktion

Dabei sind wir aber auch auf ein paar Stolpersteine gestoßen. Zum einen passiert es leicht, dass man beim Nach-unten- und Nach-vorn-Ziehen für die Touchbedienung versehentlich mit dem Handballen auf die recht weit außen liegende Soft-off-Taste kommt. Nach dem Wiedereinschalten wartet man dann knapp 8 Sekunden, bis wieder ein Bild erscheint. In einem Vortrag vor großem Publikum ist das schon eine halbe Ewigkeit.

Standbein-Ansicht von der Seite
Standbein-Ansicht von der Seite
Markantes Design: Die Transformers lassen grüßen
Markantes Design: Die Transformers lassen grüßen

Das zweite Problem entsteht durch die hinten recht weit unten angebrachten Kabel, wobei das erste Stück nach dem Stecker noch recht starr ist. Beim Absenken nach vorn unten sind sie deshalb schnell im Weg. Behelfen kann man sich allerdings, wenn man die Öffnung des Standbeins als Hilfe nutzt, um die Kabel besser nach hinten zu bringen.

Kabelführung
Fehlende Kabelführung
Kabelführung
Anschlusspanel auf der Rückseite

Auf jeden Fall erwähnenswert ist noch die im Standfuß integrierte Client-Halterung zur schnellen Installation einer optionalen Mini-PC-Halterung auf der Rückseite des Displays. Damit bekommt man mit dem entsprechenden Mini-PC im Handumdrehen einen All-in-One-PC, den man auch ohne Maus und Tastatur bedienen kann und der handlich genug ist, um bei Bedarf öfter seinen Standort zu wechseln.

Optionale Mini-PC-Halterung
Optionale Mini-PC-Halterung

Das Netzteil ist beim ViewSonic TD2455 direkt im Gehäuse untergebracht. Die Lüftungsschlitze fallen sehr dezent aus, wobei wir dennoch keinerlei Erwärmung feststellen konnten. Das gilt sowohl für die Display-Rückseite als auch für die Touch-Oberfläche.

Lüftungsschlitze auf der Displaygehäuserückseite
Lüftungsschlitze

Technik

Betriebsgeräusch

Wir haben beim ViewSonic TD2455 keine Betriebsgeräusche wahrnehmen können. Sowohl im Standby wie auch in Betrieb arbeitet der Monitor völlig geräuschlos – unabhängig davon, welche Helligkeit eingestellt ist. Allerdings kann gerade die Geräuschentwicklung einer gewissen Serienstreuung unterliegen, weshalb diese Beurteilung nicht für alle Geräte einer Serie gleichermaßen zutreffen muss.

Stromverbrauch

Um die Touchfunktionalität nutzen zu können, muss zwingend das USB-Hub-Kabel angeschlossen sein. Da man sich das Gerät genau dafür kauft, haben wir die Strommessungen hier auch mit angeschlossenem USB-Hub-Kabel durchgeführt.

Hersteller Gemessen
Betrieb maximal 20,4 W 18,11 W
Betrieb typisch 17,9 W
140 cd/m² k. A. 12 W
Betrieb minimal k. A. 6,46 W
Energiespar­modus (Standby) 0,3 W 2 W
Ausgeschaltet (Soft Off) 0,3 W < 0,18 W
Ausgeschaltet (Netzschalter)

Messwerte ohne zusätzliche Verbraucher (Lautsprecher und USB)

ViewSonic nennt im Datenblatt einen Maximalverbrauch von 20,4 Watt. Nach unseren Messungen liegt er mit 18,11 Watt rund 11 % darunter. Schon fast sensationell ist der minimale Bedarf mit nur 6,46 Watt bei immerhin noch 21 cd/m². Wir gehen davon aus, dass das Abziehen des USB-Hub-Kabels die Leistungsaufnahme im normalen Betrieb nicht noch weiter reduzieren würde.

Anders sieht es im Standby aus. Hier genehmigt sich der ViewSonic TD2455 noch moderate 2 Watt. Ohne USB-Kabel sind es weniger als 0,25 Watt. Das lässt sich auf Wunsch aber auch über die Soft-off-Taste lösen. Hier messen wir in beiden Fällen einen Verbrauch von unter 0,18 Watt. Einen Netzschalter, um den Monitor komplett vom Stromnetz zu trennen, hat der ViewSonic TD2455 allerdings nicht.

Bei 140 cd/m² am Arbeitsplatz zeigt das Messgerät 12 Watt an. Die Effizienz bei dieser Helligkeit berechnet sich zu ausgezeichneten 1,8 cd/W.

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