Test ViewSonic VX3276-4K-mhd – guter Allround-Monitor
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Overdrive

60 Hz, Overdrive „Standard“

Das Schaltzeitendiagramm zeigt unter anderem, wie sich verschiedene Helligkeitssprünge addieren, wie schnell der Monitor in der Werkseinstellung im besten Fall reagiert und von welcher mittleren Reaktionszeit ausgegangen werden kann.

Diagramm: 60 Hz ("Standard"): langsame Schaltzeiten
60 Hz („Standard“): langsame Schaltzeiten
Diagramm: 60 Hz ("Standard"): keine Überschwinger
60 Hz („Standard“): keine Überschwinger

In der Standardeinstellung wird im Durchschnitt unserer 15 Messpunkte eine Reaktionszeit von 26 ms gemessen. Die Farbwerte überschreiten diesen Wert noch, und die kürzeste Reaktionszeit eines Grau-zu-Grau-Wechsels liegt bei 13,2 ms. Diese Werte sind nicht optimal und weit entfernt von den Herstellerangaben. Da gleichzeitig keine Überschwinger gemessen werden konnten, kann davon ausgegangen werden, dass in diesem Modus keine Overdrive-Funktion aktiv ist.

60 Hz, Overdrive „Erweitert“

Auf der mittleren Stufe sehen die Werte schon deutlich besser aus. Der Durchschnitt liegt genau wie die Farbwerte bei 13,2 ms. Der kürzeste Grau-zu-Grau-Wechsel wird sogar in sehr guten 4,4 ms erzielt. Leichte Überschwinger sind zwar messbar, bewegen sich aber noch in einem angemessenen Bereich.

Diagramm: 60 Hz ("Erweitert"): angemessene Schaltzeiten
60 Hz („Erweitert“): angemessene Schaltzeiten
Diagramm: 60 Hz ("Erweitert"): leichte Überschwinger
60 Hz („Erweitert“): leichte Überschwinger

60 Hz, Overdrive „Ultraschnell“

Auf der schnellsten Overdrive-Einstellung können die Reaktionszeiten tatsächlich weiter optimiert werden. Dies überrascht uns, da der Grau-zu-Grau-Wechsel mit 3,6 ms sogar leicht unter die Herstellerangaben rutscht, die tendenziell etwas zu optimistisch ausgegeben werden. Der Durchschnitt liegt leider noch leicht über 10 ms, dafür sinkt die Reaktionszeit im Farbbereich unter diesen magischen Wert.

Wie zu erwarten, wurden aber deutlich stärkere Überschwinger gemessen. Noch negativer fällt der subjektive Eindruck in der Praxis aus. Bei schnellen Bewegungen werden deutliche Doppelbilder mit zusätzlichen Farbverfälschungen produziert, wodurch der Modus nicht sinnvoll einsetzbar ist. In der mittleren Overdrive-Einstellung ist dieser Effekt nur minimal zu beobachten und sollte daher von Spielern im Dauerbetrieb bevorzugt werden.

Diagramm: 60 Hz ("Ultraschnell"): gute Schaltzeiten
60 Hz („Ultraschnell“): gute Schaltzeiten
Daigramm: 60 Hz ("Ultraschnell"): erhöhte Überschwinger
60 Hz („Ultraschnell“): erhöhte Überschwinger

Netzdiagramme

In den folgenden Netzdiagrammen sehen Sie alle Messwerte zu den unterschiedlichen Helligkeitssprüngen unserer Messungen im Überblick. Im Idealfall würden sich die grünen und die roten Linien eng am Zentrum befinden. Jede Achse repräsentiert einen in dem Pegel und der Dynamik definierten Helligkeitssprung des Monitors, gemessen über Lichtsensor und Oszilloskop.

Diagramm: 60 Hz, Overdrive "Standard"
60 Hz, Overdrive „Standard“
Diagramm: 60 Hz, Overdrive "Erweitert"
60 Hz, Overdrive „Erweitert“
Diagramm: 60 Hz, Overdrive "Ultraschnell"
60 Hz, Overdrive „Ultraschnell“

Latenzzeit

Die Latenzzeit fällt (im Modus „Geringe Eingangsverzögerung: Ein“) bei 60 Hz mit 12,2 ms (kürzester Messwert aus mehreren Versuchen) gut aus. Wird bei der höchsten Overdrive-Einstellung die halbe mittlere Bildwechselzeit hinzugerechnet, werden knapp 18 ms erreicht. Für Hardcore-Gamer dürfte der Wert noch zu hoch sein, für Gelegenheitsspieler ist die Latenz dagegen akzeptabel.

Backlight

Das Hintergrundlicht des Monitors wird nicht durch Pulsbreitenmodulation (PWM) reduziert, deshalb entstehen auch keine Unterbrechungen im Lichtstrom (Flackern). Somit ist der Monitor selbst bei reduzierter Helligkeit für längere Sessions geeignet.

Diagramm: LED-Backlight mit kontinuierlicher Helligkeitsregelung
LED-Backlight mit kontinuierlicher Helligkeitsregelung

Subjektive Beurteilung

Der Monitor besitzt keinen FreeSync- oder G-Sync-Modus. Die einzige Ausrichtung auf Spieler ist der Schnellzugriff auf die Gamer-Profile. Dort können vier vordefinierte oder drei individuell einstellbare und beschriftbare Modi gewählt werden. Der FPS1-Modus hellt das Bild deutlich auf und macht dadurch auch Gegner in dunklen Ecken sichtbar. Die übrigen Bildparameter werden zudem nicht übertrieben dargestellt, sodass der Modus durchaus genutzt werden kann. Beim FPS2-Modus wird dagegen der Kontrast subjektiv stark angehoben. Dies kann in einigen Spielen ebenfalls sinnvoll sein, verfälscht aber auch die allgemeine Farbdarstellung. Der RTS-Modus überschärft das Bild und lässt eine Art schwarzen Rand um einige Objekte entstehen, wodurch wir diesen nicht sinnvoll einsetzbar finden. Dies ist beim MOBA-Modus etwas besser gelöst worden, aber auch dort stören uns die negativen Bildauswirkungen noch. Da aber drei eigene Profile festgelegt werden können, ist der gesamte Bereich als positiv zu werten.

Die Latenz ist für einen Monitor, der nicht für das reine Gamen ausgerichtet wurde, in Ordnung. Die Reaktionszeiten empfanden wir ebenfalls als gut. Leichte Schlieren waren aber auszumachen, da der Bildschirm mit maximal 60 Hz betrieben werden kann. Gelegenheitsspieler dürften mit dem Gerät gut zurechtkommen. Wie wir im übernächsten Abschnitt genauer beschreiben, ist der HDR-Modus leider nicht sinnvoll nutzbar und kann daher auch Spiele nicht aufwerten. Dies hätte einen Bonuspunkt im Gaming-Bereich bringen können.

Sound

Der ViewSonic VX3276-4K-mhd wird mit zwei 2-Watt-Lautsprechern ausgestattet, die einen ausgewogenen Stereoklang bieten sollen. Zugespielt werden können Signale über die HDMI- und DisplayPort-Anschlüsse. Per Audio-Ausgang kann das Signal außerdem an Kopfhörer oder externe Lautsprecher weitergereicht werden.

Die Lautstärke der Lautsprecher ist ausreichend hoch einstellbar, um auch bei Umgebungsgeräuschen noch wahrgenommen werden zu können. Stimmen klingen über die Tongeber nicht natürlich, sondern etwas zu dumpf, können aber verständlich wiedergegeben werden. Bässe werden fast vollständig ignoriert, und auch in anderen Bereichen ist die Wiedergabe etwas klanglos. Für kleinere Videoclips sind die Lautsprecher ausreichend, für den Musikgenuss oder auch die Wiedergabe von Serien oder Filmen sollte dagegen zu einer Alternative gegriffen werden.

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