Test ASUS PA32UCX-K – 4K-Monitor mit Helligkeitsrekord

32 Zoll 4K-Monitor bietet eine DisplayHDR 1000 Zertifizierung und unterstützt Dolby Vision, HLG und HDR10

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Einleitung

Mit der ProArt-Reihe zielt ASUS auf professionelle Anwender im Bereich der Foto- und Videobearbeitung ab, die das beste Display für ihren Workflow suchen. Geht es um das technisch Machbare, sind diese Geräte immer ganz vorn dabei. Das konnten wir bereits vor knapp zwei Jahren beim Test des ASUS PA32UC bestaunen – einem 4K-HDR-Display mit 1000 nits und 384 Zonen starker LED-Backlight-Matrix.

Der neue ASUS PA32UCX übertrumpft dieses Flaggschiff jetzt praktisch in allen Belangen noch mal sehr deutlich. Er ist dabei laut Hersteller der erste 32-Zoll-4K-Monitor mit Mini-LED-Hintergrundbeleuchtung – einer Technologie, die den (noch kaum verfügbaren) OLED-Monitoren das Fürchten lehren soll.

Einer der Vorteile der Mini-LED-Technologie besteht in der Möglichkeit, noch größere Farbräume zu erzeugen. ASUS verspricht für den PA32UCX echte 10-Bit-Farben dank Quantum-Dot-Technologie und eine Farbraumabdeckung von 89 % Rec. 2020, 99,5 % Adobe RGB, 99 % DCI-P3 und 100 % sRGB mit einer außergewöhnlichen Farbtreue.

Doch das ist noch längst nicht alles. Das nach VESA DisplayHDR 1000 zertifizierte Gerät soll in der Spitze sogar 1200 cd/m² erreichen und ein natives Kontrastverhältnis von sagenhaften 1 000 000:1 erreichen. Unterstützt werden mehrere HDR-Formate, einschließlich Dolby Vision, HLG und HDR10. Die Unterstützung für Dolby Vision stellt laut ASUS in dieser Monitorklasse einen weiteren Weltrekord dar. Für beeindruckend tiefe Schwarzwerte sorgt ferner eine jetzt auf 1152 Zonen ausgeweitete lokale Helligkeitssteuerung.

Auf der Anschlussseite sind dank „Thunderbolt 3 USB-C“ Datenübertragungsraten von bis zu 40 Gbit/s möglich. Mit seinem Feature-Set richtet sich der PA32UCX insgesamt insbesondere an anspruchsvolle Content-Ersteller wie Videofilmer, Kameramänner und Koloristen.

Detaillierte Informationen zu den Ausstattungsmerkmalen und den Spezifikationen finden Sie im ASUS-PA32UCX-K-Datenblatt.

Lieferumfang

Wir haben den ASUS PA32UCX in der K-Variante getestet, also PA32UCX-K. Dabei ist zusätzlich ein hochwertiges Kolorimeter – das X-Rite i1Display Pro – im Lieferumfang enthalten. Ansonsten sind die beiden Varianten identisch.

Auch ohne Kolorimeter fällt der Lieferumfang sichtbar umfangreich aus. Kabel für alle Anschluss-Arten sind bereits enthalten: DisplayPort, HDMI, Thunderbolt 3 (USB-C), USB-C, USB-C-zu-USB-A, Strom. Die Anschlüsse auf der Rückseite lassen sich elegant mittels beiliegender Abdeckplatte kaschieren. Auch eine Lichtschutzblende wird mitgeliefert.

Lieferumfang des Asus PA32UCX-K
Lieferumfang

Zu monieren ist allerdings, dass die Kabel teilweise viel zu kurz sind. Das ist vor allem beim wichtigen USB-C-zu-USB-A-Kabel der Fall, das man für die Verbindung zur Hardware-Kalibrierung zwingend benötigt.

Optik und Mechanik

Der ASUS PA32UCX wird in einem riesigen Karton mit einer speziellen Kunststoffverriegelung geliefert. Nachdem sie viermal gelöst hat, kann man den Außenkarton praktisch komplett nach oben abziehen und bekommt leichten Zugang auf das in Styroporformteile gekleidete Innenleben. Das Auspacken ist somit vergleichsweise einfach. Andererseits kostet es eine ganze Menge Zeit, das schöne Gerät erst mal von den vielen elektrostatisch anhaftenden Styroporbröseln zu reinigen.

Standbein und -fuß sind aus einem Stück bzw. bereits vormontiert und müssen nur noch auf der Display-Rückseite eingeklinkt werden. Zum Lösen dient ein kleiner Knopf. Ein VESA-Wandmontage-Set (100 x 100 mm) ist separat erhältlich.

Montage des Standbeins
Montage des Standbeins

Wie von der ASUS-ProArt-Serie gewohnt, macht die gesamte Verarbeitung einen sehr robusten und zugleich hochwertigen Eindruck. Abgesehen von der anderen Farbgebung mit einem schwarzen Standbein und goldenen Zierelementen sieht der ASUS PA32UCX dem PA32UC zum Verwechseln ähnlich.

Monitor Ansicht vorn in der höchsten Stellung
Ansicht vorn in der höchsten Stellung
Monitor Ansicht hinten in der höchsten Stellung
Ansicht hinten in der höchsten Stellung
Monitor Ansicht vorn in der niedrigsten Stellung
Ansicht vorn in der niedrigsten Stellung
Monitor Ansicht hinten in der niedrigsten Stellung
Ansicht hinten in der niedrigsten Stellung

Das gilt aber nur, wenn man schnell über die Abbildungen im Internet fliegt und ihn nicht in natura vor sich hat. Spätestens die Ansichten von der Seite zeigen, dass es sich beim PA32UCX um ein enorm wuchtiges Display handelt.
Seitlich am Rahmen sind es bereits ca. 5,5 cm. Die Tiefe insgesamt liegt bei gut 9 cm. Mit knapp 15 kg ist der Proband zudem nicht gerade ein Leichtgewicht.

Der ASUS PA32UCX gibt also auch äußerlich ein Flaggschiff-Statement ab, ohne dabei klobig zu wirken. Wie bei der ProArt-Serie üblich, legt die Design-Abteilung von ASUS viel Liebe zum Detail an den Tag, um auch bei der Optik den hohen Anschaffungspreis zu rechtfertigen.

Design by ASUS in Taiwan
Design by ASUS in Taiwan
Design mit viel Liebe zum Detail
Design mit viel Liebe zum Detail
Display mit Ansicht Drehung nach links
Ansicht Drehung nach links
Display mit Ansicht Drehung nach rechts
Ansicht Drehung nach rechts

Hinsichtlich Ergonomie-Funktionen bleiben beim ASUS PA32UCX trotz seiner Dimensionen keine Wünsche offen. In der Höhe kann das Gerät um 13 cm variiert und jeweils um 60° in beide Richtungen gedreht werden. Der Spielraum bei der Neigung reicht von -5 bis +23°. Selbst der 90°-Schwenk in das Hochformat wird durch das stabile Standbeingelenk ermöglicht.

Asus PA32UCX-K Ansicht seitlich
Ansicht seitlich
Ansicht seitlich mit maximalem Neigungswinkel nach hinten
Ansicht seitlich mit maximalem Neigungswinkel nach hinten

Alle Ergonomie-Funktionen lassen sich dabei sehr leichtgängig und gleichzeitig präzise einstellen. Die Höhenverstellung scheint luftgefedert zu sein. Die Mechanik ist insgesamt erstklassig.

Ansicht Pivot seitlich
Ansicht Pivot seitlich
Ansicht Pivot von vorn
Ansicht Pivot von vorn

Das elegante Standbein sieht dem des PA32UC sehr ähnlich. Kleine Verbesserungen gibt es aber auch hier: Oberhalb des goldenen Zierrings ist jetzt ein Durchlass zu finden, um die Kabel durchzuführen.

Standbein des ASUS PA32UCX-K
Standbein
Drehgelenk des Standbeins am Display
Drehgelenk des Standbeins am Display

Die rückseitigen Anschlüsse können mit der beiliegenden Abdeckung komplett abgedeckt werden. Die Lösung sieht damit zwar sehr gut aus, ist aber eher für dauerhafte Installationen gedacht, da der Zugang zu den Anschlüssen recht schmal ausfällt und beim Anstecken schon etwas Geduld erfordert.

Kabelführung im Standbein des Monitors
Kabelführung

Zum Lieferumfang des ASUS PA32UCX gehört jetzt auch gleich eine Lichtschutzblende. Grundsätzlich ist das nicht nur in der EBV ein äußerst nützliches Zubehör. Die Lösung von ASUS kann hier aber nicht sonderlich überzeugen und ist mit den hochwertigen Exemplaren von EIZO oder auch BenQ nicht zu vergleichen.

Anschlussblende offen
Anschlussblende offen
Anschlussblende geschlossen
Anschlussblende geschlossen

Die Blende besteht beim ASUS PA32UCX aus einem sehr dünnen, eher kostenoptimiert wirkenden Kunststoffmaterial. Sie muss ferner mit zahlreichen Schrauben am äußeren Rahmen befestigt werden. Wie man dann noch eine Kalibrierung mit dem beiliegenden i1Display Pro machen soll, lässt der Hersteller offen. Aus unserer Sicht ist das eine wenig praxistaugliche Lösung.

Lichtschutzblende des ASUS PA32UCX-K
Lichtschutzblende
Lichtschutzblende: „Flexibler Luftikus“, der mit vielen Schrauben befestigt werden muss
Lichtschutzblende: „Flexibler Luftikus“, der mit vielen Schrauben befestigt werden muss

Technik

Betriebsgeräusch

Das Thema Betriebsgeräusch ist bei Monitoren heute in der Regel keines mehr, weil die meisten Geräte komplett lautlos arbeiten. Beim ASUS PA32UCX reichen die rings um den Rahmen zu sehenden Lüftungsschlitze aber zur passiven Kühlung leider nicht mehr aus.

Lüftungsschlitze ringsum, und Lüfter innen des Displays
Lüftungsschlitze ringsum, und Lüfter innen

Beim ersten Einschalten erlebt man daher erst mal eine unliebsame Überraschung. Der PA32UCX hört sich dabei ähnlich wie ein Hochleistungs-Notebook an. Die eingebauten Lüfter drehen kurzzeitig auf maximale Drehzahl hoch und pegeln sich dann dauerhaft auf ein immer noch sehr gut zu hörendes Dauersurren ein.

Das Geräusch liegt dabei eher im hochfrequenten Bereich, und man kann eindeutig ein schnelles Pulsieren heraushören. Aus unserer subjektiven Sicht wird das Geräusch daher schnell nervig und unangenehm – vor allem, wenn sämtliche PCs im Büro Silent-optimiert sind. Selbst von einem anderen Arbeitsplatz aus gut drei Metern Entfernung waren wir immer ganz froh, wenn wir den ASUS PA32UCX wieder ausschalten konnten.

Mag die Notwendigkeit eines Lüfters zum Erreichen einer dauerhaften Maximalhelligkeit von über 1200 nits noch verständlich sein, so ist es das bei einer üblichen Arbeitsplatzhelligkeit für Office- und EBV-Arbeiten sicher nicht. Die Lüfter werden zwar vermutlich bei längerem HDR-Betrieb temperaturabhängig noch nach oben geregelt, umgekehrt gibt es aber auch keinen Silent-Modus bzw. kein vollständiges Abschalten der Lüfter. Eine Regelmöglichkeit im OSD haben wir ebenfalls nicht gefunden.

Der als 1000-nits-Gerät beworbene PA32UC kommt übrigens dagegen mit einer rein passiven Kühlung aus. Wie immer gilt: Was den einen stört, lässt den anderen kalt. Wer ohnehin beim Arbeiten und Spielen ständig Kopfhörer trägt, kann sich entspannt zurücklehnen. Zumindest erfüllen die Lüfter ihren Zweck.

Im Normalbetrieb bei 140 cd/m² am Arbeitsplatz ist nur eine leichte Erwärmung vor allem im oberen Bereich der Lüftungsschlitze festzustellen. Bei der HDR-Wiedergabe ist die warme Abluft dagegen oben, unten und seitlich schon gut zu spüren. Übermäßig heiß wird das Gerät aber auch hier nirgendwo.

5 KOMMENTARE

  1. Is an i/o capture device required to use this monitor as an HDR reference monitor in Final Cut Pro X (2017 iMac, 27” TB3)?
    Ist ein E / A-Aufnahmegerät erforderlich, um diesen Monitor als HDR-Referenzmonitor in Final Cut Pro X (2017 iMac, 27 ”TB3) zu verwenden?

    • We have not mentioned anywhere that the monitor would be suitable for HDR reference purposes. Since you have to spend a little more and grab the EIZO CG3145 ColorEdge (about 40.000 EUR). Capture and editing are two pairs of boots. Why do you think that an i/o capture device makes a difference for editing?

      • Thank you for the outstanding review, Manuel! Regarding editing HDR video in Final Cut Pro, I spoke with both Asus technical support and Blackmagic Design and they both assured me that I will need something like the Blackmagic UltraStudio 4K Mini to send HDR over to the Asus monitor from my Mac. Apple’s white paper also says a third-party device is needed to connect an external monitor for HDR color grading. The one exception is their Display XDR Monitor, which can be connected directly through TB3 to their new Mac Pro.

  2. Lüfter = K.O. Kriterium. Und bei solchen Highend Spezifikationen auf so ein schwaches / billiges (in mehrerer Hinsicht) Kühlsystem zu setzen ist dumm und frech zugleich.

    Sehr, sehr schade. Ich hatte vor mir diesen Monitor trotz des vermutlich exorbitanten Preises (Gerüchten zu folge ~5.000€) zu holen. Einfach weil er HDR1000, 4k und 120hz schafft und damit der erster Monitor ist und ich lange auf einen solchen gewartet habe. Aber dann warte ich eben noch länger.

    • Wer auf eine ruhige Arbeitsumgebung wert legt, wird mit dem Gerät sicher nicht glücklich. Ob die Helligkeitsrekorde auch ohne Lüfter technisch machbar wären, lässt sich schwer sagen. Ein temperatur-gesteuertes Abschalten des Lüfters im normalen Desktop-Betrieb wäre aber sicher eine gute Idee gewesen.

      120Hz? Davon ist uns nichts bekannt. Das ist kein Gaming-Monitor.

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