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TESTBERICHT: Asus MX299Q Teil 8


Angesichts der gar nicht besonders flinken Schaltzeiten hätten wir die kräftigen Überschwinger im rechten Chart in dieser Höhe nicht erwartet - sie zeigen, dass die Beschleunigungsschaltung bei TraceFree 60 ganz schön kräftig zupackt. Schon bei diesem vergleichsweise hellen Messpunkt (Helligkeitsverlauf beim Grauwechsel zwischen 50 und 80 Prozent) sind die Überhöhungen mit 35 Prozent sehr ausgeprägt. Doch je dunkler der Grauwechsel, desto größer die Überschwinger, beim Wechsel von 30 zu 0 Prozent steigt die Überhöhung bereits auf enorme 100 Prozent an. Neutral ist diese Abstimmung ganz sicher nicht und für Videos wenig geeignet, die drohenden Bildartefakte sind nur für Gamer akzeptabel.

TraceFree 100: selbst mit sehr starken Überschwingern werden die Schaltzeiten kaum kürzer.

Die höchste Einstellung TraceFree 100 verkürzt die Schaltzeiten kaum noch, dafür erreichen die Überschwinger an den dunklen Messpunkten schon groteske Höhen. Ein neutrales Bild ist kaum noch zu erwarten, in schnell bewegten Bereichen sind Bildartefakte so gut wie sicher.

Als videotaugliche Allroundeinstellung wählt man besser TraceFree 20 anstelle der Werkseinstellung. Werte von 40 und mehr sind nur für ambitionierte Gamer geeignet, wobei oberhalb der Werkseinstellung 60 kaum noch etwas zu gewinnen ist.

Latenzzeit

Die Latenz ist ein wichtiger Wert für Spieler, wir ermitteln sie als Summe der Signalverzögerungszeit und der halben mittleren Bildwechselzeit. Beim MX299Q messen wir mit nur 0,8 Millisekunden eine extrem kurze Signalverzögerung – weniger ist kaum möglich. Die halbe mittlere Bildwechselzeit ist mit 5,3 Millisekunden (TraceFree 100) ebenfalls kurz, was für Gamer beides sehr erfreuliche Werte sind.

Backlight

Die Hintergrundbeleuchtung des MX299Q arbeitet mit White LED. Für die Helligkeitsregelung wird ein kontinuierliches Verfahren eingesetzt.

Das Backlight leuchtet bei jeder Stellung des Helligkeitsreglers kontinuierlich. Im Chart zeigen wir drei markante Einstellungen: volle Helligkeit (rot), 140 cd /m² am Arbeitsplatz (gelb) und kleinste Reglerstellung (violett). In allen Fällen ist der Helligkeitsverlauf glatt, von der PWM-typischen Rechteckschwingung ist nichts zu sehen. Backlight-Flimmern kann beim MX299Q nicht auftreten.

LED-Backlight mit kontinuierlicher Helligkeitsregelung.

Subjektive Beurteilung

Im Praxistest waren bei Spielen und Videos keine ungewöhnlichen Nachzieheffekte oder Bewegungsunschärfen zu sehen. Der MX299Q ist zwar kein Monitor für Profi-Gamer, dürfte aber umgekehrt nicht nur Gelegenheitsspieler zufrieden stellen.

Sound

Interessanterweise ist auf der Website von ASUS der Sound das am stärksten hervorgehobene Feature des MX299Q. ASUS verspricht "erstklassigen SonicMaster Premium-Klang – Entwickelt in Zusammenarbeit mit Bang & Olufsen ICEpower". Das soll "mit Hilfe der Kombination aus innovativen Audio-Hardwarekomponenten und professionellen Klangverarbeitungsalgorithmen" zu einem "kristallklaren Klang, mehr Reichweite, Volumen sowie einer präzisen Stimmwiedergabe" führen.

Dazu sind zwei 3W-Stereolautsprecher mit 32 mm Durchmesser in den Rahmen integriert. Zudem soll der ASUS MX299Q über eine Resonanzkammer mit bis zu 100 ccm "für ein nie gekanntes Monitor-Klangerlebnis auf einem ganz neuen Niveau" verfügen.

Lautsprecher: unauffällig in den Rahmen integriert.

Das ist aber immer noch nicht genug: zusätzlich besitzt der Monitor einen integrierten Verstärker, der dem Signal eine Verstärkung von bis zu 5W pro Kanal verpasst. Um den Sound dann noch kräftiger und intensiver klingen zu lassen, wurden die Lautsprecher zu guter Letzt auch noch mit Seltenerdmagneten ausgestattet.

Zugegeben: einen vernünftigen, satten Sound in so einem schmalen Gehäuse mit so wenig Resonanzraum zu produzieren ist irgendetwas zwischen "großer Herausforderung" und unmöglich. Dem MX299Q gelingt das allerdings deutlich besser als der "Durchschnittskost" mancher Wettbewerber mit ähnlich schlanker Bauweise. Dennoch fehlt es insgesamt an Volumen und Bass. Ein echter Musik-, Spiele- oder gar Kinofilm-Genuss kommt damit nicht wirklich auf.

Nutzer, die ihr Gerät im Büro auf den Designer-Schreibtisch stellen und partout keine zusätzlichen Lautsprecher daneben haben wollen, erhalten einen passablen Klang für die Windows-Klänge, YouTube-Videos und das Skype-Telefonat nach Übersee.

DVD und Video

HD-Zuspieler wie Blu-Ray-Player, HDTV-Empfänger und Spielekonsolen können den HDMI-Eingang des MX299Q verwenden. Die hohe Auflösung von 2.560 x 1.080 Bildpunkten wird auch an diesem Anschluss problemlos verarbeitet.

Eine Voreinstellung "Film" bietet das OSD nicht, für den sehr kühlen Theater-Modus konnten wir uns nicht erwärmen. Wie so oft wählten wir für unser Testvideo wieder den Standard-Modus mit 6500K und Gamma 2,2. Bei unseren Farbmessungen schnitt diese Einstellung keineswegs optimal ab, eine bessere schien uns jedoch ab Werk nicht verfügbar. Die Overdrive-Einstellung haben wir von TraceFree 60 nach 20 geändert (siehe auch Abschnitt Reaktionszeit).

So eingestellt zeigte der MX299Q am PC wie am BD-Player ein attraktives Bild. Die Farben wirkten natürlich, auch kritische Hauttöne wurden stimmig wiedergegeben. Schwarzwert und Bildkontrast waren gut. In hellen Szenen wurden Details gut durchgezeichnet, in dunklen Bildbereichen liefen kleine Abstufungen dagegen des Öfteren zusammen. Halos oder Nachzieheffekte bei schnellen Szenen haben wir nicht beobachtet, der abgesenkte Overdrive war gut geeignet.

Die geringe Blickwinkelabhängigkeit des IPS-Panels ist gerade bei solch einem überbreiten Monitor von Vorteil. Aufstellung in Augenhöhe ist aber anzuraten, denn das typische Glühen (IPS-Glow) in dunklen Szenen ist schon bei kleinen diagonalen Blickwinkeln sehr ausgeprägt.

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6 Kommentare vorhanden


Habe den Monitor aufgrund des Test´s gekauft und bin doch sehr enttäuscht! Der Monitor hat extreme! Lichthöfe in den unteren Ecken, selbst mit stark runtergeregelter Helligkeit stören diese extrem bei dunklen Bildinhalten.

Darauf gehen wir ja auch ein. Mehr als die Helligkeitsverteilung zu messen und ein Bild davon zu machen ist ja kaum möglich. Zumal gerade die Ausleuchtung einer gewissen Serienstreuung unterliegt. Wir können ja nur das eine Modell bewerten was von uns getestet wurde und nicht alle am Markt vorhandenen Geräte. Wenn die Ausleuchtung nicht passt, wieder einpacken und zurück senden.
War auch eigentlich nicht als Kritik am Test gemeint sondern eher als Hinweis für evtl. Käufer. Ich danke Euch auf jeden Fall für den guten Test.
Hallo,
jetzt würde ich nur noch um einen kleinen Schubs bitten:
Den Asus MX299Q oder den LG Flatron 29EB93-P.
Beide habt Ihr ja getestet und eigentlich nehmen die sich ja nix. Ich bin Gamer. Warthunder, Battlefield, World of Tanks.
Vielen Dank
Frage: Ich möchte (neben dem PC) auch meine Xbox 360 an dem Monitor betreiben.
Ihr schreibt ja, dass es Probleme bei 1280x720 gibt. Das ist aber die Auflösung, in der die meisten Xbox Games laufen.

Heisst das, xbox und dieser Monitor sind keine gute Kombi? Ich will eigentlich nur normale 16:9 und keine sonstige schräge Skalierung haben.
Da bei der XBox die Interpolation ja vom Monitor übernommen werden muss, ist die Kombination nicht ideal.

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