Test 4K-UHD Monitor BenQ SW271
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Interpolation

Bei der Interpolation hat uns BenQ bei Projektoren wie auch bei Monitoren noch nie enttäuscht. Auch der SW271 liefert bei den Skalierungsfähigkeiten eine starke Vorstellung ab. Der Bildschärferegler wirkt dabei auch an den digitalen Eingängen. Die Standardeinstellung „5“ ab Werk ist gut gewählt und wurde von uns nicht verändert.

Für von der nativen Auflösung abweichende Eingangssignale bietet der BenQ PV271 die Optionen „Vollbild“ (ggfls. verzerrt), „Seitenverhältnis“ (unverzerrt) und auch eine pixelgenaue 1:1-Darstellung an.

Testgrafik nativ
Testgrafik nativ
Testgrafik 1280 x 720 (Vollbild)
Testgrafik 1280 x 720 (Vollbild)
Testgrafik nativ
Testgrafik 1920 x 1080 (Vollbild)
Testgrafik 1920 x 1080 (Vollbild)
Textwiedergabe nativ
Textwiedergabe nativ
Textwiedergabe 1280 x 720 (Vollbild)
Textwiedergabe 1280 x 720 (Vollbild)
Textwiedergabe nativ
Textwiedergabe nativ
Textwiedergabe 1920 x 1080 (Vollbild)
Textwiedergabe 1920 x 1080 (Vollbild)

Die Schärfe bei nativer Auflösung ist erwartungsgemäß sehr gut. Aufgrund des ganzzahligen Teilers hat die Interpolation bei der Full-HD-Auflösung 1080p besonders leichtes Spiel. Bei 1280 x 720 sieht man, dass die notwendige Pixelvergrößerung hauptsächlich durch zusätzlich eingefügte graue Bildpunkte bewirkt wird. Dies führt zu etwas fetteren Konturen mit leichtem Unschärfeeindruck. Farbsäume treten nicht auf.

In allen interpolierten Auflösungen sind die Lesbarkeit von Texten und die Abbildung der Testgrafik – dem Skalierungsgrad entsprechend – gut bis sehr gut. Die unvermeidlichen Interpolationsartefakte fallen gering aus. Auch Texte mit fetten Buchstaben bleiben gut leserlich. Erfreulich ist auch, dass in fast allen getesteten Auflösungen problemlos eine verzerrungsfreie, maximal flächenfüllende Darstellung möglich ist.

Signal Verzerrungsfreie, maximal flächenfüllende Wiedergabe Unskalierte Wiedergabe
SD (16:9 – anamorph) Ja Ja
SD (4:3) Ja Ja
HD (1080p) Ja Ja
HD (720p) Ja Ja
PC (5:4) Ja Ja
PC (4:3) Teilweise Ja
PC (16:10) Teilweise Ja
PC (16:9) Ja Ja

Farbwiedergabe

Bei Monitoren für den Consumer- und Office-Bereich testen wir zunächst die Farbwiedergabe in der Werkseinstellung nach dem Reset sowie – falls vorhanden – in einem sRGB-Modus. Anschließend wird der Monitor mit Quato iColor Display kalibriert. Für die Messungen verwenden wir eine eigene Software, als Messgeräte werden das Kolorimeter X-Rite i1 Display Pro und das Spektrophotometer X-Rite i1 Pro eingesetzt.

Farbraumvergleich in CIELAB (D50)

Die folgenden Darstellungen basieren auf den farbmetrischen Daten nach einer Kalibration auf D65 als Weißpunkt. Das Bezugsweiß für die Aufbereitung in CIELAB ist D50 (adaptiert mit Bradford).

Weißes Volumen: Bildschirmfarbraum
Schwarzes Volumen: Referenzfarbraum
Buntes Volumen: Schnittmenge
Vergleichsziele: sRGB, Adobe RGB, ECI-RGB v2

Die nachfolgenden Grafiken zeigen die Farbraumabdeckung nach der Hardware-Kalibration auf den nativen Farbraum.

Abdeckung des sRGB-Farbraums
Abdeckung des sRGB-Farbraums
Abdeckung des sRGB-Farbraums
Abdeckung des sRGB-Farbraums
Abdeckung Adobe RGB
Abdeckung Adobe RGB
Abdeckung Adobe RGB
Abdeckung Adobe RGB 2
Abdeckung ECI-RGB v2
Abdeckung ECI-RGB v2
Abdeckung ECI-RGB v2
Abdeckung ECI-RGB v2

Insbesondere in den Grafiken zur Abdeckung des sRGB-Farbraums ist deutlich zu sehen, dass der BenQ SW271 diesen nicht nur vollständig abdeckt, sondern deutlich darüber hinausgeht. Mit einer fast vollständigen Abdeckung von ISO Coated v2 (FOGRA39L) kann der SW271 auch die druckbaren Farben sehr gut reproduzieren. Selbst der sehr große Farbraum von ECI-RGB v2 wird mit 92 % schon gut abgedeckt – das ist schon bemerkenswert.

Lediglich beim durch den Apple-Push zunehmend an Bedeutung gewinnenden DCI-P3-Farbraum muss sich der SW271 der Konkurrenz von EIZO geschlagen geben (93 % vs. 98 %).

Die folgende Tabelle fasst die Ergebnisse jeweils für das Werks-Preset und nach Hardware-Kalibration mit Palette Master Element zusammen.

Farbraum Abdeckung im Werks-Preset Abdeckung nach Kalibrierung
sRGB 97 % 100 %
Adobe RGB 97 % 99 %
ECI-RGB v2 92 %
ISO Coated v2 (FOGRA39L) 99 %

Farbmodus: Custom (Werkseinstellung)

Nach dem Reset im OSD sind folgende Werte vorgegeben.

Bildmodus: Adobe RGB
Helligkeit: 35
Kontrast: 50
Gamma: 2,2
Farbtemperatur: 6500 K
RGB: nicht änderbar
Color-Gamut: Adobe RGB
DUE Priority: k.A.
Schärfe: 5
Reaktionszeit: Ein

Die Erläuterungen zu den folgenden Charts haben wir für Sie zusammengefasst: Delta-E-Abweichung für Farbwerte und Weißpunkt, Delta-C-Abweichung für Grauwerte, und Gradation.

Graubalance in der Werkseinstellung, Bildmodus "Adobe RGB"
Graubalance in der Werkseinstellung, Bildmodus „Adobe RGB“

Wie nach der subjektiven Beurteilung zu vermuten, ist die Graubalance des BenQ SW271 bereits in der Werkseinstellung erstklassig. Die Farbtemperatur liegt mit 6556 Kelvin ebenfalls praktisch punktgenau beim Ziel. Der Gammawert ist mit 2,31 aber merklich zu hoch. Auffällig ist auch der Knick zu Beginn des Kurvenverlaufs.

Die ausführlichen Testergebnisse des BenQ SW271 können als PDF-Datei heruntergeladen werden.

Vergleich sRGB-Modus mit dem sRGB-Arbeitsfarbraum

Farbwiedergabe in der Werkseinstellung, Bildmodus "sRGB"
Farbwiedergabe in der Werkseinstellung, Bildmodus „sRGB“

Im sRGB-Modus ist die Graubalance nicht ganz so gut, liefert aber immer noch ein sehr gutes Ergebnis. Die Farbtemperatur trifft mit knapp 6600 K die Vorgabe ebenfalls sehr gut. Lediglich die Gradation ist mit einem durchschnittlichen Gamma von 2,31 wieder zu hoch, und auch der Kurvenverlauf ist nicht perfekt angepasst.

Die Abweichungen bei den Buntfarben können im Durchschnitt (Delta-E94-Average: 1.56) zwar das Herstellerversprechen erfüllen, reichen aber nur für eine gute Gesamtwertung. Schaut man sich die Farbraumgrafiken dazu näher an, so liegt das primär an einer gewissen Über- und nicht an einer Unterdeckung des Zielfarbraums.

Die ausführlichen Testergebnisse des BenQ SW271 können als PDF-Datei heruntergeladen werden.

Vergleich Adobe-RGB-Modus mit dem Adobe-RGB-Arbeitsfarbraum

Farbwiedergabe in der Werkseinstellung, Bildmodus "Adobe RGB"
Farbwiedergabe in der Werkseinstellung, Bildmodus „Adobe RGB“

Im Adobe-RGB-Modus ist die Graubalance wieder exzellent. Auch ansonsten fällt das Ergebnis sehr ähnlich wie im sRGB-Modus aus. Der Weißpunkt liegt bei knapp 6600 K, das durchschnittliche Gamma bei 2,31. Der zugehörige Kurvenverlauf weicht aber jetzt sehr deutlich von der linearen Normvorgabe ab.

Ein sehr gutes Gesamtergebnis wird wieder durch die immerhin guten Abweichungen bei den Buntfarben verwehrt. In der Farbraumgrafik erkennt man teils eine Über- und teils eine Unterdeckung des Zielfarbraums.

Die Helligkeit lässt sich erfreulicherweise in beiden Werksmodi noch frei anpassen und wurde zudem vom Hersteller bereits ab Werk sinnvoll voreingestellt.

Auch wenn die beiden Werks-Presets bei der Farbraumtransformation das letzte Quäntchen an Präzision vermissen lassen, können entsprechende Inhalte somit dennoch bereits ohne weitere Maßnahmen sehr ansprechend auch in nicht Farbmanagement-fähigen Anwendungen wiedergegeben werden.

Die ausführlichen Testergebnisse des BenQ SW271 können als PDF-Datei heruntergeladen werden.

1 KOMMENTAR

  1. That monitor looks more like faulty unit by the huge brightness differences. That difference is just way too much. Have you contacted BenQ for another model to test this or?

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