Test 4K-UHD Monitor BenQ SW271
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Subjektive Beurteilung

An den Reaktionszeiten des Gerätes gibt es auch subjektiv nichts auszusetzen. Sie reicht in seinem Haupteinsatzfeld – der EBV (schnelles Zoomen in Photoshop etc.) – voll und ganz aus und kann auch in gelegentlichen Spiele-Sessions überzeugen.

Sound

Eingebaute Lautsprecher besitzt der BenQ SW271 nicht. Tonsignale verarbeitet das Gerät am HDMI- wie auch an den DP-Eingängen. Die Wiedergabe ist am Kopfhörerausgang möglich, an den natürlich auch externe Lautsprecher angeschlossen werden können.

DVD und Video

HD-Zuspieler wie Blu-ray-Player, HDTV-Empfänger und Spielekonsolen können direkt an die HDMI-Buchse des SW271 angeschlossen werden, der Ton wird an den Kopfhörerausgang weitergeleitet.

Der SW271 bietet analog zum SW320 umfangreiche PiP-PbP-Funktionen, um mehrere Quellen gleichzeitig darzustellen. Mit der Funktion „GamutDuo“ können sogar Bilder und Videos gleichzeitig nebeneinander in unterschiedlichen Farbspektren wiedergegeben und verglichen werden. Auch Gamma und Farbtemperatur können unterschiedlich gewählt werden.

Auf den ersten Blick erscheint das nicht so recht sinnvoll, da man schließlich primär ein und dieselbe Quelle in unterschiedlichen Farbräumen vergleichen will. Mit einem Trick lässt sich aber genau das auch mit der PiP-/PbP-Funktion realisieren. Man schließt einfach denselben PC doppelt an unterschiedlichen Eingängen an und setzt die OS-Anzeige-Einstellung auf „Anzeige duplizieren“.

Spannend ist die Funktion natürlich vor allem für Videos bzw. den Vergleich von Farben in nicht Farbmanagement-fähigen Anwendungen. Fotografen können dagegen auf die Soft-Proof-Funktion (z. B. in Lightroom) zurückgreifen. Praxistipp: Auch wenn man keinen zweiten Monitor angeschlossen hat, kann man die Funktion der Sekundäranzeige nutzen, um Proof und Realbild auch gleichzeitig nebeneinander anzeigen zu lassen. Für den Proof kann man beliebige Farbräume als Ziel wählen.

Für die normgerechte Darstellung von Filmen empfiehlt sich zwar vorrangig der Rec.-709-Farbraum, also die HDTV-Norm, in der die meisten Filme gemastert sind. Der BenQ SW271 bietet aber für die Videobearbeitung auch ein DCI-P3-Preset an.

Um für Spielfilme einen stärker am Kino-Erlebnis orientieren Filmlook zu bekommen, kann man beim SW271 auch ohne Weiteres den erweiterten Farbraum nutzen. Im nativen Farbraum erhält man evtl. stellenweise – vor allem in Rottönen – eine etwas überzogen wirkende Darstellung. Gut gefallen hat uns grundsätzlich das Adobe-RGB-Preset. Der DCI-P3-Farbraum ist noch mal deutlich dezenter. Wem sRGB bzw. Rec. 709 zu sehr nach TV aussehen, hat dank des erweiterten Farbraums viele Möglichkeiten, die Videowiedergabe an den eigenen Geschmack anzupassen.

Ansonsten sind die Videowiedergabe-Qualitäten typisch für ein gutes IPS-Panel und insgesamt ausgezeichnet. Auch die 24p-Wiedergabe unseres Testvideos konnte so weit überzeugen.

Für die Anpassung an externe Zuspieler ist beim Anschluss via HDMI ein Regler zur Änderung des Signallevels verfügbar. Eine Overscan-Option haben wir im OSD dagegen nicht gefunden (und auch nicht erwartet). Aufgrund der Display-Größe und des 16:9-Formats ist der SW271 auch sehr gut für die externe Zuspielung geeignet. Die 4K-Auflösung verträgt sich dabei dank der Skalierungsfähigkeiten des SW271 und des ganzzahligen Teilers sowohl mit herkömmlichen 1080p-Blu-rays als auch mit dem im Kommen befindlichen 4K-Material.

Bewertung



ab 1.092,33 €
4.2

(GUT)

Datenblatt BenQ SW271

Fazit

BenQ kümmert sich schon seit Längerem sehr engagiert auch um die Zielgruppe der Foto- und Videografen, denen eine hohe Bildqualität wichtiger ist, als noch mehr Frames per Second. Der SW271 tritt dabei die Nachfolge des erfolgreichen SW270 an und setzt mit 4K-Auflösung, HDR10-Unterstützung und USB Typ C noch mal ordentlich eins oben drauf.

Doch zunächst kann auch der SW271 mit einer sehr soliden und gleichermaßen leicht verstellbaren Mechanik begeistern. Die Verarbeitung macht einen hochwertigen Eindruck, und die Ergonomiefunktionen sind vollumfänglich. Auch an Bedienlogik, OSD und Software zur Hardware-Kalibration hat BenQ gefeilt.

Die Hersteller-Angaben zum großen Farbraum können unsere Messungen bestätigen, und dank Hardware-Kalibration lässt sich dieser bei Bedarf auch gut bändigen. Die Hauptzielgruppe der ambitionierten Fotografen bekommt hier im Vergleich zu einer reinen Software-Kalibration auf jeden Fall ein ordentliches Upgrade. Die „Sorglos-Zuverlässigkeit“ eines EIZO findet man dort allerdings noch nicht.

Während der SW271 in allen Belangen der Bildqualität mit guten bis sehr guten Ergebnissen aufwarten kann, reißt er die schwierige Hürde der Bildhomogenität doch schon deutlich. Während Outdoor- und Naturfotografen hier vielleicht darüber hinwegsehen können, wenn sie andererseits in den Genuss eines so großen Farbraumes kommen, mag das für andere Fotografen sogar ein K.-o-Kriterium darstellen. Studiofotografen, Grafiker und Designer, die auch viel mit Freistellungen und feinen Farbverläufen arbeiten, wünschen sich hier häufig mehr Präzision.

Ein zusammenfassendes Urteil zu fällen, fällt daher beim SW271 nicht ganz leicht und hängt doch sehr von den individuellen Anforderungen ab. Insgesamt wäre durchaus eine sehr gute Wertung möglich gewesen, die Helligkeitsverteilung hat dies leider vereitelt.

Preislich haben die BenQ-Monitore ganz gut zugelegt. Der SW271 liegt hier zwischen einem EIZO CS2730 und einem CG2730. Wer jedoch die 4K-Aufllösung benötigt – Hardware-kalibrierbar und mit erweitertem Farbraum – kommt um den SW271 (oder SW320) in dieser Preisklasse kaum herum.

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1 KOMMENTAR

  1. That monitor looks more like faulty unit by the huge brightness differences. That difference is just way too much. Have you contacted BenQ for another model to test this or?

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