Test ASUS PA24AC – Monitor mit perfekter Graubalance

24 Zoll Monitor der ProArt-Serie kann mit einem blickwinkelstabilen IPS-Panel, einer hervorragenden Graubalance und einem perfekt umgesetzten sRGB-Modus im Test überzeugen

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Einleitung

Die ProArt-Produktlinie ist schon seit einigen Jahren fester Bestandteil des ASUS-Portfolios im Monitorbereich. Der taiwanische Elektronikspezialist wendet sich mit den Monitoren an ambitionierte Anwender, die auf eine präzise Farbreproduktion Wert legen. Die von uns getestete, 24 Zoll große Variante mit der Bezeichnung PA24AC rundet die stetig wachsende Modellvielfalt dabei nach unten hin ab.

Das Datenblatt liest sich daher nicht besonders spektakulär: Die Pixelmatrix beherbergt knapp 100 Pixel pro Zoll, entsprechend 1920 x 1200 Pixel, die von weißen LEDs beleuchtet werden. Das sorgt für eine gute Effizienz, lässt den Farbumfang aber nur in Richtung sRGB tendieren. Sehr ansprechende Ergebnisse erwarten wir uns dagegen vom Einsatz einer 14-Bit-LUT, die über die ProArt-Calibration-Software optimiert werden kann. Auf der Habenseite können wir bereits jetzt das blickwinkelstabile IPS-Panel verbuchen. Zugleich wird mit der VESA-DisplayHDR-400-Zertifizierung ein kleiner Schritt in Richtung HDR-Wiedergabe gegangen. Um den notwendigen Kontrastumfang sicher zu erreichen, können die seitlich verbauten LEDs der Hintergrundbeleuchtung gedimmt werden – allerdings ist die Granularität mit vier Zonen doch sehr gering.

Niedrige Reaktionszeiten sowie die Unterstützung einer variablen Synchronisation („Adaptive Sync“) sollen auch nach einem langen Arbeitstag für ein optimales Spielerlebnis sorgen. Mit einem Frequenzbereich von 48 bis 70 Hz ist die Implementierung zwar nicht ausgesprochen flexibel, doch positioniert sich der PA241AC sowieso nicht als reinrassiger Gaming-Monitor. Dafür spricht auch die Ausgleichsfunktion zur Verbesserung der Flächenhomogenität, die über die bereits angesprochene Software sogar neu eingemessen werden kann.

Detaillierte Informationen zu den Ausstattungsmerkmalen und den Spezifikationen finden Sie im ASUS PA24AC Datenblatt.

Testumgebung

Farbmessgeräte: X-Rite i1Pro, X-Rite i1Display Pro
Grafikkarte: EVGA GeForce GTX 1080 Ti
Software: UDACT 2.4, CCalc 2.4

Lieferumfang

ASUS liefert den PA24AC mit je einem DisplayPort- und HDMI-Kabel aus. Der USB-Typ-C-Anschluss wird über zwei ebenfalls beigefügte Kabel mit dem Rechner verbunden (auf Typ C und auf Typ A). Eine CD enthält das Benutzerhandbuch in elektronischer Form. Darüber hinaus belegt ein Report die Werkskalibration. Die rückseitigen Anschlüsse können mit einer Abdeckung verblendet werden.

Optik und Mechanik

Das Design des ASUS PA24AC emanzipiert sich deutlich von dem Auftritt typischer Grafik- oder Büromonitore: Das filigrane Gehäuse wirkt im ausgeschalteten Zustand faktisch rahmenlos. Nur im unteren Bereich hebt sich eine dünne, 15 mm breite, silbrige Leiste ab. Sie imitiert, genau wie das runde Standbein mit dem kantigen Fuß, gebürstetes Aluminium. Das gelingt leidlich, denn spätestens bei Berührung wird deutlich, dass es sich um profanen Kunststoff handelt. Das gleiche Material, ebenfalls in gebürsteter Optik, kommt in dunkler Variante auf der Rückseite zum Einsatz.

Frontansicht des ASUS PA24AC
Der ASUS PA24AC

Die Rahmenbreite beträgt nur etwa 5 mm. Im unteren Bereich kommt noch die erwähnte Leiste hinzu. Auf dem Schreibtisch beansprucht der ASUS PA24AC weniger als 20 cm. Ohne Standfuß verbleiben knapp 4 cm.

Höhenverstellung des Monitors im Detail
Höhenverstellung im Detail

Die Verarbeitungsqualität ist gut. Größere Spaltmaße können wir auch bei genauer Betrachtung nicht ausmachen. Der Gesamteindruck leidet ein wenig unter der Erwartungshaltung, die sich aus der Metall-Imitation des Kunststoffgehäuses ergibt. Trotz des deutlich leichteren Materials ist der Monitor hinreichend stabil und lässt sich gut einstellen.

Der Asus PA24AC in der niedrigsten Stellung von vorn
Niedrigste Stellung von vorn
Der Asus PA24AC in der niedrigsten Stellung von hinten
Niedrigste Stellung von hinten
Der Asus PA24AC in der höchsten Stellung von vorne
Höchste Stellung von vorn
Der Asus PA24AC in der höchsten Stellung von hinten
Höchste Stellung von hinten

Der Regelungsbereich der Höhenverstellung umfasst 11 cm. In der niedrigsten Einstellung beträgt der Abstand von der Rahmenunterkante zur Tischoberfläche 3,5 cm. In der höchsten Position ermitteln wir 14,5 cm. Die maximale Neigung nach hinten wird bei 23 Grad erreicht. Eine Neigung in Gegenrichtung ist bis etwa 5 Grad möglich. Alternative Befestigungssysteme werden über die VESA-100-Verschraubung mit dem Monitor verbunden.

Maximaler Neigungswinkel des Displays nach vorn
Maximaler Neigungswinkel nach vorn
Maximaler Neigungswinkel des Displays nach hinten
Maximaler Neigungswinkel nach hinten

Der Standfuß erlaubt eine Drehung um 45 Grad in beide Richtungen.

Seitliche Drehung des Displays nach links
Seitliche Drehung nach links
Seitliche Drehung des Displays nach rechts
Seitliche Drehung nach rechts

Über ein Drehgelenk kann der ASUS PA24AC auch in Hochkant-Ausrichtung betrieben werden.

Hochkant-Ausrichtung (Pivot) von vorn
Hochkant-Ausrichtung (Pivot) von vorn
Hochkant-Ausrichtung (Pivot) von hinten
Hochkant-Ausrichtung (Pivot) von hinten

Die im Betrieb entstehende Abwärme wird passiv über das Gehäuse mit seinen nur wenigen Lüftungsschlitzen abgeführt. Helligkeits- oder Kontrast-abhängige Störgeräusche bleiben erfreulicherweise völlig aus.

Rückseite des ASUS PA24AC mit den Lüftungsschlitzen
Rückseite des ASUS PA24AC mit den Lüftungsschlitzen

Stromverbrauch

Bei einer Leuchtdichte von 140 cd/m² ermitteln wir eine Effizienz von rund 1,5 Candela pro Watt. Das ist ordentlich, wenngleich rund 50 Prozent über dem Niveau, das in der Kombination aus modernem IPS-Panel und einfacher W-LED-Hintergrundbeleuchtung heute erreicht werden kann. Vor rund zehn Jahren war der Stromhunger eines vergleichbaren Modells mit CCFL-Hintergrundbeleuchtung noch mehr als doppelt so hoch.
Im Energiesparmodus sinkt die Leistungsaufnahme hinreichend. Dank eines echten Netzschalters kann die Leistungsaufnahme schließlich bis auf null reduziert werden.

Hersteller Gemessen
Betrieb maximal 21 W 23,4
140 cd/m² k. A. 15,7 W
Betrieb minimal k. A. 12,9 W
Energiespar­modus < 0,5 W 0,6 W
Ausgeschaltet (Netzschalter) 0 W 0 W

Anschlüsse

Der ASUS PA24AC nimmt Videosignale über vier Anschlüsse entgegen. Dem Benutzer stehen dabei ein DisplayPort nach Version 1.2, zwei HDMI-Eingänge nach Version 2.0a sowie ein USB-C-Anschluss mit DisplayPort-Implementierung zur Verfügung.

Die Signaleingänge des ASUS PA24AC
Die Signaleingänge des ASUS PA24AC

Der integrierte USB-Hub stellt vier Downstream-Anschlüsse nach Version 3.0 bereit. Alle Schnittstellen finden auf der rückwärtigen Anschlussphalanx ihren Platz.

Audiosignale können via DisplayPort und HDMI eingespielt werden. Die Ausgabe erfolgt über einen Kopfhöreranschluss.

Bedienung

Die fünf Bedienelemente wurden auf der Rückseite eingelassen. Es handelt sich entgegen dem Trend um echte Tasten. Aufgrund ihrer Positionierung ist die Bedienung trotz Einblendung der Belegung nicht ideal. Allerdings wird neben der Ein-aus-Taste letztlich nur der Mini-Joystick benötigt. Er lässt den Benutzer durch das OSD navigieren.

Die Tasten zur Menüsteuerung seitlich auf der Monitorgehäuserückseite
Die Tasten zur Menüsteuerung

OSD

Das OSD gliedert sich in zehn Hauptmenüpunkte. Die Aufteilung ist dabei etwas zerfasert, hier wäre weniger mehr gewesen.

Über einen Helligkeitsregler wird die Intensität der Hintergrundbeleuchtung verändert. Der gewünschte Weißpunkt kann über Voreinstellungen in Kelvin oder drei RGB-Gain-Regler verändert werden. Letztere verbleiben, unabhängig von der Auswahl der Farbtemperatur, in ihrer Grundstellung. Besser wäre an dieser Stelle ein expliziter Benutzermodus, der Einstellungen ausgehend vom nativen Panel-Weißpunkt erlaubt. Allerdings ist die aktuelle Implementierung ohnehin fehlerhaft, sodass eine präzise Einstellung des Weißpunktes über das OSD nicht sinnvoll ist. Wir werden darauf noch eingehen. Ein Gamma-Regler beeinflusst die Tonwertkurve (fünf Einstellungen von 1.8 bis 2.6).

Zwei Skalierungseinstellungen erlauben die flächenfüllende und unskalierte Anzeige eingehender Signale. In Abhängigkeit von der Auflösung ist zudem eine 4:3-Einstellung auswählbar, die aber nicht immer zuverlässig funktioniert (siehe Abschnitt „Interpolation“). Außerdem kann die Darstellung über einen mehrstufigen Schärfefilter an die persönlichen Vorlieben angepasst werden. Ziemlich umfangreich nimmt sich auch die Konfiguration für die Bild-in-Bild- bzw. Splitscreen-Anzeige aus.

Weitere Einstellungen umfassen die Auswahl der Menüsprache und die Steuerung der Pixelbeschleunigung „Trace Free“ (Overdrive). Sie kann abgeschaltet oder in fünf Stufen zugeschaltet werden. Selbstverständlich hat ASUS auch „Adaptive Sync“, dynamische Kontrastregelung (über die vier Zonen der Hintergrundbeleuchtung) sowie die Ausgleichsfunktion zur Verbesserung der Flächenhomogenität an das OSD angebunden.

Zentraler Bestandteil ist jedoch die Auswahl der verschiedenen Bildmodi. Und hier offenbart die gegenwärtige Implementierung einige Schwächen. Die erweiterten Einstellungen sind in den beiden benutzerdefinierten Bildmodi beispielsweise nicht verfügbar. Das Handbuch weist an dieser Stelle widersprüchliche Informationen auf. Im Ergebnis sind die drei RGB-Gain-Regler nur im Modus „Darkroom“ aktiv. Hier kann aber weder die volle Leuchtdichte erreicht noch die Flächenhomogenitätsverbesserung aktiviert werden. Der Gamma-Regler entzieht sich in den benutzerdefinierten Modi ebenfalls einer Veränderung durch den Anwender.

Die folgenden Bilder zeigen einen Ausschnitt aus der Menüstruktur des ASUS PA24AC:

OSD: Farbeinstellungen (Farbtemperatur)
OSD: Farbeinstellungen (Farbtemperatur)
OSD: Farbeinstellungen (Gamma)
OSD: Farbeinstellungen (Gamma)
OSD: Erweiterte Einstellungen (Gain)
OSD: Erweiterte Einstellungen (Gain)
OSD: Systemeinstellungen (HDR)
OSD: Systemeinstellungen (HDR)

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