Test ASUS PA24AC – Monitor mit perfekter Graubalance
5/6

0
10809

Calibration-Software im Detail

Farbgenauigkeit (erweitert)
Farbgenauigkeit (erweitert)
Auswahl Helligkeit
Auswahl Helligkeit
Auswahl Gamma
Auswahl Gamma
Auswahl Farbtemperatur
Auswahl Farbtemperatur
Uniformity
Uniformity
Einstellungen
Einstellungen

Die Ergebnisse sind durchaus ansprechend, doch verschenkt ASUS hier reichlich Potenzial, das sich mit einfachen Mitteln beheben ließe. Eine abschließende Charakterisierung (auch: Profilierung) erfordert dabei noch nicht mal Eingriffe in die Konfiguration der Scaler-Pipeline. Die wären für eine benutzerdefinierte Kalibration (nativer Farbraum, freie Auswahl Weißpunkt und Tonwertkurve) zwar nötig, jedoch sehr begrenzt. Letztlich müssten Front-LUTs und Matrixkomponenten Tonwerte schlicht unverändert durchreichen und die notwendigen Korrekturen lediglich in den Back-LUTs gespeichert werden.

Eine typische LUT-Matrix-LUT-Konfiguration, die mit hoher Wahrscheinlichkeit so auch in Funktionsblöcken des ASUS-Scalers realisiert ist
Eine typische LUT-Matrix-LUT-Konfiguration, die mit hoher Wahrscheinlichkeit so auch in Funktionsblöcken des ASUS-Scalers realisiert ist

Würde ASUS hier etwas Entwicklungsarbeit investieren, wären Monitore der ProArt-Reihe für die ambitionierte Bildbearbeitung sehr interessant. Die technische Basis scheint sehr solide.

Vergleich der sRGB-Emulation mit sRGB

Diagramm: sRGB-Emulation
sRGB-Emulation

Die einzig mögliche sRGB-Emulation kann vollständig überzeugen. Auch hier ist die hervorragende Graubalance herauszuheben. Das macht es umso unverständlicher, warum ASUS die Möglichkeiten nicht ausschöpft und eine echte, umfassende Hardware-Kalibration für den ICC-Workflow realisiert.

Die ausführlichen Testergebnisse können als PDF-Datei heruntergeladen werden.

HDR

Der ASUS PA24AC verspricht Übereinstimmung mit der DisplayHDR-400-Spezifikation der VESA. Bestimmendes Merkmal ist die Anforderung, eine maximale Leuchtdichte von 400 cd/m² bei vertretbar geringem Schwarzwert (effektiver Kontrastumfang 1000:1) zu erreichen. Beides unterliegt diversen Einschränkungen. Für die weiterreichenden Zertifizierungen (600, 1000) muss derzeit auch ein kontraststarkes VA-Panel um Mechanismen zur Dimmung der Hintergrundbeleuchtung ergänzt werden.

Der ASUS PA24AC würde die deutlich laxere DisplayHDR-400-Spezifikation ohne weitere Maßnahmen tatsächlich höchstens knapp verfehlen. Mit der auf vier vertikalen Zonen basierenden Dimmung ist ein gehöriger Sicherheitsabstand vorhanden. Das Ergebnis dieser dynamischen Regelung kann natürlich nicht ideal ausfallen. Der Hersteller hat aber erstaunlich viel aus den beschränkten Möglichkeiten herausgeholt.

Die VESA-Spezifikationen sehen das HDR10-Format als Übertragungsstandard vor. Das zu verarbeitende Signal weist im Kern folgende Eigenschaften auf:

– 10 Bit pro Kanal
– Absolute Tonwertkurve gemäß SMPTE ST 2084
– Farbumfang gemäß ITU-R BT. 2020
– Verarbeitung von statischen Metadaten, definiert in SMPTE ST 2086

Die absolute Tonwertkurve lehnt sich dabei an ein Grundkonzept an, das man schon lange aus dem medizinischen Bereich (DICOM) kennt. Zielsetzung ist die maximale Kodierungseffizienz auch unter ungünstigen Bedingungen (ein stets Helligkeits-adaptiertes Auge zur Beurteilung einer minimalen Differenz). Dabei ist für die Maximalhelligkeit reichlich Spielraum nach oben vorhanden. Gleiches gilt für den Farbumfang, der sich nur mit monochromatischen Primärfarben erreichen ließe. Die VESA berücksichtigt dies und definiert als Referenzfarbraum DCI-P3 RGB (nur DisplayHDR 600 und 1000). Der ASUS PA24AC würde hier aufgrund seines in Richtung sRGB tendierenden Farbumfangs scheitern.

Die Anzeigetechnik steht ein gutes Stück hinter diesem Übertragungsstandard zurück. Durch Metadaten, die sich auf das konkrete Mastering beziehen, wird das Material allerdings entsprechend charakterisiert. Der Scaler des Monitors kann dann eine Anpassung durchführen. Das Grundkonzept erinnert an ICC-Profil-basierte Farbtransformationen, bei denen ein CMM auf Basis von Quell- und Zielprofil agiert (hier aber über den Umweg eines geräteunabhängigen Farbraums, der alle wahrnehmbaren Farben umfasst).

Hier beginnen die Schwierigkeiten für Testmagazine: HDR10 definiert die Anpassung (gern wird von Tonemapping gesprochen) nicht. Auch das ist im Umgang mit ICC-Profilen keineswegs unbekannt: So wird der perzeptive Rendering-Intent vom Profilhersteller unter diversen Annahmen über entsprechende Tabellen transportiert. Eine Vorgabe seitens des ICC existiert nicht, auch wenn in Version 4 erste Schritte in diese Richtung gemacht wurden.

Mit geeigneter Wahl von Testfeldern und Metadaten sind Messungen dennoch sinnvoll möglich. Wir müssen an dieser Stelle allerdings noch um ein wenig Geduld bitten und arbeiten an einem Konzept.

Reaktionsverhalten

Den ASUS PA24AC haben wir in der nativen Auflösung bei 60 Hz am DisplayPort untersucht. Der Monitor wurde für die Messung auf die Werkseinstellung zurückgesetzt.

Bildaufbauzeit und Beschleunigungsverhalten

Die Bildaufbauzeit ermitteln wir für den Schwarz-Weiß-Wechsel und den besten Grau-zu-Grau-Wechsel. Zusätzlich nennen wir den Durchschnittswert für unsere 15 Messpunkte.

Im Datenblatt wird die Reaktionszeit mit 5 ms (GtG) angegeben. Der ASUS PA24AC implementiert eine sechsstufige Overdrive-Funktion namens „Trace Free“ (0, 20, 40, 60, 80, 100). In der Werkseinstellung ist eine (zu hohe) Voreinstellung von 60 gewählt.

Das Schaltzeitendiagramm zeigt unter anderem, wie sich verschiedene Helligkeitssprünge addieren, wie schnell der Monitor in der Werkseinstellung im besten Fall reagiert und von welcher mittleren Reaktionszeit ausgegangen werden kann.

Der Messwert Color to Color (CtC) geht über die herkömmlichen Messungen von einfarbigen Helligkeitssprüngen hinaus, schließlich sieht man am Bildschirm in aller Regel ein farbiges Bild. Bei dieser Messung wird deshalb die längste Zeitspanne gemessen, die der Monitor benötigt, um von einer Mischfarbe auf die andere zu wechseln und seine Helligkeit zu stabilisieren.

Verwendet werden die Mischfarben Cyan, Magenta und Gelb – jeweils mit 50 % Signalhelligkeit. Beim CtC-Farbwechsel schalten also nicht alle drei Subpixel eines Bildpunktes gleich, sondern es werden unterschiedliche Anstiegs- und Ausschwingzeiten miteinander kombiniert.

Diskussion: Neuen Beitrag verfassen