Test ASUS PA32UCX-K – 4K-Monitor mit Helligkeitsrekord
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Software-Kalibrierung

Für die folgenden Messungen haben wir daher wie üblich eine reine Software-Kalibrierung durchgeführt. Dazu wurde das Gerät aus Quato iColor Display heraus kalibriert und profiliert. Die angestrebte Helligkeit lag bei 140 cd/m². Als Weißpunkt wurde D65 gewählt.

Beides stellt keine allgemeingültige Empfehlung dar. Das gilt auch für die Wahl der Gradation, zumal die aktuelle Charakteristik im Rahmen des Farbmanagements ohnehin berücksichtigt wird.

Für die Kalibrierung im OSD wurden folgende Werte eingestellt:

Bildmodus: Standard
Helligkeit: 16
Kontrast: 80
Gamma: 2,2
Farbtemperatur: 6500 K
RGB: 50/47/46
Color-Gamut: k. A.
DUE Priority: GL ein
Schärfe: 0
Reaktionszeit: 60

Das „Dynamic Dimming“ haben wir deaktiviert, die Gleichförmigkeitskorrektur dagegen aktiviert, da in der EBV eine möglichst gute Bildhomogenität in der Regel wichtiger als ein maximaler Kontrast ist. Die erst später durchgeführten Messungen zur Bildhomogenität haben dann gezeigt, dass das Aktivieren der Gleichförmigkeitskorrektur im Falle des PA32UCX wenig Sinn ergibt. Die Messergebnisse zur Graubalance und Farbgenauigkeit fallen aber auch mit deaktivierter Gleichförmigkeitskorrektur ähnlich aus.

Die Kalibrierungseinstellungen aus einem unserer Testberichte können nicht zu einem identischen Modell adaptiert und müssen daher für jedes Gerät individuell getroffen werden. Im Falle des PA32UCX gilt das aber ganz besonders, da sich die notwendigen Einstellungen für die RGB-Regler praktisch von Tag zu Tag geändert haben. Das ist in diesem Ausmaß schon sehr ungewöhnlich. Wir kommen deshalb am Ende dieses Kapitels noch mal ausführlicher auf das Thema zurück.

Profilvalidierung

Diagramm: Profilvalidierung
Profilvalidierung

Der ASUS PA32UCX-K zeigt keine auffälligen Drifts oder unschönen Nichtlinearitäten. Das Matrix-Profil beschreibt seinen Zustand sehr exakt. Alle Kalibrationsziele wurden erreicht. Die Graubalance ist gut, die Farbwerte sind sehr gut.

Eine Wiederholung der Validierung zeigte beim PA32UCX aber signifikante Abweichungen.

Die ausführlichen Testergebnisse können als PDF-Datei heruntergeladen werden.

Vergleich mit sRGB (farbtransformiert)

Diagramm: Vergleich mit sRGB (farbtransformiert)
Vergleich mit sRGB (farbtransformiert)

Unser CMM berücksichtigt Arbeitsfarbraum- und Bildschirmprofil und führt auf dieser Basis die notwendigen Farbraumtransformationen mit farbmetrischem Rendering-Intent durch. Ein Delta-E94-Average von nur 0.36 ist erstklassig. Insgesamt ist das Ergebnis bei den Farbwerten sehr gut und bei den Grauwerten zumindest gut.

Die ausführlichen Testergebnisse können als PDF-Datei heruntergeladen werden.

Vergleich mit Adobe RGB (farbtransformiert)

Diagramm: Vergleich mit Adobe RGB (farbtransformiert)
Vergleich mit Adobe RGB (farbtransformiert)

Nicht minder gut gelingt das Arbeiten im Adobe-RGB-Farbraum, der jetzt ebenfalls zu 100 % abgedeckt wird. Das Ergebnis bei den Farbwerten ist wie gehabt erstklassig und bei der Graubalance zumindest gut.

Die ausführlichen Testergebnisse können als PDF-Datei heruntergeladen werden.

Vergleich mit DCI-P3 (farbtransformiert)

Diagramm: Vergleich mit DCI-P3 (farbtransformiert)
Vergleich mit DCI-P3 (farbtransformiert)

Auch die Farbraumabdeckung von DCI-P3 verbessert sich von 91 % auf zumindest 94 %. Die Balken bei Rot und Blau ragen daher in der Grafik etwas höher hervor. Im Durchschnitt sind die Farbwerte aber immer noch sehr gut. Die Graubalance bleibt aufgrund der etwas erhöhten Range weiterhin bei einem „Gut“.

Die ausführlichen Testergebnisse können als PDF-Datei heruntergeladen werden.

Vergleich mit ECI-RGB v2 (farbtransformiert)

Vergleich mit ECI-RGB v2 (farbtransformiert)
Vergleich mit ECI-RGB v2 (farbtransformiert)

Eine fast vollständige Abdeckung sogar des sehr großen ECI-RGB-v2-Farbraums hatten wir bislang noch bei keinem Testgerät – auch nicht von EIZO oder NEC. Der ASUS PA32UCX schafft ganze 98 % und kann dabei sogar mit einem Delta-E94-Average von nur 0.55 glänzen. Die Farbwerte sind trotz kleiner Ausreißer sehr gut, die Graubalance gut bis sehr gut.

Die ausführlichen Testergebnisse können als PDF-Datei heruntergeladen werden.

Betrachtung der Ergebnisse im Detail

Schaut man sich nur die oben stehenden Messergebnisse an, macht der PA32UCX eine ausgesprochen gute Figur. Das ist aber nur die halbe Wahrheit.

Nach unseren Messungen wollten wir am Folgetag eigentlich ein ganz anderes Thema näher beleuchten und haben dazu den PA32UCX mit unserem Referenzmonitor – aktuell dem EIZO CG2730 – verglichen. Dazu haben wir in Lightroom auf beiden Displays dasselbe Bild parallel anzeigen lassen. Beide Displays waren auf dieselben Zielwerte kalibriert.
Der Unterschied war jedoch derart groß, als hätten wir es mit zwei komplett unterschiedlichen Nachbearbeitungsvarianten zu tun. Das Bild auf dem ASUS-Bildschirm sah so aus, als wäre ein orangefarbiges Color-Grading angewendet worden. Welche Variante uns besser gefallen hat, spielt keine Rolle, denn die Darstellung des PA32UCX würde so nie im Print oder bei elektronischer Auslieferung beim Kunden sichtbar werden.
Bei der messtechnischen Überprüfung des Probanden mussten wir dann auch feststellen, dass bereits bei der Farbtemperatur plötzlich nur noch 5700 K statt 6500 K anlagen.

Generell gönnen wir unseren Testgeräten eine Aufwärmphase von mindestens 30 Minuten, bevor wir mit den Messungen beginnen. Bei Monitoren mit EBV-Schwerpunkt warten wir sogar eine Stunde. Das ist notwendig, da Displays grundsätzlich erst nach einer gewissen Aufwärmzeit Farbtemperatur und Farben stabil reproduzieren können.
Wer also nicht im Büro übernachtet und die Aufwärmphase seines Monitors zum Frühstücken oder Duschen nutzen kann, muss genau genommen erst mal ganz schön lange warten, bevor er mit dem Arbeiten beginnen kann.

EIZO hat deshalb bei seinen Grafikmonitoren aus der CG-Klasse eine patentierte Elektronik verbaut, die dieses Problem kompensiert. Dank eines integrierten Thermometers werden Farbabweichungen, die durch Raumtemperatur-Schwankungen entstehen, ausgesteuert und automatisch reduziert. Die Farbwiedergabe bleibt dadurch praktisch von Beginn an den ganzen Arbeitstag konstant. Die Aufwärmzeit, bis sich Helligkeit, Farbe und Tonwert voll stabilisiert haben, beträgt nur wenige Minuten (beim CG279X drei, beim CG2730 sieben).

Bei fabrikneuen Geräten, die eine derartige Temperaturkompensation nicht haben, ermitteln wir daher mit unseren Messungen das Best-Case-Szenario. Bei Software-kalibrierten Allroundern würde eine erneute Validierung kurz nach dem Einschalten sicher nicht ganz so gut ausfallen. So dramatische Veränderungen wie beim PA32UCX sind aber schon mehr als ungewöhnlich. Als wir die Abweichung festgestellt haben, war der Proband ferner mindestens schon 30 Minuten aktiv.

7 KOMMENTARE

  1. Hat dieser Monitor auch das Problem, das die Farbe abweicht nach dem einschalten?
    Der lezte Asus den ihr getestet habt, musste ja sogar nach 24 Stunden wieder neu kalibriert werden…

  2. Er wird wohl den Nachfolger (PA32UCG) gemeint haben; dieser bietet neben HDR-1400 Spezifizierung auch 120Hz.
    -> werden Sie diesen ebenfalls testen? Soll Q1/2020 rauskommen…
    LG

  3. Is an i/o capture device required to use this monitor as an HDR reference monitor in Final Cut Pro X (2017 iMac, 27” TB3)?
    Ist ein E / A-Aufnahmegerät erforderlich, um diesen Monitor als HDR-Referenzmonitor in Final Cut Pro X (2017 iMac, 27 ”TB3) zu verwenden?

    • We have not mentioned anywhere that the monitor would be suitable for HDR reference purposes. Since you have to spend a little more and grab the EIZO CG3145 ColorEdge (about 40.000 EUR). Capture and editing are two pairs of boots. Why do you think that an i/o capture device makes a difference for editing?

      • Thank you for the outstanding review, Manuel! Regarding editing HDR video in Final Cut Pro, I spoke with both Asus technical support and Blackmagic Design and they both assured me that I will need something like the Blackmagic UltraStudio 4K Mini to send HDR over to the Asus monitor from my Mac. Apple’s white paper also says a third-party device is needed to connect an external monitor for HDR color grading. The one exception is their Display XDR Monitor, which can be connected directly through TB3 to their new Mac Pro.

  4. Lüfter = K.O. Kriterium. Und bei solchen Highend Spezifikationen auf so ein schwaches / billiges (in mehrerer Hinsicht) Kühlsystem zu setzen ist dumm und frech zugleich.

    Sehr, sehr schade. Ich hatte vor mir diesen Monitor trotz des vermutlich exorbitanten Preises (Gerüchten zu folge ~5.000€) zu holen. Einfach weil er HDR1000, 4k und 120hz schafft und damit der erster Monitor ist und ich lange auf einen solchen gewartet habe. Aber dann warte ich eben noch länger.

    • Wer auf eine ruhige Arbeitsumgebung wert legt, wird mit dem Gerät sicher nicht glücklich. Ob die Helligkeitsrekorde auch ohne Lüfter technisch machbar wären, lässt sich schwer sagen. Ein temperatur-gesteuertes Abschalten des Lüfters im normalen Desktop-Betrieb wäre aber sicher eine gute Idee gewesen.

      120Hz? Davon ist uns nichts bekannt. Das ist kein Gaming-Monitor.

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