Test ASUS PA32UCX-K – 4K-Monitor mit Helligkeitsrekord
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Bildhomogenität

Helligkeitsverteilung beim weißen Testbild – ohne Gleichförmigkeitskompensation
Helligkeitsverteilung beim weißen Testbild – ohne Gleichförmigkeitskompensation
Farbhomogenität beim weißen Testbild – ohne Gleichförmigkeitskompensation
Farbhomogenität beim weißen Testbild – ohne Gleichförmigkeitskompensation

Wir untersuchen die Bildhomogenität anhand von vier Testbildern (Weiß, Neutraltöne mit 75 %, 50 %, 25 % Helligkeit), die wir an 15 Punkten vermessen. Daraus resultieren die gemittelte Helligkeitsabweichung in % und das ebenfalls gemittelte Delta C (d. h. die Buntheitsdifferenz) in Bezug auf den jeweils zentral gemessenen Wert. Die Wahrnehmungsschwelle für Helligkeitsunterschiede liegt bei etwa 10 %.

Ohne Gleichförmigkeitskompensation fällt die Helligkeitsverteilung mit einem Durchschnittswert von 4,97 % und einem Maximalwert von 13,3 % gut aus. Die Farbhomogenität liegt bei den Messungen hart an der Grenze. Die Maximalabweichung beträgt in der Ecke links oben 3,25 Delta C. In Verbindung mit dem guten subjektiven Eindruck lässt sich eine gute Gesamtwertung ohne Weiteres noch rechtfertigen.

Weiter verbessern lässt sich das Ergebnis durch Aktivierung der Gleichförmigkeitskompensation leider nicht. Sie verschlechtert das Ergebnis teilweise sogar. Beim PA32UCX hat es also wenig Sinn, den dadurch bedingten Kontrastverlust in Kauf zu nehmen.

Helligkeitsverteilung beim weißen Testbild – mit Gleichförmigkeitskompensation
Helligkeitsverteilung beim weißen Testbild – mit Gleichförmigkeitskompensation
Farbhomogenität beim weißen Testbild – mit Gleichförmigkeitskompensation
Farbhomogenität beim weißen Testbild – mit Gleichförmigkeitskompensation

Coating

Die Oberflächenbeschichtung des Panels (Coating) hat auf die visuelle Beurteilung von Bildschärfe, Kontrast und Fremdlichtempfindlichkeit einen großen Einfluss. Wir untersuchen das Coating mit dem Mikroskop und zeigen die Oberfläche des Panels (vorderste Folie) in extremer Vergrößerung.

Coating des ASUS PA32UCX-K
Coating des ASUS PA32UCX-K
Coating-Referenzbild
Coating-Referenzbild

Mikroskopischer Blick auf die Subpixel, mit Fokus auf die Bildschirmoberfläche: Der Proband besitzt eine dezent matte Oberfläche mit leichten mikroskopisch sichtbaren Vertiefungen zur Diffusion.

Blickwinkel

Die Werksangabe für den maximalen Blickwinkel liegt bei 178 Grad in der Horizontalen und Vertikalen. Das sind die für moderne IPS- und VA-Panels typischen Werte. Das Foto zeigt den Bildschirm des PA32UCX bei horizontalen Blickwinkeln von +/-60 Grad und vertikalen von +45 und -30 Grad.

Auf den ersten Blick scheint die Blickwinkelneutralität wie von IPS-Panels gewohnt sehr gut zu sein. Das ist sie auch, aber nicht ohne Einschränkungen. Bei Farbton und -sättigung sind selbst bei extremen Blickwinkeln praktisch keine Änderungen zu erkennen. Auch der Helligkeits- und der damit einhergehende Kontrastverlust halten sich beim PA32UCX in Grenzen. Die Farbtemperatur scheint ebenfalls sogar bei extremeren Blickwinkeln ziemlich konstant zu bleiben.

Horizontale und vertikale Blickwinkel des ASUS PA32UCX-K
Horizontale und vertikale Blickwinkel

Die größte Schwäche liegt hier in den Graustufen bedingt durch die Aufhellung in dunklen Bildbereichen. Dadurch geht merklich die Zeichnung verloren. Bei mittiger Sitzposition sollte das bei der EBV nicht sonderlich eine Rolle spielen, vor allem wenn man in der Bildmitte arbeitet und seitlich Werkzeugleisten liegen hat. Bei Grafikarbeiten kann die Aufhellung in den Ecken aber unter Umstände stören. Von Bildbeurteilungen aus seitlichen Sitzpositionen sollte man absehen, da sie in dunklen Bildbereichen nicht mehr zuverlässig möglich ist.

Interpolation

Der Bildschärferegler wirkt auch an den digitalen Eingängen und steht ab Werk auf Stufe 0. Hier hat ASUS dazugelernt, denn beim PA32UC stand der Regler ab Werk noch auf Stufe 50 und produzierte bereits beim Standard-Hintergrundbild von Windows 10 ein sichtbar grieseliges Bild und deutliche Schärfungs-Artefakte.

Für die EBV ist das zweifellos kontraproduktiv. Wir empfehlen, den Regler auf Stufe 0 zu belassen. Dank der 4K-Auflösung kann man sich beim PA32UCX sicher nicht über fehlende Schärfe beklagen.

Testgrafik nativ, Vollbild
Testgrafik nativ, Vollbild
Testgrafik 1280 x 720, Vollbild
Testgrafik 1280 x 720, Vollbild
Textwiedergabe nativ, Vollbild
Textwiedergabe nativ, Vollbild
Textwiedergabe 1280 x 720, Vollbild
Textwiedergabe 1280 x 720, Vollbild

Die Schärfe bei nativer Auflösung ist erwartungsgemäß sehr gut. Bei 1280 x 720 Bildpunkten sieht man, dass die notwendige Pixelvergrößerung hauptsächlich durch zusätzlich eingefügte graue Bildpunkte bewirkt wird. Dies führt zu etwas fetteren Konturen mit leichtem Unschärfe-Eindruck. Farbsäume treten nicht auf.

Bei abweichenden Seitenformaten hinterlässt der PA32UCX aber keinen sonderlich guten Eindruck – nicht nur, weil die Option zur Anpassung des Seitenverhältnisses reichlich versteckt unter „Erweiterte Bildeinstellungen –> Kontrollen“ zu suchen ist. Hier werden die Optionen „Vollbild“, „4:3“, „1:1“ und „Overscan“ (nur HDMI) angeboten. Eine seitengerechte Skalierung fehlt generell. Aber auch beim Test einer 4:3-Auflösung (1600 x 1200 Pixel) blieb die Option „4:3“ ausgegraut, und es war nur eine verzerrte Darstellung (oder eine winzige 1:1-Darstellung) möglich.

Da aber die primäre Zielgruppe das Gerät ohnehin immer in der nativen Auflösung betreiben wird, ist das Thema nicht für jeden relevant.

Bei der Interpolation der üblichen Video-Auflösungen im 16:9-Format, insbesondere des Blu-ray-Standards 1080p, sind die Lesbarkeit von Texten und die Abbildung der Testgrafik – dem Skalierungsgrad entsprechend – gut bis sehr gut. Die unvermeidlichen Interpolationsartefakte fallen gering aus. Auch Texte mit fetten Buchstaben bleiben gut leserlich.

 Signal Anzeige maximale Fläche ohne Verzerrung Unskalierte Wiedergabe
480p nein ja, aber nicht sinnvoll
576p nein ja, aber nicht sinnvoll
HD (1080p) ja ja
HD (720p) ja ja
PC (5:4) nein ja
PC (4:3) nein ja
PC (16:10) nein ja
PC (16:9) ja ja

Farbwiedergabe

Bei Monitoren für den Grafikbereich testen wir zunächst die Farbwiedergabe in der Werkseinstellung nach dem Reset sowie – falls vorhanden – in einem sRGB- und Adobe-RGB-Modus. Anschließend wird der Bildschirm mit Quato iColor Display kalibriert. Sofern das Display eine vollwertige Hardware-Kalibration besitzt, wird stattdessen diese in Verbindung mit der Hersteller-Software verwendet.

Farbraumvergleich in CIELAB (D50)

Die folgenden Darstellungen basieren auf den farbmetrischen Daten nach einer Kalibration auf D65 als Weißpunkt. Das Bezugsweiß für die Aufbereitung in CIELAB ist D50 (adaptiert mit Bradford).

Weißes Volumen: Bildschirmfarbraum
Schwarzes Volumen: Referenzfarbraum
Buntes Volumen: Schnittmenge
Vergleichsziele: sRGB, Adobe RGB, DCI-P3, ECI-RGB v2

Die nachfolgenden Grafiken zeigen die Farbraumabdeckung nach der Software-Kalibration:

Abdeckung des sRGB-Farbraums, 3D-Schnitt 1
Abdeckung des sRGB-Farbraums, 3D-Schnitt 1
Abdeckung des sRGB-Farbraums, 3D-Schnitt 2
Abdeckung des sRGB-Farbraums, 3D-Schnitt 2
Abdeckung des Adobe-RGB-Farbraums, 3D-Schnitt 1
Abdeckung des Adobe-RGB-Farbraums, 3D-Schnitt 1
Abdeckung des Adobe-RGB-Farbraums, 3D-Schnitt 2
Abdeckung des Adobe-RGB-Farbraums, 3D-Schnitt 2
Abdeckung des DCI-P3-Farbraums, 3D-Schnitt 1
Abdeckung des DCI-P3-Farbraums, 3D-Schnitt 1
Abdeckung des DCI-P3-Farbraums, 3D-Schnitt 2
Abdeckung des DCI-P3-Farbraums, 3D-Schnitt 2
Abdeckung des ECI-RGB-v2-Farbraums, 3D-Schnitt 1
Abdeckung des ECI-RGB-v2-Farbraums, 3D-Schnitt 1
Abdeckung des ECI-RGB-v2-Farbraums, 3D-Schnitt 2
Abdeckung des ECI-RGB-v2-Farbraums, 3D-Schnitt 2

7 KOMMENTARE

  1. Hat dieser Monitor auch das Problem, das die Farbe abweicht nach dem einschalten?
    Der lezte Asus den ihr getestet habt, musste ja sogar nach 24 Stunden wieder neu kalibriert werden…

  2. Er wird wohl den Nachfolger (PA32UCG) gemeint haben; dieser bietet neben HDR-1400 Spezifizierung auch 120Hz.
    -> werden Sie diesen ebenfalls testen? Soll Q1/2020 rauskommen…
    LG

  3. Is an i/o capture device required to use this monitor as an HDR reference monitor in Final Cut Pro X (2017 iMac, 27” TB3)?
    Ist ein E / A-Aufnahmegerät erforderlich, um diesen Monitor als HDR-Referenzmonitor in Final Cut Pro X (2017 iMac, 27 ”TB3) zu verwenden?

    • We have not mentioned anywhere that the monitor would be suitable for HDR reference purposes. Since you have to spend a little more and grab the EIZO CG3145 ColorEdge (about 40.000 EUR). Capture and editing are two pairs of boots. Why do you think that an i/o capture device makes a difference for editing?

      • Thank you for the outstanding review, Manuel! Regarding editing HDR video in Final Cut Pro, I spoke with both Asus technical support and Blackmagic Design and they both assured me that I will need something like the Blackmagic UltraStudio 4K Mini to send HDR over to the Asus monitor from my Mac. Apple’s white paper also says a third-party device is needed to connect an external monitor for HDR color grading. The one exception is their Display XDR Monitor, which can be connected directly through TB3 to their new Mac Pro.

  4. Lüfter = K.O. Kriterium. Und bei solchen Highend Spezifikationen auf so ein schwaches / billiges (in mehrerer Hinsicht) Kühlsystem zu setzen ist dumm und frech zugleich.

    Sehr, sehr schade. Ich hatte vor mir diesen Monitor trotz des vermutlich exorbitanten Preises (Gerüchten zu folge ~5.000€) zu holen. Einfach weil er HDR1000, 4k und 120hz schafft und damit der erster Monitor ist und ich lange auf einen solchen gewartet habe. Aber dann warte ich eben noch länger.

    • Wer auf eine ruhige Arbeitsumgebung wert legt, wird mit dem Gerät sicher nicht glücklich. Ob die Helligkeitsrekorde auch ohne Lüfter technisch machbar wären, lässt sich schwer sagen. Ein temperatur-gesteuertes Abschalten des Lüfters im normalen Desktop-Betrieb wäre aber sicher eine gute Idee gewesen.

      120Hz? Davon ist uns nichts bekannt. Das ist kein Gaming-Monitor.

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