Test ASUS PA32UCX-K – 4K-Monitor mit Helligkeitsrekord
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Graustufen

Der Grauverlauf ist in der Werkseinstellung nahezu perfekt und wirkt sehr gleichmäßig. Banding und Farbschimmer sind nicht zu beobachten.

Graustufendarstellung des ASUS PA32UCX-K
Graustufen

Auch bei der Graustufendarstellung schneidet der PA32UC gut ab. Die hellsten Stufen sind vollständig und die dunkelsten bis einschließlich Stufe 7 noch zu erkennen. Die Blickwinkelabhängigkeit lässt dagegen bereits bei den Graustufen Schwächen erkennen. In hellen Bereichen ist sie gut, in dunklen aufgrund der sehr deutlichen Aufhellung bei stärkeren Blickwinkeln aber sichtbar schlecht. Bei ca. 60 Grad werden bereits die untersten zwölf Stufen komplett abgeschnitten.

In der Werkseinstellung ist das „Dynamic Dimming“ standardmäßig auf „Medium“ eingestellt. Wenn es aktiv ist, können vor allem bei stärkeren Blickwinkeln recht ungewöhnliche Aufhellungs-Effekte sichtbar werden. Zu beobachten ist das insbesondere bei stärkeren horizontalen Blickwinkeln, wenn gleichzeitig der vertikale Blickwinkel nicht genau lotrecht ist. Das heißt also praktisch immer, da es bei dem großen Display reicht, auf den unteren Rand zu schauen. Das Ganze ist natürlich stark vom Bildinhalt abhängig, da dadurch auch bedingt ist, wo und wie das „Local Dimming“ aktiv wird.

Wenn das „Local Dimming“ in dunklen Bereichen teilweise aktiv wird und teilweise nicht, entsteht durch die starke, blickwinkelbedingte Aufhellung ein ungewöhnlicher Kontrast bzw. Korona-Effekt, die die tatsächliche Zeichnung des Bildes komplett verändern können.

Ausleuchtung

Das linke Foto zeigt ein komplett schwarzes Bild ungefähr so, wie man es mit bloßem Auge bei komplett abgedunkeltem Raum sieht; hier werden die auffälligen Schwächen sichtbar. Das rechte Foto mit längerer Belichtungszeit hebt dagegen die Problemzonen hervor und dient nur der deutlicheren Darstellung.

Ausleuchtung bei normaler Belichtung
Ausleuchtung bei normaler Belichtung
Ausleuchtung bei verlängerter Belichtung
Ausleuchtung bei verlängerter Belichtung

Beim Schwarzbild („Local Dimming“ aus) können wir praktisch keinerlei Randeinstrahlungen feststellen. Blickwinkelbedingte Aufhellungen sind dagegen bereits bei mittiger Sitzposition in den Ecken relativ großflächig zu erkennen. Sie zeigen oben eine rötliche und unten eine bläuliche Einfärbung.

Schon bei leichten Kopfbewegungen aus der mittigen Sitzposition heraus wird die übliche generelle Aufhellung sichtbar. Sie scheint beim PA32UCX auf den ersten Blick ungewöhnlich stark ausgeprägt. Es wirkt fast so, als würde sich etwas Helles im Display spiegeln. Das liegt aber an der extrem hohen Helligkeitseinstellung ab Werk. Die Standard-Reglerposition von 50 hätte beim Probanden auf ein sinnvolles Maß adaptiert werden müssen. Mit 463 cd/m² hat man bei hellen Bildinhalten spontan das Bedürfnis, nach einer Sonnenbrille zu greifen.

Bei einer normalen Arbeitshelligkeit von 140 cd/m² ist auch die Blickwinkel-bedingte Aufhellung auf dem üblichen IPS-Niveau bzw. fällt sogar überdurchschnittlich gut aus.

Schaltet man das „Local Dimming“ ein, erhält man ferner ein perfekt schwarzes Bild. Aber das ist natürlich eine rein künstliche, wenig praxisrelevante Situation. Sobald im Bild mehr als Schwarz zu sehen ist, kommt es zu den üblichen Glow-Effekten drum herum, die man zumindest für die EBV nicht gebrauchen kann.

Helligkeit, Schwarzwert und Kontrast

Die Messungen werden nach einer Kalibration auf D65 als Weißpunkt durchgeführt. Sofern möglich, werden alle dynamischen Regelungen deaktiviert. Aufgrund der notwendigen Anpassungen fallen die Ergebnisse geringer aus, als bei Durchführung der Testreihe mit nativem Weißpunkt.

Das Messfenster wird nicht von einem schwarzen Rand umgeben. Die Werte können daher eher mit dem ANSI-Kontrast verglichen werden und geben Realweltsituationen deutlich besser wieder, als Messungen von flächigem Weiß- und Schwarzbild.

Helligkeits- und Kontrastverlauf des ASUS PA32UCX – ohne Gleichförmigkeitskompensation
Helligkeits- und Kontrastverlauf des ASUS PA32UCX – ohne Gleichförmigkeitskompensation
Helligkeits- und Kontrastverlauf des ASUS PA32UCX – mit Gleichförmigkeitskompensation
Helligkeits- und Kontrastverlauf des ASUS PA32UCX – mit Gleichförmigkeitskompensation

Mit nativem Weißpunkt erreichen wir im Maximum rund 681 cd/m². Das liegt sogar bereits über der Herstellerangabe von 600 (typisch)/1200 (Peak) cd/m². Herunterregeln lässt sich die Helligkeit auf ein Minimum von 40 cd/m².

Nach der Software-Kalibrierung sinken die Werte nur geringfügig: Die Maximalhelligkeit liegt bei 656 cd/m², die Minimalhelligkeit bei 39 cd/m². Somit stellt das Arbeiten in absoluter Dunkelheit kein Problem dar.

Trotz der schon hier enorm hohen Werte für die Maximalhelligkeit hat es ASUS leider versäumt, auch den Abstufungsbereich des Helligkeitsreglers anzupassen oder gar, wie bei professionellen Geräten üblich, eine Angabe in cd/m² zu verwenden. Das Einstellen einer gewünschten Zielhelligkeit ist daher nur sehr unpräzise möglich. Ein Ein-Prozent-Schritt am Helligkeitsregler führt gleich zu einer Veränderung von knapp 10 cd/m². In Verbindung mit den später zum Thema Farbgenauigkeit beschriebenen Varianzen ist der PA32UCX für den Einsatz in Mehrschirmsystemen nicht prädestiniert.

Das native Kontrastverhältnis des Mini-LED-IPS-Panels gibt der Hersteller mit 1000:1 an. In Verbindung mit dem „Local Dimming“ sollen dann vor allem im HDR-Betrieb sogar Kontrastwerte von 1 000 000:1 erreicht werden. Gemäß unseren Messungen liegt der native Kontrast nach der Kalibrierung im Durchschnitt bei guten 949:1.

Der PA32UCX besitzt in den erweiterten Bildeinstellungen ferner eine Option, um die Gleichförmigkeit zu verbessern. Ab Werk ist die Gleichförmigkeitskompensation deaktiviert. Üblicherweise ist eine bessere Homogenität nicht umsonst, sondern muss mit geringeren Werten bei Kontrast und Maximalhelligkeit erkauft werden. So auch beim aktuellen Testgerät.

Wie im grafischen Vergleich gut zu sehen, sinkt dadurch die Maximalhelligkeit auf – immer noch sehr beachtliche – 516 cd/m². Das Kontrastverhältnis reduziert sich aber merklich und liegt bei gerade noch guten 747:1.

Für die EBV wäre es dennoch eine brauchbare Option, allerdings ohne echten Nutzen. Denn wie wir im Folgenden sehen werden, verbessert sich die Bildhomogenität dadurch nicht maßgeblich, sondern verschlechtert sich teilweise sogar.

7 KOMMENTARE

  1. Hat dieser Monitor auch das Problem, das die Farbe abweicht nach dem einschalten?
    Der lezte Asus den ihr getestet habt, musste ja sogar nach 24 Stunden wieder neu kalibriert werden…

  2. Er wird wohl den Nachfolger (PA32UCG) gemeint haben; dieser bietet neben HDR-1400 Spezifizierung auch 120Hz.
    -> werden Sie diesen ebenfalls testen? Soll Q1/2020 rauskommen…
    LG

  3. Is an i/o capture device required to use this monitor as an HDR reference monitor in Final Cut Pro X (2017 iMac, 27” TB3)?
    Ist ein E / A-Aufnahmegerät erforderlich, um diesen Monitor als HDR-Referenzmonitor in Final Cut Pro X (2017 iMac, 27 ”TB3) zu verwenden?

    • We have not mentioned anywhere that the monitor would be suitable for HDR reference purposes. Since you have to spend a little more and grab the EIZO CG3145 ColorEdge (about 40.000 EUR). Capture and editing are two pairs of boots. Why do you think that an i/o capture device makes a difference for editing?

      • Thank you for the outstanding review, Manuel! Regarding editing HDR video in Final Cut Pro, I spoke with both Asus technical support and Blackmagic Design and they both assured me that I will need something like the Blackmagic UltraStudio 4K Mini to send HDR over to the Asus monitor from my Mac. Apple’s white paper also says a third-party device is needed to connect an external monitor for HDR color grading. The one exception is their Display XDR Monitor, which can be connected directly through TB3 to their new Mac Pro.

  4. Lüfter = K.O. Kriterium. Und bei solchen Highend Spezifikationen auf so ein schwaches / billiges (in mehrerer Hinsicht) Kühlsystem zu setzen ist dumm und frech zugleich.

    Sehr, sehr schade. Ich hatte vor mir diesen Monitor trotz des vermutlich exorbitanten Preises (Gerüchten zu folge ~5.000€) zu holen. Einfach weil er HDR1000, 4k und 120hz schafft und damit der erster Monitor ist und ich lange auf einen solchen gewartet habe. Aber dann warte ich eben noch länger.

    • Wer auf eine ruhige Arbeitsumgebung wert legt, wird mit dem Gerät sicher nicht glücklich. Ob die Helligkeitsrekorde auch ohne Lüfter technisch machbar wären, lässt sich schwer sagen. Ein temperatur-gesteuertes Abschalten des Lüfters im normalen Desktop-Betrieb wäre aber sicher eine gute Idee gewesen.

      120Hz? Davon ist uns nichts bekannt. Das ist kein Gaming-Monitor.

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