Test ASUS PA32UCX-K – 4K-Monitor mit Helligkeitsrekord
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Kalibrierung weitere Versuche

Wir haben das Gerät also auf Werkseinstellungen zurückgesetzt und neu kalibriert. Die erforderlichen Anpassungen am RGB-Gain-Regler fielen jetzt gänzlich anders als am Vortag aus (47/48/50 statt 50/47/46). Mit der neuen Kalibrierung war wieder alles im Lot, und beide Monitore lieferten eine identische Darstellung. Bis zum nächsten Tag.

Diesmal fiel die Abweichung bei der Farbtemperatur in die andere Richtung aus – mit gemessenen 7421 K schon sehr deutlich. Nach dem Rücksetzen auf Werkseinstellungen haben wir das Gerät noch ein drittes Mal kalibriert – wieder mit ganz anderen Werten am RGB-Gain-Regler (50/49/50). Mit dieser Profilierung haben wir sogar sämtliche Messungen noch mal wiederholt. Die Ergebnisse sind im Rahmen der Messgenauigkeit identisch mit denen von oben.

Zum Schluss untersuchten wir dann noch am nächsten Tag mit dieser letzten Kalibrierung die Farbtemperaturveränderung im Zeitablauf nach dem Einschalten. Sonst wurde an dem Gerät zwischenzeitlich nichts mehr verändert, auch kein Umschalten der Benutzermodi:

Zeit nach dem Systemstart: Gemessene Farbtemperatur:
Direkt nach dem Start 5772 K
5 Minuten 5842 K
15 Minuten 5956 K
30 Minuten 6102 K
45 Minuten 6216 K
60 Minuten 6280 K
90 Minuten 6369 K
120 Minuten 6411 K

Der PA32UCX hat in puncto Farbgenauigkeit leider noch weitere Defizite, da auch verschiedene Funktionen im OSD zu unerwarteten Änderungen führen. Schaltet man beispielsweise „MotionSync“ zusätzlich ein, erhöht sich die Helligkeit unverständlicherweise auf 160 cd/m², und die Farbtemperatur sinkt wieder auf nur noch 6052 K. Nach dem Wiederausschalten ist die Farbtemperatur von 6411 K auf 6187 K gesunken. Noch deutlicher wurde es, nachdem wir für maximal 15 Minuten das HDR-HLG-Preset verwendet hatten und wieder in den kalibrierten Standardmodus zurückgekehrt sind. Die Farbtemperatur lag jetzt bei 7007 K und die Helligkeit nur noch bei 124 cd/m².

Pauschal kann man daher nur raten, den PA32UCX vor farbkritischen Arbeiten mindestens eine Stunde warmlaufen zu lassen, dann das Erreichen der Kalibrierungsziele zu überprüfen und ggfls. eine neue Kalibrierung durchzuführen.

Reaktionsverhalten

Den ASUS PA32UCX-K haben wir in nativer Auflösung bei 60 Hz am DisplayPort untersucht. Der Monitor wurde für die Messung auf die Werkseinstellung zurückgesetzt.

Bildaufbauzeit und Beschleunigungsverhalten

Die Bildaufbauzeit ermitteln wir für den Schwarz-Weiß-Wechsel und den besten Grau-zu-Grau-Wechsel. Zusätzlich nennen wir den Durchschnittswert für unsere 15 Messpunkte.

Der Messwert CtC (Color to Color) geht über die herkömmlichen Messungen von reinen Helligkeitssprüngen hinaus – schließlich sieht man am Bildschirm in aller Regel ein farbiges Bild. Bei dieser Messung wird deshalb die längste Zeitspanne gemessen, die der Monitor benötigt, um von einer Mischfarbe auf die andere zu wechseln und seine Helligkeit zu stabilisieren. Verwendet werden die Mischfarben Cyan, Magenta und Gelb – jeweils mit 50 % Signalhelligkeit. Beim CtC-Farbwechsel schalten also nicht alle drei Subpixel eines Bildpunktes gleich, sondern es werden unterschiedliche Anstiegs- und Ausschwingzeiten miteinander kombiniert.

Im Datenblatt wird eine Reaktionszeit von 5 ms für GtG genannt. Eine Beschleunigungsoption (Overdrive) ist vorhanden. Bei der von ASUS „Trace Free“ genannten Funktion gibt es den Regelbereich von 0 bis 100 in 20er-Schritten. Als Standardwert ist „TF60“ voreingestellt.

60 Hz, Overdrive „TF0“

Bei 60 Hz und ausgeschaltetem Overdrive messen wir den Schwarz-Weiß-Wechsel mit 7,8 ms und den schnellsten Grauwechsel mit 6,8 ms. Der Durchschnittswert für unsere 15 Messpunkte beträgt 11,5 ms. Der CtC-Wert ist mit 10 ms bereits ordentlich, lässt aber Verbesserungspotenzial offen.

Überschwinger sind erwartungsgemäß keine zu beobachten, die Abstimmung ist völlig neutral.

Das Schaltzeitendiagramm zeigt unter anderem, wie sich verschiedene Helligkeitssprünge addieren, wie schnell der Monitor in der Werkseinstellung im besten Fall reagiert und von welcher mittleren Reaktionszeit ausgegangen werden kann.

Diagramm: 60 Hz (Overdrive „TF0“): Beachtlich gute Schaltzeiten
60 Hz (Overdrive „TF0“): Beachtlich gute Schaltzeiten
Diagramm: 60 Hz (Overdrive „TF0“): Keine Überschwinger
60 Hz (Overdrive „TF0“): Keine Überschwinger

60 Hz, Overdrive „TF60“

In der Werkseinstellung „TF60“ bei 60 Hz verbessern sich insbesondere die Graustufenübergänge und erreichen im Schnitt 9,1 ms. Auch der CtC-Wert lässt für einen Allrounder bzw. Grafikmonitor mit 5,6 ms bereits keine Wünsche mehr offen. Kritische Farbübergänge erreichen somit hier den vollen Pegel noch ohne nennenswerte Verzögerung.

Die Abstimmung bleibt noch weitgehend neutral, und es entstehen nur minimale Überschwinger. Der vom Hersteller als Standard aktivierte Wert „TF60“ ist somit optimal gewählt und für die meisten Anwendungsszenarien die korrekte Wahl.

Diagramm: 60 Hz (Overdrive „TF60“): Schnelle Schaltzeiten
60 Hz (Overdrive „TF60“): Schnelle Schaltzeiten
Diagramm: 60 Hz (Overdrive „TF60“): Minimale Überschwinger
60 Hz (Overdrive „TF60“): Minimale Überschwinger

60 Hz, Overdrive „TF100“

In der höchsten Stellung „TF100“ bei 60 Hz messen wir den Schwarz-Weiß-Wechsel mit 10,2 ms und den schnellsten Grauwechsel mit 4 ms. Der Durchschnittswert für unsere 15 Messpunkte beträgt schnelle 8,1 ms. Ein CtC-Wert von 2,8 ms ist ebenfalls sehr kurz.

Der letztlich nur moderate Zugewinn bei den Reaktionszeiten muss leider mit teils recht starken Überschwingern erkauft werden, die die Bildqualität mindern. Etwas moderater bleiben sie bei „TF80“. Außerhalb von Spielen würden wir aber diese beiden Einstellungen eher nicht empfehlen.

Diagramm: 60 Hz (Overdrive „TF100“): Sehr schnelle Schaltzeiten
60 Hz (Overdrive „TF100“): Sehr schnelle Schaltzeiten
Diagramm: 60 Hz (Overdrive „TF100“): Deutliche Überschwinger
60 Hz (Overdrive „TF100“): Deutliche Überschwinger

Netzdiagramme

In den folgenden Netzdiagrammen sehen Sie alle Messwerte zu den unterschiedlichen Helligkeitssprüngen unserer Messungen im Überblick. Im Idealfall würden sich die grünen und die roten Linien eng am Zentrum befinden. Jede Achse repräsentiert einen im Pegel und in der Dynamik definierten Helligkeitssprung des Monitors, gemessen über Lichtsensor und Oszilloskop.

Diagramm: 60 Hz, Overdrive "TF0"
60 Hz, Overdrive „TF0“
Diagramm: 60 Hz, Overdrive "TF60"
60 Hz, Overdrive „TF60“
Diagramm: 60 Hz, Overdrive "TF100"
60 Hz, Overdrive „TF100“

Latenzzeit

Die Latenz ist ein wichtiger Wert für Spieler, wir ermitteln sie als Summe der Signalverzögerungszeit und der halben mittleren Bildwechselzeit. Beim PA32UCX-K messen wir mit 9,2 ms eine recht moderate Signalverzögerung. Die halbe mittlere Bildwechselzeit ist mit 4,6 ms ebenfalls sehr kurz, insgesamt macht das sehr ordentliche 13,3 ms in der schnellsten Overdrive-Stufe. Bei der Werkseinstellung „TF60“ und praktisch maximaler Bildqualität sind es auch nur 13,8 ms.

7 KOMMENTARE

  1. Hat dieser Monitor auch das Problem, das die Farbe abweicht nach dem einschalten?
    Der lezte Asus den ihr getestet habt, musste ja sogar nach 24 Stunden wieder neu kalibriert werden…

  2. Er wird wohl den Nachfolger (PA32UCG) gemeint haben; dieser bietet neben HDR-1400 Spezifizierung auch 120Hz.
    -> werden Sie diesen ebenfalls testen? Soll Q1/2020 rauskommen…
    LG

  3. Is an i/o capture device required to use this monitor as an HDR reference monitor in Final Cut Pro X (2017 iMac, 27” TB3)?
    Ist ein E / A-Aufnahmegerät erforderlich, um diesen Monitor als HDR-Referenzmonitor in Final Cut Pro X (2017 iMac, 27 ”TB3) zu verwenden?

    • We have not mentioned anywhere that the monitor would be suitable for HDR reference purposes. Since you have to spend a little more and grab the EIZO CG3145 ColorEdge (about 40.000 EUR). Capture and editing are two pairs of boots. Why do you think that an i/o capture device makes a difference for editing?

      • Thank you for the outstanding review, Manuel! Regarding editing HDR video in Final Cut Pro, I spoke with both Asus technical support and Blackmagic Design and they both assured me that I will need something like the Blackmagic UltraStudio 4K Mini to send HDR over to the Asus monitor from my Mac. Apple’s white paper also says a third-party device is needed to connect an external monitor for HDR color grading. The one exception is their Display XDR Monitor, which can be connected directly through TB3 to their new Mac Pro.

  4. Lüfter = K.O. Kriterium. Und bei solchen Highend Spezifikationen auf so ein schwaches / billiges (in mehrerer Hinsicht) Kühlsystem zu setzen ist dumm und frech zugleich.

    Sehr, sehr schade. Ich hatte vor mir diesen Monitor trotz des vermutlich exorbitanten Preises (Gerüchten zu folge ~5.000€) zu holen. Einfach weil er HDR1000, 4k und 120hz schafft und damit der erster Monitor ist und ich lange auf einen solchen gewartet habe. Aber dann warte ich eben noch länger.

    • Wer auf eine ruhige Arbeitsumgebung wert legt, wird mit dem Gerät sicher nicht glücklich. Ob die Helligkeitsrekorde auch ohne Lüfter technisch machbar wären, lässt sich schwer sagen. Ein temperatur-gesteuertes Abschalten des Lüfters im normalen Desktop-Betrieb wäre aber sicher eine gute Idee gewesen.

      120Hz? Davon ist uns nichts bekannt. Das ist kein Gaming-Monitor.

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