Test ASUS PA32UCX-K – 4K-Monitor mit Helligkeitsrekord
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HDR-Wiedergabe

Hier kann der PA32UCX zweifellos glänzen. Unterstützt werden mehrere HDR-Formate, einschließlich Dolby Vision, HLG und HDR10. Diese breite Unterstützung – insbesondere von Dolby Vision – macht den Monitor in seiner Klasse einzigartig.

Local Dimming Helligkeit Schwarzwert (Dynamischer) Kontrast
Aus 1543 cd/m² 1543 cd/m² 1086:1
Ein 1255 cd/m² 0,16 cd/m² 7843:1

Das Gerät ist nach VESA DisplayHDR 1000 zertifiziert und soll in der Spitze sogar 1200 cd/m² erreichen. Unsere Messungen können das im HDR-HLG-Preset sogar für einen sehr großen Bildbereich unschwer bestätigen.

1200 statt 1000 nits und 1125 Zonen statt nur 384 wie beim ASUS PA32UC – sieht man da einen großen Unterschied? Wenn man beide Geräte nebeneinander stellt, wird man das vermutlich können. Dennoch sind die Unterschiede, zumindest nach unserer Erinnerung, nicht signifikant.

Das ist auch nicht überraschend und hängt mit unserer Helligkeitswahrnehmung zusammen. Während das menschliche Auge Helligkeitsveränderungen in dunklen Bereichen sehr deutlich wahrnimmt, benötigt es im oberen Bereich schon eine sehr starke Zunahme des Lichtes, damit der Unterschied auffällt. Das ist erst bei einer Verdoppelung der Lichtmenge richtig deutlich. Der Sprung von 500 auf 1000 nits ist für unsere Wahrnehmung dabei genauso groß wie von 1000 auf 2000. Das macht auch die Herausforderung der Hersteller deutlich, denn derartige Helligkeiten zu produzieren – und zwar ohne Lüfter – ist mit heutiger Technik schon äußerst schwierig.

Während HDR10 mit einer maximalen Helligkeit von 1000 nits arbeitet, ist das erst der Anfang. Dolby Vision ist auf Bildschirme mit bis zu 10 000 nits ausgelegt. Bis es solche Geräte (vielleicht) mal gibt, ist es noch ein sehr langer Weg.

Schaut man auf dem PA32UCX entsprechende HDR-Demos, bleibt aber auch hier der Wow-Effekt nicht aus. Besonders beeindruckend sind nächtliche Stadtszenen – stellenweise tiefschwarz, aber gleichzeitig mit der extrem herausleuchtenden Stadtbeleuchtung. Dasselbe gilt natürlich für Feuerwerk, Schweißarbeiten und Sonnenuntergänge etc.

Videobearbeitung

Für den normalen Videoschnitt gibt es bessere und günstigere Lösungen als den ASUS PA32UCX, zum Beispiel Curved-Displays im 21:9-Format, bei denen man noch mehr Platz für die Timeline hat.

Der Proband ist primär dann interessant, wenn die Erstellung von HDR-Content im Vordergrund steht und die Produktionskosten pro Tag nicht im fünf- bis sechsstelligen Bereich liegen. Hier möchte man sich im Color-Grading sicher keinerlei Fehler erlauben. Für das Hardware-kalibrierbare Pendant von EIZO – den ColorEdge Prominence CG3145 – muss man dann aber auch beim Preis vorn aus der 3 eine 4 machen und hinten noch eine Null dranhängen. Dafür handelt es sich um „echtes“ HDR ohne Local-Dimming-Nachhilfe.

Kann man dagegen mit den beschriebenen Varianzen in der Farbgenauigkeit leben, dann ist der PA32UCX mit seinen Leistungsdaten in seiner Preisklasse allein auf weiter Flur. Die beste Alternative wäre der PA32UC, der mit 2.000 EUR inkl. Kolorimeter deutlich günstiger zu haben ist.

Bewertung

ab 2.911,01 €
4.1

(GUT)

Fazit

Einem Gerät wie dem ASUS PA32UCX mit seinem enormen Funktionsumfang mit einem Fazit gerecht zu werden, ist eine ziemlich schwierige Aufgabe. Je nachdem aus welchem Blickwinkel man ihn betrachtet, kann man zu ganz anderen Schlussfolgerungen kommen. Wir können kaufwilligen Lesern daher nur raten, den ganzen Test sehr genau zu lesen und mit den eigenen Erwartungshaltungen abzugleichen. Denn von hervorragend geeignet bis ungeeignet kann alles zutreffen.

Auf der Habenseite bietet der Monitor auf jeden Fall eine sehr hochwertige und designorientierte Verarbeitung. Alle Ergonomie-Funktionen sind vollumfänglich vorhanden und mit einer erstklassigen Mechanik umgesetzt. Die Konnektivität ist sehr umfangreich und wartet mit einem schnellen Thunderbolt-3-Anschluss auf, der in der Videobearbeitung zum guten Ton gehört.

Bei der Maximalhelligkeit und beim Farbraum-Umfang stellt der PA32UCX Rekorde auf, die teilweise sogar noch die Herstellerangaben übertreffen. Leider reicht hier eine passive Kühlung nicht mehr aus. Das permanente Surren des Lüfters kann für manch einen Nutzer schon ein K.-o.-Kriterium sein, während es Kopfhörer-gewappnete Gamer kaum interessieren dürfte. Dabei kann der Alleskönner sogar mit erstaunlich guten Reaktionszeiten überzeugen.

Der PA32UCX wird von ASUS aber klar für den professionellen Einsatz – insbesondere im Bereich der Videobearbeitung – beworben und muss sich somit auch entsprechend hohen Anforderungen stellen. Ob das Gerät seine Werte konventionell oder mit der allerneuesten Mini-LED-Technik erreicht, ist dabei völlig egal. Hier zählen vor allem Stabilität und Zuverlässigkeit.

Die Herstellerangaben zur hohen Farbgenauigkeit des PA32UCX können wir zwar messtechnisch nachvollziehen, aber nur mit einer komplizierten Wenn-dann-vielleicht-Matrix. Insbesondere die Hardware-Kalibrierung überzeugt, wie schon in der Vergangenheit, leider nicht. Aber auch die extrem lange Aufwärmphase ist unschön. Eine professionelle Zuverlässigkeit sieht anders aus. Einen Filmemacher, der sich beim Color-Grading für eine Produktion auf den ASUS-Bildschirm verlassen möchte, können wir uns nur schwer vorstellen.

Aus unserer Sicht wendet sich das neue Flaggschiff der ProArt-Serie daher eher an gut betuchte Enthusiasten, die das neueste vom technisch Machbaren auf dem Schreibtisch stehen haben und die aktuell in dieser Preisklasse bestmögliche HDR-Performance in Spielen und Filmen genießen möchten. Mit 3.000 EUR zum Zeitpunkt der Testerstellung ist das aber kein billiges Vergnügen.

Testlogo ASUS-PA32UCX-K

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7 KOMMENTARE

  1. Hat dieser Monitor auch das Problem, das die Farbe abweicht nach dem einschalten?
    Der lezte Asus den ihr getestet habt, musste ja sogar nach 24 Stunden wieder neu kalibriert werden…

  2. Er wird wohl den Nachfolger (PA32UCG) gemeint haben; dieser bietet neben HDR-1400 Spezifizierung auch 120Hz.
    -> werden Sie diesen ebenfalls testen? Soll Q1/2020 rauskommen…
    LG

  3. Is an i/o capture device required to use this monitor as an HDR reference monitor in Final Cut Pro X (2017 iMac, 27” TB3)?
    Ist ein E / A-Aufnahmegerät erforderlich, um diesen Monitor als HDR-Referenzmonitor in Final Cut Pro X (2017 iMac, 27 ”TB3) zu verwenden?

    • We have not mentioned anywhere that the monitor would be suitable for HDR reference purposes. Since you have to spend a little more and grab the EIZO CG3145 ColorEdge (about 40.000 EUR). Capture and editing are two pairs of boots. Why do you think that an i/o capture device makes a difference for editing?

      • Thank you for the outstanding review, Manuel! Regarding editing HDR video in Final Cut Pro, I spoke with both Asus technical support and Blackmagic Design and they both assured me that I will need something like the Blackmagic UltraStudio 4K Mini to send HDR over to the Asus monitor from my Mac. Apple’s white paper also says a third-party device is needed to connect an external monitor for HDR color grading. The one exception is their Display XDR Monitor, which can be connected directly through TB3 to their new Mac Pro.

  4. Lüfter = K.O. Kriterium. Und bei solchen Highend Spezifikationen auf so ein schwaches / billiges (in mehrerer Hinsicht) Kühlsystem zu setzen ist dumm und frech zugleich.

    Sehr, sehr schade. Ich hatte vor mir diesen Monitor trotz des vermutlich exorbitanten Preises (Gerüchten zu folge ~5.000€) zu holen. Einfach weil er HDR1000, 4k und 120hz schafft und damit der erster Monitor ist und ich lange auf einen solchen gewartet habe. Aber dann warte ich eben noch länger.

    • Wer auf eine ruhige Arbeitsumgebung wert legt, wird mit dem Gerät sicher nicht glücklich. Ob die Helligkeitsrekorde auch ohne Lüfter technisch machbar wären, lässt sich schwer sagen. Ein temperatur-gesteuertes Abschalten des Lüfters im normalen Desktop-Betrieb wäre aber sicher eine gute Idee gewesen.

      120Hz? Davon ist uns nichts bekannt. Das ist kein Gaming-Monitor.

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