Test ASUS PA32UCX-K – 4K-Monitor mit Helligkeitsrekord
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Farbraumabdeckung

Die folgende Tabelle fasst die Ergebnisse jeweils für das Werks-Preset und nach Software-Kalibration zusammen:

Farbraum Abdeckung im Werks-Preset Abdeckung nach Kalibrierung
sRGB 95 % 100 %
Adobe RGB 95 % 100 %
ECI-RGB v2 98 %
DCI P3 RGB 91 % 94 %
ISO Coated v2 (FOGRA39L) 100 %

Der native Farbraum des PA32UCX ist dank der Mini-LED-Technik enorm groß. Laut Hersteller soll sogar der riesige Rec.-2020-Farbraum zu 89 % abgedeckt werden. Auf jeden Fall gehört die Farbraumabdeckung des Probanden zu den größten, die wir bislang im Testlabor hatten.

Die nachfolgende Grafik zeigt den Vergleich zum PA32UC. Der farbige Bereich in der Mitte stellt den sRGB-Farbraum dar, der von beiden Geräten vollständig abgedeckt wird. Das Gitternetz des PA32UC haben wir rot eingefärbt, das des PA32UCX grün.

Die Werks-Presets nutzen die Farbraumfähigkeiten des PA32UCX aber leider nicht vollständig aus. Zumindest wird der native Farbraum aber ganz gut auf die jeweiligen Zielfarbräume beschnitten.

Farbraumvergleich zwischen PA32UC und PA32UCX
Farbraumvergleich zwischen PA32UC und PA32UCX

Farbmodus: Custom (Werkseinstellung)

Nach dem Reset im OSD sind folgende Werte vorgegeben:

Bildmodus: Standard
Helligkeit: 50
Kontrast: 80
Gamma: 2,2
Farbtemperatur: 6500 K
RGB: 50/50/50
Color-Gamut: k. A.
DUE Priority: GL aus
Schärfe: 0
Reaktionszeit: 60

Die Erläuterungen zu den folgenden Charts haben wir für Sie zusammengefasst: Delta-E-Abweichung für Farbwerte und Weißpunkt, Delta-C-Abweichung für Grauwerte, und Gradation.

Diagramm: Graubalance in der Werkseinstellung, Bildmodus "Standard"
Graubalance in der Werkseinstellung, Bildmodus „Standard“

Die Graubalance ist beim PA32UCX bereits in der Werkseinstellung nahezu perfekt. Der Weißpunkt ist mit 6800 K nur geringfügig kühler als die gewünschten 6500 K. Der Gammawert liegt bei 2,14 und verläuft einigermaßen linear.

Die ausführlichen Testergebnisse können als PDF-Datei heruntergeladen werden

Vergleich sRGB-Modus mit dem sRGB-Arbeitsfarbraum

Diagramm: Farbwiedergabe in der Werkseinstellung, Bildmodus "sRGB"
Farbwiedergabe in der Werkseinstellung, Bildmodus „sRGB“

Im sRGB-Preset wird der native Farbraum sehr gut auf den Zielfarbraum beschnitten. Der wird zwar nur zu 95 % abgedeckt, umgekehrt kommt es aber auch kaum zu Überdeckungen. Die Farbtemperatur messen wir mit 6700 K nahe beim Soll, und die Graubalance ist nach wie vor sehr gut. Die Farbabweichungen sind mit einem durchschnittlichen Delta E94 von 0.85 sehr gering.

Die Anpassung des Gammaverlaufs lässt allerdings Wünsche offen, zumal in der Videobearbeitung in der Regel ohne Farbmanagement gearbeitet werden muss und eine Korrektur über die Anwendung nicht möglich ist. Im Durchschnitt liegt das Gamma bei 2,14.

Die ausführlichen Testergebnisse können als PDF-Datei heruntergeladen werden.

Vergleich Adobe-RGB-Modus mit dem Adobe-RGB-Arbeitsfarbraum

Diagramm: Farbwiedergabe in der Werkseinstellung, Bildmodus "Adobe RGB"
Farbwiedergabe in der Werkseinstellung, Bildmodus „Adobe RGB“

Sehr ähnlich sieht es im Adobe-RGB-Preset aus. Die Graubalance ist ausgezeichnet, die Farbtemperatur wird mit 6700 K gut erreicht, und das durchschnittliche Delta E94 von 0,89 bescheinigt eine sehr hohe Farbgenauigkeit. Das Gamma liegt im Durchschnitt wieder bei 2,15, nur der Verlauf ist nicht perfekt linear, sondern knickt am Ende etwas nach unten weg.

Die ausführlichen Testergebnisse können als PDF-Datei heruntergeladen werden.

Vergleich DCI-P3-Modus mit dem DCI-P3-Arbeitsfarbraum

Diagramm: Farbwiedergabe in der Werkseinstellung, Bildmodus "DCI-P3"
Farbwiedergabe in der Werkseinstellung, Bildmodus „DCI-P3“

Den DCI-P3-Farbraum deckt das Werks-Preset nur zu 91 % ab. Daher sind die Farbabweichungen hier auch am höchsten. Ein durchschnittliches Delta E94 von 1,03 reicht aber immer noch für eine sehr gute Wertung. Die hohe Gammavorgabe von 2,6 kann das Werks-Preset aber nicht ganz erreichen. Im Durchschnitt liegt das Gamma bei 2,53. Auch hier ist der Grund wieder das Abknicken des Verlaufs in den höheren Graustufen.

Insgesamt liefern aber alle gemessenen Werks-Presets eine sehr überzeugende Vorstellung ab. Bemerkenswert ist vor allem die konstant sehr gute Graubalance.

Die ausführlichen Testergebnisse können als PDF-Datei heruntergeladen werden.

Messungen nach Kalibration und Profilierung

Hardware-Kalibrierung

Der PA32UCX wird von ASUS auch als Hardware-kalibrierbar beworben. Dabei handelt es sich tatsächlich aber nicht um das, was man normalerweise unter diesem Feature versteht. Möglich ist damit lediglich eine Art von Farbraum-Emulation. ICC-Profile werden dabei nicht erstellt.

Die dazu notwendige Software stand uns als Download in der Version 1.11 zur Verfügung. Das zugehörige PDF-Handbuch beschränkt sich auf die Auflistung von Screenshots aus der Software und ist damit wenig hilfreich. Am Funktionsumfang hat sich auch in der elften Unterversion zur ersten Version nichts geändert.

ASUS ProArt Calibration: Einstieg (Screenshot Software ASUS)
ASUS ProArt Calibration: Einstieg (Screenshot Software ASUS)
ASUS ProArt Calibration: Kalibrierungsparameter (Screenshot Software ASUS)
ASUS ProArt Calibration: Kalibrierungsparameter (Screenshot Software ASUS)

In der Vergangenheit konnte uns die Lösung von ASUS nicht überzeugen. In Verbindung mit dem PA32UCX hat es aber gar keinen Sinn, sie noch mal weiter im Detail vorzustellen, denn sie kam auch in mehreren Anläufen schlicht zu keinem brauchbaren Ergebnis.

Beim ersten Versuch wurden nach Augenschein und Software-Angabe zwar die Zielwerte einigermaßen erreicht, dann aber nicht im Monitor abgespeichert. Ein weiterer Versuch führte zu völlig falschen Werten.

ASUS ProArt Calibration: “Schräger” Desktop nach Kalibrierung
ASUS ProArt Calibration: “Schräger” Desktop nach Kalibrierung
ASUS ProArt Calibration: Kalibrierungsergebnis laut Software (Screenshot Software ASUS)
ASUS ProArt Calibration: Kalibrierungsergebnis laut Software (Screenshot Software ASUS)

Ein völlig verfälscht dargestellter Desktop und Zielerreichungswerte fern von Gut und Böse – für professionelle Anwender ist diese Lösung völlig ungeeignet.

Da der PA32UCX vor allem für Videografen beworben wird, ist das besonders unglücklich. Ein anwendungsseitiges Farbmanagement steht in der Videobearbeitung in der Regel gar nicht oder nur sehr eingeschränkt zu Verfügung. Man ist also auf die Genauigkeit und dauerhafte Zuverlässigkeit des Monitors angewiesen. Als Farbraum-Emulationen stehen hier aber nur die Werks-Presets zur Verfügung, die man so auch nicht im Zeitablauf und Alterungsprozess des Gerätes überprüfen und neu justieren kann.

7 KOMMENTARE

  1. Hat dieser Monitor auch das Problem, das die Farbe abweicht nach dem einschalten?
    Der lezte Asus den ihr getestet habt, musste ja sogar nach 24 Stunden wieder neu kalibriert werden…

  2. Er wird wohl den Nachfolger (PA32UCG) gemeint haben; dieser bietet neben HDR-1400 Spezifizierung auch 120Hz.
    -> werden Sie diesen ebenfalls testen? Soll Q1/2020 rauskommen…
    LG

  3. Is an i/o capture device required to use this monitor as an HDR reference monitor in Final Cut Pro X (2017 iMac, 27” TB3)?
    Ist ein E / A-Aufnahmegerät erforderlich, um diesen Monitor als HDR-Referenzmonitor in Final Cut Pro X (2017 iMac, 27 ”TB3) zu verwenden?

    • We have not mentioned anywhere that the monitor would be suitable for HDR reference purposes. Since you have to spend a little more and grab the EIZO CG3145 ColorEdge (about 40.000 EUR). Capture and editing are two pairs of boots. Why do you think that an i/o capture device makes a difference for editing?

      • Thank you for the outstanding review, Manuel! Regarding editing HDR video in Final Cut Pro, I spoke with both Asus technical support and Blackmagic Design and they both assured me that I will need something like the Blackmagic UltraStudio 4K Mini to send HDR over to the Asus monitor from my Mac. Apple’s white paper also says a third-party device is needed to connect an external monitor for HDR color grading. The one exception is their Display XDR Monitor, which can be connected directly through TB3 to their new Mac Pro.

  4. Lüfter = K.O. Kriterium. Und bei solchen Highend Spezifikationen auf so ein schwaches / billiges (in mehrerer Hinsicht) Kühlsystem zu setzen ist dumm und frech zugleich.

    Sehr, sehr schade. Ich hatte vor mir diesen Monitor trotz des vermutlich exorbitanten Preises (Gerüchten zu folge ~5.000€) zu holen. Einfach weil er HDR1000, 4k und 120hz schafft und damit der erster Monitor ist und ich lange auf einen solchen gewartet habe. Aber dann warte ich eben noch länger.

    • Wer auf eine ruhige Arbeitsumgebung wert legt, wird mit dem Gerät sicher nicht glücklich. Ob die Helligkeitsrekorde auch ohne Lüfter technisch machbar wären, lässt sich schwer sagen. Ein temperatur-gesteuertes Abschalten des Lüfters im normalen Desktop-Betrieb wäre aber sicher eine gute Idee gewesen.

      120Hz? Davon ist uns nichts bekannt. Das ist kein Gaming-Monitor.

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