Test ASUS PG279QM: G-Sync-Gaming-Monitor mit Reflex Latency Analyzer
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Messungen vor Kalibration und Profilierung

Bildmodus „Racing“, Farbtemperatur „6500 K“ (Werkseinstellung)

Die Erläuterungen zu den folgenden Charts haben wir für Sie zusammengefasst: Delta-E-Abweichung für Farbwerte und Weißpunkt, Delta-C-Abweichung für Grauwerte, und Gradation.

Diagramm: Graubalance in der Werkseinstellung
Graubalance in der Werkseinstellung

Der Monitor nutzt in der Werkseinstellung den Modus „Racing“ und die Farbtemperatur „6500 K“. Die Gammakurve verläuft nicht optimal, liegt aber noch in einem guten Bereich. Den Weißpunkt haben wir mit 6249 Kelvin gemessen. Die Abweichungen der Grauwerte liegen auf einem ausgezeichneten Niveau, nur der Range-Wert verhindert eine sehr gute Benotung in diesem Bereich.

Die ausführlichen Testergebnisse können als PDF-Datei heruntergeladen werden.

Vergleich des sRGB-Modus mit dem sRGB-Arbeitsfarbraum

Diagramm: Farbwiedergabe im sRGB-Modus
Farbwiedergabe im sRGB-Modus

Wird der Bildmodus „sRGB“ gewählt, können verschiedene Einstellungen nicht mehr im OSD verändert werden, dazu gehören zum Beispiel die Helligkeit, der Kontrast und die Farbtemperatur. Vor allem die Helligkeitsbegrenzung ist in der Praxis ärgerlich, da sie bei fast 180 cd/m² liegt, was vielen Anwender noch zu hoch sein dürfte.

Die Ergebnisse bei den Grauwerten und der Gammakurve kommen uns aus der Werkseinstellung sehr bekannt vor – hier scheint es keine Anpassungen beim Wechsel des Bildmodus gegeben zu haben. Die Abweichungen der Farbwerte sind erfreulicherweise ebenfalls niedrig und liegen im Durchschnitt bei 1 Delta, was vor der Kalibrierung ein ausgezeichneter Wert ist. Für reine Gaming-Anwendungen ist bei diesen Ergebnissen keine Kalibrierung notwendig.

Die ausführlichen Testergebnisse können als PDF-Datei heruntergeladen werden.

Messungen nach Kalibration und Profilierung

Für die nachfolgenden Messungen wurde das Gerät aus Quato iColor Display heraus kalibriert und profiliert. Die angestrebte Helligkeit lag bei 140 cd/m². Als Weißpunkt wurde D65 gewählt.

Beides stellt keine allgemeingültige Empfehlung dar. Das gilt auch für die Wahl der Gradation, zumal die aktuelle Charakteristik im Rahmen des Farbmanagements ohnehin berücksichtigt wird.

Für die Kalibrierung im OSD wurden folgende Werte eingestellt:

Bildmodus: Racing
Helligkeit: 32
Kontrast: 50
Gamma: 2,2 (gemessen: 2,18)
Farbtemperatur: User
RGB: 97/94/100
Schärfe: Nicht vorhanden im OSD
Reaktionszeit: Normal

Profilvalidierung

Diagramm: Validierung des Profils
Validierung des Profils

Bei der Profilvalidierung treten keine unschönen Nichtlinearitäten auf. Der etwas zu hohe Range-Wert verhindert aber auch in diesem Bereich eine sehr gute Benotung. Bei den Farbwerten gibt es mit einer Abweichung von 1,8 Delta zudem einen etwas höheren Ausschlag, der in der Grafik allerdings nicht abgebildet wurde. Der Durchschnitt von 0,3 Delta liegt auf einem überragend guten Niveau.

Die ausführlichen Testergebnisse können als PDF-Datei heruntergeladen werden.

Vergleich mit sRGB (farbtransformiert)

Diagramm: Vergleich mit sRGB (farbtransformiert)
Vergleich mit sRGB (farbtransformiert)

Unser CMM berücksichtigt Arbeitsfarbraum- und Bildschirmprofil und führt auf dieser Basis die notwendigen Farbraumtransformationen mit farbmetrischem Rendering-Intent durch.

Eigentlich können wir uns nur wiederholen: Auch bei diesem Test verhindert der zu hohe Range-Wert eine sehr gute Benotung. Der Durchschnitt liegt bei den Grauwerten bei einer Abweichung von 0,5 Delta C und bei den Farbbereichen bei rund 1 Delta E. Alle anderen Werte sind ebenfalls nahe am Optimum.

Die ausführlichen Testergebnisse können als PDF-Datei heruntergeladen werden.

Reaktionsverhalten

Den ASUS PG279QM haben wir in nativer Auflösung am DisplayPort untersucht. Der Monitor wurde für die Messung auf die Werkseinstellung zurückgesetzt.

Bildaufbauzeit und Beschleunigungsverhalten

Die Bildaufbauzeit ermitteln wir für den Schwarz-Weiß-Wechsel und den besten Grau-zu-Grau-Wechsel. Zusätzlich nennen wir den Durchschnittswert für unsere 15 Messpunkte.

Der Messwert CtC (Color to Color) geht über die herkömmlichen Messungen von reinen Helligkeitssprüngen hinaus – schließlich sieht man am Bildschirm in aller Regel ein farbiges Bild. Bei dieser Messung wird deshalb die längste Zeitspanne gemessen, die der Monitor benötigt, um von einer Mischfarbe auf die andere zu wechseln und seine Helligkeit zu stabilisieren. Verwendet werden die Mischfarben Cyan, Magenta und Gelb – jeweils mit 50 % Signalhelligkeit. Beim CtC-Farbwechsel schalten also nicht alle drei Subpixel eines Bildpunktes gleich, sondern es werden unterschiedliche Anstiegs- und Ausschwingzeiten miteinander kombiniert.

Im Datenblatt wird eine bestmögliche Reaktionszeit von 1 ms (GtG) genannt. Der ASUS PG279QM besitzt vier Overdrive-Stufen („Aus“, „Normal“, „Esport“ und „Extrem“). In der Werkseinstellung ist die Stufe „Normal“ aktiviert.

Overdrive 60 Hz

60 Hz, Overdrive „Aus“

Das Schaltzeitendiagramm zeigt unter anderem, wie sich verschiedene Helligkeitssprünge addieren, wie schnell der Monitor in der Werkseinstellung im besten Fall reagiert und von welcher mittleren Reaktionszeit ausgegangen werden kann.

Diagramm 60 Hz ("Aus"): gute Schaltzeiten
60 Hz („Aus“): gute Schaltzeiten
Diagramm 60 Hz ("Aus"): keine Überschwinger
60 Hz („Aus“): keine Überschwinger

Bereits ohne Overdrive-Aktivierung kann der Monitor mit durchschnittlichen Reaktionszeiten von deutlich unter 10 ms auftrumpfen. Die Ergebnisse der CtC-Messungen liegen ebenfalls unter dieser Marke. Die Beschreibung „Gaming-Monitor“ konnte daher passender nicht getroffen werden. Der Latenzwert passt aber leider nicht zu diesen guten Ergebnissen.

60 Hz, Overdrive „Normal“

Auf der Overdrive-Stufe „Normal“ können die guten Ausgangswerte weiter verbessert werden. Für einen Grauwechsel werden unter 4 ms benötigt. Der CtC-Wert liegt bei knapp über 4 ms und der Durchschnitt aller Messergebnisse bei rund 6 ms. Überschwinger konnten zudem nur minimal festgestellt werden. Die Stufe „Normal“ als Werkseinstellung festzulegen, scheint daher sinnvoll gewählt, da wir bei den höheren Stufen auch stärkere Überschwinger erwarten.

Diagramm 60 Hz ("Normal"): sehr gute Schaltzeiten
60 Hz („Normal“): sehr gute Schaltzeiten
Diagramm 60 Hz ("Normal"): minimale Überschwinger
60 Hz („Normal“): minimale Überschwinger

60 Hz, Overdrive „Extrem“

Auf der höchsten Overdrive-Stufe können sich die Messergebnisse weiter verbessern, allerdings sind die Abstände nicht mehr so auffällig wie bei „Normal“ gegenüber „Aus“. Statt 6 ms können im Durchschnitt aller Messungen nun 5,5 ms erzielt werden. Für einen Grauwechsel werden nun 3 statt 4 ms erzielt. Die Überschwinger fallen wie erwartet stärker aus, bewegen sich aber weiterhin auf einem akzeptablen Niveau.

Diagramm 60 Hz ("Extrem“): sehr gute Schaltzeiten
60 Hz („Extrem“): sehr gute Schaltzeiten
Diagramm 60 Hz ("Extrem“): leichte Überschwinger
60 Hz („Extrem“): leichte Überschwinger

16 KOMMENTARE

  1. Noch eine Ergänzung: ich habe gerade im Test den Teil mit dem Stromverbrauch gelesen und bei meinen gerade mal gemessen. Die 2 Minuten wo die Hintergrundbeleuchtung noch an ist liege ich bei 35 Watt. Im Standby sind es dann immer noch 22 Watt. Wäre super, wenn ihr Asus mal um eine Stellungnahme bittet. Vor allem, wenn dies in der EU nichtzulässig ist.

    • Hi, ich habe den Monitor auch seit Samstag. Habe kein Strommessgerät, könntest du nachmessen ob er im ausgeschalteten Zustand (per Knopf am Monitor) auch noch so viel Strom zieht? Das wäre dann wirklich schlimm für mich. Zu deiner Frage unten, mir ist auch aufgefallen, dass wenn ich den PC ausmache, der Monitor anbleibt anstatt dunkel zu werden. Ich schalte ihn dann aber direkt aus.

      • Hey Phil, komplett ausgeschaltet (am Knopf auf der Rückseite) sind es noch 20 Watt wie hier im Test geschildert. Ich habe den Monitor gestern zurück gesendet. Der Asus Supprt meinte es wäre ein Windows Problem 😂

        • Uff. Danke für die Info. Ich hoffe mal dass Asus das Problem irgendwann ernst nimmt und ein Firmware Update liefert, will den Monitor eigentlich nicht wieder hergeben. So lange werde ich ihn über die Steckdosenleiste ausschalten. Sollte natürlich nicht sein bei einem 900€ Monitor. 20W würden mich im Jahr ca. 50€ kosten (wenn der Monitor 24/7 „ausgeschaltet“ wäre). Das ist echt zu viel für ein einziges ausgeschaltetes Gerät.

  2. Hallo,

    ich habe den Monitor bei Alternate bestellt und heute wurde er geliefert. Super Teil und ich bin sehr zufrieden. Das einzige was mich etwas stört: Nachdem der Monitor in den Standby Modus geht, bleibt die Hintergrundbeleuchtung noch 2 Minuten eingeschaltet. Könnt ihr das bestätigen?

  3. Allgemein guter Test, danke.
    Nur fällt alles mit dem Fazit, der Bewertung und der Preis-Leistung, und diese ist genau wie schon beim Test von Oliver Jachmann des ASUS PG32UQX.

    Zusammenfassend, negative Punkte/Kritik:
    – Betriebsgeräusch. Wenn bereits Ihr Exemplar Geräusche macht (Testexemplare sind ja meist golden-samples), gibt es eine Serienstreuung und Menschen mit besserem Gehör werden noch mehr Betriebsgeräusche hören.
    – Idle Stromverbrauch. Wird bis zum Erscheinung gelöst; wenn nicht, schlecht. HWunboxed berictet ähnliches.
    – immer noch kein HDMI 2.1
    – natives G-Sync, unnötig teuer. NVIDIA Reflex Latency Analyzer eine teure Spielerei ohne echten Merhwert im Betrieb
    – G-Sync hat varible overdrive – wurde hier selbst bei 144 Hz nicht richtig eingestellt wie HWUnboxed zeigt; Bildartefakte hat es genug. Für was also das teure G-Sync?
    – wie immer das billige AG-Coating was die ganze Bildqualität verschlechtert, wie auch bei den hunderten Millionen anderen LCD-Produkten welche die südkoreanische/taiwanesische LCD-Industrie so ausspuckt. Kostenersparnis bis zum geht nicht mehr. Gutes AR-coating oder semig-glossy Mischung gibt es für die Monitor Kundschaft halt nicht. Diese ist diesbezüglich unwissend und Tester wie Sie bemängeln dies schon seit vielen Jahren nicht
    – sehr schlechter 700:1 Kontrast
    – Graustufen, schlechte Ausleuchtung, wieder Lichthöfe, backlight-bleed, IPS-glow, Bildhomogenität/Helligkeitsabweichung von bis zu 20 %
    – Die hohe Abdeckung des DCI-P3 Farbraums bringt nichts, da: Wieder nur 8-bit + FRC und kann kein echtes HDR. Nicht mal HDR 600 Zertifizierung für bessere Darstellung.
    Für was der hohe Farbraum? Um sich extrem übersättigte bonbonfarben und sonnenverbrannte Menschen anzuschauen?
    – mittelmäßig schnelles Panel von LG, für 240 Hz nicht geeignet. Laut HWUnboxed nur 80 % innerhalb der Refreshspanne bei 240 Hz.
    Vor allem bei den Schwarz-Übergängen hat das Panel so seine Probleme. GtG ist auch nicht pralle.

    Bleibt die gute Verstellbarkeit, OSD, Bedienung, ordentliche sRGB-Kalibrierung ab Werk.

    850 € …
    Kann der GIGABYTE AORUS FI27Q-X alles für 670 €, treibt aber den Preis nicht unnötig durch G-Sync und Latency-Analyzer Spielerei in die Höhe.

    Bewertung wie üblich bei einer Redaktion auf LCD-Monitore spezialisiert: 4.2 Gut.
    Das was ich beim Test zum ASUS PG32UQX geschrieben habe, schreibe ich hier nicht erneut.
    Glaubwürdigkeit sinkt immer noch.
    Sieht somit nicht danach aus dass sich etwas bei der Redaktion geändert hat.
    Weder wurde darüber gesprochen, noch die Meinungen der Redaktion oder Bewertungen geändert.

    • Da hat jemand beim HWUnboxed Video nicht ganz aufgepasst
      – Das ist ein AU Optronics Panel und schnell genug für 240Hz
      – HDMI 2.1 braucht man bei 1440p nicht
      – Variable overdrive ist gut konfiguriert. Ich bezweifle dass du den Monitor selbst bei 144Hz in Aktion gesehen hast und bewerten kannst wie schlimm der overshoot ist
      – HWUnboxed hatte einen Kontrast for 939:1 nach einer kalibrierung gemessen
      – HDR ohne OLED oder miniLED FALD ist sowieso nutzlos

      Das nächste mal vllt. nicht nur aufs Papier gucken, sondern auf den Monitor selber 😉

      • Es ist nicht schnell genug für 240 Hz.
        Das Refresh-Fenster für die 0 – 255 Übergänge ist nicht mal ansatzweise in der Nähe von 95 %. Overshoot, ghosting etc. ist reichlich vorhanden.
        Medium oder Esport preset? Sind beide nicht sonderlich konfiguriert.
        Die Test-Ufo Bilder zeigen deutlich wie es verschmiert.
        Das schnellste IPS-Panel in dem 360 Hz Gerät von Asus ist gerade mal für ~ 200 Bildrate ausreichend.

        VO wär gut wenn es die Messergebnisse zeigen, tun diese aber nicht.

        Stimmt, HDMI 2.1 braucht man nicht, wäre aber dennoch schön, da aktuell.
        Wenn es ein paar Euro spart, von mir aus, davon kommt aber nichts vom Endkunden an – der Monitor ist dämlich teuer.

        Mit dem Kontrast muss man schaue wer richtig liegt 😀
        Nun, selbst mit 1000:1 ist es eine Niete, wenn ich schaue das bereits IPS-Panel 1400:1 erreichen.
        Z.B. die IPS mit IGZO Technik; aber diese sind ja zu fein für den ollen Desktop-Konsumenten, diesen nimmt man liebe seit Jahren aus wie eine Gans.

        Nein, für die Möhre hier gibt es keine Entschuldigungen bei 850 €, und die prad Redaktion hat schon längst jede Glaubwürdigkeit verloren.
        In ihrem LCD-Glashaus sitzen sie schon seit Jahren und bewerten LCD-Produkte viel zu gut, ohne echte Kritik, weil es ihnen passt.

    • „850 € …
      Kann der GIGABYTE AORUS FI27Q-X alles für 670 €, treibt aber den Preis nicht unnötig durch G-Sync und Latency-Analyzer Spielerei in die Höhe.“

      Kann er nicht. Statt 80% schafft er nur 50% innerhalb der 240Hz Spanne, ohne das „unnötige“ G-Sync-Modul hat er keinen variablen Overdrive was zu 40% Inverse Ghosting bei 120Hz und knapp 60% bei 60Hz führt. Außerdem hat er ein BGR-Pixel-Layout was Text in manchen Anwendungen unscharf darstellt. Dies wurde auch alles im HWUB Video besprochen.

  4. Sicher dass euch beim Testen kein Fehler unterlaufen ist? Laut Hardware Unboxed sind im sRGB Modus Einstellungen wie Helligkeit und Kontrast immer noch verstellbar.

    • Nun wir testen dies und schreiben es nur, wenn es auch so ist. Im Handbuch steht zudem: In the sRGB mode, the following function(s) are not user-configurable: Color Temp., Brightness, Contrast, Gamma, Six-axis Saturation.

    • Ich habe den Fehler gefunden. Es gibt bei diesem Monitor 2 sRGB-Modi. Der eine sRGB-Modus unter „Image -> Display SDR Input“ ist standardmäßig voreingestellt und ist der von dem Hardware Unboxed berichtet hat. Prad hat den kompletten Test mit diesem Modus aktiv durchgeführt, deshalb konnten sie auch keinen P3 Farbraum messen. Der andere sRGB-Modus ist unter „Gaming -> GameVisual“ zu finden und scheint redundant zu sein wenn der andere bereits aktiv ist. Dieser Modus sperrt auch die Einstellungen wie Helligkeit usw.

  5. Hallo,
    Spekulationen von „Reddit“ soll dieser Monitor im Juni zum Verkauf stehen.
    Genaueres kann ich leider auch nicht sagen.
    Ich bin auch schon sehr spät auf diesen Monitor.

    Beste Grüße

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