Test ASUS PG43UQ – HDR-Gaming im XXL-Format
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Helligkeit, Schwarzwert und Kontrast

Die Messungen werden nach einer Kalibration auf D65 als Weißpunkt durchgeführt. Sofern möglich, werden alle dynamischen Regelungen deaktiviert. Aufgrund der notwendigen Anpassungen fallen die Ergebnisse geringer aus, als bei Durchführung der Testreihe mit nativem Weißpunkt.

Das Messfenster wird nicht von einem schwarzen Rand umgeben. Die Werte können daher eher mit dem ANSI-Kontrast verglichen werden und geben Realweltsituationen deutlich besser wieder, als Messungen von flächigem Weiß- und Schwarzbild.

Laut Handbuch erreicht der ASUS ROG Swift PG43UQ einen Peak von 1000 cd/m². Das bedeutet allerdings nicht, dass das Panel über eine ständige Leuchtdichte von 1000 cd/m² verfügt, sondern nur im HDR-Modus. Über die Helligkeit im Normalbetrieb wird im Datenblatt keine Angabe gemacht. Wir messen bei nativem Weißpunkt einen Wert von 881 cd/m². Nach den Anpassungen über die RGB-Regler, um auf D65 zu kommen, bleiben schlussendlich noch hohe 815 cd/m² übrig. Die sehr hohe Grundhelligkeit hat aber nicht nur positive Seiten. Uns ist es nicht gelungen das Display auf eine angenehme Arbeitshelligkeit von 140 cd/m² zu bringen, da sich der Helligkeitsregler bei 162 cd/m² bereits auf 0 % befand. Das ist viel zu hell für ein Arbeiten in Dunkelheit.

Helligkeits- und Kontrastverlauf des ASUS ROG Swift PG43UQ
Helligkeits- und Kontrastverlauf des ASUS ROG Swift PG43UQ

In Sachen Kontrastverhältnis ist das VA-Panel des ASUS ROG Swift PG43UQ obenauf. Mit einem durchschnittlichen Kontrastverhältnis von sehr hohen 3637:1 gelingt ihm ein hervorragendes Ergebnis. Nach der Kalibrierung steigt das Kontrastverhältnis noch einmal deutlich an und kratzt mit 3992:1 an der 4000er-Grenze.

Bildhomogenität

Wir untersuchen die Bildhomogenität anhand von vier Testbildern (Weiß, Neutraltöne mit 75 %, 50 %, 25 % Helligkeit), die wir an 15 Punkten vermessen. Daraus resultieren die gemittelte Helligkeitsabweichung in % und das ebenfalls gemittelte Delta C (d. h. die Buntheitsdifferenz) in Bezug auf den jeweils zentral gemessenen Wert.

Diagramm: Helligkeitsverteilung in %
Helligkeitsverteilung in %
Diagramm: Farbreinheit in Delta C
Farbreinheit in Delta C

Mit einer maximalen Helligkeitsabweichung von 12,73 % und einer durchschnittlichen Helligkeitsabweichung von 7,21 % wird ein befriedigendes Gesamtergebnis erzielt. Die Farbabweichungen zu den Rändern hat das Display besser im Griff und erreicht mit einem durchschnittlichen Delta C von 1,46 und einem maximalen Delta C von 2,91 in beiden Fällen ein gutes Ergebnis.

Coating

Das Panel des ASUS ROG Swift PG43UQ verfügt über eine mattkristalline Oberfläche. Durch die leicht spiegelnde Oberfläche werden kräftigere und brillantere Farben dargestellt als bei Displays mit stumpfmatter Oberfläche. In sehr hellen Räumen können allerdings Probleme durch das eigene Spiegelbild entstehen. Besonders dann, wenn die Bildinhalte sehr dunkel sind.

Coating des ASUS ROG Swift PG43UQ
Coating des ASUS ROG Swift PG43UQ
Referenzbild Coating
Referenzbild Coating

Blickwinkel

Das Foto zeigt den Bildschirm bei horizontalen Blickwinkeln von +/-75 Grad und vertikalen von +60 und -45 Grad.

Das Bild bei frontaler Sitzposition ist hervorragend, schön knackig und farbenfroh. Bewegt man sich allerdings aus dem Zentrum heraus, bricht das tolle Kontrastverhältnis komplett in sich zusammen. Das Bild wirkt dann flau und die Farben ausgewaschen. Bei wenig gesättigten Farben ist das problematisch. Beispielsweise zeigt sich der oberste helle Blauton des Buntstiftes nun in Türkis.

Horizontale und vertikale Blickwinkel des Panels vom Asus PG43UQ
Horizontale und vertikale Blickwinkel

Zudem erhalten die hellen Grautöne den für VA-Panel typischen Gelbstich und die mittleren Grautöne einen Blaustich. Die vertikalen Blickwinkel schneiden hier sogar noch etwas schlechter ab und wirken stärker verwaschen als die horizontalen Blickwinkel. Das ist insgesamt ein schwaches Ergebnis.

Interpolation

Das OSD-Menü bietet unter „Bildeinrichtung -> Kontrollen“ die Möglichkeiten: „Vollbild“ und „4:3“, die am PC sowohl an AMD- als auch an NVIDIA-GPUs nicht wählbar und ausgegraut sind, obwohl die GPU-Skalierung deaktiviert ist. Es existiert auch ein Schärferegler, der im „Rennmodus“, „sRGB-Modus“ und „MOBA-Modus“ zwar ebenfalls ausgegraut ist, sich in den anderen Modi aber konfigurieren lässt. Er lässt sich in Zehnerschritten von 0 bis 100 % konfigurieren und ist ab Werk auf 60 % voreingestellt. Unterhalb dieses Wertes wird das Bild merklich unschärfer, doch oberhalb von 60 % können wir keinen weiteren Effekt mehr erkennen. Somit lassen wir die Einstellungen so bestehen.

Wir prüfen die Qualität der Interpolation anhand einer Testgrafik. Bei der nativen Auflösung wird die Grafik erwartungsgemäß scharf und detailreich angezeigt. Setzt man die Auflösung auf 1280 x 720 Bildpunkte herunter, erscheint unsere Testgrafik zwar etwas kräftiger, zeigt allerdings nach wie vor die feinen Details wie etwa das Muster innerhalb des Kreuzes. Auch können wir nahezu keinen Schärfeverlust erkennen. Das ist eine gute Leistung.

Testgrafik native Auflösung
Testgrafik native Auflösung
Testgrafik bei 1280 x 720
Testgrafik bei 1280 x 720

Auch interpolierte Texte werden sehr gut wiedergegeben und wirken durch die zusätzlich eingefügten Pixel auf keinen Fall unscharf. Selbst kleine Schriften mit fettem Schnitt bleiben problemlos lesbar.

Textwiedergabe bei nativer Auflösung
Textwiedergabe bei nativer Auflösung
Textwiedergabe bei 1280 x 720
Textwiedergabe bei 1280 x 720

10 KOMMENTARE

  1. Hallo

    So wie ich dies mit der Latenzzeit verstanden habe, kommt der Bildschirm nur bei 144Hz und Overdrive 5 auf unter 4ms.
    Jedoch bekomme ich Probleme mit dem Bild bei Overdrive 5?

  2. Ich hatte den Monitor jetzt für 2 Wochen hier und kurz gesagt: er ging zurück. Habe mir jetzt einen 48″ OLED von LG gekauft. Leider noch vor der Mehrwertsteuer-Aktion von Saturn dieses Wochenende. Dort gibt es den LG gerade sogar günstiger als ich den ASUS bekommen hatte…

    Zum ASUS:
    Mein Modell hatte sporadische Bildaussetzer für wenige Sekunden (mehrere PCs + Original-HDMI bzw. DP-Kabel, daran kann es also eig. nicht liegen). Das Test-UFO bei BlurBusters konnte weder mit Overdrive noch mit ELMB in irgendeiner Frequenz ohne Artefakte/Ghosting/Motion Blur dargestellt werden (Mit ELMB kam es zu massivem laut BlurBusters „very bad“ strobe crosstalk mit Doppel-Bildern: https://blurbusters.com/faq/advanced-strobe-crosstalk-faq/). Beim Scrollen von Texten, u.a. der Produktseite des PG43UQ von ASUS, wurde alles völlig verschmiert und verblasst angezeigt (VA-Panel Problem mit dunkel-hell Schaltzeiten). Erst kurz vor Stillstand konnte man wieder etwas vom Text erkennen. 43 Zoll entsprechen 4*21,5 Zoll Monitoren, gewöhnt bin ich bereits 2*24 Zoll. Schrift ist durch die dadurch höhere Pixeldichte und das BGR Pixel-Layout leider in 100% Skalierung für mich absolut unangenehm zu lesen, das hätte ich schon vorher ahnen können… Über HDMI gehen beim ASUS nur 4K/60 Hz. Mit Grafikkarten vor der GTX 16er bzw. RTX 20er Reihe können 4K/120Hz bzw. 4K/144Hz über Displayport nur mit Subsampling YCbCr 422 übertragen werden (fehlendes DSC). In Kombination mit der Pixeldichte und dem BGR-Layout sorgte das bei mir für Kopfschmerzen. Text bekommt einen Farbsaum der auf diesem Monitor sehr deutlich dargestellt wurde. Für Spiele musste ich also immer manuell auf 120Hz umschalten und danach zum Lesen zurück auf 60Hz. Etwas unhandlich 🙂 Die mangelnde 4K/120Hz Unterstützung über HDMI (ja, die nächste Generation an Konsolen wird das eh nicht ausreizen, aber ELMB ist erst bei Frequenzen über 60 Hz verfügbar! )
    Letztlich habe ich mich wirklich geärgert für diesen Monitor 1500€ ausgegeben zu haben. Der im Grunde, durch mangelhafte Umsetzung der Gaming-Features, durch die Größe nicht mal 4 meiner Benq GW2470 (24″ FullHD, 60 Hz, auch VA-Panel, Einzelpreis 100€) ohne Rahmen enstpricht.

    Zum LG:
    Was soll ich sagen… Jetzt schreibe ich diesen Text auf dem LG und bin bisher absolut zufrieden.
    Selbst bei 60Hz (Ohne OLED Motion Pro zu aktivieren) ist Text noch als solcher erkennbar, wenn auch nicht wirklich gut lesbar (bei 60Hz eig. nur mit alten CRT-Monitoren möglich) und das Test-UFO ist wie für perfekte 60Hz zu erwarten (siehe auch: https://blurbusters.com/blur-busters-law-amazing-journey-to-future-1000hz-displays-with-blurfree-sample-and-hold/) -> Es gibt gute Gründe warum es 120Hz Displays gibt, 60Hz Sample-and-Hold sind einfach immer leicht verschmiert. Mit OLED Motion Pro auf Hoch (funktioniert wie rtings schon herausgefunden hatte nur im PC-Modus ohne Probleme) ist auch bei 60Hz Content das Test-UFO gestochen scharf. Das Bild wird durch das BFI (Black Frame Insertion) allerdings auch etwas dunkler. BFI/OLED Motion Pro entspricht in etwa dem ELMB vom ASUS, nur das es hier funktioniert. Strobe crosstalk sucht man vergeblich.

    Bei 4K/120Hz wird auf meiner Nvida-Karte mangels HDMI 2.1 auf Subsampling mit YCbCr 420 gewechselt. Trotz des Subsamplings ist die Text-Darstellung nur leicht verwaschen (Benachbarte Pixel stellen dadurch die gleiche Farbe dar). Ein Farbsaum ist hier natürlich auch vorhanden (liegt am ClearType, welches die Ränder für deutlichere Konturen farbig hinterlegt), aber (vermutlich durch die Pixeldichte) längst nicht so aufdringlich und für mich am Gaming-PC bis eine passende Grafikkarte mit HDMI 2.1 verfügbar ist, völlig in Ordnung.

    Schwarz ist schwarz stimmt zwar nur in absolut dunklen Räumen, da der Monitor reflektiert, aber Schwarz sieht auf dem LG trotzdem einfach besser aus als auf dem ASUS. Farben können beide vergleichbar gut und die Helligkeit vom ASUS ist auch etwas höher (BFI bei beiden aus). Für mich reicht sie beim LG aber für HDR noch aus und bei niedriger eingestellter Helligkeit ist der Kontrast beim LG immer noch vergleichsweise hoch. -> Als PC-Monitor brauche ich keine 100% Helligkeit, das ermüdet mich nur und sorgt bei Für mich nehme ich lieber Burn-In in Kauf als den halbgaren ASUS zu benutzen. Warten auf eine nächste bessere Generation war/ist für mich aktuell keine Option.

    Weitere Vorteile für mich: Optischer Audio-Ausgang (Nutzung der Boxen unabhängig vom Gerät ohne Umschalten). Wechsel auf integrierte Lautsprecher (besser als die vom ASUS) mithilfe der Fernbedienung mit wenigen Klicks möglich | Integrierte Apps für Netflix, Prime Video, Youtube (inkl. Geschwindigkeitsverstellung auf 2x möglich), Disney+, Apple TV, Sky Ticket und AirPlay -> ich habe eine höhenverstell- und schwenkbare Monitorhalterung und nutze den OLED sowohl als Monitor am Schreibtisch, als auch als „Monitor“ fürs Sofa. Inhalte kann ich damit auch übers Gerät bzw. Handy anzeigen lassen und muss mich nicht mit der 100% Skalierung bei ca. 2m Abstand ärgern. | Optik: Ist nicht so klobig wie der ASUS und durch die Dicke nun auch nochmal „etwas“ weiter weg von der Sitzposition (an der Halterung montiert) | Entspricht von der Größe echten 4*24″ Monitoren | Durch HDMI 2.1 sollte er, falls er sich nicht vorher durch Burn-In selbst zerstört, zukunftsfähiger sein

    –> Falls ihr Fragen habt, meldet euch gerne 🙂

    • Hallo Steffen, danke für Deinen ausführlichen Kommentar. Das Forum würde sich dafür allerdings besser eignen, insbesondere wenn jemand Fragen an dich hat.

      • Hallo Andreas, ja, das ist wohl wahr. Schande über mein Haupt.
        Nachdem ich u.a. euren Test gelesen hatte (der bis dato der einzige ist/war 🙂 ) und ihn mir trotz der negativen Kommentare anderer User auf Reddit und Youtube doch gekauft hatte, wollte ich meine Erfahrungen hier teilen. Das nächste Mal werde ich mich hier kürzer fassen und im Forum den ausführlicheren Teil posten.

  3. No mention of the BGR-subpixel arrangement (as opposed to standard RGB)?
    This makes this screen very bad for small text display and esp. on MacOS.
    Would NOT use for text processing or coding.

    • Not true! I am using the Acer Predator CG437KP, which shares the same Panel and the BGR Layout, and I have no problem with coding on this monitor whatsoever!

  4. Hallo MF,
    Ich besitze eine MSI Radeon 5700, die nur DP 1.4 unterstützt. Ich meine, dass ich im AMD Control Panel bei UHD und 144Hz 10bit 4:4:4 gelesen habe. Leider habe ich davon keinen Screenshot gemacht, da für mich die Aussage seitens ASUS damit bestätigt wurde. Ich habe auch keine Qualitätsverluste z.B. Veränderungen am Schriftbild erkennen können, wie es z.B. beim „LG 38GL950G-B“ der Fall war. Hier konnte man klar den Qualitätsverlust erkennen. Das ist bei diesem Monitor definitiv nicht der Fall. Mehr kann ich dazu leider nicht sagen.

    Viele Grüße
    Oliver

    Viele Grüße
    Oliver

  5. Gibt es keinen vergleichbaren Monitor mit kleinerem Display (27 bis 34 Zoll) für einen ähnlichen Preis?
    Ich möchte 4k, gutes HDR 1000, FPS-fähigkeit (mind. 120Hz, wenig Input-Lag), und v.a. gute Schwarz-Darstellung.
    Acer Predator oder Asus ROG sind mir dann mit >2000€ doch etwas zu teuer (vor allem bei 27 Zoll).

    Vielleicht lohnt es sich noch zu warten?

  6. Danke für den Bericht. IMHO ist das Handbuch von Asus fehlerhaft. Ihr dürft das auch gerne nochmal in den VESA-Specs nachlesen – für den Anfang dürfte aber auch der englische Wikipediartikel zu DP weiterhelfen, denn der ist detailierte als der deutsche: https://en.wikipedia.org/wiki/DisplayPort#1.4

    DP 1.4 unterstütz mit DSC 1.2 nur 120Hz, während DP 1.4a mit DSC 1.2a 144Hz unterstützt.

    Das ist ein kleiner aber feiner Unterschied, denn man braucht dann auch eine entsprechende Grafikkarte, die DP 1.4a unterstützt, um 144Hz bei 4k zu erreichen.

    Mit welcher Grafikkarte habt ihr getestet bzw. könnte dieses Detail Einfluss auf eure Testergebnisse haben?

    • DP 1.4 unterstütz mit DSC 1.2 nur 120Hz, während DP 1.4a mit DSC 1.2a 144Hz unterstützt. <- Gemeint war natürlich bei einer Auflösung von 4k

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