Test ASUS PG43UQ – HDR-Gaming im XXL-Format
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PC-Betrieb

Wird der ASUS ROG Swift PG43UQ an einen PC angeschlossen, lässt sich VRR sowohl an AMD- als auch an NVIDIA-Grafikkarten nutzen. Die höhere mögliche Aktualisierungsrate von bis zu 144 Hz macht das Gameplay natürlich sehr viel flüssiger, und die Synchronisation zwischen GPU und Display eliminiert jegliches Tearing und Stuttering. Aber auch hier zeigt die höchste Overdrive-Stufe starkes Ghosting, das allerdings etwas milder ausfällt als bei 60 Hz. Besser fährt man aber hier ebenfalls mit Overdrive-Stufe 4, da kaum etwas an Performance verloren geht und eine ausreichende Schärfe im bewegten Bild zu sehen ist.

Auch bei 144 Hz leuchtendes Ghosting bei Overdrive-Stufe 5
Auch bei 144 Hz leuchtendes Ghosting bei Overdrive-Stufe 5
Overdrive-Stufe 4 ist auch hier die bessere Wahl
Overdrive-Stufe 4 ist auch hier die bessere Wahl

ELMB

Der ASUS ROG Swift PG43UQ verfügt über die Funktion „ELMB“ („Extreme Low Motion Blur“), was Freunde schneller Shooter gefallen wird. ELMB ist ab 100 Hz bis zur maximalen Aktualisierungsrate von 144 Hz nutzbar und lässt sich in der Stärke über die Funktion „Unschärfe-Behebung“ in Zehnerschritten von 10 bis 100 % regulieren. Bei aktiviertem ELMB ist der Overdrive allerdings fix und ausgegraut. Das unschöne Ergebnis bei maximaler Intensität von ELMB macht sich am bewegten Bild bemerkbar und zeigt erneut heftiges Ghosting, wie es bei maximalem Overdrive zustande kommt.

Anscheinend hängt die Intensität von ELMB mit der des Overdrives zusammen. Reduziert man sie auf 90 %, ist der Effekt nach wie vor stark genug, und es gibt keine Bildbeeinträchtigungen mehr. Nichtsdestoweniger ermüdet die pulsierende Hintergrundbeleuchtung schnell, und empfindliche Menschen klagen häufig über Kopfschmerzen.

ELMB-Unschärfe-Behebung 100 %
ELMB-Unschärfe-Behebung 100 %
ELMB-Unschärfe-Behebung 90 %
ELMB-Unschärfe-Behebung 90 %

HDR

Der ASUS ROG Swift PG43UQ ist vom VESA-Konsortium offiziell DisplayHDR-1000-zertifiziert worden. Um diese Zertifizierung zu erhalten, müssen allerdings auch sehr hohe Hürden genommen werden. Nachfolgend sind die Voraussetzungen aufgelistet, die erreicht werden müssen.

  • Auf einer Fläche von 10 % des Panels müssen 1000 cd/m² erreicht werden.
  • Das Panel muss auf der gesamten Fläche kurzzeitig 1000 cd/m² erreichen.
  • Das Panel muss auf der gesamten Fläche eine minimale Leuchtdichte von 600 cd/m² halten können.
  • Die minimale Luminanz darf nicht höher sein als 0,05 cd/m².
  • Minimum Color-Gamut: 99 % ITU-R BT.709 und 90 % DCI-P3 D65.

Dies sind zusammengefasst die minimalen Anforderungen an einen DisplayHDR 1000 Monitor. Weitere Informationen zu DisplayHDR finden Sie in unserem Lexikon.

Auf der Website von VESA wird ein Test-Tool bereitgestellt, das heruntergeladen werden kann. Das folgende Bild zeigt die Testergebnisse.

Ergebnisse des ASUS ROG Swift PG43UQ, ermittelt durch das VESA-Test-Tool
Ergebnisse des ASUS ROG Swift PG43UQ, ermittelt durch das VESA-Test-Tool

Wie man an den Ergebnissen sieht, wurde die Zertifizierung der minimalen Luminanz erdenklich knapp erreicht. Das liegt vor allem daran, dass der ASUS ROG Swift PG43UQ nicht über „Local Dimming“, sondern über „Global Dimming“ verfügt. Das soll uns aber nicht weiter stören, denn das Resultat ist alles andere als mittelmäßig. Während Bilder mit problematischen Lichtsituationen bei SDR („Standard Dynamic Range“) einfach nur flach und überstrahlt aussehen, erscheinen sie bei eingeschaltetem HDR kontrastreich und zeigen Nuancen in feinen Abstufungen, wie im folgenden Vergleich der Filmszene zu sehen ist.

SDR-Bild eines HDR-Testfilms
SDR-Bild eines HDR-Testfilms
HDR-Bild eines HDR-Testfilms
HDR-Bild eines HDR-Testfilms

Sound

Dem ASUS ROG Swift PG43UQ wurden zwei Lautsprecher mit je 10 Watt spendiert. Neben der obligatorischen Lautstärkeeinstellung lässt sich noch die Klangfarbe aus drei verschiedenen Szenarien wählen. Zusätzlich steht ein Anwendermodus zur Verfügung, der einen 5-Band-Equalizer enthält.

OSD Ebene "Klang"
Ebene „Klang“
OSD Ebene "Klang": Anwendermodus
Ebene „Klang“: Anwendermodus

Macht man sich an den Reglern zu schaffen, ist aber kein richtiger Effekt zu erhören. Insgesamt kann man den Klang im Gegensatz zu vielen anderen Displays als gut bewerten. Selbst Bässe werden recht ordentlich wiedergegeben. PC-Lautsprecher können von den internen Boxen allerdings nicht ersetzt werden.

DVD und Video

Der ASUS ROG Swift PG43UQ verfügt nur über zwei HDMI Schnittstellen, an denen HD-Zuspieler wie BD-Player, Spielkonsolen oder HD-Receiver angeschlossen werden können. Der Ton wird direkt an die internen Lautsprecher und, sofern belegt, an den Kopfhörerausgang weitergeleitet.

Das Bild verfügt bereits in den Werkseinstellungen über eine neutrale Farbabstimmung. Hautfarben werden weder zu warm noch zu kühl dargestellt. Der enorme Kontrastumfang macht sich besonders in düsteren Filmen positiv bemerkbar und gibt die Stimmung dieser Filme sehr schön wieder.

Skalierung, Bildraten und Deinterlacing

Material in 1080p und 720p wird richtig erkannt und als Vollbild dargestellt. Auch SD-Inhalte stellt der ASUS ROG Swift PG43UQ richtig mit Balken an den Seiten dar und skaliert das Bild auf die volle Panel-Höhe. Die Wahl des Seitenverhältnisses ist bei ASUS-Displays immer unter „Bildeinrichtung -> Kontrollen“ zu finden. Diese Option konnte am PC nicht aktiviert werden. An Zuspielern über HDMI wird sie nur dann aktiviert, wenn am Zuspielgerät 576p/480p gewählt wurde. Die Auswahl ist nicht großzügig, da einzig zwischen „Vollbild“ und „4:3“ gewählt werden kann. Eine pixelgenaue Darstellung ist somit nicht möglich.

Das Handbuch gibt keine Auskunft darüber, ob Interlaced-Signale entgegengenommen werden. Angeschlossen an einen HD-Receiver, zittert das Bild bei 1080i leicht, was uns bereits nach kurzer Zeit zum Ausschalten bewog. Auch ein 24-Hz-Support wird nicht geboten. Blu-rays werden bei 60 Hz und DVDs bei 50 Hz ausgegeben.

Farbmodelle und Signallevel

Der ASUS ROG Swift PG49UQ verarbeitet an den HDMI-Schnittstellen RGB- und YCbCr-Signale, und es wird automatisch Videolevel (Tonwertumfang bei 8 Bit Präzision: 16–235) gewählt. Die Wahl des richtigen Signallevels wird oft unterschätzt, ist aber notwendig für die richtige Darstellung. Abstimmungsprobleme gehen entweder mit einem stark reduzierten Tonwertumfang oder einem ausgewaschenen Bild einher. Falls der Signallevel einmal nicht stimmen sollte, verfügt der Proband aber über keine weiteren Optionen, und es kommt auf das Zuspielgerät an, wie man diesem Problem begegnet.

10 KOMMENTARE

  1. Hallo

    So wie ich dies mit der Latenzzeit verstanden habe, kommt der Bildschirm nur bei 144Hz und Overdrive 5 auf unter 4ms.
    Jedoch bekomme ich Probleme mit dem Bild bei Overdrive 5?

  2. Ich hatte den Monitor jetzt für 2 Wochen hier und kurz gesagt: er ging zurück. Habe mir jetzt einen 48″ OLED von LG gekauft. Leider noch vor der Mehrwertsteuer-Aktion von Saturn dieses Wochenende. Dort gibt es den LG gerade sogar günstiger als ich den ASUS bekommen hatte…

    Zum ASUS:
    Mein Modell hatte sporadische Bildaussetzer für wenige Sekunden (mehrere PCs + Original-HDMI bzw. DP-Kabel, daran kann es also eig. nicht liegen). Das Test-UFO bei BlurBusters konnte weder mit Overdrive noch mit ELMB in irgendeiner Frequenz ohne Artefakte/Ghosting/Motion Blur dargestellt werden (Mit ELMB kam es zu massivem laut BlurBusters „very bad“ strobe crosstalk mit Doppel-Bildern: https://blurbusters.com/faq/advanced-strobe-crosstalk-faq/). Beim Scrollen von Texten, u.a. der Produktseite des PG43UQ von ASUS, wurde alles völlig verschmiert und verblasst angezeigt (VA-Panel Problem mit dunkel-hell Schaltzeiten). Erst kurz vor Stillstand konnte man wieder etwas vom Text erkennen. 43 Zoll entsprechen 4*21,5 Zoll Monitoren, gewöhnt bin ich bereits 2*24 Zoll. Schrift ist durch die dadurch höhere Pixeldichte und das BGR Pixel-Layout leider in 100% Skalierung für mich absolut unangenehm zu lesen, das hätte ich schon vorher ahnen können… Über HDMI gehen beim ASUS nur 4K/60 Hz. Mit Grafikkarten vor der GTX 16er bzw. RTX 20er Reihe können 4K/120Hz bzw. 4K/144Hz über Displayport nur mit Subsampling YCbCr 422 übertragen werden (fehlendes DSC). In Kombination mit der Pixeldichte und dem BGR-Layout sorgte das bei mir für Kopfschmerzen. Text bekommt einen Farbsaum der auf diesem Monitor sehr deutlich dargestellt wurde. Für Spiele musste ich also immer manuell auf 120Hz umschalten und danach zum Lesen zurück auf 60Hz. Etwas unhandlich 🙂 Die mangelnde 4K/120Hz Unterstützung über HDMI (ja, die nächste Generation an Konsolen wird das eh nicht ausreizen, aber ELMB ist erst bei Frequenzen über 60 Hz verfügbar! )
    Letztlich habe ich mich wirklich geärgert für diesen Monitor 1500€ ausgegeben zu haben. Der im Grunde, durch mangelhafte Umsetzung der Gaming-Features, durch die Größe nicht mal 4 meiner Benq GW2470 (24″ FullHD, 60 Hz, auch VA-Panel, Einzelpreis 100€) ohne Rahmen enstpricht.

    Zum LG:
    Was soll ich sagen… Jetzt schreibe ich diesen Text auf dem LG und bin bisher absolut zufrieden.
    Selbst bei 60Hz (Ohne OLED Motion Pro zu aktivieren) ist Text noch als solcher erkennbar, wenn auch nicht wirklich gut lesbar (bei 60Hz eig. nur mit alten CRT-Monitoren möglich) und das Test-UFO ist wie für perfekte 60Hz zu erwarten (siehe auch: https://blurbusters.com/blur-busters-law-amazing-journey-to-future-1000hz-displays-with-blurfree-sample-and-hold/) -> Es gibt gute Gründe warum es 120Hz Displays gibt, 60Hz Sample-and-Hold sind einfach immer leicht verschmiert. Mit OLED Motion Pro auf Hoch (funktioniert wie rtings schon herausgefunden hatte nur im PC-Modus ohne Probleme) ist auch bei 60Hz Content das Test-UFO gestochen scharf. Das Bild wird durch das BFI (Black Frame Insertion) allerdings auch etwas dunkler. BFI/OLED Motion Pro entspricht in etwa dem ELMB vom ASUS, nur das es hier funktioniert. Strobe crosstalk sucht man vergeblich.

    Bei 4K/120Hz wird auf meiner Nvida-Karte mangels HDMI 2.1 auf Subsampling mit YCbCr 420 gewechselt. Trotz des Subsamplings ist die Text-Darstellung nur leicht verwaschen (Benachbarte Pixel stellen dadurch die gleiche Farbe dar). Ein Farbsaum ist hier natürlich auch vorhanden (liegt am ClearType, welches die Ränder für deutlichere Konturen farbig hinterlegt), aber (vermutlich durch die Pixeldichte) längst nicht so aufdringlich und für mich am Gaming-PC bis eine passende Grafikkarte mit HDMI 2.1 verfügbar ist, völlig in Ordnung.

    Schwarz ist schwarz stimmt zwar nur in absolut dunklen Räumen, da der Monitor reflektiert, aber Schwarz sieht auf dem LG trotzdem einfach besser aus als auf dem ASUS. Farben können beide vergleichbar gut und die Helligkeit vom ASUS ist auch etwas höher (BFI bei beiden aus). Für mich reicht sie beim LG aber für HDR noch aus und bei niedriger eingestellter Helligkeit ist der Kontrast beim LG immer noch vergleichsweise hoch. -> Als PC-Monitor brauche ich keine 100% Helligkeit, das ermüdet mich nur und sorgt bei Für mich nehme ich lieber Burn-In in Kauf als den halbgaren ASUS zu benutzen. Warten auf eine nächste bessere Generation war/ist für mich aktuell keine Option.

    Weitere Vorteile für mich: Optischer Audio-Ausgang (Nutzung der Boxen unabhängig vom Gerät ohne Umschalten). Wechsel auf integrierte Lautsprecher (besser als die vom ASUS) mithilfe der Fernbedienung mit wenigen Klicks möglich | Integrierte Apps für Netflix, Prime Video, Youtube (inkl. Geschwindigkeitsverstellung auf 2x möglich), Disney+, Apple TV, Sky Ticket und AirPlay -> ich habe eine höhenverstell- und schwenkbare Monitorhalterung und nutze den OLED sowohl als Monitor am Schreibtisch, als auch als „Monitor“ fürs Sofa. Inhalte kann ich damit auch übers Gerät bzw. Handy anzeigen lassen und muss mich nicht mit der 100% Skalierung bei ca. 2m Abstand ärgern. | Optik: Ist nicht so klobig wie der ASUS und durch die Dicke nun auch nochmal „etwas“ weiter weg von der Sitzposition (an der Halterung montiert) | Entspricht von der Größe echten 4*24″ Monitoren | Durch HDMI 2.1 sollte er, falls er sich nicht vorher durch Burn-In selbst zerstört, zukunftsfähiger sein

    –> Falls ihr Fragen habt, meldet euch gerne 🙂

    • Hallo Steffen, danke für Deinen ausführlichen Kommentar. Das Forum würde sich dafür allerdings besser eignen, insbesondere wenn jemand Fragen an dich hat.

      • Hallo Andreas, ja, das ist wohl wahr. Schande über mein Haupt.
        Nachdem ich u.a. euren Test gelesen hatte (der bis dato der einzige ist/war 🙂 ) und ihn mir trotz der negativen Kommentare anderer User auf Reddit und Youtube doch gekauft hatte, wollte ich meine Erfahrungen hier teilen. Das nächste Mal werde ich mich hier kürzer fassen und im Forum den ausführlicheren Teil posten.

  3. No mention of the BGR-subpixel arrangement (as opposed to standard RGB)?
    This makes this screen very bad for small text display and esp. on MacOS.
    Would NOT use for text processing or coding.

    • Not true! I am using the Acer Predator CG437KP, which shares the same Panel and the BGR Layout, and I have no problem with coding on this monitor whatsoever!

  4. Hallo MF,
    Ich besitze eine MSI Radeon 5700, die nur DP 1.4 unterstützt. Ich meine, dass ich im AMD Control Panel bei UHD und 144Hz 10bit 4:4:4 gelesen habe. Leider habe ich davon keinen Screenshot gemacht, da für mich die Aussage seitens ASUS damit bestätigt wurde. Ich habe auch keine Qualitätsverluste z.B. Veränderungen am Schriftbild erkennen können, wie es z.B. beim „LG 38GL950G-B“ der Fall war. Hier konnte man klar den Qualitätsverlust erkennen. Das ist bei diesem Monitor definitiv nicht der Fall. Mehr kann ich dazu leider nicht sagen.

    Viele Grüße
    Oliver

    Viele Grüße
    Oliver

  5. Gibt es keinen vergleichbaren Monitor mit kleinerem Display (27 bis 34 Zoll) für einen ähnlichen Preis?
    Ich möchte 4k, gutes HDR 1000, FPS-fähigkeit (mind. 120Hz, wenig Input-Lag), und v.a. gute Schwarz-Darstellung.
    Acer Predator oder Asus ROG sind mir dann mit >2000€ doch etwas zu teuer (vor allem bei 27 Zoll).

    Vielleicht lohnt es sich noch zu warten?

  6. Danke für den Bericht. IMHO ist das Handbuch von Asus fehlerhaft. Ihr dürft das auch gerne nochmal in den VESA-Specs nachlesen – für den Anfang dürfte aber auch der englische Wikipediartikel zu DP weiterhelfen, denn der ist detailierte als der deutsche: https://en.wikipedia.org/wiki/DisplayPort#1.4

    DP 1.4 unterstütz mit DSC 1.2 nur 120Hz, während DP 1.4a mit DSC 1.2a 144Hz unterstützt.

    Das ist ein kleiner aber feiner Unterschied, denn man braucht dann auch eine entsprechende Grafikkarte, die DP 1.4a unterstützt, um 144Hz bei 4k zu erreichen.

    Mit welcher Grafikkarte habt ihr getestet bzw. könnte dieses Detail Einfluss auf eure Testergebnisse haben?

    • DP 1.4 unterstütz mit DSC 1.2 nur 120Hz, während DP 1.4a mit DSC 1.2a 144Hz unterstützt. <- Gemeint war natürlich bei einer Auflösung von 4k

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