Test BenQ EX3203R – Allrounder auf hohem Niveau
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B. I. +

Über die Einstellebene „B. I.+“ („Bright Intelligence Plus“) wird der integrierte Lichtsensor ein- bzw. ausgeschaltet. Über die Bright-Intelligence-Plus-Technologie erkennt der Lichtsensor Umgebungslicht, Bildhelligkeit, Kontrast und Farbtemperatur und soll das Display anhand dieser Informationen automatisch ausgleichen.

Bei eingeschaltetem B. I. signalisiert ein Augensymbol mit Helligkeitsskala, wenn die automatische Helligkeitsregelung die Einstellungen verändert
Bei eingeschaltetem B. I. signalisiert ein Augensymbol mit Helligkeitsskala, wenn die automatische Helligkeitsregelung die Einstellungen verändert

Warum noch zusätzlich der Lichtmesser eingeschaltet werden muss, leuchtet uns allerdings nicht ein. Die zweite Einstellungsebene regelt die Sensorempfindlichkeit. Ab Werk ist die Empfindlichkeit auf 50 % eingestellt, lässt sich aber auf 0 % senken oder auf 100 % erhöhen.

Die automatische Regelung klappt hervorragend. Wird der Raum abgedunkelt, reduziert sich die Leuchtdichte, während bei hellerem Licht die Leuchtdichte zunimmt. Während der automatischen Anpassung erscheint kurzzeitig in der rechten unteren Display-Ecke ein Symbol und zeigt an, dass die automatische Anpassung erfolgt. Wir haben verschiedene Beleuchtungsszenarien angewendet, die in der folgenden Tabelle zusammengefasst werden.

Bildmodus Szenario Leuchtdichte Farbtemperatur
Standard Kaltes weißes Licht direkt auf den Sensor gerichtet 416 cd/m² 6700 Kelvin
Standard Warmes weißes Licht direkt auf den Sensor gerichtet 395 cd/m² 6030 Kelvin
Standard Gelbes Licht direkt auf den Sensor gerichtet 379 cd/m² 5490 Kelvin
Standard Dunkelheit 100 cd/m² 5680 Kelvin

Ist der Lichtsensor eingeschaltet, können Helligkeit, Kontrast, Gamma und Farbtemperatur natürlich nicht mehr von Hand konfiguriert werden.

Bildmodi

Der BenQ EX3203R verfügt über elf vorkonfigurierte Bildmodi, die unter „Bild erweitert -> Bildmodus“ zu erreichen sind. Die Modi „HDR“ und „Kino HDR“ sind in ihren Einstellungen fix, während der sRGB-Modus noch in der Helligkeit verändert werden kann und nicht wie bei vielen anderen Displays komplett unkonfigurierbar daherkommt. Aus diesem Grund kann das Display in diesem Bereich bereits punkten. Die Modi „Foto“, „Spieler 1-3“ und „M-Book“ erlauben zwar, Änderungen an den grundlegenden Bild-Einstellungen wie Helligkeit, Kontrast und Schärfe vorzunehmen, dafür müssen die Einstellungen der Farbtemperatur und des Gammas aber so hingenommen werden. Warum man Fotos bei einer Farbtemperatur von 10 400 K anschauen, Rennspiele bei 10 100 K spielen oder Counter-Strike: GO bei einem Gamma von 1,55 zocken sollte, erschließt sich uns nicht.

Die folgende Tabelle zeigt die voreingestellten Werte der verschiedenen Modi:

Bildmodus Gamma Farbtemperatur
Standard 2,21 6800 Kelvin
HDR 2,60 6800 Kelvin
HDR Kino 2,66 7400 Kelvin
sRGB 2,23 6900 Kelvin
Foto 2,62 10 500 Kelvin
Spieler 1 2,02 10 300 Kelvin
Spieler 2 1,55 7600 Kelvin
Spieler 3 1,41 8000 Kelvin
Benutzer 1 2,21 6800 Kelvin
Benutzer 2 2,21 6800 Kelvin
M-Book 2,43 7300 Kelvin

Komplett konfigurierbar sind einzig die Modi „Benutzer 1“ und „Benutzer 2“, was anhand der breiten Palette an Möglichkeiten ein wenig enttäuscht.

Bildqualität

Beim Reset stellt der Monitor folgende Werte ein: Helligkeit 100, Kontrast 50, Schärfe 5, Gamma 3, Farbtemperatur „Normal“, Bildmodus „Standard“. Diese Werte wurden für die nachfolgende Beurteilung bei Werkseinstellung verwendet.

Graustufen

Graustufen des BenQ EX3203R
Graustufen des BenQ EX3203R

Die Darstellung der Graustufen in den Lichtern ist sehr gut. Sämtliche Felder heben sich hier von reinem Weiß ab. Die Graustufen in den Schatten heben sich bis zum drittletzten Feld von reinem Schwarz ab, was ebenfalls ein ordentliches Ergebnis darstellt. Schaut man frontal auf das Display, ist kein Farbstich zu erkennen. Der Grauverlauf zeigt im Übergang von reinem Weiß zu hellem Grau die übliche Farbtreppe, die allerdings nicht stark auffällt. Auch der Übergang von dunklem Grau zu reinem Schwarz zeigt sich etwas abrupt. Begibt man sich aus dem Zentrum heraus und schaut seitlich auf den Bildschirm, wandern die hellen Grautöne in einen violetten Ton. Auch die Farbtreppe nahe der Mitte ist jetzt stärker wahrzunehmen. Zusätzlich erscheint wie bei fast allen Displays mit VA-Panel beim Übergang von hellem zu mittlerem Grau ein schmaler Bereich mit gelbem Schleier. Bei einigen VA-Panels ist auch das Areal von reinem Weiß zu hellem Grau davon betroffen, was bei diesem Display aber nicht zutrifft.

Ausleuchtung

Das linke Foto zeigt ein komplett schwarzes Bild ungefähr so, wie man es mit bloßem Auge sieht; hier werden die auffälligen Schwächen sichtbar. Das rechte Foto mit längerer Belichtungszeit hebt dagegen die Problemzonen hervor und dient nur der deutlicheren Darstellung.

Ausleuchtung bei normaler Belichtung
Ausleuchtung bei normaler Belichtung
Ausleuchtung bei verlängerter Belichtung
Ausleuchtung bei verlängerter Belichtung

Bei der Ausleuchtung zeigt der BenQ EX3203R Schwächen. Auffallend sind die vier Spots im oberen Bereich und die drei Spots im unteren Bereich des Display-Randes, die vier bis sechs Zentimeter zur Mitte einstrahlen. Dazu muss aber gesagt werden, dass dies nur in einem völlig abgedunkelten Raum bei einem komplett schwarzen Bild zu sehen ist. Unter normalen Bedingungen, wie etwa beim Schauen eines Filmes, werden die Spots nicht auffallen.

Glow des BenQ EX3203R
Glow des BenQ EX3203R

Seitlich gesehen sieht es nicht besser aus, da die Hintergrundbeleuchtung am oberen Rand mit zwei Spots sehr stark durchleuchtet und auch beim Schauen von Filmen auffällt.

Helligkeit, Schwarzwert und Kontrast

Die Messungen werden nach einer Kalibration auf D65 als Weißpunkt durchgeführt. Sofern möglich, werden alle dynamischen Regelungen deaktiviert. Aufgrund der notwendigen Anpassungen fallen die Ergebnisse geringer aus, als bei Durchführung der Testreihe mit nativem Weißpunkt.

Das Messfenster wird nicht von einem schwarzen Rand umgeben. Die Werte können daher eher mit dem ANSI-Kontrast verglichen werden und geben Realweltsituationen deutlich besser wieder, als Messungen von flächigem Weiß- und Schwarzbild.

Helligkeits- und Kontrastverlauf des BenQ EX3203R
Helligkeits- und Kontrastverlauf des BenQ EX3203R

Die maximale Leuchtdichte des BenQ EX3203R beträgt beim nativen Weißpunkt 412 cd/m². Obwohl der Blauregler recht weit nach unten korrigiert werden muss, um auf D65 zu gelangen, bleiben noch 407 cd/m² übrig, was immer noch über den Angaben im Datenblatt von 400 cd/m² liegt. Das Gerät lässt sich mit 53 cd/m² sehr weit herunterregeln, was ein Arbeiten in absoluter Dunkelheit unproblematisch macht.

Das Display hat ein durchschnittliches Kontrastverhältnis von 2850:1. Der Maximalkontrast bei 10 % Helligkeit liegt bei hohen 3133:1. Nach der Kalibrierung erreicht das Display ein Kontrastverhältnis von 2837:1. Insgesamt ist dies die Paradedisziplin eines VA-Panels und lässt IPS- oder TN-Panels weit hinter sich zurück, was letztendlich zu einer sehr guten Bewertung führt.

11 KOMMENTARE

  1. Da ich auch vor der Frage mit dem „Lichtmesser“ und warum der zusätzlich eingeschaltet werden muss stand:

    Das ist nur die Option für das Symbol unten, damit man mitbekommt, wenn er regelt. Wenn man diese Einblendung (Das Auge-Symbol) nicht haben möchte – und im Alltag ist das deutlich weniger störend – deaktiviert man den Light Meter einfach. Bright Intelligence Plus funktioniert danach immer noch wie gewohnt und gewünscht, nur die Meldung bei einer Änderung verschwindet.

    Quelle: Benq selbst

    https://www.benq.eu/en-mt/support/downloads-faq/faq/product/application/monitor-faq-k-00031.html

  2. Das mit der Schrift habe ich auch erlebt. Die Anpassung der Schriftgröße in den Anzeigeeinstellungen auf 115% hat die Sache abgemildert. Interessant war auch, dass die Schrift im Monitortest von EIZO gestochen scharf dargestellt wird.

  3. “ Die Oberfläche ist poliertem Chrom nachempfunden und wirkt verblüffend echt.“ – das liegt daran, dass die Oberfläche verchromt /ist/. Plastik kann man nämlich schon seit vielen Jahrzehnten verchromen.

  4. Toller Test !!
    Ich hatte den Monitor auch direkt nach Release für günstige 430€ da.
    Nach anfänglicher Begeisterung kam aber die Ernüchterung.
    Mit der generellen Bildqualität war ich für den Preis sehr zufrieden.
    Leider eignete sich der Monitor aufgrund des sehr trägen Panels bei dunklen Farben bzw Graustufen nicht für schnelle Spiele. Gerade in Spielen wie Rainbow Six Siege ist mir sehr störendes Ghosting aufgefallen.
    Sämtliche Overdrive-einstellung haben nicht geholfen dieses Problem zu einzugrenzen.
    Da ist selbst mein alter Benq bl3200pt besser.

    Deshalb hab ich den Monitor wieder zurückgeschickt.
    Nun besitze ich den Viewsonic xg3240c der in diesen Punkt wesentlich besser dasteht. Leider aber nur bei deaktivierten Freesync da der Monitor den Overdrive mit aktivierten Freesync deutlich drosselt um so bei geringeren Bildwiederholfrequenz Overshot und inverse Ghosting zu minimieren.

    Mich würde nun wirklich interessieren ob dies ein generellen Problem in Kombination mit Freesync ist?
    Leider hatte ich das beim ex3203r vergessen zu testen wie dieser sich ohne freesync verhält.

  5. Danke für den tollen Test!

    Ich besitze den Bildschirm und mir ist aufgefallen, dass bei der Freesync-Einstellung „Premium“ eine Farbtiefe von 10 BPC in den Radeon Einstellungen auswählbar ist. Ist die Freesync-Einstellung „Standard“ ausgewählt, stehen maximal 8 BPC zur Auswahl.

    Dürfte ich noch fragen, wie ihr es mit der Schärfe des Bildschirms seht? Ich habe diverse Einstellungen ausprobiert, aber der Text ist mir immer entweder zu scharf oder zu verschwommen. Hattet ihr dieses Problem auch?

    • Hallo Fred,
      ich hatte kein Problem bei der Schärfe. Die Windows-Einstellungen (Anzeigeeinstellungen -> Größe von Text, Apps und anderen Elementen) sind bei Dir aber auf den empfohlenen Einstellungen?
      Die Schärfeeinstellungen im OSD hatten bei mir keinerlei Auswirkungen und die Einstellungsebene „Superauflösung“ hatte bei mir nur an HDMI bei Full-HD Auswirkungen. Schau doch nochmal ob Dir evtl. im System etwas auffällt!
      Ansonsten wüsste ich jetzt keinen Rat.

      Viele Grüße
      Oliver

      • Hallo Oliver

        Bitte entschuldige die späte Antwort.

        Ich habe die Textgrösse in den erweiterten Einstellungen auf 110% gesetzt, da sie mir so am besten passt. Von der Schärfe her hatte dies aber keinen Einfluss. Ich bin allenfalls einfach daran gewöhnt, eine höhere Pixeldichte zu haben (27″ mit QHD). Die Schärfeeinstellung im OSD hat bei mir aber merklichen Einfluss auf den Text. Cleartype ist übrigens natürlich auch an und konfiguriert.

        Ich wollte noch fragen, ob Du denkst, dass die Freesync-Einstellung „Premium“ tatsächlich etwas mit der Farbtiefe zu tun haben könnte, oder ob es sich da nur um einen Bug in der Firmware handelt…?

        Gruss
        Fred

        • Es wäre freundlich wenn Du zumindest die identisch falsche Mailadresse angeben würdest, dann müssen deine Beiträge nicht immer manuell freigeschaltet werden!

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