Test BenQ EX3203R – Allrounder auf hohem Niveau
4/8

11
70866

Bildhomogenität

Wir untersuchen die Bildhomogenität anhand von vier Testbildern (Weiß, Neutraltöne mit 75 %, 50 %, 25 % Helligkeit), die wir an 15 Punkten vermessen. Daraus resultieren die gemittelte Helligkeitsabweichung in % und das ebenfalls gemittelte Delta C (d. h. die Buntheitsdifferenz) in Bezug auf den jeweils zentral gemessenen Wert.

Diagramm: Helligkeitsverteilung in %
Helligkeitsverteilung in %
Digramm: Farbreinheit in Delta C
Farbreinheit in Delta C

Mit einer maximalen Helligkeitsabweichung von 17,65 % in der linken oberen Ecke und einer durchschnittlichen Helligkeitsabweichung von 6,90 % wird in beiden Fällen eine gute Benotung nur knapp verpasst. Auch bei der Farbreinheit schafft es der EX3203R nicht über eine befriedigende Benotung hinaus. In diesem Fall ist es die linke untere Ecke, die mit einem maximalen Delta C von 3,54 zu hohe Abweichungen zeigt, während das durchschnittliche Delta C von 1,49 für eine gute Bewertung ausreicht.

Coating

Der BenQ EX3203R verfügt über eine matt-kristalline Oberfläche. Das hat den Vorteil, dass Farben etwas brillanter als bei stumpf-matten Displays angezeigt werden, aber trotzdem noch so weit entspiegelt sind, dass nur schwache Reflexionen auf dem Bildschirm entstehen.

Coating des BenQ EX3203R
Coating des BenQ EX3203R
Referenzbild
Referenzbild

Blickwinkel

Das Foto zeigt den Bildschirm des BenQ EX3203R bei horizontalen Blickwinkeln von +/- 75 Grad und vertikalen von +60 und -45 Grad. Frontal gesehen zeigt das Display in den Werkseinstellungen bereits ein nicht übersättigtes farbenfrohes und kontrastreiches Bild. Egal ob man das Display von oben, von unten oder von der Seite ansieht, verliert es nur unwesentlich an Kontrast, jedoch zieht ein gelblicher Schleier über reines Weiß, der auch im Übergang von mittlerem zu dunklem Grau zu erkennen ist Die Farben bleiben konstant, allerdings zeigen sich die Übergänge zu anderen Farben nicht mehr so weich. Auffallend ist der Übergang von dunklem zu mittlerem Blau, bei dem eine Farbtreppe entsteht. Für ein VA-Panel ist die Blickwinkelstabilität aber trotzdem ordentlich.

Horizontale und vertikale Blickwinkel
Horizontale und vertikale Blickwinkel

Interpolation

Um auch Inhalte mit kleinerer Auflösung als die der nativen ordentlich darstellen zu können, ist eine ordentliche Interpolationsfähigkeit des Displays notwendig. Hierbei wird der zusätzlich entstandene Platz ausgeglichen, indem graue Pixel, zumeist an den Objekträndern, hinzugefügt werden.

Um auf fremde Auflösungen entsprechend reagieren zu können, sind im OSD-Menü unter „Bild erweitert -> Anzeigemodus“ die Optionen „Voll“, „Seitenverhältnis“ und „1:1“ vorhanden. Im DisplayPort-Betrieb sind diese mit Ausnahme von „Voll“ jedoch nicht wählbar. Mit kleineren Auflösungen und Seitenverhältnissen abseits von 16:9 macht die Elektronik des BenQ EX3203R kurzen Prozess, zeigt diese immer seitengerecht mit Balken an den Seiten und interpoliert sie auf die volle Panel-Höhe.

Die anderen Modi sind lediglich an HDMI wählbar, wenn das Seitenverhältnis nicht 16:9 entspricht. Der Schärferegler befindet sich in den Werkseinstellungen auf 50 %.

Testgrafik, native Auflösung
Testgrafik, native Auflösung
Testgrafik, 1280 x 720
Testgrafik, 1280 x 720

Bei nativer Auflösung von 2560 × 1440 Pixel sehen wir wie zu erwarten ein scharfes detailreiches Bild. Ändern wir die Auflösung auf HD-Ready mit 1280 × 720 Pixel, leidet unsere Testgrafik stark. Die feinen Nadelstiche schräg links unter dem Kreuz sind nun nicht mehr als solche zu erkennen, sondern zeigen sich als dicke Balken, die sich in hell- und dunkelgrau abwechseln. Auch das Kreuz mittig zeigt nicht mehr das feine Muster, sondern kommt unscharf und grob daher. Die etwas dickeren Nadelstreifen, schräg rechts unter dem Kreuz, sind allerdings noch als solche zu erkennen. Eine Erhöhung des Schärfereglers hat keinerlei Effekt.

Textwiedergabe, native Auflösung
Textwiedergabe, native Auflösung
Textwiedergabe, 1280 x 720
Textwiedergabe, 1280 x 720

Text bereitet beim Lesen keine Probleme. Sicherlich wirkt das Schriftbild etwas matschig, und die Buchstaben verlaufen bei geringer Laufweite etwas, doch selbst bei einer Schriftgröße von 7 Punkt in Fett ist es noch möglich, flüssig zu lesen.

Farbwiedergabe

Bei Monitoren für den Consumer- und Office-Bereich testen wir zunächst die Farbwiedergabe in der Werkseinstellung nach dem Reset sowie – falls vorhanden – in einem sRGB-Modus. Anschließend wird der Monitor mit Quato iColor Display kalibriert. Für die Messungen verwenden wir eine eigene Software, als Messgeräte werden das Kolorimeter X-Rite i1 DisplayPro und das Spektrofotometer X-Rite i1 Pro eingesetzt.

Farbraumabdeckung

Abdeckung des sRGB-Farbraums, 3D-Schnitt 1
Abdeckung des sRGB-Farbraums, 3D-Schnitt 1
Abdeckung des sRGB-Farbraums, 3D-Schnitt 2
Abdeckung des sRGB-Farbraums, 3D-Schnitt 2

Bei der Farbraumuntersuchung ermitteln wir zunächst die Abdeckung des sRGB-Farbraums. Hier liefert der BenQ EX3203R vor der Kalibrierung gute 93 % und nach der Kalibrierung sehr gute 98 %.

Abdeckung des Adobe-RGB-Farbraums, 3D-Schnitt 1
Abdeckung des Adobe-RGB-Farbraums, 3D-Schnitt 1
Abdeckung des Adobe-RGB-Farbraums, 3D-Schnitt 1
Abdeckung des Adobe-RGB-Farbraums, 3D-Schnitt 1

Zusätzlich deckt der BenQ EX3203R den DCI-P3-Farbraum zu 90 % ab. Dieser ist ähnlich groß wie Adobe RGB, nur etwas nach Rot verschoben. In der zweiten Grafik wird das sehr schön dargestellt und zeigt die Unterdeckung in den grünen Farben. Der Adobe Farbraum wird mit 82 % abgedeckt.

Die Erläuterungen zu den folgenden Charts haben wir für Sie zusammengefasst: Delta-E-Abweichung für Farbwerte und Weißpunkt, Delta-C-Abweichung für Grauwerte, und Gradation.

Farbmodus: Custom (Werkseinstellung)

Nach dem Reset im OSD sind folgende Werte vorgegeben: Bildmodus „Standard“, Gamma 3, Helligkeit 100 und Kontrast 50.

Diagramm: Graubalance in der Werkseinstellung
Graubalance in der Werkseinstellung

Der BenQ EX3203R zeigt in den Werkseinstellungen ein ansprechendes Ergebnis. Mit einem durchschnittlichen Delta C von 0,92 und einer Range von 1,99 wird in beiden Fällen ein gutes Ergebnis erreicht. Die Farbtemperatur ist mit 6800 Kelvin nicht viel kühler als die angestrebten 6500 Kelvin. Auch die Gammakurve ist gelungen und liegt im Mittel bei 2,2. Außerdem sind keine auffallenden Schlenker zu sehen.

Die ausführlichen Testergebnisse können als PDF-Datei heruntergeladen werden.

Vergleich sRGB-Modus mit dem sRGB-Arbeitsfarbraum

Diagramm: Farbwiedergabe in der Werkseinstellung
Farbwiedergabe in der Werkseinstellung

Unter „Bild erweitert -> Bildmodus“ ist ein dedizierter sRGB-Modus zu finden. Auch hier passt die Graubalance schon vor der Kalibrierung, und es wird ein ähnlicher Wert ausgegeben wie bei der ersten Messung. Entgegen vielen Consumer-Monitoren ist es hier sogar möglich, Einfluss auf die Helligkeit zu nehmen. Bravo, endlich mal ein Hersteller der mitdenkt! Die bunten Farben liegen mit einem durchschnittlichen Delta E94 von 1,20 ebenfalls im Bereich einer guten Bewertung. Selbst das Gamma mit einem Mittel von 2,23 passt und folgt der Normlinie schon gut. Die Farbtemperatur von 6830 Kelvin ist allerdings etwas zu kühl abgestimmt.

Die ausführlichen Testergebnisse können als PDF-Datei heruntergeladen werden.

11 KOMMENTARE

  1. Da ich auch vor der Frage mit dem „Lichtmesser“ und warum der zusätzlich eingeschaltet werden muss stand:

    Das ist nur die Option für das Symbol unten, damit man mitbekommt, wenn er regelt. Wenn man diese Einblendung (Das Auge-Symbol) nicht haben möchte – und im Alltag ist das deutlich weniger störend – deaktiviert man den Light Meter einfach. Bright Intelligence Plus funktioniert danach immer noch wie gewohnt und gewünscht, nur die Meldung bei einer Änderung verschwindet.

    Quelle: Benq selbst

    https://www.benq.eu/en-mt/support/downloads-faq/faq/product/application/monitor-faq-k-00031.html

  2. Das mit der Schrift habe ich auch erlebt. Die Anpassung der Schriftgröße in den Anzeigeeinstellungen auf 115% hat die Sache abgemildert. Interessant war auch, dass die Schrift im Monitortest von EIZO gestochen scharf dargestellt wird.

  3. “ Die Oberfläche ist poliertem Chrom nachempfunden und wirkt verblüffend echt.“ – das liegt daran, dass die Oberfläche verchromt /ist/. Plastik kann man nämlich schon seit vielen Jahrzehnten verchromen.

  4. Toller Test !!
    Ich hatte den Monitor auch direkt nach Release für günstige 430€ da.
    Nach anfänglicher Begeisterung kam aber die Ernüchterung.
    Mit der generellen Bildqualität war ich für den Preis sehr zufrieden.
    Leider eignete sich der Monitor aufgrund des sehr trägen Panels bei dunklen Farben bzw Graustufen nicht für schnelle Spiele. Gerade in Spielen wie Rainbow Six Siege ist mir sehr störendes Ghosting aufgefallen.
    Sämtliche Overdrive-einstellung haben nicht geholfen dieses Problem zu einzugrenzen.
    Da ist selbst mein alter Benq bl3200pt besser.

    Deshalb hab ich den Monitor wieder zurückgeschickt.
    Nun besitze ich den Viewsonic xg3240c der in diesen Punkt wesentlich besser dasteht. Leider aber nur bei deaktivierten Freesync da der Monitor den Overdrive mit aktivierten Freesync deutlich drosselt um so bei geringeren Bildwiederholfrequenz Overshot und inverse Ghosting zu minimieren.

    Mich würde nun wirklich interessieren ob dies ein generellen Problem in Kombination mit Freesync ist?
    Leider hatte ich das beim ex3203r vergessen zu testen wie dieser sich ohne freesync verhält.

  5. Danke für den tollen Test!

    Ich besitze den Bildschirm und mir ist aufgefallen, dass bei der Freesync-Einstellung „Premium“ eine Farbtiefe von 10 BPC in den Radeon Einstellungen auswählbar ist. Ist die Freesync-Einstellung „Standard“ ausgewählt, stehen maximal 8 BPC zur Auswahl.

    Dürfte ich noch fragen, wie ihr es mit der Schärfe des Bildschirms seht? Ich habe diverse Einstellungen ausprobiert, aber der Text ist mir immer entweder zu scharf oder zu verschwommen. Hattet ihr dieses Problem auch?

    • Hallo Fred,
      ich hatte kein Problem bei der Schärfe. Die Windows-Einstellungen (Anzeigeeinstellungen -> Größe von Text, Apps und anderen Elementen) sind bei Dir aber auf den empfohlenen Einstellungen?
      Die Schärfeeinstellungen im OSD hatten bei mir keinerlei Auswirkungen und die Einstellungsebene „Superauflösung“ hatte bei mir nur an HDMI bei Full-HD Auswirkungen. Schau doch nochmal ob Dir evtl. im System etwas auffällt!
      Ansonsten wüsste ich jetzt keinen Rat.

      Viele Grüße
      Oliver

      • Hallo Oliver

        Bitte entschuldige die späte Antwort.

        Ich habe die Textgrösse in den erweiterten Einstellungen auf 110% gesetzt, da sie mir so am besten passt. Von der Schärfe her hatte dies aber keinen Einfluss. Ich bin allenfalls einfach daran gewöhnt, eine höhere Pixeldichte zu haben (27″ mit QHD). Die Schärfeeinstellung im OSD hat bei mir aber merklichen Einfluss auf den Text. Cleartype ist übrigens natürlich auch an und konfiguriert.

        Ich wollte noch fragen, ob Du denkst, dass die Freesync-Einstellung „Premium“ tatsächlich etwas mit der Farbtiefe zu tun haben könnte, oder ob es sich da nur um einen Bug in der Firmware handelt…?

        Gruss
        Fred

        • Es wäre freundlich wenn Du zumindest die identisch falsche Mailadresse angeben würdest, dann müssen deine Beiträge nicht immer manuell freigeschaltet werden!

Diskussion: Neuen Beitrag verfassen

* Sie müssen das Kästchen aktivieren, ansonsten können Sie keinen Kommentar erstellen. Sollten Sie dennoch versuchen Ihren Kommentar zu posten, ohne akzeptiert zu haben, wird eine neue Seite geöffnet und Sie erhalten einen Hinweis. Alle eingetragenen Daten, inklusive des Kommentars, gehen dabei verloren!