Test BenQ EX3203R – Allrounder auf hohem Niveau
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Messungen nach Kalibration und Profilierung

Für die nachfolgenden Messungen wurde der BenQ EX3203R aus Quato iColor Display heraus kalibriert (Bildmodus „Benutzer1“, Gamma 3) und profiliert. Die angestrebte Helligkeit lag bei 140 cd/m². Als Weißpunkt wurde D65 gewählt.
Beides stellt keine allgemeingültige Empfehlung dar. Das gilt auch für die Wahl der Gradation, zumal die aktuelle Charakteristik im Rahmen des Farbmanagements ohnehin berücksichtigt wird.

Profilvalidierung

Diagramm: Validierung der Monitorkalibration
Validierung der Monitorkalibration

Der BenQ EX3203R zeigt keine auffälligen Drifts oder unschönen Nichtlinearitäten. Das Matrix-Profil beschreibt seinen Zustand sehr exakt. Eine Wiederholung der Profilvalidierung nach 24 Stunden ergab keine signifikant erhöhten Abweichungen. Alle Kalibrationsziele wurden erreicht. Die Graubalance und Farbwerte sind gut.

Die ausführlichen Testergebnisse können als PDF-Datei heruntergeladen werden.

Vergleich mit sRGB (farbtransformiert)

Diagramm: Monitor kalibriert, sRGB
Monitor kalibriert, sRGB

Unser CMM berücksichtigt Arbeitsfarbraum- und Bildschirmprofil und führt auf dieser Basis die notwendigen Farbraumtransformationen mit farbmetrischem Rendering-Intent durch. Nach der Kalibration erhalten wir in der Graubalance mit einem durchschnittlichen Delta C von 0,58 und einer Range von 1,19 insgesamt ein gutes Ergebnis. Bei den bunten Farben sehen wir zwar einen Ausreißer der blauen Farbe, doch reicht es trotzdem noch für ein sehr gutes durchschnittliches Delta E94 von 0,54. Da aber das jeweils schlechtere Ergebnis für die Benotung entscheidend ist, reicht es auch hier für ein gutes Gesamtergebnis.

Die ausführlichen Testergebnisse können als PDF-Datei heruntergeladen werden.

Vergleich mit Adobe RGB (farbtransformiert)

Monitor kalibriert, Adobe RGB
Monitor kalibriert, Adobe RGB

Leider können wir momentan keinen Vergleich zum DCI-P3-Farbraum anbieten, da unsere Software noch angepasst werden muss. Die Graubalance befindet sich mit einem durchschnittlichen Delta C von 0,61 und einer Range von 1,61 nach wie vor in einem guten Bereich. Die Abweichungen in den bunten Farben mit einem Delta E94 von 4,06 erhalten zwar eine schlechte Benotung, dabei muss allerdings beachtet werden, dass der Farbraum etwas verschoben ist und der BenQ EX3203R den DCI-P3-Farbraum auch nur zu 90 % abdeckt. Hier sind wir mit 82 % Adobe RGB schon auf dem richtigen Weg. Die Gammakurve gibt zudem keinen Grund zur Klage.

Die ausführlichen Testergebnisse können als PDF-Datei heruntergeladen werden.

Reaktionsverhalten

Bildaufbauzeit und Beschleunigungsverhalten

Die Bildaufbauzeit ermitteln wir für den Schwarz-Weiß-Wechsel und den besten Grau-zu-Grau-Wechsel. Zusätzlich nennen wir den Durchschnittswert für unsere 15 Messpunkte.

Der Messwert CtC (Color to Color) geht über die herkömmlichen Messungen von reinen Helligkeitssprüngen hinaus – schließlich sieht man am Bildschirm auch in aller Regel ein farbiges Bild. Bei dieser Messung wird deshalb die längste Zeitspanne gemessen, die der Monitor benötigt, um von einer Mischfarbe auf die andere zu wechseln und seine Helligkeit zu stabilisieren. Verwendet werden die Mischfarben Cyan, Magenta und Gelb – jeweils mit 50 % Signalhelligkeit. Beim CtC-Farbwechsel schalten also nicht alle drei Subpixel eines Bildpunktes gleich, sondern es werden unterschiedliche Anstiegs- und Ausschwingzeiten miteinander kombiniert.

Im Datenblatt wird eine Reaktionszeit von 4 ms (GtG) genannt. Eine Beschleunigungsoption (Overdrive) ist vorhanden und unter „Bild -> AMA“ zu finden. Hier gibt es die Stellungen „Aus“, „Hoch“ und „Premium“. Als Standardwert ist „Hoch“ voreingestellt.

60 Hz, AMA „Aus“

Diagramm: Unterdurchschnittliche Schaltzeiten bei deaktiviertem Overdrive
Unterdurchschnittliche Schaltzeiten bei deaktiviertem Overdrive
Diagramm: Der Helligkeitsverlauf zeigt sich neutral
Der Helligkeitsverlauf zeigt sich neutral

Bei 60 Hz und deaktiviertem Overdrive zeigt der BenQ XR3203R eher eine unterdurchschnittliche Leistung. Mit 15,5 ms für den Schwarz-Weiß Wechsel und 10,8 ms für den schnellsten Grauwechsel werden zwar noch recht ordentliche Werte erzielt, doch der Durchschnittswert an 15 Messpunkten liegt mit 26,8 ms eher im langsamen Bereich. Auch der längste Übergang zwischen zwei Mischfarben kommt mit 18,4 ms eher gemächlich daher.

Der Helligkeitsverlauf zeigt sich völlig unauffällig mit einem sauberen Signal.

60 Hz, AMA „Hoch“

Diagramm: Deutlich reduzierte Schaltzeiten gegenüber deaktiviertem Overdrive
Deutlich reduzierte Schaltzeiten gegenüber deaktiviertem Overdrive
Diagramm: Nach wie vor neutraler Helligkeitsverlauf
Nach wie vor neutraler Helligkeitsverlauf

Bei 60 Hz und mittlerem Overdrive werden zwar die Schaltzeiten etwas verbessert, doch auch hier reicht es in allen Punkten nur maximal für einen Platz im Mittelfeld gegenüber anderen Displays, die wir bislang getestet haben.

Erfreulicherweise ist auch der Helligkeitsverlauf unverändert und zeigt ein unauffälliges Signal.

60 Hz, AMA „Premium“

Diagramm: Verhaltene Schaltzeiten gegenüber anderen Displays
Verhaltene Schaltzeiten gegenüber anderen Displays
MinimalerDiagramm: Peak im Helligkeitsverlauf wird sich visuell nicht bemerkbar machen
Minimaler Peak im Helligkeitsverlauf wird sich visuell nicht bemerkbar machen

Bei höchstem Overdrive und 60 Hz reicht es zumindest beim Schwarz-Weiß-Wechsel mit 9,6 ms für eine gute Position in unserem Ranking. Weder der schnellste Grauwechsel mit 6,6 ms noch der Durchschnittswert unserer 15 Messpunkte mit 12,3 ms können mit anderen Displays mithalten. Auch ein CtC-Wert von 9,6 ms ist noch nicht sonderlich schnell. Dennoch können die Schaltzeiten insgesamt als befriedigend angesehen werden.

Zwar können wir einen Peak im Helligkeitsverlauf erkennen, der sich visuell aber nicht negativ auswirken wird.

11 KOMMENTARE

  1. Da ich auch vor der Frage mit dem „Lichtmesser“ und warum der zusätzlich eingeschaltet werden muss stand:

    Das ist nur die Option für das Symbol unten, damit man mitbekommt, wenn er regelt. Wenn man diese Einblendung (Das Auge-Symbol) nicht haben möchte – und im Alltag ist das deutlich weniger störend – deaktiviert man den Light Meter einfach. Bright Intelligence Plus funktioniert danach immer noch wie gewohnt und gewünscht, nur die Meldung bei einer Änderung verschwindet.

    Quelle: Benq selbst

    https://www.benq.eu/en-mt/support/downloads-faq/faq/product/application/monitor-faq-k-00031.html

  2. Das mit der Schrift habe ich auch erlebt. Die Anpassung der Schriftgröße in den Anzeigeeinstellungen auf 115% hat die Sache abgemildert. Interessant war auch, dass die Schrift im Monitortest von EIZO gestochen scharf dargestellt wird.

  3. “ Die Oberfläche ist poliertem Chrom nachempfunden und wirkt verblüffend echt.“ – das liegt daran, dass die Oberfläche verchromt /ist/. Plastik kann man nämlich schon seit vielen Jahrzehnten verchromen.

  4. Toller Test !!
    Ich hatte den Monitor auch direkt nach Release für günstige 430€ da.
    Nach anfänglicher Begeisterung kam aber die Ernüchterung.
    Mit der generellen Bildqualität war ich für den Preis sehr zufrieden.
    Leider eignete sich der Monitor aufgrund des sehr trägen Panels bei dunklen Farben bzw Graustufen nicht für schnelle Spiele. Gerade in Spielen wie Rainbow Six Siege ist mir sehr störendes Ghosting aufgefallen.
    Sämtliche Overdrive-einstellung haben nicht geholfen dieses Problem zu einzugrenzen.
    Da ist selbst mein alter Benq bl3200pt besser.

    Deshalb hab ich den Monitor wieder zurückgeschickt.
    Nun besitze ich den Viewsonic xg3240c der in diesen Punkt wesentlich besser dasteht. Leider aber nur bei deaktivierten Freesync da der Monitor den Overdrive mit aktivierten Freesync deutlich drosselt um so bei geringeren Bildwiederholfrequenz Overshot und inverse Ghosting zu minimieren.

    Mich würde nun wirklich interessieren ob dies ein generellen Problem in Kombination mit Freesync ist?
    Leider hatte ich das beim ex3203r vergessen zu testen wie dieser sich ohne freesync verhält.

  5. Danke für den tollen Test!

    Ich besitze den Bildschirm und mir ist aufgefallen, dass bei der Freesync-Einstellung „Premium“ eine Farbtiefe von 10 BPC in den Radeon Einstellungen auswählbar ist. Ist die Freesync-Einstellung „Standard“ ausgewählt, stehen maximal 8 BPC zur Auswahl.

    Dürfte ich noch fragen, wie ihr es mit der Schärfe des Bildschirms seht? Ich habe diverse Einstellungen ausprobiert, aber der Text ist mir immer entweder zu scharf oder zu verschwommen. Hattet ihr dieses Problem auch?

    • Hallo Fred,
      ich hatte kein Problem bei der Schärfe. Die Windows-Einstellungen (Anzeigeeinstellungen -> Größe von Text, Apps und anderen Elementen) sind bei Dir aber auf den empfohlenen Einstellungen?
      Die Schärfeeinstellungen im OSD hatten bei mir keinerlei Auswirkungen und die Einstellungsebene „Superauflösung“ hatte bei mir nur an HDMI bei Full-HD Auswirkungen. Schau doch nochmal ob Dir evtl. im System etwas auffällt!
      Ansonsten wüsste ich jetzt keinen Rat.

      Viele Grüße
      Oliver

      • Hallo Oliver

        Bitte entschuldige die späte Antwort.

        Ich habe die Textgrösse in den erweiterten Einstellungen auf 110% gesetzt, da sie mir so am besten passt. Von der Schärfe her hatte dies aber keinen Einfluss. Ich bin allenfalls einfach daran gewöhnt, eine höhere Pixeldichte zu haben (27″ mit QHD). Die Schärfeeinstellung im OSD hat bei mir aber merklichen Einfluss auf den Text. Cleartype ist übrigens natürlich auch an und konfiguriert.

        Ich wollte noch fragen, ob Du denkst, dass die Freesync-Einstellung „Premium“ tatsächlich etwas mit der Farbtiefe zu tun haben könnte, oder ob es sich da nur um einen Bug in der Firmware handelt…?

        Gruss
        Fred

        • Es wäre freundlich wenn Du zumindest die identisch falsche Mailadresse angeben würdest, dann müssen deine Beiträge nicht immer manuell freigeschaltet werden!

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