Test BenQ EX3203R – Allrounder auf hohem Niveau
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FreeSync-Einstellungen

FreeSync ist Monitor-seitig nicht abschaltbar. Hier befinden sich die Einstellungen „Normal“ (voreingestellt) und „Premium“. Der Unterschied wird weder im Handbuch noch auf der Produkt-Website erklärt. Merkwürdigerweise lässt sich die Aktualisierungsrate des Displays nur auf 120 Hz stellen, wenn der Modus „Premium“ aktiviert ist. Wählt man hingegen „Normal“ aus, sind Monitor-seitig 144 Hz möglich. Während des Spiels konnten wir keine Unterschiede feststellen. Auch in den AMD-Einstellungen wird bei „Premium“ nur die geringere maximale FreeSync-Rate von 120 Hz gemeldet. Die untere Grenze von 48 Hz bleibt auch hier bestehen.

HDR & FreeSync 2

Der BenQ EX3203R ist mit dem Siegel „DisplayHDR 400“ gekennzeichnet und bezeichnet zugleich den Einstieg in die Welt der HDR-Displays. Die Mindestvoraussetzungen für diese Klasse ist mit „DisplayHDR 600“ und „DisplayHDR 1000“ vergleichsweise gering und benötigt, wie bereits der Name sagt, eine Mindesthelligkeit von 400 cd/m² und weitere Voraussetzungen, die allerdings den Rahmen dieses Tests sprengen würden. Die Erwartung bezüglich HDR sollten daher beim Erwerb dieses Geräts nicht zu groß sein. Einige wenige Spiele unterstützen bereits HDR, die vom Display bei Programmstart auch direkt erkannt werden. Das OSD-Menü schaltet dann in den HDR-Modus und meldet „HDR/FreeSync 2: Ein“.

Das Ergebnis ist aber ernüchternd, da die 400 cd/m² Spitzenhelligkeit einfach zu gering für ein „Aha-Erlebnis“ sind. Einzig der etwas größere Farbraum in Richtung Rot lässt Bilder leuchtender und farbenfroher erscheinen, was aber auch abseits des HDR-Modus auffällt. Die Erweiterung „FreeSync 2“ ist ebenso keine Verbesserung der Performance gegenüber FreeSync 1, sondern ein Muss für HDR-zertifizierte Displays mit strafferen Spezifikationen wie etwa „LFC“. Letzteres besagt, dass die maximale Aktualisierungsrate 2,5 Mal höher sein muss als die niedrigste, um Frames mehrfach darstellen zu können, falls die Grenze unterschritten wird. Zusätzlich muss der HDR-typische Input-Lag durch eine API verringert werden, die dem Spiel das korrekte Tonemapping des Monitors liefert, um diesen Zeitverlust wieder einsparen zu können.

Sound

Der BenQ EX3203R ist nicht mit Lautsprechern ausgestattet.

DVD und Video

Der BenQ verfügt über zwei HDMI-2.0-Schnittstellen, über die HD-Zuspieler wie BD-Player, HDTV-Receiver oder Spielekonsolen angeschlossen werden können. Der Ton wird direkt an die Kopfhörerbuchse weitergeleitet.

Bildmodi werden im OSD-Menü mehr als reichlich geboten. Schaut man sich HD Videos auf einem handelsüblichen BD-Player an, lassen sich zwar die Modi „HDR“ und „HDR Kino“ aktivieren, jedoch erscheint nach dem Bestätigen die Meldung „HDR: Emuliert“. Zudem saufen dunklen Passagen ab, worauf man in keiner Weise per OSD-Menü reagieren kann. Auch der sRGB-Modus scheidet aus, da die Farben bei Videos nicht kräftig genug erscheinen. Die besten Möglichkeiten bilden entweder der Modus „Standard“ oder die Modi „Benutzer 1“ und „Benutzer 2“, da hier auch weitere Bildeinstellungen vorgenommen werden können. Mit einer Änderung von Gamma 3 auf Gamma 4 erhält man bereits ein „knackigeres“ Bild. Bei HD-Videos ergibt nun auch die Einstellungsebene „Super-Auflösung“ Sinn. Hebt man hier den Regler an, so wird die leichte Unschärfe aus dem Bild genommen, die durch die Interpolation entstanden ist. Mehr als eine Stufe sollte jedoch nicht gewählt werden, da sich das Bild sonst überschärft zeigt. Mit den genannten Einstellungen erhält man ein farbenfrohes Bild mit einem dank VA-Panel tollen Schwarzwert.

Da, wie bereits im Teil „Blickwinkel“ erwähnt, der Kontrastverlust bei seitlicher Sitzposition nicht allzu schwer wiegt und auch die Farben konstant bleiben, wäre das Display ebenso für einen Videoabend in etwas größerer Runde geeignet. Bei dezentraler Sitzposition macht die 1800R-Bildwölbung jedoch Probleme und verzerrt das Bild dementsprechend, was wiederum den Spaß für weit außen Sitzende relativiert.

Skalierung, Bildraten und Deinterlacing

Der Monitor stellt Material in 1080p und 720p einwandfrei als Vollbild dar. Auch SD-Auflösungen zeigt der EX3203R richtig an und skaliert diese auf die volle Panel-Höhe mit Balken an den Seiten. Im Modus „1:1“ wird das Bild bei originaler Auflösung in einem Fenster angezeigt.

Das Handbuch gibt keine Auskunft, ob Interlaced-Signale angenommen werden. Um dies zu testen, haben wir den Monitor an einen HDTV-Receiver angeschlossen und ihm Material in 1080i zugespielt. Auch hier gibt sich das Display keine Blöße und zeigt ein einwandfreies Bild. Zusätzlich überprüften wir das Deinterlacing mit Halbbildfolgen im 2:2- und 3:2-Rhythmus und spielten danach noch echtes Videomaterial mit nicht zusammenhängenden Halbbildern zu. Bereits bei Halbbildfolgen mit ungeradem Verhältnis entsteht Zeilenflimmern und ein deutlicher Moiré-Effekt, was schon an dieser Stelle für einen nicht vorhandenen Deinterlacer steht.

Neben einer hohen Bildwiederholungsfrequenz am Computer von 144 Hz, die das Spielerherz erfreut, unterstützt der BenQ EX3203R an HDMI auch 24 Hz und sorgt dafür, dass Cineasten ebenso zu ihrem Recht kommen und einen Hauch von Popcorn-Feeling spüren.

Overscan

Das OSD-Menü bietet an den HDMI-Schnittstellen unter „Bild erweitert“ eine Overscan-Funktion. Mit 60 Pixel je Seite und jeweils 40 Pixel oben und unten werden in der Breite 4,7 % und in der Höhe 5,6 % vom Bild abgeschnitten.

Farbmodelle und Signallevels

Der BenQ EX3203R verarbeitet an den HDMI-Schnittstellen RGB- und YCbCr-Signale. Angeschlossen an einen BD-Player, wird automatisch Videolevel (Tonwertumfang bei 8 Bit Präzision: 16–235) gewählt. So werden Weiß und Schwarz richtig dargestellt und zeigen kein flaues Bild. Im OSD-Menü besteht unter „Bild erweitert -> HDMI RGB PC-Bereich“ die Möglichkeit zu reagieren, wenn dies einmal nicht passen sollte. Hier gibt es die Einstellungen „Auto“, „RGB 0 bis 255“ und „RGB 16 bis 235“. Ältere BD-Player mögen den HDMI-2.0-Anschluss nicht und reagieren mit einem Bild in merkwürdigen Farben. Hierfür hält der BenQ allerdings keine Lösung im OSD-Menü bereit.

11 KOMMENTARE

  1. Da ich auch vor der Frage mit dem „Lichtmesser“ und warum der zusätzlich eingeschaltet werden muss stand:

    Das ist nur die Option für das Symbol unten, damit man mitbekommt, wenn er regelt. Wenn man diese Einblendung (Das Auge-Symbol) nicht haben möchte – und im Alltag ist das deutlich weniger störend – deaktiviert man den Light Meter einfach. Bright Intelligence Plus funktioniert danach immer noch wie gewohnt und gewünscht, nur die Meldung bei einer Änderung verschwindet.

    Quelle: Benq selbst

    https://www.benq.eu/en-mt/support/downloads-faq/faq/product/application/monitor-faq-k-00031.html

  2. Das mit der Schrift habe ich auch erlebt. Die Anpassung der Schriftgröße in den Anzeigeeinstellungen auf 115% hat die Sache abgemildert. Interessant war auch, dass die Schrift im Monitortest von EIZO gestochen scharf dargestellt wird.

  3. “ Die Oberfläche ist poliertem Chrom nachempfunden und wirkt verblüffend echt.“ – das liegt daran, dass die Oberfläche verchromt /ist/. Plastik kann man nämlich schon seit vielen Jahrzehnten verchromen.

  4. Toller Test !!
    Ich hatte den Monitor auch direkt nach Release für günstige 430€ da.
    Nach anfänglicher Begeisterung kam aber die Ernüchterung.
    Mit der generellen Bildqualität war ich für den Preis sehr zufrieden.
    Leider eignete sich der Monitor aufgrund des sehr trägen Panels bei dunklen Farben bzw Graustufen nicht für schnelle Spiele. Gerade in Spielen wie Rainbow Six Siege ist mir sehr störendes Ghosting aufgefallen.
    Sämtliche Overdrive-einstellung haben nicht geholfen dieses Problem zu einzugrenzen.
    Da ist selbst mein alter Benq bl3200pt besser.

    Deshalb hab ich den Monitor wieder zurückgeschickt.
    Nun besitze ich den Viewsonic xg3240c der in diesen Punkt wesentlich besser dasteht. Leider aber nur bei deaktivierten Freesync da der Monitor den Overdrive mit aktivierten Freesync deutlich drosselt um so bei geringeren Bildwiederholfrequenz Overshot und inverse Ghosting zu minimieren.

    Mich würde nun wirklich interessieren ob dies ein generellen Problem in Kombination mit Freesync ist?
    Leider hatte ich das beim ex3203r vergessen zu testen wie dieser sich ohne freesync verhält.

  5. Danke für den tollen Test!

    Ich besitze den Bildschirm und mir ist aufgefallen, dass bei der Freesync-Einstellung „Premium“ eine Farbtiefe von 10 BPC in den Radeon Einstellungen auswählbar ist. Ist die Freesync-Einstellung „Standard“ ausgewählt, stehen maximal 8 BPC zur Auswahl.

    Dürfte ich noch fragen, wie ihr es mit der Schärfe des Bildschirms seht? Ich habe diverse Einstellungen ausprobiert, aber der Text ist mir immer entweder zu scharf oder zu verschwommen. Hattet ihr dieses Problem auch?

    • Hallo Fred,
      ich hatte kein Problem bei der Schärfe. Die Windows-Einstellungen (Anzeigeeinstellungen -> Größe von Text, Apps und anderen Elementen) sind bei Dir aber auf den empfohlenen Einstellungen?
      Die Schärfeeinstellungen im OSD hatten bei mir keinerlei Auswirkungen und die Einstellungsebene „Superauflösung“ hatte bei mir nur an HDMI bei Full-HD Auswirkungen. Schau doch nochmal ob Dir evtl. im System etwas auffällt!
      Ansonsten wüsste ich jetzt keinen Rat.

      Viele Grüße
      Oliver

      • Hallo Oliver

        Bitte entschuldige die späte Antwort.

        Ich habe die Textgrösse in den erweiterten Einstellungen auf 110% gesetzt, da sie mir so am besten passt. Von der Schärfe her hatte dies aber keinen Einfluss. Ich bin allenfalls einfach daran gewöhnt, eine höhere Pixeldichte zu haben (27″ mit QHD). Die Schärfeeinstellung im OSD hat bei mir aber merklichen Einfluss auf den Text. Cleartype ist übrigens natürlich auch an und konfiguriert.

        Ich wollte noch fragen, ob Du denkst, dass die Freesync-Einstellung „Premium“ tatsächlich etwas mit der Farbtiefe zu tun haben könnte, oder ob es sich da nur um einen Bug in der Firmware handelt…?

        Gruss
        Fred

        • Es wäre freundlich wenn Du zumindest die identisch falsche Mailadresse angeben würdest, dann müssen deine Beiträge nicht immer manuell freigeschaltet werden!

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