Test BenQ EX3203R – Allrounder auf hohem Niveau
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144 Hz, AMA „Aus“

Diagramm: Nahezu identische Schaltzeiten wie bei 60 Hz
Nahezu identische Schaltzeiten wie bei 60 Hz
Diagramm: Sauberes Signal bei 144 Hz und deaktiviertem Overdrive
Sauberes Signal bei 144 Hz und deaktiviertem Overdrive

Bei 144 Hz und deaktiviertem Overdrive sehen wir fast eine Blaupause der Schaltzeiten bei 60 Hz. Das heißt, dass auch hier eine eher unterdurchschnittliche Leistung erzielt wird. Auffallend ist aber die viel kürzere Signalverzögerung von 12,4 ms auf 5,2 ms.

144 Hz, AMA „Hoch“

Diagramm: Schaltzeiten können im Vergleich zu anderen Gaming-Displays nicht mithalten
Schaltzeiten können im Vergleich zu anderen Gaming-Displays nicht mithalten
Diagramm: Der Helligkeitsverlauf zeigt sich auch hier mit einem sauberen Signal
Der Helligkeitsverlauf zeigt sich auch hier mit einem sauberen Signal

Bei mittlerem Overdrive, der in den Werkseinstellungen voreingestellt ist, und 144 Hz sind die Schaltzeiten sogar noch ein wenig langsamer als im 60-Hz Modus. Gegenüber anderen Gaming-Displays kann sich der BenQ EX3203R Schaltzeiten-technisch nicht behaupten, liegt aber auch hier mit einer Gesamtlatenz von 15,4 ms im Mittelfeld.

Der Helligkeitsverlauf zeigt sich, wie auch im 60-Hz-Modus, unauffällig.

144 Hz, AMA „Premium“

Diagramm: Keine Fabelwerte, aber ausreichend für den Spielbetrieb
Keine Fabelwerte, aber ausreichend für den Spielbetrieb
Diagramm: Leichte Überschwinger werden auch hier keinen negativen Einfluss auf das Bild haben
Leichte Überschwinger werden auch hier keinen negativen Einfluss auf das Bild haben

Bei 144 Hz und der höchsten Overdrive-Einstellung „Premium“ messen wir den Schwarz-Weiß-Wechsel mit 10 ms, den schnellsten Grauwechsel mit 7,2 ms und den Durchschnittswert an 15 Messpunkten mit 12 ms. Der CtC-Wert, der den Übergang von einer Mischfarbe zu einer anderen beschreibt, beträgt 9,2 ms. Das sind zwar alles keine Fabelwerte, und sie reichen nicht aus, um in der Liga der von uns bereits getesteten Gaming-Displays vorn mithalten zu können. Trotzdem lässt sich mit dem BenQ ordentlich spielen, da die Gesamtlatenz mit 11,2 ms ausreichend kurz ist und der Helligkeitsverlauf auch hier nur einen geringen Ausschlag zeigt, der sich nicht nachteilig auf das Bild auswirkt.

Wir empfehlen daher, den Monitor bei 144 Hz und der Einstellung „Premium“ zu betreiben.

Netzdiagramme

Diagramm: Netzdiagramm 60 Hz, AMA „Aus“
Netzdiagramm 60 Hz, AMA „Aus“
Diagramm: Netzdiagramm 144 Hz, AMA „Aus“
Netzdiagramm 144 Hz, AMA „Aus“
Diagramm: Netzdiagramm 60 Hz, AMA „Hoch“
Netzdiagramm 60 Hz, AMA „Hoch“
Diagramm: Netzdiagramm 144 Hz, AMA „Hoch“
Netzdiagramm 144 Hz, AMA „Hoch“
Diagramm: Netzdiagramm 60 Hz, AMA „Premium“
Netzdiagramm 60 Hz, AMA „Premium“
Diagramm: Netzdiagramm 144 Hz, AMA „Premium“
Netzdiagramm 144 Hz, AMA „Premium“

Latenzzeit

Die Latenz ist ein wichtiger Wert für Spieler, wir ermitteln sie als Summe der Signalverzögerungszeit und der halben mittleren Bildwechselzeit. Mit einer Signalverzögerung von 5,2 ms und einer mittleren Bildwechselzeit von 6 ms errechnet sich eine Gesamtlatenz von 11,2 ms. Das ist auch für schnelle Ego-Shooter eine ausreichend kurze Latenz.

Backlight

Die Hintergrundbeleuchtung des BenQ EX3203R arbeitet mit White-LED und leuchtet kontinuierlich. Der Vergleich im Diagramm zeigt: Sowohl bei voller als auch bei reduzierter Einstellung der Helligkeit wird der Lichtstrom nicht unterbrochen, wie das bei PWM-Backlights der Fall wäre.

Diagramm: LED-Backlight mit kontinuierlicher Helligkeitsregelung
LED-Backlight mit kontinuierlicher Helligkeitsregelung

Subjektive Beurteilung

Abseits des umfangreichen Testparcours, in dem mit nüchternen Zahlen jongliert wird, beschreiben wir, wie sich das Display im praktischen Test schlägt. Dafür haben wir weitere kleine Sichttests durchgeführt und mit dem BenQ EX3203R eine längere Zeit gespielt, um die Performance und zusätzliche Features zu testen.

Als Testspiel eignet sich sehr gut die Rennsimulation „Project CARS 2“. In der Cockpit-Perspektive, mit Sicht auf die Rennstrecke, kann man die Performance des Displays aufgrund der schnellen Schwenks und der vorbeifliegenden Vegetation sehr gut beurteilen.

60 Hz ohne FreeSync

Zwar unterstützen Xbox-One, Xbox One S und die Xbox One X mittlerweile 120 Hz und FreeSync, doch gibt es noch genügend Spielkonsolen, die diese Features nicht beherrschen. Dafür haben wir den BenQ XR3203R zunächst bei 60 Hz und deaktiviertem FreeSync getestet. Hier kann das Display nicht wirklich überzeugen. Durch die riesige Fläche des Bildschirms wirkt sich die niedrige Aktualisierungsrate anscheinend sehr viel stärker aus, als bei kleineren Flächen. Auch bei nahezu konstanten 60 Hz wirkt es so, als würde das Spiel ständig stocken und nicht flüssig laufen. Auch Tearing fällt durch die Größe des Displays sehr stark auf. An Konsolen abseits der oben genannten kann uns der BenQ aus diesen Gründen nicht überzeugen.

144 Hz ohne FreeSync

Am Computer zeigt sich der EX3203R bei 144 Hz schon in einem ganz anderen Licht. Hier werden zwar die ankommenden fps von der Grafikkarte noch nicht mit dem Monitor synchronisiert, doch die hohe Bildwiederholfrequenz des Displays zeigt die entstandenen Bildfehler auch sehr viel kürzer an, sodass Tearing nicht mehr großartig auffällt, was auch für Grafikkarten von NVIDIA interessant sein dürfte. Viel tiefer als 60 Hz sollte die Aktualisierungsrate jedoch nicht fallen, da Stuttering bei hoher Aktualisierungsrate mehr auffällt als Tearing.

FreeSync aktiviert

Laut AMD-Einstellungs-Tool liegt beim BenQ die untere Grenze für FreeSync bei 48 Hz und das Maximum bei 144 Hz. In diesem Bereich leistet die Synchronisation zwischen Grafikkarte und Monitor ganze Arbeit. Tearing und Stuttering werden in diesem Sweet Spot komplett eliminiert. Leider kommt man hier erst bei höheren fps in den Genuss der hohen Bildwiederholungsrate des Monitors und des damit entstehenden flüssigen Gameplays. Dafür bedarf es allerdings einer recht potenten Grafikkarte, die das QHD-Panel mit einer ordentlichen Anzahl von Frames beliefert, damit nicht alle Gamesettings auf „Niedrig“ gestellt werden müssen.

Die AMA-Einstellungen (Overdrive) machen auch in den Einstellungen „Premium“ keine Probleme, da bei schnellen Schwenks keine Korona an Objekträndern zu sehen ist.

11 KOMMENTARE

  1. Da ich auch vor der Frage mit dem „Lichtmesser“ und warum der zusätzlich eingeschaltet werden muss stand:

    Das ist nur die Option für das Symbol unten, damit man mitbekommt, wenn er regelt. Wenn man diese Einblendung (Das Auge-Symbol) nicht haben möchte – und im Alltag ist das deutlich weniger störend – deaktiviert man den Light Meter einfach. Bright Intelligence Plus funktioniert danach immer noch wie gewohnt und gewünscht, nur die Meldung bei einer Änderung verschwindet.

    Quelle: Benq selbst

    https://www.benq.eu/en-mt/support/downloads-faq/faq/product/application/monitor-faq-k-00031.html

  2. Das mit der Schrift habe ich auch erlebt. Die Anpassung der Schriftgröße in den Anzeigeeinstellungen auf 115% hat die Sache abgemildert. Interessant war auch, dass die Schrift im Monitortest von EIZO gestochen scharf dargestellt wird.

  3. “ Die Oberfläche ist poliertem Chrom nachempfunden und wirkt verblüffend echt.“ – das liegt daran, dass die Oberfläche verchromt /ist/. Plastik kann man nämlich schon seit vielen Jahrzehnten verchromen.

  4. Toller Test !!
    Ich hatte den Monitor auch direkt nach Release für günstige 430€ da.
    Nach anfänglicher Begeisterung kam aber die Ernüchterung.
    Mit der generellen Bildqualität war ich für den Preis sehr zufrieden.
    Leider eignete sich der Monitor aufgrund des sehr trägen Panels bei dunklen Farben bzw Graustufen nicht für schnelle Spiele. Gerade in Spielen wie Rainbow Six Siege ist mir sehr störendes Ghosting aufgefallen.
    Sämtliche Overdrive-einstellung haben nicht geholfen dieses Problem zu einzugrenzen.
    Da ist selbst mein alter Benq bl3200pt besser.

    Deshalb hab ich den Monitor wieder zurückgeschickt.
    Nun besitze ich den Viewsonic xg3240c der in diesen Punkt wesentlich besser dasteht. Leider aber nur bei deaktivierten Freesync da der Monitor den Overdrive mit aktivierten Freesync deutlich drosselt um so bei geringeren Bildwiederholfrequenz Overshot und inverse Ghosting zu minimieren.

    Mich würde nun wirklich interessieren ob dies ein generellen Problem in Kombination mit Freesync ist?
    Leider hatte ich das beim ex3203r vergessen zu testen wie dieser sich ohne freesync verhält.

  5. Danke für den tollen Test!

    Ich besitze den Bildschirm und mir ist aufgefallen, dass bei der Freesync-Einstellung „Premium“ eine Farbtiefe von 10 BPC in den Radeon Einstellungen auswählbar ist. Ist die Freesync-Einstellung „Standard“ ausgewählt, stehen maximal 8 BPC zur Auswahl.

    Dürfte ich noch fragen, wie ihr es mit der Schärfe des Bildschirms seht? Ich habe diverse Einstellungen ausprobiert, aber der Text ist mir immer entweder zu scharf oder zu verschwommen. Hattet ihr dieses Problem auch?

    • Hallo Fred,
      ich hatte kein Problem bei der Schärfe. Die Windows-Einstellungen (Anzeigeeinstellungen -> Größe von Text, Apps und anderen Elementen) sind bei Dir aber auf den empfohlenen Einstellungen?
      Die Schärfeeinstellungen im OSD hatten bei mir keinerlei Auswirkungen und die Einstellungsebene „Superauflösung“ hatte bei mir nur an HDMI bei Full-HD Auswirkungen. Schau doch nochmal ob Dir evtl. im System etwas auffällt!
      Ansonsten wüsste ich jetzt keinen Rat.

      Viele Grüße
      Oliver

      • Hallo Oliver

        Bitte entschuldige die späte Antwort.

        Ich habe die Textgrösse in den erweiterten Einstellungen auf 110% gesetzt, da sie mir so am besten passt. Von der Schärfe her hatte dies aber keinen Einfluss. Ich bin allenfalls einfach daran gewöhnt, eine höhere Pixeldichte zu haben (27″ mit QHD). Die Schärfeeinstellung im OSD hat bei mir aber merklichen Einfluss auf den Text. Cleartype ist übrigens natürlich auch an und konfiguriert.

        Ich wollte noch fragen, ob Du denkst, dass die Freesync-Einstellung „Premium“ tatsächlich etwas mit der Farbtiefe zu tun haben könnte, oder ob es sich da nur um einen Bug in der Firmware handelt…?

        Gruss
        Fred

        • Es wäre freundlich wenn Du zumindest die identisch falsche Mailadresse angeben würdest, dann müssen deine Beiträge nicht immer manuell freigeschaltet werden!

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