Test LG 27GL850-B – Schnellster IPS-Gaming-Monitor
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Messungen nach Kalibration und Profilierung

Für die nachfolgenden Messungen wurde der LG 27GL850-B aus Quato iColor Display heraus kalibriert (Bildmodus „Spieler1“, Gamma „Modus2“, Farbtemperatur „Benutzer“) und profiliert. Die angestrebte Helligkeit lag bei 140 cd/m². Als Weißpunkt wurde D65 gewählt.

Beides stellt keine allgemeingültige Empfehlung dar. Das gilt auch für die Wahl der Gradation, zumal die aktuelle Charakteristik im Rahmen des Farbmanagements ohnehin berücksichtigt wird.

Profilvalidierung

Diagramm: Validierung der Monitorkalibration
Validierung der Monitorkalibration

Der LG 27GL850-B zeigt keine auffälligen Drifts oder unschönen Nichtlinearitäten. Das Matrix-Profil beschreibt seinen Zustand sehr exakt. Eine Wiederholung der Profilvalidierung nach 24 Stunden ergab keine signifikant erhöhten Abweichungen. Alle Kalibrationsziele wurden erreicht. Hier verhindert einzig die Delta-C-Range von 1.83 eine sehr gute Gesamtbewertung.

Die ausführlichen Testergebnisse können als PDF-Datei heruntergeladen werden.

Vergleich mit sRGB (farbtransformiert)

Diagramm: Monitor sRGB-kalibriert
Monitor sRGB-kalibriert

Unser CMM berücksichtigt Arbeitsfarbraum- und Bildschirmprofil und führt auf dieser Basis die notwendigen Farbraumtransformationen mit farbmetrischem Rendering-Intent durch. Mit einem durchschnittlichen Delta C von 0.52 und einer Range von 1.88 messen wir bei den Grauwerten ein gutes Ergebnis. Die bunten Farben sind mit einem durchschnittlichen Delta E94 von 0.49 auf einem sehr guten Niveau, was dem LG 27GL850-B eine gute Gesamtbenotung in kalibriertem Zustand einbringt.

Die ausführlichen Testergebnisse können als PDF-Datei heruntergeladen werden.

Vergleich mit DCI-P3 (farbtransformiert)

Der LG 27GL850-B verfügt nicht über einen emulierten DCI-P3-Modus. Außer beim sRGB-Modus ist der erweiterte Farbraum demnach ständig verfügbar, was auch an den kräftigen Farben zu erkennen ist.

Diagramm: Vergleich mit DCI-P3 (farbtransformiert)
Vergleich mit DCI-P3 (farbtransformiert)

Die Grauwerte zeigen demnach auch die gleichen Werte wie bei den Vormessungen. Die bunten Farben weichen mit einem Delta E94 von 3.82 etwas zu weit ab, um eine befriedigende Bewertung erhalten zu können.

Die ausführlichen Testergebnisse können als PDF-Datei heruntergeladen werden.

Reaktionsverhalten

Bildaufbauzeit und Beschleunigungsverhalten

Die Bildaufbauzeit ermitteln wir für den Schwarz-Weiß-Wechsel und den besten Grau-zu-Grau-Wechsel. Zusätzlich nennen wir den Durchschnittswert für unsere 15 Messpunkte.

Der Messwert CtC (Color to Color) geht über die herkömmlichen Messungen von reinen Helligkeitssprüngen hinaus – schließlich sieht man am Bildschirm in aller Regel ein farbiges Bild. Bei dieser Messung wird deshalb die längste Zeitspanne gemessen, die der Monitor benötigt, um von einer Mischfarbe auf die andere zu wechseln und seine Helligkeit zu stabilisieren. Verwendet werden die Mischfarben Cyan, Magenta und Gelb – jeweils mit 50 % Signalhelligkeit. Beim CtC-Farbwechsel schalten also nicht alle drei Subpixel eines Bildpunktes gleich, sondern es werden unterschiedliche Anstiegs- und Ausschwingzeiten miteinander kombiniert.

Im Datenblatt wird eine Reaktionszeit von 1 ms (GtG) genannt. Eine Beschleunigungsoption (Reaktionszeit) ist vorhanden und unter „Spieleinstellungen -> Reaktionszeit“ zu finden. Hier gibt es die Stellungen „Aus“, „Normal“, „Schnell“ und „Schneller“. Als Standardwert ist „Schnell“ voreingestellt.

Overdrive 60 Hz

60 Hz, Reaktionszeit „Aus“

Diagramm: Ordentliche Schaltzeiten bereits ohne Overdrive
Ordentliche Schaltzeiten bereits ohne Overdrive
Diagramm: Keine Überschwinger
Keine Überschwinger

Der LG 27GL850-B kann bereits bei deaktivierter Beschleunigungsoption mit ordentlichen Schaltzeiten aufwarten und findet sich bei allen Messergebnissen ganz weit oben wieder. Einzig die Verzögerung von 19,7 ms ist für schnelle Shooter noch zu langsam.

Der Helligkeitsverlauf ist völlig unauffällig.

60 Hz, Reaktionszeit „Schnell“

Diagramm: Sanfte Anhebung der Schaltzeiten
Sanfte Anhebung der Schaltzeiten
Diagramm: Nur minimale Auffälligkeiten des Helligkeitsverlaufs
Nur minimale Auffälligkeiten des Helligkeitsverlaufs

Die Schaltzeiten werden bei der Beschleunigungsoption „Schnell“, die bereits in den Werkseinstellungen voreingestellt ist, nur sanft angehoben. Trotzdem reichen diese bereits aus, um weiterhin im oberen Drittel gegenüber anderen Displays mitzuspielen. Nach wie vor ist die Latenz allerdings zu langsam für schnelle Shooter. Der Helligkeitsverlauf zeigt nur minimale Überschwinger.

Bei den folgenden Grafiken ist dies zu beachten: Durch die schnellen Bildaufbauzeiten mussten wir unsere Skala, die eigentlich bis 40 ms geht, auf 15 ms verkürzen, da sonst die Werte nicht darstellbar waren.

60 Hz, Reaktionszeit „Schneller“

Diagramm: Hier wird das 1-ms-Versprechen eingelöst
Hier wird das 1-ms-Versprechen eingelöst
Diagramm: Der Helligkeitsverlaufsgrafik wird komplett gesprengt
Der Helligkeitsverlaufsgrafik wird komplett gesprengt

Bei maximalem Overdrive geht es richtig zur Sache. Der so immens wichtige CtC-Wert geht auf unglaubliche 0,4 ms zurück, was dem LG 27GL850-B die Krone gegenüber anderen Monitoren bei dieser Messung einbringt. Leider sind all diese Schaltzeiten nicht viel Wert, da unsere Helligkeitsverlaufsgrafik komplett gesprengt wird. Ein bisschen mehr Feingefühl beim Ausreizen der Grenzen hätte hier bestimmt ein sehenswerteres Ergebnis eingebracht. Andererseits mussten die Ingenieure das G2G-Ergebnis bei 1 ms halten, was eben nur so zu erreichen ist.

Overdrive 144 Hz

144 Hz, Reaktionszeit „Aus“

Diagramm: Ähnliche Schaltzeiten wie bei 60 Hz
Ähnliche Schaltzeiten wie bei 60 Hz
Diagramm: Helligkeitsverlauf ohne Auffälligkeiten
Helligkeitsverlauf ohne Auffälligkeiten

Bei 144 Hz und deaktiviertem Overdrive werden ähnliche Schaltzeiten wie bei den Messungen bei 60 Hz erreicht. Dass sich der LG 27GL850-B aber bei hohen Aktualisierungsraten eher zu Hause fühlt, wird klar, wenn man sich die minimale Verzögerung von nur 1 ms anschaut. Der Helligkeitsverlauf zeigt dabei ein sauberes Signal.

144 Hz, Reaktionszeit „Schnell“

Diagramm: Ordentliche Schaltzeiten bei geringer Latenz
Ordentliche Schaltzeiten bei geringer Latenz
Diagramm: Blitzsauberes Signal
Blitzsauberes Signal

Bei mittlerem Overdrive kann der Proband durchaus mit anderen Gaming-Displays mithalten. Auch hier wird eine sehr geringe Gesamtlatenz erreicht, mit der sich der Bildschirm ganz weit vorn wiederfindet.

144 Hz, Reaktionszeit „Schneller“

Diagramm: Sehr schnelle Schaltzeiten
Sehr schnelle Schaltzeiten
Diagramm: Enorme Überschwinger sprengen unsere Grafik
Enorme Überschwinger sprengen unsere Grafik

Auch hier wurden die Schaltzeiten wieder so stark angehoben, dass der Helligkeitsverlauf völlig aus den Fugen gerät. Im Gegensatz zum 60-Hz-Modus ist der Peak zwar nicht ganz so heftig, aber die Bildqualität kann darunter leiden. Ob die Bildqualität trotzdem noch spieletauglich ist, werden wir im Abschnitt „Subjektive Beurteilung“ klären.

13 KOMMENTARE

  1. Leider, leider macht er mit freesync auf HDMI nur 100hz… jedenfalls habe ich es nicht hinbekommen ihn wenigstens auf 120 zu betreiben. Den DisplayPort brauche ich leider für meinen MacMini…
    Sonst wäre diese Monitor der richtige..

  2. LG HP + Hotline

    Aufgrund eines Test´s eines LG Monitors habe ich mich schon für LG interessiert. ABER: Die HP ist äußerst mühsam da die Filter gleich Null sind. (Bisher fand ich nur zwei Hersteller auf deren HP man in kurzer Zeit den´Monitor mit den gewünschten Eigenschaften findet: EIZO und BenQ !!!)
    Eine fundierte Info äber die Hotline 0800080040 zu bekommen ist ein Versuch ohne Ende. Man hat fast das Gefühl, man habe eine falsche Nummer angerufen. Was ist dann erst, wenn man wirklich Unterstützung braucht oder es gibt mit dem Monitor Probleme?
    Danke NEIN. LG MOnitore werde ich sofort vergessen.
    An das PRAD Team aber immer besten Dank und
    freundlichen Gruß.

  3. Ein Monitor in dieser Preisklasse, der sich nichtmal horizontal drehen lässt? Ich frage mich, warum LG sich so ein fail leistet. Ergonomie bekäme er allerhöchstens 3 Sterne bei mir.
    Ich hoffe der Aorus FI27Q, nicht die überteuerte P Version ist dem hier in Sachen Ergonomie und Bild überlegen, In Sachen Kontrast und Ergonomie wird er das auf jeden Fall. Wenn nicht sehe ich schwarz Alternativen zu finden.
    Leider ist es nicht einfach einen gescheiten Allrounder zu finden, vor allem in der 32″ Klasse nicht und vor allem wenn man nicht dieses meiner Meinung nach bis 32″ unsinnige curved möchte.
    IPS Glow kann man wohl nur selber testen, denn da soll es wohl starke Schwankungen geben aber LG soll wohl eher gut sein laut Testberichten. Bei User Meinungen siehts aber oftmals etwas anders aus.

  4. Auszug aus dem Test:

    „Leider bietet der LG 27GL850-B keine „Blur Reduction“ in Form von ULMB (NVIDIA)/ELMB (AMD) an. Dies dürfte einigen Liebhabern von schnellen Shooter-Spielen weniger gefallen.“

    -Soviel ich weiß , funktioniert ULBM nicht im zusammenhang mit Gsync/Freesync und darüber hinaus funktioniert Ultra Low Motion Blur nur bei 85 Hz, 100 Hz und 120 Hz. (Aussage Asus)

    Jetzt die Frage, was bringt mir eure Aussage ?

    • Es ist ein Hinweis, denn es gibt Monitore die das bieten, auch wenn es nicht kombinierbar ist. Mittlerweile gibt es auch ELMB Sync, ganz frisch sozusagen. Getestet haben wir aber noch kein Modell. Dort wird es kombiniert.

  5. Hallo Oliver,
    vielen Dank für die Rückmeldung – die RMA ist angemeldet, ich werde ihn die Woche zurücksenden. Ein Austauschgerät kann erst Anfang Oktober geliefert werden. Hoffe der Urlaub war schön 🙂
    Aber sind diese 2 Meter Abstand denn realitäsnah?
    Ich kenne niemanden der so weit weg sitzt, in der Praxis sind wir eher bei 0,5 m Abstand IMHO, wenn ich so den Durchschnitt nehme von den Kollegen hier im Büro ;-).
    Sollte nicht ein Monitor bei diesem „Alltags-Abstand“ die bestmöglichen Werte darstellen können?
    Gerade beim IPS-Glow macht das ja einen massiven Unterschied aus.

    Viele Grüße!

    • Hallo Max,
      Je näher Du an das Display ranrutscht, desto steiler wird der Winkel zum unteren Displayrand. Hier kommt dann ein Blickwinkel zustande, bei dem jedes Display einen Glow aufweist. Um dies zu vermeiden, benötigt man einen gewissen Abstand, um das Bild zu machen. Das sind etwa 1,5 bis 2m.

      Viele Grüße
      Oliver

      • Hallo Oliver,
        ich finde wirklich nicht dass jedes Display einen Glow aufweist bei einem Abstand von ~50cm.
        Das mag bei IPS-Displays noch häufiger auftreten, aber bei TNs, und ich hatte bislang zwei 27er mit TN Panels, ist mir so etwas noch nie aufgetreten. Auch bei den 24er Displays mit IPS Panels in der Arbeit nicht.

        In eurem eigenen Artikel über die richtige Auflösung schreibt ihr ja auch richtigerweise „Der übliche Arbeitsabstand am Schreibtisch dürfte bei den meisten bei 60 bis 70 cm liegen.“
        Warum dann dieser Test und die Bilder in praxisfernen Abständen von 1,5 bis 2m gemacht werden, erschließt sich mir wirklich nicht.
        Ich fände es mehr als nötig hier die Test-Umgebung entsprechend praxis-tauglichen Gegebenheiten anzupassen. Bitte als konstruktive Kritig sehen,
        ihr habt nämlich ansonsten echt Super Tests 😉

        Beste Grüße aus München

  6. Mir geht es um das Bild „Ausleuchtung bei normaler Belichtung“.. das sieht bei mir nämlich grob anders aus.

    Danke,
    Viele Grüße

  7. Hallo PRAD-Team,

    aus welcher Entfernung habt ihr denn den IPS-Glow abfotografiert?
    Ich habe bei meinem Modell aus normaler Sitzentfernung massiven Glow unten links, und werde das Gerät deshalb zurückschicken… wäre interessant zu wissen ob es hier auch eine Serienstreuung gibt.

    Viele Grüße

    • Hallo Max,

      sorry, dass ich erst jetzt antworte, da ich im Urlaub war. Das liegt durchaus an der Entfernung. Ich fotografiere immer mit einem Abstand von etwa 2 Metern. So wird vermieden dass die Blickwinkelabhängigkeit zum Tragen kommt. Natürlich wird es auch bei diesem Monitor zu einer Serienstreuung kommen. Wenn das Panel nicht in Ordnung ist, dann sende ihn zurück, was Du aber bestimmt schon getan hast.

      Viele Grüße
      Oliver

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