Test LG 27GL850-B – Schnellster IPS-Gaming-Monitor
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DVD und Video

Der LG 27GL850-B verfügt über zwei HDMI Schnittstellen, an denen HD-Zuspieler wie BD-Player, Spielkonsolen oder HD-Receiver angeschlossen werden können. Bei belegtem Kopfhörerausgang wird der Ton direkt an diesen weitergeleitet.

Bereits in den Werkseinstellungen wird aufgrund des permanent aktivierten erweiterten DCI-P3-Farbraums ein sehr farbenfrohes Bild angezeigt. Wer es nicht ganz so bunt mag, kann auch den emulierten sRGB-Farbraum aktivieren, der glücklicherweise in der Helligkeit reguliert werden kann.

Skalierung, Bildraten und Deinterlacing

In den Werkseinstellungen ist das Seitenverhältnis „Vollbild“ voreingestellt. In diesem Modus werden Inhalte in HD als Vollbild und SD-Signale folgerichtig mit Balken an den Seiten angezeigt.

Das Handbuch gibt keine Auskunft darüber, ob Interlaced-Signale angenommen werden. Wir haben den LG 27GL850-B an einen HD-Receiver angeschlossen und ihm Material in 1080i zugespielt. Hier gibt es, bis auf eine kurze Meldung auf dem Display, dass die eingestellte Auflösung nicht optimal sei, keine Einschränkungen. Auch ein Zittern des Bildes können wir nicht wahrnehmen. Zusätzlich haben wir dem Bildschirm Halbbildmaterial in ungeradem Rhythmus zugespielt. Das Ergebnis sind Bildflimmern und starke Kammbildung, was auf einen nicht verbauten Deinterlacer schließen lässt.

Via HDMI werden Blu-ray-Filme leider nur bei 60 Hz wiedergegeben, auch wenn am Wiedergabegerät explizit 24 Hz angewählt wird. DVDs stellt der LG 27GL850-B bei 50 Hz dar.

Farbmodelle und Signallevel

Der LG 27GL850-B verarbeitet am HDMI-Eingang digitale RGB- und YCbCr-Signale. Erstgenannte sollten den vollen Dynamikbereich nutzen (PC-Level, Tonwertumfang bei 8 Bit Präzision: 0–255). Während der Zuspielung über einen externen Player muss das Signal daher geeignet gespreizt werden. Dies funktioniert direkt, und es wird der eingeschränkte Dynamikbereich (Videolevel, Tonwertumfang bei 8 Bit Präzision: 16–235) genutzt. So erhält man richtige Weiß- und Schwarzwerte. Wenn dies einmal nicht funktioniert, bietet der Proband unter „Bildanpassung -> Schwarzwert“ die Optionen „hoch“ und „gering“ und zusätzlich unter „Allgemein“ einen „HDMI-Kompatibilitätsmodus“ an. So ist man nicht allein von dem Zuspielgerät abhängig.

Bewertung

ab 384,99 €
4.1

(GUT)

Fazit

Für einen Supersportler unter den Gaming-Displays kommt der LG 27GL850-B designtechnisch sehr nüchtern rüber. Hier blinken keine LEDs wild um die Wette, und das Erscheinungsbild erinnert eher an einen Büromonitor. Wie eine kürzlich von uns durchgeführte Umfrage ergab, legen Nutzer keinen großen Wert auf blinkende oder leuchtende RGB-Elemente. Understatement ist hier das Motto. Die Verarbeitung ist auf einem ordentlichen Niveau, und ergonomisch hat der Monitor, bis auf einen Swivel-Modus, alles zu bieten.

Aufgrund des IPS-Panels könnte der LG 27GL850-B auch für Hobbyfotografen interessant sein. In den Werkseinstellungen ist das Bild aufgrund des permanent aktivierten DCI-P3-Farbraums allerdings zu bunt, um Bilder im sRGB-Farbraum zu bearbeiten. Hierfür steht aber ein emulierter sRGB-Modus zur Verfügung, der sogar sinnvoll nutzbar ist, da er in der Leuchtdichte konfiguriert werden kann. Bereits vor der Kalibrierung wird in diesem Modus eine Abdeckung des sRGB-Farbraum von 96 % erreicht. Die Abstimmung befindet sich hier auf einem ordentlichen Niveau.

Filme lassen sich aufgrund des IPS-Panels auch in größerer Runde schauen. Leider bleibt das Kontrastverhältnis hinter den Erwartungen zurück, was problematisch bei düsteren Filmen ist. Durch die hohe Abdeckung des DCI-P3-Farbraums erscheint das Material aber farbenfroher und lebendiger. Popcorn-Feeling kommt dennoch nicht auf, da kein 24-Hz-Support geboten wird.

Mit großer Erwartung haben wir auf die Spiele-Performance geschaut, da der LG 27GL850-B das erste 1-ms-Display mit IPS-Technologie darstellt. Dieses Versprechen wurde zwar eingelöst, doch einzig mit enormen Bildqualitätsverlusten bei maximalem Overdrive erkauft. Bei etwas verringertem Overdrive verfügt der Bildschirm trotzdem noch über ein überdurchschnittlich schnelles Panel, das sich vor anderen Gaming-Displays mit TN- oder VA-Technologie nicht verstecken muss. Die hohe Aktualisierungsrate und die sehr niedrige Gesamtlatenz dürften auch Pro-Gamern gefallen, insbesondere wenn der Monitor für schnelle Shooter herhalten soll. Zusätzlich wirken Spiele durch den erweiterten Farbraum lebhafter. Der HDR-Modus bietet allerdings keinen Mehrwert, da es dem Probanden einfach an maximaler Leuchtdichte fehlt.

Insgesamt erhält man mit dem LG 27GL850-B ein pfeilschnelles Anzeigegerät, das sich bedingt auch für die Bildbearbeitung eignet. Im Vergleich zu anderen Displays bewegt sich der Monitor mit einen derzeitigen Straßenpreis von 579 € noch im Rahmen und ist für uns eine absolute Kaufempfehlung.

Testlogo LG 27GL850-B

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13 KOMMENTARE

  1. Leider, leider macht er mit freesync auf HDMI nur 100hz… jedenfalls habe ich es nicht hinbekommen ihn wenigstens auf 120 zu betreiben. Den DisplayPort brauche ich leider für meinen MacMini…
    Sonst wäre diese Monitor der richtige..

  2. LG HP + Hotline

    Aufgrund eines Test´s eines LG Monitors habe ich mich schon für LG interessiert. ABER: Die HP ist äußerst mühsam da die Filter gleich Null sind. (Bisher fand ich nur zwei Hersteller auf deren HP man in kurzer Zeit den´Monitor mit den gewünschten Eigenschaften findet: EIZO und BenQ !!!)
    Eine fundierte Info äber die Hotline 0800080040 zu bekommen ist ein Versuch ohne Ende. Man hat fast das Gefühl, man habe eine falsche Nummer angerufen. Was ist dann erst, wenn man wirklich Unterstützung braucht oder es gibt mit dem Monitor Probleme?
    Danke NEIN. LG MOnitore werde ich sofort vergessen.
    An das PRAD Team aber immer besten Dank und
    freundlichen Gruß.

  3. Ein Monitor in dieser Preisklasse, der sich nichtmal horizontal drehen lässt? Ich frage mich, warum LG sich so ein fail leistet. Ergonomie bekäme er allerhöchstens 3 Sterne bei mir.
    Ich hoffe der Aorus FI27Q, nicht die überteuerte P Version ist dem hier in Sachen Ergonomie und Bild überlegen, In Sachen Kontrast und Ergonomie wird er das auf jeden Fall. Wenn nicht sehe ich schwarz Alternativen zu finden.
    Leider ist es nicht einfach einen gescheiten Allrounder zu finden, vor allem in der 32″ Klasse nicht und vor allem wenn man nicht dieses meiner Meinung nach bis 32″ unsinnige curved möchte.
    IPS Glow kann man wohl nur selber testen, denn da soll es wohl starke Schwankungen geben aber LG soll wohl eher gut sein laut Testberichten. Bei User Meinungen siehts aber oftmals etwas anders aus.

  4. Auszug aus dem Test:

    „Leider bietet der LG 27GL850-B keine „Blur Reduction“ in Form von ULMB (NVIDIA)/ELMB (AMD) an. Dies dürfte einigen Liebhabern von schnellen Shooter-Spielen weniger gefallen.“

    -Soviel ich weiß , funktioniert ULBM nicht im zusammenhang mit Gsync/Freesync und darüber hinaus funktioniert Ultra Low Motion Blur nur bei 85 Hz, 100 Hz und 120 Hz. (Aussage Asus)

    Jetzt die Frage, was bringt mir eure Aussage ?

    • Es ist ein Hinweis, denn es gibt Monitore die das bieten, auch wenn es nicht kombinierbar ist. Mittlerweile gibt es auch ELMB Sync, ganz frisch sozusagen. Getestet haben wir aber noch kein Modell. Dort wird es kombiniert.

  5. Hallo Oliver,
    vielen Dank für die Rückmeldung – die RMA ist angemeldet, ich werde ihn die Woche zurücksenden. Ein Austauschgerät kann erst Anfang Oktober geliefert werden. Hoffe der Urlaub war schön 🙂
    Aber sind diese 2 Meter Abstand denn realitäsnah?
    Ich kenne niemanden der so weit weg sitzt, in der Praxis sind wir eher bei 0,5 m Abstand IMHO, wenn ich so den Durchschnitt nehme von den Kollegen hier im Büro ;-).
    Sollte nicht ein Monitor bei diesem „Alltags-Abstand“ die bestmöglichen Werte darstellen können?
    Gerade beim IPS-Glow macht das ja einen massiven Unterschied aus.

    Viele Grüße!

    • Hallo Max,
      Je näher Du an das Display ranrutscht, desto steiler wird der Winkel zum unteren Displayrand. Hier kommt dann ein Blickwinkel zustande, bei dem jedes Display einen Glow aufweist. Um dies zu vermeiden, benötigt man einen gewissen Abstand, um das Bild zu machen. Das sind etwa 1,5 bis 2m.

      Viele Grüße
      Oliver

      • Hallo Oliver,
        ich finde wirklich nicht dass jedes Display einen Glow aufweist bei einem Abstand von ~50cm.
        Das mag bei IPS-Displays noch häufiger auftreten, aber bei TNs, und ich hatte bislang zwei 27er mit TN Panels, ist mir so etwas noch nie aufgetreten. Auch bei den 24er Displays mit IPS Panels in der Arbeit nicht.

        In eurem eigenen Artikel über die richtige Auflösung schreibt ihr ja auch richtigerweise „Der übliche Arbeitsabstand am Schreibtisch dürfte bei den meisten bei 60 bis 70 cm liegen.“
        Warum dann dieser Test und die Bilder in praxisfernen Abständen von 1,5 bis 2m gemacht werden, erschließt sich mir wirklich nicht.
        Ich fände es mehr als nötig hier die Test-Umgebung entsprechend praxis-tauglichen Gegebenheiten anzupassen. Bitte als konstruktive Kritig sehen,
        ihr habt nämlich ansonsten echt Super Tests 😉

        Beste Grüße aus München

  6. Mir geht es um das Bild „Ausleuchtung bei normaler Belichtung“.. das sieht bei mir nämlich grob anders aus.

    Danke,
    Viele Grüße

  7. Hallo PRAD-Team,

    aus welcher Entfernung habt ihr denn den IPS-Glow abfotografiert?
    Ich habe bei meinem Modell aus normaler Sitzentfernung massiven Glow unten links, und werde das Gerät deshalb zurückschicken… wäre interessant zu wissen ob es hier auch eine Serienstreuung gibt.

    Viele Grüße

    • Hallo Max,

      sorry, dass ich erst jetzt antworte, da ich im Urlaub war. Das liegt durchaus an der Entfernung. Ich fotografiere immer mit einem Abstand von etwa 2 Metern. So wird vermieden dass die Blickwinkelabhängigkeit zum Tragen kommt. Natürlich wird es auch bei diesem Monitor zu einer Serienstreuung kommen. Wenn das Panel nicht in Ordnung ist, dann sende ihn zurück, was Du aber bestimmt schon getan hast.

      Viele Grüße
      Oliver

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