Test LG 27GM950B-B: 5K-Hyper-Mini-LED mit 2304 Local-Dimming-Zonen
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Reaktionsverhalten

Als Besonderheit bietet der LG 27GM950B einen Dual-Modus. Er ermöglicht den flexiblen Wechsel zwischen einer hohen Bildwiederholungsrate von bis zu 330 Hz bei einer QHD‑Auflösung (2560 × 1440) oder bis zu 165 Hz bei einer 5K-Auflösung (5120 × 2880). Das Umschalten erfolgt im OSD oder per Taste und funktionierte problemlos.

Das Reaktionsverhalten haben wir in nativer Auflösung bei 165 Hz und in QHD-Auflösung bei 330 Hz am DisplayPort untersucht. Der Monitor wurde für die Messung auf die Werkseinstellung zurückgesetzt. Die Abstimmung ist in den Overdrive-Stufen „Aus“ und „Normal“ sehr neutral mit null Überschwingern. Deshalb konzentrieren wir uns im Test auf die Overdrive-Stufen „Schnell“ und „Schneller“.

Im Datenblatt gibt der Hersteller eine Reaktionszeit von 1 ms (Grau zu Grau) an. Eine Beschleunigungsoption (Overdrive) ist im OSD unter „Spieleinstellung → Reaktionszeit“ zu finden. Der LG 27GM950B besitzt vier Overdrive-Stufen („Aus“, „Normal“, „Schnell“ und „Schneller“). In der Werkseinstellung steht die Reaktionszeit auf „Schnell“.

Messverfahren: Anfängliche Reaktionszeit („initial response time“), Gamma-Korrektur (RGB-5-Toleranz) und RGB-Überschwinger.

Overdrive

Overdrive, 165 Hz „Schnell“ (5120 × 2880)

In der ab Werk eingestellten Overdrive-Stufe „Schnell“ messen wir den Schwarz-Weiß-Wechsel (0–255) mit 4,9 ms und den schnellsten Grauwechsel mit 1,8 ms. Der Mittelwert über alle Messpunkte liegt bei 4,5 ms. Insgesamt sind die Messwerte als gut bis sehr gut zu bezeichnen.

Diagramm 165 Hz (Overdrive „Schnell“): Schnelle Schaltzeiten
165 Hz (Overdrive „Schnell“): Schnelle Schaltzeiten
Diagramm 165 Hz (Overdrive „Schnell“): Neutrale Abstimmung, faktisch ohne Überschwinger
165 Hz (Overdrive „Schnell“): Neutrale Abstimmung, faktisch ohne Überschwinger

Überschwinger sind keine zu beobachten, die Abstimmung ist sehr neutral. Das Schaltzeiten-Diagramm zeigt unter anderem, wie sich verschiedene Helligkeitssprünge addieren und wie schnell der LG 27GM950B in der Werkseinstellung im besten Fall reagiert.

Aus unserer Sicht hat LG die optimale Overdrive-Stufe bereits ab Werk gewählt.

Zusammenfassung

Overdrive, 165 Hz „Schneller“ (5120 × 2880)

In der höchsten Overdrive-Stufe „Schneller“ messen wir den Schwarz-Weiß-Wechsel (0–255) mit 3,2 ms und den schnellsten Grauwechsel mit 1,6 ms. Damit erreichen wir die von LG genannten 1 ms nicht ganz. Der Mittelwert über alle Messpunkte liegt bei 3,3 ms. Die Messwerte verbessern sich und sind als schnell einzustufen.

Diagramm 165 Hz (Overdrive „Schneller“): Sichtbar verkürzte Schaltzeiten
165 Hz (Overdrive „Schneller“): Sichtbar verkürzte Schaltzeiten
Diagramm 165 Hz (Overdrive „Schneller“): Massive Überschwinger
165 Hz (Overdrive „Schneller“): Massive Überschwinger

Überschwinger sind jetzt deutlich auszumachen, was die Bildqualität aber nicht beeinträchtigt. Korona-Effekte sind im subjektiven Test nicht aufgefallen. Somit kann man die beiden höchsten Overdrive-Stufen nutzen.

Zusammenfassung

Overdrive, 330 Hz „Schnell“ (2560 × 1440)

In der ab Werk eingestellten Overdrive-Stufe „Schnell“ messen wir den Schwarz-Weiß-Wechsel (0–255) mit 5,3 ms und den schnellsten Grauwechsel mit 2,6 ms. Der Mittelwert über alle Messpunkte liegt bei 6,2 ms. Insgesamt sind die Messwerte als gut bis befriedigend zu bezeichnen. Die Schaltzeiten sind unter 330 Hz in der Overdrive-Stufe „Schnell“ etwas langsamer als unter 165 Hz.

Diagramm 330 Hz (Overdrive „Schneller“): Schnelle bis mittlere Schaltzeiten
330 Hz (Overdrive „Schneller“): Schnelle bis mittlere Schaltzeiten
Diagramm 330 Hz (Overdrive „Schneller“): Neutrale Abstimmung, ohne Überschwinger
330 Hz (Overdrive „Schneller“): Neutrale Abstimmung, ohne Überschwinger

Überschwinger sind keine zu beobachten, die Abstimmung ist sehr neutral. Hier hätten die LG‑Ingenieure gern noch etwas mehr aus dem Panel herauskitzeln können.

Zusammenfassung

Overdrive, 330 Hz „Schneller“ (2560 × 1440)

In der höchsten Overdrive-Stufe „Schneller“ messen wir den Schwarz-Weiß-Wechsel (0–255) mit 3,7 ms und den schnellsten Grauwechsel mit 1,7 ms. Damit erreichen wir die von LG genannte 1 ms ebenfalls nicht ganz. Der Mittelwert über alle Messpunkte liegt bei 3,9 ms. Die Messwerte verbessern sich und sind als schnell einzustufen. Allerdings sind einige Messwerte nur befriedigend.

Diagramm 330 Hz (Overdrive „Schneller“): Verbesserung der Reaktionszeit, aber einige Werte bleiben lediglich befriedigend
330 Hz (Overdrive „Schneller“): Verbesserung der Reaktionszeit, aber einige Werte bleiben lediglich befriedigend
Diagramm 330 Hz (Overdrive „Schneller“): Weitgehend neutrale Abstimmung, lediglich drei Werte stechen heraus, was sich aber nicht auf die Bildqualität auswirkt
330 Hz (Overdrive „Schneller“): Weitgehend neutrale Abstimmung, lediglich drei Werte stechen heraus, was sich aber nicht auf die Bildqualität auswirkt

Nennenswerte Überschwinger sind nur an drei Messpositionen auszumachen, was die Bildqualität aber nicht beeinträchtigt. Korona-Effekte sind im subjektiven Test nicht aufgefallen. Somit kann man die beiden höchsten Overdrive-Stufen problemlos nutzen. Im Fall des Dual-Modus empfehlen wir die Stufe „Schneller“.

Zusammenfassung

Latenzzeit

Die Latenzzeit (auch Input-Lag genannt) eines Monitors ist insbesondere beim Spielen ein wichtiger Faktor, da sie beeinflusst, wie schnell Eingaben (z. B. Mausbewegungen oder Tastenklicks) auf dem Bildschirm angezeigt werden. Ein Wert von unter 5 ms kann als sehr gut angesehen werden und ist ideal für professionelles Gaming und E-Sport, da sie schnelle Reaktionen erfordern. 5 bis 10 ms eignen sich noch für ambitionierte Spieler und Videobearbeiter. Als durchschnittlich sind 10 bis 25 ms anzusehen, was für die meisten Nutzer ausreichend für alltägliche Aufgaben ist. Ab 25 ms können bei schnellen Bewegungen Verzögerungen auftreten, wodurch solche Zeiten für anspruchsvolle Anwendungen nicht mehr empfehlenswert sind.

Lag-Messungen

Die Messungen wurden in der nativen Auflösung (5120 × 2160) bei 60, 120 und 165 Hz sowie mit 2560 × 1440 bei 330 Hz am DisplayPort durchgeführt.

Gaming

Der LG 27GM950B liefert im Bereich Gaming eine tolle Leistung, auch wenn er bei den Reaktionszeiten nicht an ein OLED-Panel heranreicht. Das IPS-Panel liefert in Kombination mit der nativen Bildwiederholfrequenz von 165 Hz und der enormen Detailschärfe des hochauflösenden Panels eine hervorragende Bewegungsdarstellung. Auch die Farbdarstellung ist subjektiv schlicht überwältigend.

Natürlich bieten 27 Zoll große Modelle heute oft deutlich höhere Bildwiederholraten. Allerdings ist die Kombination aus 5K-Auflösung und hohen Bildwiederholraten technisch extrem anspruchsvoll. Wer im E-Sport aktiv ist oder die maximale fps-Zahl sucht, greift ohnehin eher zu kleineren Monitoren und nicht zu einer 5K-Auflösung.

Für besonders schnelle Spiele, bei denen eine maximale Geschwindigkeit und hohe Bildwiederholraten wichtiger sind als die höchste Auflösung, verfügt der LG 27GM950B über eine praktische Dual-Mode-Funktion. Wenn die niedrigere QHD‑Auflösung (2560 × 1440) eingestellt ist, erhöht das Feature die Bildrate auf 330 Hz. Den Dual-Modus kann man entweder ganz bequem über das OSD des Monitors oder direkt über die Schnellstart-Taste an der Unterseite des Bildschirms aktivieren. Zusätzlich steht ein 24,5-Zoll-Modus (2368 × 1332) mit 330 Hz zur Verfügung. Zu beachten ist, dass über USB-C nur eine Bildwiederholfrequenz von 288 Hz möglich ist.

Als Sync-Technologie kommt AMD FreeSync Premium zum Einsatz. Das Display besitzt zudem eine offizielle G-Sync-Kompatibilität und wird entsprechend erkannt, was wir mit der G-Sync-Pendulum-Demo getestet haben. In unserem Test konnten wir keinerlei Tearing ausmachen.

Tearing-Test
Tearing-Test

Um Aussagen über das Auftreten von Ghosting oder Korona-Effekten treffen zu können, haben wir unter Blur Busters einige Tests durchgeführt. Die Bewegungsschärfe ist bei 330 Hz gut bis sehr gut. Bei 165 Hz und 120 Hz ist sie als gut bis befriedigend zu bewerten. Bei 60 Hz ist das Ergebnis wie erwartet sehr unscharf. In der Praxis sind minimale Ghosting-Effekte wahrnehmbar, die im Alltag aber nicht auffallen sollten. Ghosting ist ein Artefakt der Nachlaufbewegung. Es wird durch asymmetrische Pixelübergänge verursacht: Übergänge zwischen zwei Farben können in einer Richtung schneller sein als in der anderen.

Auch Korona-Effekte konnten wir bei keiner der vier getesteten Bildwiederholfrequenzen erkennen. Lediglich in der höchsten Overdrive-Stufe bei 60 Hz konnten wir sie beobachten. Und da sicherlich niemand mit 60 Hz spielt, ist das unerheblich. Koronas sind Nachzieheffekte, die durch die Beschleunigung der Reaktionszeit (Overdrive) verursacht werden. Dabei können die Pixel über ihren endgültigen Farbwert hinausschießen, bevor sie zurückspringen. Dies führt zu einem hellen, inversen Geisterbild.

Für Gamer ist der LG 27GM950B Genre-unabhängig absolut geeignet.

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