Gaming-Zusatz-Features
Die Gaming-Einstellungen sind in einem eigenen Menüpunkt mit der Bezeichnung „Spieleinstellung“ zu finden. Dazu zählen verschiedene Modi wie Ego-Shooter (FPS) und Echtzeitstrategie (RTS) – allerdings sind nicht alle auf Gaming abgestimmt –, Dual-Mode, VRR (HDMI), Adaptive Sync (DisplayPort und USB-C), Schwarz-Stabilisator, Reaktionszeit, Fadenkreuz und fps-Bildratenzähler.
Adaptive Sync ist ein von der VESA entwickelter Standard für DisplayPort und USB-C (über den DisplayPort-Alternate-Mode). In der Praxis bildet diese Technologie das Fundament für AMD FreeSync und „G-Sync Compatible“ von NVIDIA, wodurch sie am PC zum absoluten Standard für eine flüssige Bildwiedergabe ohne Tearing geworden ist.
VRR ist dagegen die offizielle Bezeichnung für die variable Bildwiederholrate innerhalb des HDMI-Standards (ab Version 2.1 festgelegt). Dieses spezifische Protokoll wurde von der HDMI-Group entwickelt, um vor allem die Kompatibilität mit modernen Konsolen wie der PS5 und der Xbox Series X an Fernsehern und Monitoren sicherzustellen.
Die Funktion „Schwarz Stabilisator“ ist primär in dunklen Spielszenen von Vorteil. Das Besondere daran: Man kann den Regler bis zum Maximum von 100 hochdrehen, um Details in den Schatten sichtbar zu machen, ohne dass das tiefe Schwarz des Monitors darunter leidet oder unschön ausbleicht.
Lautsprecher
Der LG 27GM950B verfügt über eingebaute Stereo-Lautsprecher mit einer Ausgangsleistung von jeweils 7 Watt. Sie befinden sich links und rechts im unteren Rahmen. Die Klangqualität ist für eine interne Lösung okay und besser als die 2 Watt starken Exemplare, die sonst in Monitoren eingesetzt werden. Allerdings kommen sie nicht an die LG-Modelle heran, die mit Waves MaxxAudio ausgestattet sind. In dieser Kombination hat uns der Sound sehr begeistert.

Der LG 27GM950 verfügt über einen Audio-Optimierer. Unter „Audio“ steht die Option „Bass Boost“ zur Verfügung, unter „AI-Boost“ die Option „AI-Ton“. Welcher Sound besser klingt, ist Geschmackssache. „Bass Boost“ verstärkt die Bässe moderat, sodass wir eine Aktivierung empfehlen. „AI-Ton“ verändert den Sound, wir empfanden das aber nicht als Optimierung und haben die Funktion deaktiviert.
Die Lautstärke ist in Ordnung. Selbst bei 100 % kommt es zu keinem Brummen oder Scheppern. Aber ein virtuelles 7.1.2-Kanal-Klangerlebnis blieb bei uns aus.
Audiovisuelle Medienwiedergabe
Das Testgerät verfügt über zwei HDMI-Schnittstellen für HD-Zuspieler. Der Ton wird über die internen Lautsprecher oder den Audio-Ausgang (Kopfhörer) ausgegeben. Für die folgenden Tests wurde ein Google Chromecast per HDMI-Kabel angeschlossen.
Skalierung und Bildraten
Zur Beurteilung spielen wir Bildsignale in den Auflösungen 720p, 1080p und 2160p (4K) ab. Die Auflösungen 480p und 576p stehen nicht zur Verfügung. Bei 1080p und 720p können 50 und 60 Hz ausgewählt werden. Bei 4K steht die volle Bandbreite mit 50, 60, 30, 25 und 24 Hz bereit.
Farbmodelle und Signallevel
Der LG 27GM950B verarbeitet digitale RGB- und YCbCr-Farbmodelle. Bei Anschluss über die HDMI-Schnittstelle wird automatisch Videolevel (Tonwertumfang bei 8 Bit Präzision: 16–235) gewählt und somit der richtige Schwarzpegel angezeigt. So werden Weiß und Schwarz richtig dargestellt, und es entsteht kein flaues Bild. Unter „Bildanpassung → Schwarzwert“ kann der HDMI-Schwarzpegel angepasst werden, um Einfluss zu nehmen, falls die Darstellung nicht passen sollte. Hier stehen die Optionen „Tief“ und „Hoch“ zur Verfügung, was nach unserer Erfahrung nichts anderes als voller (PC-Level, Tonwertumfang bei 8 Bit Präzision: 0–255) oder begrenzter Dynamikbereich (Videolevel, Tonwertumfang bei 8 Bit Präzision: 16–235) heißen soll.
Overscan
Overscan bedeutet, dass die Ränder des Bildes über die Bildschirmränder hinaus verborgen sind, und zwar so, als wäre das Bild vergrößert. Der 27GM950B bietet diese Funktionalität aber nicht an.
HDR
Der LG 27GM950B weist HDR-Unterstützung (HDR10) auf und ist nach DisplayHDR 1000 spezifiziert. Erkennt der Monitor ein HDR-Signal, zum Beispiel vom Chromecast, wird auf dem Bildschirm direkt angezeigt, dass ein HDR-Signal vorliegt. Die Maximalhelligkeit beträgt 954 cd/m², die wir mit 10 % APL ermittelten. Die in den Spezifikationen genannte HDR-Peak-Helligkeit von 1250 cd/m² wird in der Regel nur bei 3 % (oder weniger) APL erreicht, was wir nicht überprüfen konnten.
Wer unter Windows in HDR spielen oder ein Video ansehen möchte, muss HDR im OS aktivieren und entsprechende Einstellungen vornehmen.
Der HDR-Effekt ist ausgezeichnet, insbesondere in Kombination mit Local Dimming. Die Helligkeitsreserven des Displays sind enorm. Im OSD kann die Helligkeit im HDR-Betrieb angepasst werden. Spezielle HDR-Modi bietet der LG 27GM950B jedoch nicht an.
Local Dimming
Local Dimming ist eine Technologie in modernen LCD-Fernsehern und -Monitoren, bei der die Hintergrundbeleuchtung in einzelnen Bereichen des Bildschirms dynamisch angepasst wird. Statt die gesamte Hintergrundbeleuchtung gleichmäßig hell zu halten, kann der Bildschirm bestimmte Zonen dimmen, also abdunkeln, um Kontraste zu verbessern. Das Ziel ist es, besonders dunkle Bildbereiche wirklich schwarz erscheinen zu lassen, während helle Bereiche weiterhin kräftig leuchten. Das führt zu einem insgesamt besseren Bild mit mehr Tiefe.
Der Begriff „Dimming-Zonen“ bezeichnet die einzelnen Bereiche, in die die Hintergrundbeleuchtung aufgeteilt ist. Jede dieser Zonen kann unabhängig von den anderen heller oder dunkler gemacht werden, abhängig davon, was gerade im Bild dargestellt wird. Je mehr Dimming-Zonen ein Bildschirm aufweist, desto präziser kann er das Licht steuern, wodurch Licht-Halo-Effekte um helle Objekte auf dunklem Hintergrund verringert werden – allerdings ist diese Technik durch die physikalische Größe der Zonen begrenzt.
Local Dimming ist besonders effektiv bei Inhalten mit starkem Kontrast, etwa Filmszenen mit hellen Lichtern auf dunklem Hintergrund. Geräte mit vielen kleinen Dimming-Zonen – zum Beispiel bei sogenannten Mini-LED-Displays – erreichen dabei eine deutlich bessere Bildqualität als solche mit wenigen, großflächigen Zonen. Obwohl Local Dimming die Bilddarstellung verbessern kann, ist es nicht so perfekt wie beispielsweise bei OLED-Panels, wo jeder einzelne Pixel ausgeschaltet werden kann und somit ein perfektes Schwarz darstellt. Deshalb können in manchen Fällen sichtbare Übergänge zwischen den Zonen auftreten, besonders bei günstigen oder schlecht abgestimmten Geräten.
Der LG 27GM950B bietet immerhin 2304 Dimming-Zonen. Im OSD gibt es die Dimming-Stufen „Hoch“, „Mittel“, „Niedrig“ und „Aus“. Wir haben die Local-Dimming-Funktion anhand eines Testvideos beurteilt. Darin wurden weiße Elemente in verschiedenen Größen auf dem Bildschirm angezeigt. Die Beurteilung der Bildqualität haben wir in einem völlig abgedunkelten Raum vorgenommen.

Bereits die Dimming-Stufe „Niedrig“ dunkelt das Bild perfekt ab. Aufgrund der Testbilder empfehlen wir die Stufen „Niedrig“ und „Mittel“. In der Stufe „Hoch“ sind zwar weder Clouding- noch Blooming Effekte zusehen. Dafür sind die kleinen weißen Elemente aber grau statt weiß.
Um Clouding- oder Blooming-Effekte zu unterdrücken, greift die Software des LG 27GM950B ein. Der Steuerungsalgorithmus reduziert absichtlich die Helligkeit der LED-Zone hinter dem weißen Objekt. Dadurch wird das Weiß gedimmt und erscheint für das Auge grau. Das Gerät opfert hier die Spitzenhelligkeit des kleinen Objekts, um den Schwarzwert drumherum perfekt zu halten. Aus unserer Sicht ist der Dimming-Algorithmus in der höchsten Stufe zu aggressiv umgesetzt.
Bewertung
| Gehäuseverarbeitung und Mechanik: | |
| Ergonomie: | |
| Bedienung/OSD: | |
| Energieverbrauch: | |
| Geräuschentwicklung: | |
| Subjektiver Bildeindruck: | |
| Blickwinkelabhängigkeit: | |
| Kontrast: | |
| Ausleuchtung (Schwarzbild): | |
| Bildhomogenität (Helligkeitsverteilung): | |
| Bildhomogenität (Farbreinheit): | |
| Farbraumvolumen (sRGB; Adobe RGB; DCI-P3): | |
| Vor der Kalibrierung (Graust. Werksmodus): | |
| Vor der Kalibrierung (sRGB; DCI-P3): | |
| Nach der Software-Kalibrierung (sRGB; Adobe RGB; DCI-P3): | |
| Nach der Hardware-Kalibrierung (sRGB; Adobe RGB; DCI-P3): | |
| Nach der Kalibrierung (Profilvalidierung): | |
| Interpoliertes Bild: | |
| Gaming: | |
| Medienwiedergabe (PC): | |
| Medienwiedergabe (externe Zuspielung): | |
| Preis-Leistungs-Verhältnis: | |
| Preis (inkl. MwSt. in Euro): |
ab 879,00 € *
|
| Gesamtwertung: |
4.5 (SEHR GUT) |
Fazit
Der LG 27GM950B hinterlässt im Test einen sehr guten Eindruck – zumindest bezogen auf unsere Wertungen in der Beurteilung. Ist der Bildschirm perfekt? Nein, sicherlich nicht. Wer im Detail wissen möchte, wo die Leistung nicht optimal ist, sollte den gesamten Test lesen. Hier im Fazit gehen wir nur auf die wichtigsten Punkte ein.
Als Gaming-Monitor zeigt der LG 27GM950B eine gute bis sehr gute Leistung. Bei den Reaktionsgeschwindigkeiten kann das IPS-Panel allerdings nicht an ein OLED‑Panel heranreichen. Die einzelnen Overdrive-Modi sind praxistauglich abgestimmt und alle nutzbar. Nativ können 165 Hz (5120 × 2880) verwendet werden. Der Dual-Modus erlaubt wahlweise eine Bildwiederholfrequenz von 330 Hz (2560 × 1440). Wer in nativer Auflösung spielen möchte, benötigt eine sehr leistungsstarke Grafikkarte.
Beeindruckend sind die Helligkeitswerte: 750 cd/m² (SDR) und knapp 1000 cd/m² (HDR). Die Spitzenhelligkeit wird mit 1250 cd/m² angegeben. Der LG 27GM950B erfüllt die VESA-Spezifikation DisplayHDR 1000. Die HDR-Darstellung liefert eine besonders helle und überzeugende Darstellung. Die Helligkeit kann jedoch angepasst werden.
Subjektiv und nach der Kalibrierung (Farbwerte und Farbraumabdeckung) ist die Bildqualität ausgezeichnet. Lediglich die Homogenität (Helligkeitsverteilung und Farbreinheit) fällt befriedigend aus – für einen Bildschirm ohne Flächenhomogenitätskorrektur kein ungewöhnliches Ergebnis. Sogar eine Hardware-Kalibrierung ist möglich, und das mit ausgezeichneten Ergebnissen.
Local Dimming funktioniert zuverlässig. Nur die höchste Stufe halten wir für zu stark auf Clouding- oder Blooming-Effekte optimiert. Kleine weiße Elemente sind dann nicht mehr weiß, sondern grau.
Die angepriesenen AI-Funktionen (AI-Boost) halten das hohe Werbeversprechen unserer Meinung nach nicht. Beim AI-Upscaling konnten wir keinen Effekt feststellen; möglicherweise liegt das an der feinen Pixelstruktur des LG 27GM950B. Auch AI-Ton hat uns nicht restlos überzeugt, obwohl hier zumindest ein Effekt auszumachen ist. Ob dieser jedoch eine Verbesserung herbeiführt, ist sicherlich Geschmackssache.
Der LG 27GM950B ist ein Gaming-Display, das aber auch als Allrounder eine hervorragende Figur macht. Alternativen mit identischer Ausstattung gibt es bislang nicht. Den aktuellen Preis von 880 Euro halten wir angesichts der gebotenen Leistung für noch angemessen, zumal man als Early Adopter zwangsläufig etwas mehr zahlen muss.
Hinweis in eigener Sache: PRAD erhielt den 27GM950B leihweise von LG zu Testzwecken. Herstellerseitig gab es weder eine Einflussnahme auf den Testbericht noch eine Verpflichtung zur Veröffentlichung oder eine Verschwiegenheitsvereinbarung.
gefällt es









