Test LG 27QD58P-B – Business-Monitor mit Gaming-Qualitäten
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Reaktionsverhalten

Den LG 27QD58P haben wir in nativer Auflösung bei 60 Hz am DisplayPort untersucht. Der Monitor wurde für die Messung auf die Werkseinstellung zurückgesetzt.

Bildaufbauzeit und Beschleunigungsverhalten

Die Bildaufbauzeit ermitteln wir für den Schwarz-Weiß-Wechsel und den besten Grau-zu-Grau-Wechsel. Zusätzlich nennen wir den Durchschnittswert für unsere 15 Messpunkte.

Der Messwert CtC (Color to Color) geht über die herkömmlichen Messungen von reinen Helligkeitssprüngen hinaus – schließlich sieht man am Bildschirm auch in aller Regel ein farbiges Bild. Bei dieser Messung wird deshalb die längste Zeitspanne gemessen, die der Monitor benötigt, um von einer Mischfarbe auf die andere zu wechseln und seine Helligkeit zu stabilisieren. Verwendet werden die Mischfarben Cyan, Magenta und Gelb – jeweils mit 50 % Signalhelligkeit. Beim CtC-Farbwechsel schalten also nicht alle drei Subpixel eines Bildpunktes gleich, sondern es werden unterschiedliche Anstiegs- und Ausschwingzeiten miteinander kombiniert.

Im Datenblatt wird eine Reaktionszeit von 5 ms für GtG genannt. Eine Beschleunigungsoption (Overdrive) ist vorhanden und bietet vier Reglerpositionen: „Aus“, „Langsam“, „Mittel“, „Schnell“. In der Werkseinstellung ist die Option „Mittel“ aktiviert, wodurch die Reaktionszeiten effektiv gekürzt werden und nur dezente Überschwinger entstehen.

60 Hz, Overdrive „Aus“

Bei 60 Hz und ausgeschaltetem Overdrive messen wir den Schwarz-Weiß-Wechsel mit 16,6 ms und den schnellsten Grauwechsel mit 14,5 ms. Der Durchschnittswert für unsere 15 Messpunkte beträgt 22,6 ms. Vor allem der CtC-Wert ist mit 16,2 ms noch recht gemächlich. Überschwinger sind keine zu beobachten, die Abstimmung ist sehr neutral.

Das Schaltzeitendiagramm zeigt unter anderem, wie sich verschiedene Helligkeitssprünge addieren, wie schnell der Monitor in der Werkseinstellung im besten Fall reagiert und von welcher mittleren Reaktionszeit ausgegangen werden kann.

Diagramm 60 Hz (Overdrive "Aus"): langsame Schaltzeiten
60 Hz (Overdrive „Aus“): langsame Schaltzeiten
Diagramm 60 Hz (Overdrive "Aus"): völlig neutrale Abstimmung
60 Hz (Overdrive „Aus“): völlig neutrale Abstimmung

60 Hz, Overdrive „Mittel“

In der Werkseinstellung „Mittel“ werden die Schaltzeiten schon effektiv verkürzt. Es entstehen dennoch nur minimale Überschwinger. Wir messen den Schwarz-Weiß-Wechsel mit 17 ms und den schnellsten Grauwechsel mit 9,4 ms. Der Durchschnittswert für unsere 15 Messpunkte beträgt respektable 16,3 ms. Der CtC Wert hat sich mit 16 ms allerdings kaum verbessert.

In der Overdrive-Stellung „Mittel“ sind kaum Überschwinger auszumachen. Die Bildaufbauzeiten sind bereits recht ordentlich. Der vom Hersteller als Standard aktivierte Wert „Mitte“ ist für Allround-Anwendungen optimal gewählt.

Diagramm 60 Hz (Overdrive "TF60"): ordentliche Schaltzeiten
60 Hz (Overdrive „TF60“): ordentliche Schaltzeiten
Diagramm 60 Hz (Overdrive „TF60“): minimale Überschwinger
60 Hz (Overdrive „TF60“): minimale Überschwinger

60 Hz, Overdrive „Schnell“

In der höchsten Stellung „Schnell“ messen wir den Schwarz-Weiß-Wechsel mit 14,2 ms und den schnellsten Grauwechsel mit 5,7 ms. Der Durchschnittswert für unsere 15 Messpunkte beträgt flotte 13,1 ms. Der CtC-Wert konnte zumindest auf 10 ms gedrückt werden.

In der Overdrive-Stellung „Schnell“ werden die Überschwinger zwar schon spürbar, der Qualitätsverlust bleibt aber in Maßen. Wir empfehlen, den LG vor allem fürs Gaming, aber tendenziell generell mit maximalem Overdrive („Schnell“) zu betreiben, um die Reaktionszeit bei Farbe zu erhöhen. Die entstehenden Doppelkonturen sind noch zu vertreten.

Diagramm 60 Hz (Overdrive "Schnell"): schnelle Schaltzeiten
60 Hz (Overdrive „Schnell“): schnelle Schaltzeiten
Diagramm 60 Hz (Overdrive "Schnell"): merkliche Überschwinger, die aber in vertretbarem Rahmen bleiben
60 Hz (Overdrive „Schnell“): merkliche Überschwinger, die aber in vertretbarem Rahmen bleiben

Netzdiagramme

In den folgenden Netzdiagrammen sehen Sie alle Messwerte zu den unterschiedlichen Helligkeitssprüngen unserer Messungen im Überblick. Im Idealfall würden sich die grünen und die roten Linien eng am Zentrum befinden. Jede Achse repräsentiert einen in dem Pegel und der Dynamik definierten Helligkeitssprung des Monitors, gemessen über Lichtsensor und Oszilloskop.

Diagramm 60 Hz, Overdrive "Aus"
60 Hz, Overdrive „Aus“
Diagramm 60 Hz, Overdrive "Mittel"
60 Hz, Overdrive „Mittel“
Diagramm 60 Hz, Overdrive "Schnell"
60 Hz, Overdrive „Schnell“

Latenzzeit

Die Latenz ist ein wichtiger Wert für Spieler, wir ermitteln sie als Summe der Signalverzögerungszeit und der halben mittleren Bildwechselzeit. Beim LG 27QD58P messen wir mit 8,4 ms eine recht kurze Signalverzögerung. Die halbe mittlere Bildwechselzeit ist mit 6,6 ms (Overdrive: „Schnell“) ebenfalls sehr ordentlich. Insgesamt ergibt das gute 15 ms.

Alternative Messung der Latenz

Zur Messung der Bildverzögerung (Input-Lag) von Monitoren gibt es verschiedene Ansätze, weshalb sich nicht nur Testergebnisse und Herstellerangaben unterscheiden, sondern auch die Werte bei verschiedenen Publikationen. Zudem nennen Hersteller selten einen Wert für die Signalverzögerungszeit, und wenn doch, ist in der Regel nicht erkennbar, wie diese Messungen durchgeführt wurden.

PRAD verfolgt nach dem jüngsten Update der Testmethoden derzeit zwei verschiedene Ansätze. Zum einen setzen wir das nur etwas mehr als 100 Euro teure Messgerät von Leo Bodnar ein. Hierbei handelt es sich um ein vollintegriertes Messgerät mit Signalgenerator und Sensor, bei dem der Wert schnell vom Bildschirm abgelesen werden kann. Da die Lag-Zeit von der Messposition auf dem Bildschirm abhängig ist, können Sie alle drei Werte (oben, Mitte, unten) dem Diagramm entnehmen. Als Richtwert für die Latenz sollte der mittlere Wert herangezogen werden.

Diagramm: Alternative Messung des Lags am HDMI-Eingang 1080p@60 Hz
Alternative Messung des Lags am HDMI-Eingang 1080p@60 Hz

Für den Anwender sind diese Werte aber mitunter nicht aussagekräftig, da sich in Kombination mit Grafikkarten, Treibern, Chromasubsampling sowie der verwendeten Auflösung und Framerate unterschiedliche Lag-Zeiten zugunsten oder zuungunsten des Monitors ergeben können. Zudem können die Messungen mit dem „Leo Bodnar LAG Tester“ nur am HDMI-Eingang bei 1080p@60 Hz durchgeführt werden.

Die von uns angewendete Methode verfolgt daher einen anderen Ansatz. Dort messen wir die Verzögerung zwischen Bild und Ton (Audio-Ausgang der Soundkarte im Vergleich zum Signal des Lichtsensors am Monitor). Dies geschieht in der Regel am DisplayPort unter Einstellung der nativen Auflösung und bei höchster Bildfrequenz in der Bildschirmmitte.

Die real erlebte Bildverzögerung ist deshalb von oben erwähnten Faktoren (und weiteren wie DirectX) abhängig und sollte im Wertebereich zwischen Leo Bodnar und der PRAD-Messmethode liegen.

3 KOMMENTARE

    • Wie kommst Du darauf, dass er es haben sollte? Das ist ein Office-Monitor mit vergleichsweise guten Schaltzeiten, aber kein wirklicher Gaming Monitor.

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