Test LG 32UL950-W – Nano IPS und Hardwarekalibrierung
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Problem am DisplayPort

Am DisplayPort sind wir zunächst wieder wie bei anderen Testgeräten auf ein schon länger bekanntes Problem gestoßen. Es äußert sich darin, dass der Monitor beim Startvorgang am DisplayPort 1.4 zunächst nicht erkannt wird. Beim Kaltstart wird das bei den Prüfroutinen des BIOS vom PC mit einem ärgerlichen Piepen moniert.

Der Monitor wird erst später im Laufe des Windows-Starts ab einem gewissen Zeitpunkt erkannt. Das Problem ist, dass es so schlicht nicht mehr möglich ist, überhaupt in das BIOS zu gelangen – auch nicht, wenn man „blind“ die F2- oder Entf-Taste drückt.

Im „Normalbetrieb“ mag man das ignorieren, spätestens beim nächsten Windows-10-Semiannual-Funktions-Update wird es dann aber unangenehm. Nach dem erforderlichen Neustart bleibt der Bildschirm schwarz. Bei dem dann (ohne Vorwarnung) länger dauernden Prozess kann man also nicht sehen, was da im Hintergrund passiert oder ob sich der Rechner aufgehängt hat. Das geschilderte Problem habe wir sowohl mit NVIDIA-Karten als auch mit der integrierten Intel-Grafik nachstellen können.

Ein Workaround besteht darin, in den OSD-Systemeinstellungen die DisplayPort-Version von 1.4 auf 1.2 herunterzusetzen. Da der LG 32UL950-W im Gegensatz zum LG 34WK95U „nur“ über eine 4K-Auflösung verfügt, reicht DP 1.2 ohnehin völlig aus. Allerdings ist dann keine HDR-Wiedergabe möglich, da der Bildschirm nicht mehr als HDR-Wiedergabegerät erkannt wird.

Mittlerweile haben wir nach einiger Recherche aber eine echte Lösung für das Problem gefunden. Es liegt tatsächlich nicht am Monitor, sondern an der Grafikkarte – selbst dann, wenn sie ziemlich aktuell ist.

Grafikkarten von NVIDIA verfügen laut technischen Daten schon seit Längerem über DP 1.4. Folgt man dann aber den winzigen Fußnoten, so ist mit der RTX 2080 Ti selbst das aktuelle Topmodell von NVIDIA für schlappe 1.259 EUR nur „DisplayPort 1.3/1.4 ready“.

Bei NVIDIA ist allerdings ein Firmware-Update-Tool erhältlich, das genau das geschilderte Problem am DisplayPort behebt. Auf der deutschen Support-Seite von NVIDIA findet man dazu allerdings keinen Hinweis. Wir haben es ausprobiert. Nach dem Firmware-Update ist das leidige Problem behoben. Wir empfehlen, vorher den Grafikkarten-Treiber ggfls. auch auf den neuesten Stand zu bringen.

Bedienung

Bei der Bedienung setzt der LG 32UL950-W auf das bewährte Joystick-Konzept mit nur einer Taste. Der Joystick ist etwas nach hinten versetzt und von vorn praktisch unsichtbar. Auf Wunsch kann im Betrieb eine dezente LED-Beleuchtung aktiviert werden, sodass die Taste auch im Dunkeln leicht zu finden ist. Die Bedienung mit dem Joystick-Button ist intuitiv, und durch die zentrierte Anordnung bleibt bei der Betätigung lästiges Display-Gewackel weitgehend aus.

Die Bedienung ist bei LG so gut und einfach, dass man sich fragt, wieso das nicht längst alle Hersteller so adaptiert haben.

Tasten und Bedienung des LG 32UL950-W
Tasten und Bedienung

OSD

Das OSD von LG haben wir bereits in vielen Tests gelobt. Der erste Tastendruck führt zu einer Schnellauswahl, mit der sich wichtige Einstellungen direkt aufrufen lassen. Bewegt man die Taste statt des initialen Drucks nach links oder rechts, lässt sich ferner auch die Lautstärke direkt regeln.

OSD: Schnelleinstieg (Screenshot Handbuch LG)
OSD: Schnelleinstieg (Screenshot Handbuch LG)

Da wir schon recht häufig und ausführlich über das OSD von LG berichtet haben, machen wir es hier wie der Hersteller im Handbuch und verzichten auf weitere Screenshots. Wer es ausführlicher haben möchte, wird im Test des LG 27UK850-W fündig.

Bildqualität

LG verwendet beim LG 32UL950-W ein werkskalibriertes AH-IPS-Panel mit White-LED-Hintergrundbeleuchtung. Im Gegensatz zum LG 32UD99 werden die 1,073 Mrd. Farbabstufungen aber laut den technischen Daten des Herstellers nicht über eine 10-Bit-LUT erzeugt, sondern mittels 8 Bit + FRC.

Der Panel-Rahmen und die Oberfläche des Panels sind matt und tendenziell überdurchschnittlich gut entspiegelt. Seitlich einfallendes Licht oder auch ein Betrachter mit heller Kleidung erzeugt nur schwache Reflexionen auf dem Bildschirm.

Nano IPS Grafik
Funktionsweise der Nano-IPS-Technologie (Abbildung LG)

Eine Besonderheit des LG 32UL950-W ist die Verwendung der Nano-IPS-Technologie. Nanometerkleine Partikel in der LED-Hintergrundbeleuchtung des Bildschirms absorbieren unnötige Lichtwellenlängen, wodurch sattere Farben entstehen, die Inhalte exakter wiedergeben. Ferner soll eine flachere Bauweise ermöglicht werden.

Beim Reset stellt der Monitor folgende Werte ein:

Bildmodus: Anwender
Helligkeit: 100
Kontrast: 70
Gamma: Modus 2
Farbtemperatur: Benutzer
RGB: 50/50/50
Color-Gamut: k. A.
DUE Priority: aus
Schärfe: 50
Reaktionszeit: schnell

Diese Werte wurden für die nachfolgende Beurteilung bei Werkseinstellung verwendet. Die Option „Lokales Dimmen“ haben wir ebenfalls abgeschaltet.

Graustufen

Die Graustufen und der Grauverlauf sind ab Werk sehr neutral und so weit einwandfrei. Die hellsten und dunkelsten Graustufen sind annähernd vollständig zu erkennen. In feinen Grauverläufen sind aber minimale Anzeichen von Banding zu erkennen. Auch scheint sich die Farbtemperatur nahe 100 % Weiß zu ändern.

Graustufendarstellung des LG 32UL950-W
Graustufen

Die Blickwinkelneutralität wird durch die Aufhellung von dunklen Bereichen – wie wir gleich im nächsten Test sehen – durch entsprechenden Kontrastverlust gestört. Bei extremeren horizontalen Blickwinkeln werden mehrere Stufen (ca. sechs) abgeschnitten. Wenn sich helle Bildbereiche über die gesamte Display-Breite erstrecken, kann das auch durch „Local Dimming“ nicht ausgeglichen werden.

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