Test LG 32UL950-W – Nano IPS und Hardwarekalibrierung
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DVD und Video

HD-Zuspieler wie Blu-ray-Player, HDTV-Empfänger und Spielekonsolen können direkt an die HDMI-Buchse des 32UL950-W angeschlossen werden, der Ton wird auch via DP an den PC-Audio-Ausgang weitergeleitet. Via USB-C/Thunderbolt sollte das ebenfalls funktionieren, konnte von uns aber nicht verifiziert werden.

Der LG 32UL950-W ist insgesamt mit einem umfangreichen Feature-Paket ausgestattet. Dazu gehört auch die PbP-Funktion, die es ermöglicht, mehrere Eingangsquellen gleichzeitig darzustellen.

SDR

Vom größeren Farbraum des LG 32UL950-W profitiert man auch bei der Wiedergabe von Standardfilmen. Der Monitor verfügt über zahlreiche Presets, die für die Filmwiedergabe geeignet sind.

Schaltet man zwischen DCI-P3 und sRGB hin und her, kann man in geeigneten Szenen insbesondere das Plus vor allem in Rottönen erkennen. Aus subjektiver Sicht wirkt die Farbraum-Erweiterung beim LG 32UL950-W aber etwas einseitig. Von Grafikmonitoren mit erweitertem Farbraum wird üblicherweise auch der Adobe-RGB-Farbraum abgedeckt. Die satteren Grün-, Blau- und Cyan-Töne fehlen hier einfach. Das angepeilte Ziel für HDR10 bzw. UHD-TV – der Rec.-2020-Farbraum – geht über DCI-P3 ganz erheblich hinaus.

Wer die HDTV-Norm bevorzugt, findet mit Rec. 709 und sRGB die passenden Werks-Presets, die den Farbraum recht passabel auf die Norm begrenzen.

Uns konnte die Wiedergabe aber auch ohne großes Umschalten im kalibrierten Modus mit nativem Farbraum überzeugen. Die bei der Ausleuchtung gezeigten Aufhellungsschwächen sind bei der Videowiedergabe auch in vollständig abgedunkeltem Raum aus ca. 2 Metern Abstand in den schwarzen Streifen von Cinemascope-Filmen kaum zu erkennen.

Das „Local Dimming“ kann man auch bei der Wiedergabe von SDR-Filmen aktivieren. Einen großen Nutzen konnten wir zwar nicht feststellen, aber der hohe Kontrast und das tiefe Schwarz sind auch so erstklassig.

Bei der Filmwiedergabe kann das große 4K-Display also durchaus begeistern. Eine 24p-Wiedergabe beherrscht der LG 32UL950-W zwar nicht, entsprechende Filme wirkten trotzdem auch bei Kamerafahrten vergleichsweise smooth. Ein Regler für den Signallevel bzw. den Schwarzwert ist im OSD vorhanden, für das Farbmodell dagegen nicht.

HDR10

Der 32UL950-W ist das erste Gerät von LG im Test, das nicht nur mit HDR10 wirbt, sondern dazu auch mit der VESA-DisplayHDR-600-Spezifizierung aufwarten kann. Demnach müsste der Monitor Spitzenhelligkeiten von 600 cd/m² erreichen sowie ein „Local Dimming“ und einen „im Vergleich zu DisplayHDR 400 sichtbar erweiterten Farbraum“ besitzen. Was Letzteres auch heißen mag. Sehr konkret ist die VESA-Vorgabe hier nicht.

Ein Maximum von 446 cd/m² über die gesamte Display-Fläche erreicht der LG 32UL950-W bereits im SDR-Betrieb. Im HDR-Modus sind laut Hersteller Spitzenhelligkeiten bis zu 600 cd/m² möglich. Die gleichzeitige Reduktion des Schwarzwertes erreicht der LG 32UL950-W über „Local Dimming“. Zur genauen Anzahl der Zonen macht die Website von LG keine genauen Angaben. Wir haben ca. 15 vertikale Zonen gezählt.

Am besten sieht man das bei einem schwarzen Bild, wenn man den Mauszeiger von links nach rechts bewegt. Immer dort, wo der Mauszeiger gerade ist, hellt sich ein vertikaler Streifen über die gesamte Bildschirmhöhe etwas auf. Bei gemischten Bildinhalten ist daher vom „Local Dimming“ des 32UL950-W häufig kaum etwas zu sehen. Sobald sich helle Bildinhalte über die gesamte Bildbreite erstrecken, kann es nicht wirksam werden.
Das „Local Dimming“ wird beim LG 32UL950-W aber nicht nur bei komplett schwarzen Bereichen aktiv. Wenn Szenen über die gesamte Bildhöhe dunklere Bereiche enthalten, werden diese noch weiter abgedunkelt. Das passiert dann aber zwangsläufig pauschal. Beispiel: Beim schwarzen All werden auch die Sterne dunkler.

Das Umschalten auf den HDR-Betrieb hat ansonsten an unserem Windows-10-Testrechner beim LG 32UL950-W weitgehend reibungslos funktioniert. Bei dem Erkennen der HDR-Zuspielung und dem nötigen Umschalten gab es allerdings teilweise Verzögerungen.

HDR-Szenen kann der LG 32UL950-W hinsichtlich Farben und Spitzenhelligkeiten sehr überzeugend wiedergeben. Der Unterschied zu Geräten mit nicht zertifizierter HDR-Funktion ist deutlich zu erkennen. Im Vergleich zu unserem aktuellen HDR-Referenzgerät – dem ASUS PA32UC mit HDR1000 und 384 Zonen umfassenden LED-Backlight-Matrix – ist es weniger die geringere Spitzenhelligkeit, sondern das fehlende Abdunkeln auf der Gegenseite und der kleinere Farbraum, die den Unterschied ausmachen.

Insgesamt machen Filme und Spiele auf dem LG 32UL950-W aufgrund des großen 4K-Displays in Verbindung mit dem sehr guten nativen Kontrast auch ohne „Local Dimming“ richtig Spaß. Allerdings bekommt man für den Preis des Geräts bei LG auch bereits einen 55-Zoll-OLED-TV mit Dual-TV-Tuner und Sprachsteuerung.

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