Test Monitor ASUS ROG STRIX XG35VQ
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Bildqualität

Beim Reset stellt der Monitor folgende Werte ein: Helligkeit 90, Kontrast 80, Gamma 2,2, Bildmodus „Racing“. Diese Werte wurden für die nachfolgende Beurteilung bei Werkseinstellung verwendet.

Graustufen

Die Darstellung der Graustufen ist gut und zeigt die hellen Graustufen bis zum letzten und die dunklen Graustufen bis zum vorletzten Feld an. Ein Farbstich ist nicht zu erkennen. Der Verlauf ist bis auf die übliche Farbtreppe nahe der Mitte, die allerdings nur bei ganz genauem Hinsehen zu erkennen ist, auch sehr schön homogen. Verlässt man jedoch das Zentrum, zieht der übliche Gelbschleier wie bei nahezu jedem VA-Panel über das Bild. Dieser wird allerdings nur in den Lichtern sichtbar. Die dunklen Grautöne hellen bei seitlicher Ansicht etwas auf. Auch die Farbtreppe nahe der Mitte zeigt nun eine harte Abstufung, wo reines Weiß in helles Grau übergeht. Die oft gesehene zweite Abstufung im weiteren Grauverlauf ist bei diesem Panel allerdings nicht zu erkennen.

Graustufen ASUS ROG Strix XG35VQ
Graustufen ASUS ROG Strix XG35VQ

Ausleuchtung

Das linke Foto zeigt ein komplett schwarzes Bild ungefähr so, wie man es mit bloßem Auge sieht; hier werden die auffälligen Schwächen sichtbar. Das rechte Foto mit längerer Belichtungszeit hebt dagegen die Problemzonen hervor und dient nur der deutlicheren Darstellung.

Ausleuchtung bei normaler Belichtung
Ausleuchtung bei normaler Belichtung
Ausleuchtung bei verlängerter Belichtung
Ausleuchtung bei verlängerter Belichtung

Die Ausleuchtung stellt nicht die Paradedisziplin des ASUS ROG Strix XG35VQ, da mehrere Spots auf dem Panel sichtbar werden, wenn ein schwarzes Bild angezeigt wird. Bei fünffach längerer Belichtung sind diese dann deutlicher zu erkennen. Es sollte aber hinzugefügt werden, dass diese Spots im normalen Betrieb eher nicht zu erkennen sind, da selten ein komplett schwarzes Bild angezeigt wird und in der Regel auch nicht in einem stockdunklen Raum gearbeitet wird oder Filme geschaut werden.

Glow bei seitlicher Betrachtung
Glow des ASUS ROG Strix XG35VQ

Schaut man sich allerdings das Panel bei einem Schwarzbild von der Seite an, ist das Ergebnis sehr ernüchternd. Deutlich kann man jeweils zwei Spots von oben und unten erkennen, die sich auch bei dunklen Filmen oder Spielszenen nicht mehr wegdiskutieren lassen.

Helligkeit, Schwarzwert und Kontrast

Die Messungen werden nach einer Kalibration auf D65 als Weißpunkt durchgeführt. Sofern möglich, werden alle dynamischen Regelungen deaktiviert. Aufgrund der notwendigen Anpassungen fallen die Ergebnisse geringer aus, als bei Durchführung der Testreihe mit nativem Weißpunkt.

Das Messfenster wird nicht von einem schwarzen Rand umgeben. Die Werte können daher eher mit dem ANSI-Kontrast verglichen werden und geben Realweltsituationen deutlich besser wieder, als Messungen von flächigem Weiß- und Schwarzbild.

Helligkeits- und Kontrastverlauf
Helligkeits- und Kontrastverlauf

Laut Handbuch erreicht der ASUS ROG Strix XG35VQ eine Leuchtdichte von 300 cd/m². Wir messen bei nativem Weißpunkt mit 368 cd/m² rund 20 % mehr. Um auf D65 zu kommen, ist es notwendig, die RGB-Gain-Werte etwas anzupassen. Schlussendlich bleibt noch eine sehr ordentliche Leuchtdichte von 351 cd/m² übrig. Bei komplett abgeregelter Helligkeitseinstellung misst unser Testgerät nur noch 61 cd/m², was ein Arbeiten auch in sehr dunkler Umgebung ermöglicht, ohne die Augen zu sehr anzustrengen.

Beim Kontrastverhältnis wird von Herstellerseite mit 3000:1 etwas mehr versprochen, als tatsächlich möglich ist. Mit einem maximalen Kontrastverhältnis von 2161:1 und einem durchschnittlichen Kontrastverhältnis von 2035:1 wird erheblich weniger geboten. Nach der Kalibrierung sinkt das durchschnittliche Kontrastverhältnis auf 2009:1, was dennoch für eine sehr gute Bewertung reicht.

Bildhomogenität

Wir untersuchen die Bildhomogenität anhand von vier Testbildern (Weiß, Neutraltöne mit 75 %, 50 %, 25 % Helligkeit), die wir an 15 Punkten vermessen. Daraus resultieren die gemittelte Helligkeitsabweichung in % und das ebenfalls gemittelte Delta C (d. h. die Buntheitsdifferenz) in Bezug auf den jeweils zentral gemessenen Wert.

Helligkeitsverteilung in %
Helligkeitsverteilung in %
Farbreinheit in Delta C
Farbreinheit in Delta C

Sehr große Panels haben oft das Problem, die komplette Fläche gleichmäßig auszuleuchten. Der ASUS ROG Strix XG35VQ zeigt mit einer maximalen Abweichung von 12,24 % ein gutes Ergebnis. Die durchschnittliche Abweichung von 7,79 % ist in der Höhe allerdings etwas zu hoch und verpasst eine gute Bewertung.

Bei der Farbreinheit sieht das Ergebnis ähnlich aus. Auch hier kann die maximale Abweichung mit einem Delta C von 2,83 überzeugen. Die durchschnittliche Abweichung verpasst allerdings auch hier eine gute Bewertung bei einem Delta C von 1,73.

Coating

Das Panel des ASUS ROG Strix XG35VQ verfügt über eine matt-kristalline Oberfläche, die den größten Teil des einfallenden Lichts absorbiert. Daher ist das Display auch in sehr hellen Räumen eine gute Wahl und spiegelt zudem Benutzer in heller Kleidung nur sehr gering.

Coating des ASUS ROG Strix XG35VQ
Coating des ASUS ROG Strix XG35VQ
Coating Referenzbild
Coating Referenzbild

Blickwinkel

Das Foto zeigt den Bildschirm des ASUS ROG Strix XG35VQ bei horizontalen Blickwinkeln von +/- 75 Grad und vertikalen von +60 und -45 Grad. Horizontale und vertikale Blickwinkel Bei allen dezentralen Positionen ist ein Kontrastverlust erkennbar, der bei seitlicher Ansicht stärker ausfällt als bei den vertikalen Blickwinkeln. Bis auf den Gelbschleier, der den weißen und hellgrauen Farben etwas zusetzt, ist eine Farbverschiebung aber von keiner Position erkennbar.

Horizontale und vertikale Blickwinkel
Horizontale und vertikale Blickwinkel

Interpolation

Da der ASUS ROG Strix XG35VQ über ein WQUHD-Panel mit 3440 x 1440 Bildpunkten verfügt, ist die Qualität der Interpolation nicht unwesentlich. Zumeist sind Filme oder Softwares nur in HD verfügbar und sollten aufgrund des Platzgewinns auch noch ansehnlich dargestellt werden, wenn trotzdem die gesamte Panel-Höhe genutzt werden soll.

Das OSD-Menü bietet zwar unter „Bildeinrichtung“ die Option „Kontrollen“, die eigentlich das manuelle Eingreifen erlauben soll. Diese ist allerdings an modernen Grafikkarten und deren Treibern ausgegraut. Eine Möglichkeit der Schärfeeinstellung bietet das Display nicht an.

Um die Qualität der Interpolation zu überprüfen, verwenden wir eine Grafik mit einem fein aufgelösten Gitter. Bei nativer Auflösung wird die Grafik in einem Fenster maximal detailreich angezeigt. Ändert man die Auflösung auf 1920 x 1080 Pixel, so wird die Testgrafik auf die gesamte Panel-Höhe interpoliert und seitengerecht mit Rändern an den Seiten angezeigt. Die Qualität des angezeigten Gitters ist ausgezeichnet und leidet nicht sonderlich stark, da die Interpolation nicht so aggressiv wie bei vielen anderen Displays greift. Sicherlich werden an den Außenrändern zusätzlich graue Pixel eingefügt, doch selbst die feinen Linien sind noch als solche zu erkennen und bilden nicht wie so oft eine Fläche mit hellen und dunklen Abschattungen. Auch das Kreuz mittig der Grafik wirkt zwar unschärfer und läuft etwas zu, doch sind die feinen Strukturen noch gut sichtbar. Das ist ein hervorragendes Ergebnis.

Testgrafik nativ
Testgrafik nativ
Testgrafik 1920 x 1080
Testgrafik 1920 x 1080

Auch Text bleibt bei der HD-Auflösung selbst bei 7 Punkt in Fett noch einwandfrei lesbar. Schaut man sich das Schriftbild in der interpolierten Variante vergrößert an, so kann man erkennen, dass die zusätzlich eingefügten grauen Pixel nicht einseitig, sondern gleichmäßig rundum die Buchstaben verteilt sind.

Textwiedergabe nativ
Textwiedergabe nativ
Textwiedergabe 1920 x 1080
Textwiedergabe 1920 x 1080

4 KOMMENTARE

  1. Ist die Problematik mit der DVD/Blue-Ray Wiedergabe immer noch vorhanden? Wie verhält sich ein Amazon Fire TV Stick (1. Generation) an dem Gerät? Oder wäre da ein LG Monitor die bessere Wahl?

    MfG Thomas

  2. Vielen Dank für den ausführlichen Test.
    Wie ist der Monitor im Gegensatz zu einem LG 34UC98-W zu sehen? Dieser wurde hier – vor längerer Zeit – für sehr gut befunden und ist nach wie vor im Handel erhältlich.

    Auf eBay ist der hier rezensierte Monitor gerade in Aktion für 699€ incl. erhältlich, etwas weniger habe ich für meinen LG gezahlt und bin völlig verwirrt ob ich nicht doch lieber den Asus kaufen sollte (weil Asus und is ja eigentlich teurer aber besser…).

    Danke!

    • Hallo Christoph,
      Du kannst getrost bei dem LG bleiben! Schau Dir einfach mein Fazit am Ende des Tests an und vergleich es mit dem Fazit des LG 34UC98-W! Da fällt die Entscheidung nicht schwer 😉

      Viele Grüße
      Oliver

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